DE247095C - - Google Patents

Info

Publication number
DE247095C
DE247095C DE1910247095D DE247095DA DE247095C DE 247095 C DE247095 C DE 247095C DE 1910247095 D DE1910247095 D DE 1910247095D DE 247095D A DE247095D A DE 247095DA DE 247095 C DE247095 C DE 247095C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
silk
denitration
acid
denitrated
collodion
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DE1910247095D
Other languages
English (en)
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication of DE247095C publication Critical patent/DE247095C/de
Application filed filed Critical
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01FCHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
    • D01F2/00Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof
    • D01F2/24Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from cellulose derivatives
    • D01F2/26Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from cellulose derivatives from nitrocellulose

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 247095 KLASSE 29 h. GRUPPE
FELIX WISLICKI in TUBIZE, Belgien.
Verfahren zur Herstellung künstlicher Seide aus Kollodium.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 24. März 1910 ab.
Die Mängel der künstlichen Seide, nämlich geringe Haltbarkeit und mangelnde Homogenität beim Färben, sind bekannt. Die Verwendung der mit Hilfe von Kollodium hergestellten Seide ist außerdem durch einen rauhen und wenig seidenartigen Griff beeinträchtigt. Ein Verfahren zur Vermeidung der oben angeführten Übelstände würde daher große Bedeutung haben.
ίο Nach zahlreichen Versuchen hat der Erfinder ein Verfahren ermittelt, durch welches er künstliche Seide ohne die angeführten Übelstände erhalten kann. Der Erfinder hat festgestellt, daß, wenn man die nicht denitrierte Seide in Wasser erhitzt, die Beschaffenheit der fertigen, also nach der vorliegenden Behandlung in einer gesonderten Operation denitrierten Seide verändert wird. Weitere Untersuchungen haben dann gezeigt, daß diese Änderung der Beschaffenheit noch viel schneller und wesentlich vollständiger eintritt, wenn man dem Wasser wechselnde Mengen gewisser Körper, wie beispielsweise Säuren, hinzugibt. Die angeführten Änderungen der Beschaffenheit treten ein, wenn man die angeführte Behandlung entweder auf Kollodiumwolle oder auf nicht denitrierte Seide oder auf beide anwendet. Das vorliegende Verfahren muß vor der Denitrierung ausgeführt werden. Die benutzten Säuren werden in solchen Stärken angewendet, daß keine denitrierende Wirkung eintritt. Auf die Behandlung nach dem vorliegenden Verfahren muß daher eine gesonderte Denitrierung folgen.
Die praktische Ausführung der Erfindung besteht darin, daß man die nicht denitrierte Seide bei einer passenden Temperatur und während einer gewissen Zeit der Wirkungeines sauren Bades aussetzt. Die saure Reaktion kann durch Zusatz einer Mineralsäure, wie Schwefelsäure und Salzsäure, oder durch Zusatz einer organischen Säure, wie Ameisensäure, Essigsäure, Oxalsäure, aromatische Sulfosäure usw. durch ein saures Salz, wie Kaliumbisulfat, Natriumbisulfat, Aluminiumchlorid, oder durch Gemische der angeführten Stoffe erzeugt werden. Wenn man der Flüssigkeit bestimmte Salze oder Körper, die leicht Sauerstoff abgeben, wie beispielsweise Kaliumchlor at, Wasserstoffsuperoxyd o. dgl., zugibt, so tritt die Einwirkung nicht nur schneller ein, sondern man erhält auch noch weitere wichtige Resultate: die Seide bleicht sich nach der Denitrierung besser und leichter.
Man kann beispielsweise in folgender Weise verfahren:
Die nicht denitrierte, für die Denitrierung fertige Seide wird in passender Weise in die Behandlungsflüssigkeit gebracht. Die Flüssigkeit enthält auf 1 Liter Wasser 5 bis 100 g Schwefelsäure. Die Temperatur der Flüssigkeit wird während ungefähr 6 Stunden auf 70 ° C. durch ein beliebiges Heizsystem, wie beispielsweise eine Dampfheizung, gehalten. Nach dem Dekantieren wird die Seide gründlieh gewaschen und hierauf der Denitrierung unterworfen, worauf die Fertigstellung in der üblichen Weise erfolgt. Der angegebenen Behandlungsflüssigkeit kann auch eine geringe Menge von Kaliumchlorat, beispielsweise V10 der verwendeten Schwefelsäuremenge, zugesetzt werden.
Die Konzentration der Flüssigkeit, die Dauer der Behandlung und die Temperatur können in weiten Grenzen verändert werden. Wenn man länger behandeln will, kann man eine niedrigere Temperatur wählen oder eine geringere Konzentration, und umgekehrt.
Man hat bereits künstliche, undenitrierte Seide mit Salpetersäure von 1,32 spez. Gew. behandelt (Patentschrift 46125, Kl. 12). Der
ίο Zweck dieser Behandlung war eine Denitrierung. Trotz der sauren Natur der Salpetersäure gelingt es mit ihr nicht, die Wirkung der nach dem vorliegenden Verfahren benutzten, nicht denitrierenden Säuren zu erzielen.
Mit den nach dem vorliegenden Verfahren verwendeten nicht denitrierenden sauren Stoffen gelingt es, wenn schließlich eine Denitrierung vorgenommen wird, Seiden zu erhalten, welche einen der natürlichen Seide mehr ähnlichen Glanz haben. Die künstlichen Seiden, welche dem vorliegenden Verfahren unterworfen sind, haben einen zarteren Griff als die bekannten Kollodiumseiden, auch wenn sie nach der Patentschrift 46125 mit Salpetersäure behandelt sind. Die Verschiedenheit des Griffes zeigt sich, wenn man die vollen Strähne von unten nach oben mit der Hand streicht. Die nach dem vorliegenden Verfahren behandelte, schließlich denitrierte Seide ist wesentlich haltbarer als die ohne diese Behandlung, auch nach der Patentschrift 46125 denitrierte Seide. Dies zeigt sich. bereits durch die Wärmeprobe, nach welcher man die künstliche Seide während einer Stunde auf 140 bis 1500C. erhitzt.
Die nach den bekannten Verfahren erhaltene künstliche Seide entwickelt hierbei Säure, was ein Zeichen der Zersetzung ist und verkohlt schließlich. Die nach dem vorliegenden Verfahren behandelte, schließlich denitrierte Seide bleibt dagegen bei der Wärmeprobe unverändert, entwickelt keine Säure und behält ihren Glanz und ihre Struktur. Die Folge der Wärmebeständigkeit ist, daß die nach dem vorliegenden Verfahren behandelte künstliche Seide auch bei der Verarbeitung der Wärme ausgesetzt werden kann.
Die Affinität der neuen künstlichen Seide zu Farbstoffen ist wesentlich gemäßigter, so daß die Färbung leichter und gleichmäßiger stattfindet.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung künstlicher Seide aus Kollodium, dadurch gekennzeichnet, daß die Kollodiumwolle für die Herstellung der Seide oder die nicht denitrierte Seide oder beide in Wasser bei passender Temperatur erhitzt werden.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Wasser eine saure Reaktion durch eine Denitrierung nicht herbeiführende, anorganische oder organische Säuren, saure Salze oder eine Mischung der angeführten Stoffe gegeben wird.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeit eine Denitrierung nicht herbeiführende, sauerstoffabgebende Körper zugesetzt werden.
DE1910247095D 1910-03-23 1910-03-23 Expired - Lifetime DE247095C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE247095T 1910-03-23

