DE2442016B2 - Waessrige loesung fuer die aktivierung von oberflaechen vor der stromlosen metallabscheidung - Google Patents
Waessrige loesung fuer die aktivierung von oberflaechen vor der stromlosen metallabscheidungInfo
- Publication number
- DE2442016B2 DE2442016B2 DE19742442016 DE2442016A DE2442016B2 DE 2442016 B2 DE2442016 B2 DE 2442016B2 DE 19742442016 DE19742442016 DE 19742442016 DE 2442016 A DE2442016 A DE 2442016A DE 2442016 B2 DE2442016 B2 DE 2442016B2
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- aqueous solution
- tin
- urea
- acid
- salt
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Granted
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C23—COATING METALLIC MATERIAL; COATING MATERIAL WITH METALLIC MATERIAL; CHEMICAL SURFACE TREATMENT; DIFFUSION TREATMENT OF METALLIC MATERIAL; COATING BY VACUUM EVAPORATION, BY SPUTTERING, BY ION IMPLANTATION OR BY CHEMICAL VAPOUR DEPOSITION, IN GENERAL; INHIBITING CORROSION OF METALLIC MATERIAL OR INCRUSTATION IN GENERAL
- C23C—COATING METALLIC MATERIAL; COATING MATERIAL WITH METALLIC MATERIAL; SURFACE TREATMENT OF METALLIC MATERIAL BY DIFFUSION INTO THE SURFACE, BY CHEMICAL CONVERSION OR SUBSTITUTION; COATING BY VACUUM EVAPORATION, BY SPUTTERING, BY ION IMPLANTATION OR BY CHEMICAL VAPOUR DEPOSITION, IN GENERAL
- C23C18/00—Chemical coating by decomposition of either liquid compounds or solutions of the coating forming compounds, without leaving reaction products of surface material in the coating; Contact plating
- C23C18/16—Chemical coating by decomposition of either liquid compounds or solutions of the coating forming compounds, without leaving reaction products of surface material in the coating; Contact plating by reduction or substitution, e.g. electroless plating
- C23C18/18—Pretreatment of the material to be coated
- C23C18/20—Pretreatment of the material to be coated of organic surfaces, e.g. resins
- C23C18/28—Sensitising or activating
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- General Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Metallurgy (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Chemically Coating (AREA)
- Catalysts (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft eine wäßrige Lösung für die Aktivierung von Oberflächen vor der stromlosen
Metallabscheidung, die das Mischungsprodukt aus einem säurelöslichen Salz eines Edelmetalls der aus
Silber, Gold und der. Platinmetallen bestehenden Gruppe, einen molaren Überschuß gegenüber dem
Edelmetallsalz eines in der Lösung löslichen Zinn(II)-salzes und einer Halogenwasserstoffsäure in einer zur
Erzielung eines pH-Wertes von unter 1 ausreichenden Menge enthält.
Es ist seit langem bekannt, daß eine stromlose Metallabscheidung auf Substraten, insbesondere auf
nichtleitenden Substraten, nur dann in geeigneter Dicke und mit einer ausreichenden Haftfestigkeit erzielt
werden kann, wenn die Substratoberfläche vor der stromlosen Metallabscheidung aktiviert worden ist.
Ein generelles Verfahren zur Aktivierung einer Subsitratoberfläche vor der Metallbeschichtung besteht
darin, das Substrat mit zwei Lösungen in Kontakt zu bringen (sogenannte zweistufige Aktivierung). Ein
Verfahren zum Aufbringen eines Metallüberzugs unter Anwendung dieser zweistufigen Aktivierung besteht
dariii, daß man das Substrat zuerst mit einer sauren wäßrigen Lösung eines Reduktionsmittels, wie z. B.
Zinn(ll)-chlorid, in Kontakt bringt und das Substrat dann nach dem Spülen mit Wasser mit einer zweiten
Lösung eines aktivierenden Metallsalzes, z. B. Palladiumchlorid, in verdünnter Salzsäure behandelt. Das an
der Substratoberfläche adsorbierte Reduktionsmittel reduziert die Ionen des aktivierenden Metalls in situ auf
der Substratoberfläche, wodurch aktive Zentren entstehen, an denen das chemisch abgeschiedene Metall
haftet. Dieses Verfahren läßt sich zwar mit Erfolg für die Beschichtung von Kunststoffen mit verschiedenen
Metallen anwenden, es hat jedoch den Nachteil, daß die auf diese Weise aufgebrachten Metallüberzüge, z. B.
Kupferüberzüge, nicht genügend fest an der Substratoberfiäche haften. Dies gilt insbesondere dann, wenn
Kupfer auf Kupfer abgeschieden werden soll, wie z. B. bei der Herstellung gedruckter Schaltungen, bei denen
Kupfer sowohl auf dem Kunststoffsubstrat als auch auf einer auf diesem Kunststoffsubstrat aufgebrachten
Kupferschicht abgeschieden wird. Ein weiterer Nachteil dieses bekannten Verfahrens besteht darin, daß bei der
zweistufigen Aktivierung das Substrat nach der Aktivierung vor Durchführung der weiteren Behandlungsstufen
auf andere Träger überführt werden muß, um eine Verunreinigung der Aktivatorlösungen durch
Einschleppen und eine rasche Zerstörung des Metallabscheidungsbades zu vermeiden. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen
treten bei der Metallabscheidung unter Anwendung einer zweistufigen Aktivierung immer
wieder Oberflächendefekte in dem Metallüberzug auf.
Ein anderes Verfahren zur Aktivierung eines Substrats vor der Metallabscheidung ist in der
US-Patentschrift 30 11920 beschrieben. Bei diesem Verfahren wird ein Substrat mit einer koloidalen
Aktivierungslösung in Kontakt gebracht, die durch Mischen eines aktivierenden Metallsalzes, eines
Zinn(ll)-salzes in molarem Überschuß gegenüber dem aktivierenden Metallsalz und einer Halogenwasserstoffsäure
in saurer Lösung hergestellt wird. Bei dem aktivierenden Metall handelt es sich um ein Edelmetall,
das aus der Gruppe Silber, Gold und der Platinmetalle ausgewählt wird. Das im Überschuß verwendete
Zinn(ll)-salz ist für die Erzielung der erforderlichen Stabilität des Kolloids verantwortlich und verhindert
dessen Ausfällung aus der Suspension. Dieser Aktivator arbeitet bei einem pH-Wert unter 1, vorzugsweise bei 0,
da das Zinn(II)-salz ab einem pH-Wert von etwa 0,9 zu hydrolysieren beginnt und ausfällt.
Dieser kolloidale Aktivator ist zwar für die verschiedensten Anwendungszwecke sehr gut geeignet,
er hat jedoch ebenfalls einige Nachteile. In stark saurer Lösung tritt nämlich allmählich ein Verlust an
Zinn(I l)-ionen auf, vermutlich als Folge einer Luftoxydation unter Bildung von Zinn(lV)-ionen, wodurch der
Aktivator instabil wird. Ein ähnlicher Aktivator ist auch in der US-Patentschrift 36 72 938 beschrieben, der im
wesentlichen aus den gleichen Komponenten besteht, jedoch im Gegensatz zu dem aus der US-Patentschril't
30 11 920 bekannten kolloidalen Aktivator eine echte Aktivatorlösung darstellt. Er hai die gleichen Nachteile
wie vorstehend angegeben.
Aus der US-Patentschrift 36 72 923 ist eine Aktivierungslösung
der oben angegebenen Zusammensetzung bekannt, die durch Zugabe von Hydroxyverbindungen
stabilisiert ist. Auch hierbei handelt es sich um eine nichtkolloidale Lösung. Bei einer aus der US-Patentschrift
36 98 919 bekannten Akiivierungslösung, die Pd und Sn enthält, handelt es sich dagegen um eine
kolloidale Aktivierungslösung mit der oben angegebenen Zusammensetzung. Die Stabilisierung erfolgt in
diesem Falle bei niedrigem pH-Wert mit Glykolät'iern und Alkoholen. Auch bei der aus der aus der
US-Patenlrchrift 37 67 583 bekannten Aktivierungslösung handelt es sich um eine kolloidale Lösung, die einen
Pd°-Komplex mit unbestimmtem Molekulargewicht enthält. Diese Lösung wird durch Zusatz von Lewis-Basen
stabilisiert.
Wie eine spätere Arbeit in »Plating and Surface Finishing«, Okt. 1975, Seiten 958 bis 965, jedoch gezeigt
hat, handelt es sich bei allen diesen bekannten Aktivatorlösungen um kolloidale Lösungen, in denen die
kolloidalen Teilchen durch Ultrazentrifugierung abgeschieden werden können. Es konnte auch nachgewiesen
werden, daß nur die abgeschiedenen kolloidalen Teilchen eine aktivierende Wirkung auf die Substratoberfläche
ausüben. Daraus ergibt sich, daß alle bekannten Aktivierungslösungen mehr oder weniger
instabil sind, insbesondere bei längerer Lagerung, und daß die darin enthaltenen kolloidalen Teilchen aus der
Lösung ausfallen, was mit einem Verlust an Wirksamkeit einhergeht.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine wäßrige Lösung für die Aktivierung von Oberflächen vor der
stromlosen Metallabscheidung anzugeben, bei dem die vorstehend genannten Nachteile nicht auftreten, die
insbesondere auch über längere Zeiträume hinweg lagerbeständig ist.
Diese Aufgabe wird bei einer wäßrigen Lösung für die Aktivierung von Oberflächen vor der stromlosen
Metallabscheidung, die das Mischungsprodukt aus einem säurelöslichen Salz eines Edelmetalls der aus
Silber, Gold und den Platinmetallen bestehenden Gruppe, einem molaren Überschuß gegenüber dem
Edelmetallsalz eines in der Lösung löslichen Zinn(II)-salzes
und einer Halogenwasserstoffsäure in einer zur Erzielung eines pH-Wertes von unter 1 ausreichenden
Menge enthält, dadurch gelöst, daß die Lösung noch Harnstoff in einer zur Erzielung eines Molverhältnisses
von Harnstoff zu Halogenwasserstoffsäure von über 1 : 10 ausreichenden Menge enthält.
Die beanspruchte wäßrige Aktivierungslösung weist nicht nur eine hohe Wirksamkeit auf, sondern sie ist
auch außerordentlich stabil und kann über längere Zeiträume hinweg aufbewahrt werden, ohne daß
Verluste an Zinn(II)-salz und die damit einhergehenden Wirksamkeitsverluste auftreten.