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE247095C true DE247095C (de)

Family

ID=5935265

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1910247095D Expired - Lifetime DE247095C (de) 1910-03-23 1910-03-23

Country Status (2)

Country Link
DE (1) DE247095C (de)
FR (1) FR427694A (de)

Also Published As

Publication number Publication date
FR427694A (fr) 1911-08-10

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2105898C3 (de) Verfahren zur Herstellung einer Lösung zum Aktivieren von metallischen und nichtmetallischen Oberflächen
DE247095C (de)
AT54575B (de) Verfahren zur Herstellung künstlicher Seide von hohem Glanze und großer Haltbarkeit aus Nitrozellulose.
DE894234C (de) Verfahren zur Herstellung von Stoffen mit lederartiger Beschaffenheit
DE542539C (de) Verfahren zur Darstellung von blauen Kuepenfarbstoffen der Anthrachinonazinreihe
DE651433C (de) Verfahren zur Herstellung gelbgruener bis gruener Bleichromate
DE571240C (de) Verfahren zur Darstellung von N-Dihydro-1, 2, 2', 1'-anthrachinonazinfarbstoffen
DE565247C (de) Verfahren zur Darstellung eines Kuepenfarbstoffes
DE150915C (de)
DE564435C (de) Verfahren zur Herstellung von Dihalogenanthrachinonmono-ª‡-carbonsaeuren
DE958947C (de) Verfahren zur Herstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen
DE199979C (de)
DE474557C (de) Verfahren zur Behandlung tierischer oder pflanzlicher Fasern
DE563997C (de) Verfahren zur Herstellung von Tetrahalogenpyranthronen
DE347372C (de) Verfahren zur Herstellung von Kaliumsulfat und Salzsaeure aus Kaliumchlorid und Schwefelsaeure
DE478047C (de) Verfahren zur Darstellung eines braunen Kuepenfarbstoffes
DE517395C (de) Verfahren zur Behandlung von Veloursstumpen
DE543139C (de) Herstellung eines ockerartigen Farbkoerpers aus Bleicherdelaugen
DE251350C (de)
DE696424C (de) Verfahren zur Herstellung von Anthrachinonfarbstoffen
DE432827C (de) Verfahren, Messingkoerpern Buntfaerbung und goldfarbiges AEussere zu verleihen
DE253791C (de)
DE479915C (de) Verfahren zur Erzeugung von Faerbungen mittels aromatischer Amine durch Oxydation
DE549153C (de) Verfahren zur Darstellung eines Farbstoffes der N-Dihydroanthrachinonazinreihe
DE1620483A1 (de) Verfahren zu der Herstellung eines alpha-Nitro-omega-lactams