Beim Mischen des Zinn(ll)-salzes mit dem Edelmetallsalz in Gegenwart einer Halogenwasserstoffsäure und
in Gegenwart von Harnstoff erhält man ein Mischungsprodukt, bei dem es sich wahrscheinlich um ein
Additionsprodukt handelt, das in Lösung nur ganz gering dissoziiert ist. Als Folge der minimalen
Dissoziation geht auch keine Halogenwasserstoffsäure durch Verdampfen verloren und die darin enthaltenen
Zinn(II)-ionen sind gegen Oxydation geschützt. Obgleich das Produkt nur eine minimale Dissoziation
aufweist, weist es eine überraschend hohe aktivierende Wirkung auf die Substratoberflächc auf. Es hat ferner
den Vorteil, daß es praktisch geruchlos ist, da die darin enthaltene Halogenwasserstoffsäure nicht verdampft,
und daß es außerordentlich wirtschaftlich ist, weil praktisch keine Verluste an Zinn(ll)-salz und Halogenwasserstoffsäure
auftreten, so daß die Aktivatorlösung stets einen konstanten Gehalt an Zinn(II)-ionen und
Halogenwasserstoffsäure aufweist und nur selten ergänzt zu werden braucht. Sie führt zu einer erhöhten
Haftfestigkeit des durch anschließende stromlose Beschichtung auf das Substrat aufgebrachten Metallüberzugs,
der das Substrat gleichmäßig bedeckt und sich davon nicht ablöst.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 einen Vergleich zwischen der Stabilität einer
Aktivierungslösung mit dem und ohne das erfindungsgemäß verwendete Mischungsprodukt in graphischer
Form und
Fig. 2 eine graphische Darstellung des Harnstoffgehaltes
bei der Bildung des Mischungsproduktes als Funktion der Stabilität der Aktivatorlösung.
Der erfindungsgemäß verwendete Aktivator besteht im wesentlichen aus solchen Stoffen in solchen Anteilen,
wie sie in den US-Patentschriften 30 11920 und 36 72 938 angegeben sind. Das säurelösliche Edelmetallsalz
ist ein Salz eines der für die stromlose Metallabscheidung bekannten Metalle. Dazu gehören
die Edelmetalle Gold und Silber sowie Metalle der Platingruppe. Palladium hat sich als das günstigste
dieser Metalle für die Aktivierung eines nichtleitenden Substrats, insbesondere eines Kunststoffsubslrats, erwiesen
und stallt daher eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dar. Silber, Gold und Rhodium sind
weniger bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung, da bei der Herstellung des Aktivators infolge der
begrenzten Löslichkeit der Silbersalze und der Instabilität der Gold- und Rhodiumsalze in Lösung bei der
Herstellung des Aktivators gewisse Schwierigkeiten auftreten.
Das jeweils verwendete Salz des Edelmetalls ist nicht kritisch und man kann die Halogenide, wie sie in der
genannten US-Patentschrift 30 11 920 beschrieben sind
sowie andere Salze, z. B. das Nitrat, Sulfat u. dgl., verwenden. Fluoride und Jodide sind weniger bevorzugt.
Andere Salze als Halogenide sind ebenfalls geeignet, da Halogenidionen in die Lösung durch
Fremdhalogenidionen eingeführt werden können. Vorzugsweise wird als Salz das Halogenid verwendet und es
hat vorzugsweise das gleiche Anion wie die anderen Aktivatorkomponenten. Es sei bemerkt, daß bei
Verwendung des Halogenids etwas Halogenid in die Lösung eingeführt wird, daß jedoch wegen der geringen
Konzentration des verwendeten Edelmetallsalzes diese Menge in der Regel zu vernachlässigen ist.
Die Menge des Edelmetallsalzes ist nicnt kritisch und
richtet sich in erster Linie nach den Kosten und nach betrieblichen Erwägungen. Obwohl somit bis zu 40 bis
50 g pro Liter oder mehr des Edelmetallsalzes möglich sind, wird doch zweckmäßig die Menge des Edelmetallsalzes
vom Kostenstandpunkt aus so gering wie möglich gehalten, ohne daß darunter d'e Funktionellen Eigenschaften
des Aktivators leiden. In der Regel übersteigt die Menge des Edelmetallsalzes in der Aktivatorlösung
nicht 8 g pro Liter und sie übersteigt in dem fertigen Bad nicht 2 g pro Liter; vorzugsweise liegt die Menge
zwischen 0,1 und 1 g pro Liter Lösung; bei Herstellung hochkonzentrierter Aktivatorlösungen, /.. B. solchen, die
40 bis 50 g pro Liter enthalten, soll der pH-Wert der Lösung über etwa 0,5 liegen und das Verhältnis von
Zinn(ll)-ionen zu Edelmetallionen mindestens 5 : I betragen.
Das zur Herstellung des Aktivators jeweils verwendete Zinn(ll)-salz ist ebenfalls nicht kritisch, und außer
einem Zinn(II)-halogenid eignen sich auch andere Zinn(II)-salze, z.B. Zinn(II)-nitrat und Zinn(ll)-acetal.
Wie bei dem Salz des Edelmetalls isi das Zinn(il)-haiogenid bevorzugt, welches das gleiche Anion wie die
anderen Aktivatorbestandteile hat. Bei Verwendung eines Zinn(II)-halogenids bildet dieses eine Quelle für
Halogenidionen in dem Aktivator.
Die Menge des verwendeten Zinn(ll)-salzes ist nicht kritisch, vorausgesetzt, daß Zinn(ll)-ioncn in der
Aktivatorzusammensetzung in einem molaren Überschuß gegenüber den Edelmetallionen vorliegen. Diesbezüglich
kann wie bei den bekannten Aktivatoren das Molverhältnis von Zinn(II)-ionen zu Edelmetallionen
nur 2 : 1 betragen, es variiert jedoch vorzugsweise zwischen 10:1 und 40:1 und kann bis zu 100:1
betragen.
Alle Halogenwasserstoffsäuren, außer Jodwasserstoffsäure, sind für die erfindungsgemäßen Zwecke
bevorzugt. Die Ergebnisse in bezug auf Stabilität und Aktivierungswirkung sind mit Fluorwasserstoffsäure
jedoch nur mäßig. Bromwasserstoffsäure ist besser und Chlorwasserstoffsäure ergibt das beste Ergebnis. Der
hier verwendete Ausdruck Halogenwasserstoffsäure betrifft somit hauptsächlich Salzsäure, umfaßt jedoch
auch alle anderen Halogenwasserstoffsäuren außer Jodwasserstoffsäure, wobei der Tatsache Rechnung
getragen wird, daß diese anderen Säuren nur mäßige Ergebnisse liefern. Ferner besteht Klarheit darüber, daß
der Ausdruck Halogenwasserstoffsäure die Anwesenheit von Wasserstoffionen und Halogenidionen in
Lösung bedeutet, obwohl die Wasserstoffionen von einer anderen Säure stammen können, die kein für die
Aktivatorzusammensetzung schädliches Anion aufweist. So können beispielsweise Schwefelsäure, Fluorborsäure
und verschiedene organische Säuren, z. B. Maleinsäure, als Quelle für Wasserstoffionen verwendet
werden, wobei sämtliche Halogenidionen von der Fremdquelle für Halogenidionen geliefert werden.
Salpetersäure soll nicht verwendet werden, daß sie mit Harnstoff unlösliche Additionsprodukte bildet. Ebenso
sollen andere Säuren, die mit Harnstoff unlösliche Additionsprodukte liefern, vermieden werden.
Das Additionsprodukt aus dem Zinn(II)-salz, der Säure und Harnstoff kann durch Mischen der Bestandteile
bei Herstellung der Aktivatorzusammensetzung nach der in der US-Patentschrift 30 11 920 beschriebenen
Methode erhalten werden oder man bildet ein Additionsprodukt aus der Halogenwasserstoffsäure und
Harnstoff und mischt dieses dann mit dem Zinn(II)-sal/. unter Bildung des Additionsprodukts aus den drei
Komponenten. Gegebenenfalls können jedoch alle Bestandteile in einem einzigen Behälter gemischt
werden, der auch noch die anderen Komponenten der Aktivatorzusammensetzung enthält, wobei sich wahrscheinlich
das Additionsprodukt in situ bildet. Keine besonderen Reaklionsbcdingungcn wie Erhitzen oder
dergleichen sind erforderlich.
Man nimmt an, daß das Additionsprodukt ein Adclukl uns Harnstoff mil einem Molekül der Säure und der
/inn(ll)-verbindung ist. Infolgedessen sind größere als iiqiiimolarc Mengen Harnstoff gegenüber den anderen
Bestandteilen bevorzugt, obwohl auch geringere ;ils iiquimokirc Mengen gewisse Vorteile ergeben. l);is
Verhältnis von Hiirnsioff /π I liiloycnwiisscrstfiffsiiiiic
kann zwischen 1:10 und 100 : 1 variieren, es variiert jedoch vorzugsweise zwischen 1 : 1 und 10:1. Lediglich
vom Volumenstandpunkt aus kann mit zunehmendem pH-Wert der Lösung mehr Harnstoff verwendet
werden und das erforderliche Säurevolumen nimmt dafür ab.
Ohne an eine Theorie gebunden zu sein, wird angenommen, daß das zur Bildung des erfindungsgemäßen
Aktivators verwendete Additionsprodukt die Formel
C)
H2NCN1H, SnX.,
hat, worin X das Halogenidion ist. Bei Verwendung eines Harnstoffüberschusses, der für die erfindungsgemäßen
Zwecke bevorzugt ist, verschiebt das Harnstoffion die Reaktion der Bildung des Additionsprodukts
nach rechts, wodurch eine Dissoziation in der Aktivatorlösung vermieden wird. Infolgedessen werden
sowohl die Halogenwasserstoffsäure als auch die Zinn(Ii)-ionen gebunden, so daß die Halogenwasserstoffsäure
nicht raucht und die Zinn(II)-ionen nicht zu Zinn(IV)-ionen oxydiert werden.
Die Abnahme der Oxydation von Zinn(II)-ionen zu Zinn(IV)-ionen, infolge der Wirkung von Harnstoff in
Abhängigkeit von der Zeit, wird durch Fig. 1 der Zeichnung veranschaulicht, die eine graphische Darstellung
des Zinn(II)-ionengehalts als Funktion der Zeil für eine harnstoffhaltige Zusammensetzung (Kurve A) und
eine harnstofffreie Zusammensetzung (Kurve B) zeigt. Die Zusammensetzungen der folgenden Beispiele 1 und
2 wurden zur Erstellung von Fig. 1 verwendet, wobei
man durch diese Zusammensetzungen in einem offenen Becherglas zur Beschleunigung der Oxydation Luft
hindurchperlen ließ. Der Zinn(II)-gehalt wurde periodisch bestimmt. Wie die Kurve zeigt, wird die Oxydation
von Zinn(II)-ionen durch die Anwesenheit des Harnstoffs stark verzögert. Es sei bemerkt, daß die hier
dargestellten Kurven lediglich der Erläuterung dienen und den Zusammensetzungen der Beispiele 1 und 2
entsprechen; andere Zusammensetzungen weisen jedoch ähnliche Kurven auf.
Die Harnstoffkonzentration relativ zur Säurekonzentration ist für Zusammensetzungen mit niedrigerem
pH-Wert (pH-Wert unter etwa 0,9 für ein Chloridsystem) wichtiger als für Zusammensetzungen mit
höherem pH-Wert, da die Anfälligkeit der Zinn(II)-ionen für eine Luftoxydation in stark saurer Lösung
ausgeprägter ist. F i g. 2 zeigt in graphischer Darstellung den Zinn(ll)-ionengehah eines stark sauren Aktivators
(der von Beispiel 1) als Funktion des Verhältnisses von Harnstoff zu Salzsäure. Die Messungen erfolgten
nachdem der Aktivator unter Hindurchlcitcn von Luft in einem offenen Becherglas 40 Stunden lang gestanden
hat. Wie man sieht, ist die in der Zusammensetzung verbliebene Zinn(ll)-ionenkonzentration um so größer
je größer das Verhältnis von Harnstoff zu Säure ist.
Aus der vorstehenden Beschreibung ergibt sich, dalj alle Aklivatorkomponcnten — d. h. das F.clelmetallsalz
der Harnstoff,das Zinn(ll)-salz und die Säure — in Form
ihrer jeweiligen Halogenide verwendet werden können dies jedoch nicht müssen, obwohl bei einer bevorzugter
Ausführungsform der Erfindung sie alle in Form ihrer Halogenide mit einem gemeinsamen Anion, am besten
dem Chlorid, vorliegen.
Die erfindungsgemäß verwendeten Aktivatoren können nach bekannten Verfahren hergestellt werden,
wobei die Fremdhalogenidionen in der zur Lösung der anderen Aktivatorkomponenten dienenden sauren
Lösung gelöst werden und der Harnstoff an irgendeiner Stelle des Verfahrens zugesetzt wird. Eine bevorzugte
Methode zur Herstellung eines Aktivators gemäß der Erfindung besteht darin, daß man zuerst ein Aktivatorkonzentrat
unter Verwendung von vorgemischlem Harnstoff-Zinn(ll)-chlorid und Salzsäure herstellt und
dann dieses Konzentrat vor Gebrauch verdünnt. Auf diese Weise kann das Konzentrat ziemlich sauer
gemacht werden, um eine richtige Auflösung der Katalysatorkomponenten zu gewährleisten, und der
pH-Wert kann dann durch Verdünnen auf den gewünschten Wert eingestellt werden.
Das Konzentrat wird hergestellt, indem man zuerst das Edelmetallsalz in saurer Lösung löst, dann das
Additionsprodukt aus Zinn(ll)-chlorid, Harnstoff und Säure zugibt und die Zusammensetzung altern läßt.
Während des Alterungsprozesses ändert der Aktivator seine Farbe von einem dunklen Blau bis Grün nach
Braun bis Braunschwarz, was die Bildung des Kolloids anzeigt. Nach dem Altern kann der Aktivator
gegebenenfalls mit einer Natriumchloridlösung verdünnt werden, wodurch der pH-Wert ansteigt und die
Chloridionenkonzentration zunimmt.
In der vorstehend genannten US-Patentschrift 30 11 920 ist auch der Zusatz eines Stannats, z. B. eines
Alkalimetallstannats, zu der Aktivatorzusammensetzung beschrieben. Die Wirkung eines Stannats besteht
in der Verbesserung der Eigenschaften der Aklivatorkomponenten und in der Erzielung einer rascheren
Adsorption des Edelmetalls an dem Substrat. Die Art und Weise, in welcher das Stannat dieses Ergebnis
erzielen läßt, ist nicht ganz klar, beruht jedoch wahrscheinlich auf der Anwesenheit von Zinn(IV)-ionen
in der Zusammensetzung. Andere Quellen für Zinn(IV)-ionen, z. B. Zinn(IV)-chlorid, Polyzinnsäureverbindungen
u. dgl., können unter Erzielung ähnlicher Ergebnisse an Stelle des Slannats verwendet werden.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert.
Eine 1gew.-°/oige Palladiumchloridlösung wird durch Zugabe von 1 g Palladiumchlorid zu 100 ml 0,5normaler
Salzsäure hergestellt. Eine zweite Lösung (enthaltend 27,86 g Zinn(II)-ionen) wird der ersten zusammen mit
0,4 g Natriumstannat zugegeben. Dann gibt man 610 ml einer dritten Lösung zu, die durch Vermischen von
330 ml 12,4normaler Salzsäure mit 350 g Harnstoff erhalten wurde. Die Mischung enthält somit etwa 1,4
Mol Harnstoff pro Mol Salzsäure. Die Mischung wird gerührt, mit Wasser auf 1 Liter verdünnt und etwa 24
Stunden stehen gelassen. Der erhaltene Aktivator besitzt eine dunkelbraune Farbe. Keine Salzsäurcdämpfesind
wahrnehmbar.
Für Vergleichs/wecke wird die Zusammensetzung des Beispiels 2 mit derjenigen des Beispiels 2 der
US-Patentschrift 30 11920 verglichen; die dortige Zusammensetzung ist die folgende:
| Palladiumchlorid | 1 g pro Liter |
| Wasser | 600 ml |
| Salzsäure (12nornial) | 300 ml |
| Natriumstannat | (TO |
| Zinn(ll)-chlorid') | 371/2 g |
| ') 23,5 g Zinn pro Liter. |
Die vorstehenden Bestandteile werden in der angegebenen Reihenfolge miteinander gemischt, worauf
man sie 24 Stunden bei etwa 27°C stehenläßt.
200 ml jeder der obigen Lösungen werden in ein offenes Becherglas gegeben, und man läßt durch jede
Lösung Luft mit einer Geschwindigkeit von 0,28 ms pro
Stunde perlen. Periodisch entnimmt man eine kleine Probe jeder Lösung und titriert sie auf Zinn. Die
Ergebnisse sind in Fig. 1 der Zeichnung graphisch dargestellt, in welcher der Zinn(II)-gehalt in Abhängigkeit
von der Zeit, wie vorstehend beschrieben, aufgetragen ist. Wie man aus der Zeichnung sieht, hielt
sich die Zusammensetzung des Beispiels 1 langer als 200 Stunden, wonach der Versuch abgebrochen wurde,
während die Zusammensetzung des Beispiels 2 der US-Patentschrift 30 11 920 innerhalb etwa 48 Stunden
instabil wurde, nachdem sich noch etwa V2g Zinn(II)-ionen
in der Lösung befand.
Wie vorstehend bereits gesagt, ermöglicht die Verwendung von überschüssigen Halogenidionen die
Erzielung von Aktivatorlösungen mit stabilem pH-Wert bei niedrigerer Zinn(II)-ionenkonzentration, als dies
bisher möglich war. Das Harnstoff-Additionsprodukt bewirkt ebenfalls eine Stabilisierung solcher Lösungen,
wie das folgende Beispiel zeigt.
a) Das Verfahren des Beispiels 1 wird wiederholt, wobei die Zinn(II)-chloridmenge auf 32 g pro Liter
Lösung (19,2 g Zinn pro Liter) herabgesetzt wird. Die Titration zu Beginn ergab 19,0 g (Zinn(II)-ionen pro
Liter und nach 45 min Belüftung fand man noch 11,3 g pro Liter Lösung.
b) Das Verfahren des Beispiels 1 wurde wiederholt, jedoch wurde die Zinn(II)-chloridmenge auf 6'/2g pro
Liter (4,9 g Zinn pro Liter) herabgesetzt. Der Aktivator wurde innerhalb etwa 10 Stunden instabil und bildete
einen Niederschlag.
c) Das Verfahren des Beispiels 1 wurde wiederholt, wobei jedoch der Zinn(l I)-chloridgehalt auf etwa 3 g pro
Liter (1,8 g Zinn pro Liter) herabgesetzt wurde. Der Aktivator wurde nach etwa 8 Stunden instabil.
d) Das Verfahren des Beispiels 2 wurde wiederholt, jedoch wurde der Zinn(II)-chloridgehalt auf etwa 15 g
(9,0 g Zinn pro Liter) herabgesetzt. Der Aktivator wurde innerhalb etwa 6 Stunden unter Bildung eines
Niederschlags instabil.
e) Das Verfahren des Beispiels 2 wurde wiederholt, jedoch wurde der Zinn(ll)-chloridgehalt auf 6'/2g pro
Liter (4,9 g Zinn pro Liter) herabgesetzt. Der Aktivator wurde innerhalb etwa 2 Stunden nach seiner Zubereitung
instabil.
f) Das Verfahren des Beispiels 2 wurde wiederholt, jedoch wurde der Zinn(II)-chloridgehalt auf 3 g pro
Liter (1,8 g Zinn pro Liter) herabgesetzt. Der Aktivator wurde sofort nach seiner Zubereitung instabil.
Ks wurde gefunden, daß der Harnstoff zweckmäßig in
relativ großem molarem Überschuß gegenüber der Halogenwasserstoffsäure verwendet wird. Der Grund
dafür ist wahrscheinlich der, daß dadurch eine
10
Dissoziation des Additionsprodukts vermieden wird. Die Vorteile werden durch das folgende Beispiel
erläutert.
6 Katalysatorzusammensetzungen wurden nach dem Verfahren des Beispiels 1 hergestellt, wobei jedoch der
Harnstoffgehalt (und entsprechend das Verhältnis von Harnstoff zu Salzsäure) so variiert wurde, daß sich die
Wirkung des Harnstoffs auf die Stabilität der Lösung zeigte Das Molverhältnis von Harnstoff zu Salzsäure
und die Änderung des Zinn(II)-gehalts bei Luftzutritt sind in der folgenden Tabelle angegeben:
| i | Verhältnis | Zinn(ll) | -ioncngchalt (g pro Liter) | 40 StU. | 60 Std. | 140 Std. |
| ! | Harnstoff: HCI | OSkI. | 20 StU. | 3,5 | instabil1) | instabil |
| 1 | 0:1 | 24,0 | 12,0 | 8,6 | 3,2 | instabil |
| 0,5:1 | 20,4 | 13,5 | 11,2 | 9,4 | instabil | |
| 1:1 | 19,6 | 14,0 | 14,2 | 12,3 | 3,8 | |
| 2:1 | 19,9 | 14,2 | 16,1 | 14,2 | 10,4 | |
| 1 | 3:1 | 20,8 | 17,1 | 17,1 | 16,1 | 10,4 |
| I | 4:1 | 20,8 | 17,1 | |||
*) Instabil - Der Katalysator wird instabil, wenn der /inn(ll)-gchalt unter I g pro Liter sinkt.
Zur Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Verhältnis von Harnstoff zu Halogenwasserstoffsäure
und dem Zinn(II)-ionengehalt, wie er sich aus der vorstehenden Tabelle ergibt, ist in Fig. 2 dieses
Verhältnis gegen den Zinn(I!)-ionengehalt bei 40 Stunden aufgetragen. Wie aus der Zeichnung ersichtlich
ist, ist nach 40stündiger Belüftung der Lösung der Zinn(Il)-ionengehalt um so größer, je höher das
Verhältnis von Harnstoff zu Salzsäure ist.
Aus vorstehendem ist ersichtlich, daß man die besten Ergebnisse bei den höheren Verhältnissen von
Harnstoff zu Salzsäure erzielt, während dann, wenn der Harnstoffgehalt 3 Mol pro Mol Salzsäure übersteigt,
man keine oder nur eine geringe Verbesserung erzielt.
Beispiel 5
(1) Vorreinigung eines Kupfersubstrats
(1) Vorreinigung eines Kupfersubstrats
a) Das Substrat wird durch Eintauchen in eine heiße alkalische Reinigungslösung und Spülen in sauberem
Wasser gereinigt und
b) mit einem Ätzmittel für Kupfer, z. B. einem Kupfer(ll)-chlorid-Salzsäurebad, gebeizt und gespült.
c) Man taucht zur Entfernung von Rückständen in eine 10volumen-%ige Salzsäure und spült.
(2) Aktivierung
Das saubere Substrat wird 30 Sek. oder langer in die
Aktivatorlösung gemäß Beispiel 1 eingetaucht, wodurch sowohl die Kupferoberflächen als auch die an den
Wänden der Durchbohrungen freiliegenden Kunststoffoberflächen aktiviert werden, Spülung.
(3) Beschleunigung (wahlweise)
Man taucht eine Minute oder langer in eine saure Beschleiinigungslösung, z. B, eine 10%igc Fiuorborsäurelösung,
ein und spült.
(4) Stromlose Mctallabscheidung
Die aktivierte Oberfläche wird in die Absdieidungslödes
gewünschten Metalls, z. B. ein Kupfeibad entsprechend Beispiel 1 der US-Patentschrift 33 29 512,
eingetaucht, und zwar so lange, bis sich der Metallüberzug in der gewünschten Stärke abgeschieden hat. Dann
wird gründlich gespült und getrocknet.
(5) Elektrobeschichtung
Das überzogene Substrat wird zur sicheren Reinigung des Kupferüberzugs in eine lO°/oige Salzsäure getaucht,
gespült und auf dem chemisch abgeschiedenen Überzug wird in der gewünschten Stärke Kupfer abgeschieden.
Bei diesem Verfahren erzielt man auf dem Substrat sowohl auf dessen in den Durchbohrungen freiliegenden
Kunststoffoberflächen als auch auf dessen Metalloberflächen feste gleichförmige Überzüge aus leitendem
Metall, ohne daß vor der Eiektrobeschichtung der Metallüberzug von dem Kupferüberzug entfernt zu
werden braucht.
Beispiele
(1) Aktivierung
(1) Aktivierung
Man taucht das Substrat 30 Sekunden oder länger in die Aktivator-Zusammensetzung des Beispiels I und
spült.
(2) Beschleunigung
Das aktivierte Substrat wird 1 Minute oder langer in einen alkalischen Beschleuniger, z. B. 5%iges Natriumcarbonat,
eingetaucht und gespült.
(3) Mctallbeschichtung
Das aktivierte Substrat wird in die gewünschte Metallabscheidungslösung, /.. B. in die Zusammcnsctzung
des Beispiels I gemäß US-Patentschrift 34 24 597, so lange eingetaucht, bis sich der Metallüberzug in der
gewünschten Stärke ausgebildet hat. Dann wird gründlich gespült und getrocknet.
Beispiele 7 bis 11
0,25 g pro Liter Palhidiumchlorid, 10 g pro Liter
Zinndichlorid und 0,5 g pro Liter Zinndichlorid sowie die anderen nachstehend angegebenen Stoffe in
den angegebenen Mengen und Wasser bis auf 1 Liter
enthaltende Aktivatorlösungen werden hergestellt. Platten aus Acrylnitril-Butadien-Styrol werden gebürstet,
gespült, mit einem Reinigungsmittel zur Entfernung von Fett und Öl gereinigt, gespült, in eine 10vol.-%ige
Salzsäurelösung getaucht, 30 Sek. direkt in die verschiedenen Aktivatorzusammensetzungen getaucht, wieder
gespült, 1 min in eine Lösung eines Beschleunigers
eingetaucht, gespült, in das chemische Metallabscheidungsbad
von Beispiel 6 eingetaucht und abschließend gespült.
Die erhaltenen Überzüge werden visuell auf ihre ■->
Vollständigkeit, Tiefe und Gleichmäßigkeit der Bedekkung mit den nachstehend angegebenen Ergebnissen
ausgewertet.
I lamstoflkonzcnlration
(Mol)
Chloridsalzkonzentralion
(B) IICI-Konzen-
trutiun
(Normalität)
Krgehnis
9
10
40 NaCI 40 NaCl 40 NaCl 40 NaCl 100 KCI
Es folgen Beispiele von in den Rahmen der Erfindung fallenden Aktivatorzusammensetzungen. All diese Zusammensetzungen
können ein Substrat nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren aktivieren:
Beispiel 12
Palladiumnitrat(g)
Zinn(II)-nitrat(g)
Fluorborsäure (48% ml)
Calciumchlorid (g)
Harnstoff (g)
Wasser
Zinn(II)-nitrat(g)
Fluorborsäure (48% ml)
Calciumchlorid (g)
Harnstoff (g)
Wasser
Beispiel 13
Palladiumsulfat (g)
Zinn(II)-sulfat(g)
Schwefelsäure (ml)
Calciumbromid(g)
Harnstoff (g)
Wasser
Zinn(II)-sulfat(g)
Schwefelsäure (ml)
Calciumbromid(g)
Harnstoff (g)
Wasser
Beispiel 14
Palladiumchlorid (g)
Zinn(ll)-fluorborat(g)
Fluorborsäure (48% ml)
Calciumchlorid (g)
Harnstoff (g)
Wasser
Zinn(ll)-fluorborat(g)
Fluorborsäure (48% ml)
Calciumchlorid (g)
Harnstoff (g)
Wasser
25
50
100
200
auf I
Liter
25
20 100 200 auf 1 Liter
0,5
50
50 200 100 auf 1 Liter
4 ausgezeichnet
4 ausgezeichnet
4 ausgezeichnet
4 mäßig
4 ausgezeichnet
Beispiel 15
-'■> Palladiumbromid(g) °·50
Zinn(II)-bromid(g) 25
Bromwasserstoffsäure (48% ml) 100
Natriumbromid (g) 150
Harnstoff (g) 50
jo Wasser auf 1 Liter
Beispiel 16
Palladiumbromid (g) 0,50
Zinn(Il)-sulfat(g) 50
j» Fluorborsäure (48% ml) 35
Magnesiumbromid (g) 250
Harnstoff(g) 250
Wasser auf 1 Liter
Beispiel 17
Das folgende Beispiel erläutert einen Aktivator mit einer sehr niedrigen Zinn(ll)-ionenkonzentration:
Palladiumchlorid (g)
Zinndichlorid (g) 3,2
'' Salzsäure (37% ml) 80
Natriumchlorid (g) 200
Harnstoff (g) 100 χθ
Wasser auf 1 Lrter
ίο Die vorstehende Zusammensetzung wurde nach dem Verfahren des Beispiels 14 hergestellt. Sie war
Stunden lang stabil.
Hier/u I Hliiii Zeichnungen
Claims (11)
1. Wäßrige Lösung für die Aktivierung von Oberflächen vor der stromlosen Metallabscheidung,
enthaltend das Mischungsprodukt aus einem säurelöslichen Salz eines Edelmetalls der aus Silber, Gold
und den Platinmetallen bestehenden Gruppe, einen molaren Überschuß gegenüber dem Edelmetallsalz
eines in der Lösung löslichen Zinn(ll)-salzes und einer Halogenwasserstoffsäure in einer zur Erzielung
eines pH-Werts von unter 1 ausreichenden Menge, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung noch Harnstoff in einer zur Erzielung eines
Molverhältnisses von Harnstoff zu Halogenwasserstoffsäure von über 1:10 ausreichenden Menge
enthält.
2. Wäßrige Lösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Edelmetallsalz ein solches
der Platingruppe ist und seine Menge nicht 8 g pro Liter Lösung übersteigt.
3. Wäßrige Lösung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge des Edelmetallsalzes
zwischen 0,1 und 5 g pro Liter Lösung variiert.
4. Wäßrige Lösung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Halogenwasserstoffsäure
Salzsäure oder Bromwasserstoffsäure ist.
5. Wäßrige Lösung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Edelmetallsalz ein
Palladiumsalz ist.
6. Wäßrige Lösung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Edelmetallsalz Palladiumchloridist.
7. Wäßrige Lösung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie noch Alkalistannat enthält.
8. Wäßrige Lösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Molverhältnis von Zinn(ll)-salzzu
Edelmetallsalz zwischen 2 :1 und 100 : 1 liegt.
9. Wäßrige Lösung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis zwischen 10:1
und 40 :1 variiert.
10. Wäßrige Lösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Molverhältnis von Harnstoff
zu Halogenwasserstoffsäure zwischen 1:10 und 100 : 1 variiert.
11. Wäßrige Lösung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis zwischen 1 : 1
und 10:1 variiert.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US415526A US3874882A (en) | 1972-02-09 | 1973-11-14 | Catalyst solution for electroless deposition of metal on substrate |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2442016A1 DE2442016A1 (de) | 1975-05-15 |
| DE2442016B2 true DE2442016B2 (de) | 1978-01-05 |
| DE2442016C3 DE2442016C3 (de) | 1980-01-03 |
Family
ID=23646053
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2442016A Expired DE2442016C3 (de) | 1973-11-14 | 1974-09-03 | Wässrige Lösung für die Aktivierung von Oberflächen vor der stromlosen Metallabscheidung |
| DE19742462584 Withdrawn DE2462584A1 (de) | 1973-11-14 | 1974-09-03 | Waessrige loesung fuer die aktivierung von oberflaechen vor der stromlosen metallabscheidung |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19742462584 Withdrawn DE2462584A1 (de) | 1973-11-14 | 1974-09-03 | Waessrige loesung fuer die aktivierung von oberflaechen vor der stromlosen metallabscheidung |
Country Status (10)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JPS5328246B2 (de) |
| AU (1) | AU503498B2 (de) |
| CA (1) | CA1066688A (de) |
| DE (2) | DE2442016C3 (de) |
| ES (2) | ES427916A1 (de) |
| FR (1) | FR2250568B2 (de) |
| GB (1) | GB1482758A (de) |
| IT (1) | IT1017775B (de) |
| NL (1) | NL159725B (de) |
| SE (1) | SE7407356L (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2854385C2 (de) * | 1978-12-16 | 1982-04-15 | Preh, Elektrofeinmechanische Werke, Jakob Preh, Nachf. Gmbh & Co, 8740 Bad Neustadt | Gedruckte Schaltung |
-
1974
- 1974-06-05 SE SE7407356A patent/SE7407356L/xx unknown
- 1974-06-07 CA CA201,899A patent/CA1066688A/en not_active Expired
- 1974-07-01 AU AU70699/74A patent/AU503498B2/en not_active Expired
- 1974-07-03 ES ES427916A patent/ES427916A1/es not_active Expired
- 1974-07-11 GB GB30808/74A patent/GB1482758A/en not_active Expired
- 1974-07-15 FR FR7424564A patent/FR2250568B2/fr not_active Expired
- 1974-07-31 IT IT25804/74A patent/IT1017775B/it active
- 1974-08-05 NL NL7410470.A patent/NL159725B/xx not_active Application Discontinuation
- 1974-08-15 JP JP9380874A patent/JPS5328246B2/ja not_active Expired
- 1974-09-03 DE DE2442016A patent/DE2442016C3/de not_active Expired
- 1974-09-03 DE DE19742462584 patent/DE2462584A1/de not_active Withdrawn
-
1976
- 1976-02-06 ES ES444946A patent/ES444946A1/es not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR2250568B2 (de) | 1977-03-18 |
| GB1482758A (en) | 1977-08-17 |
| NL159725B (nl) | 1979-03-15 |
| DE2442016C3 (de) | 1980-01-03 |
| AU7069974A (en) | 1976-01-08 |
| FR2250568A2 (de) | 1975-06-06 |
| AU503498B2 (en) | 1979-09-06 |
| IT1017775B (it) | 1977-08-10 |
| DE2442016A1 (de) | 1975-05-15 |
| JPS5080228A (de) | 1975-06-30 |
| ES444946A1 (es) | 1977-04-16 |
| JPS5328246B2 (de) | 1978-08-14 |
| ES427916A1 (es) | 1976-08-01 |
| SE7407356L (de) | 1975-05-15 |
| DE2462584A1 (de) | 1977-10-27 |
| NL7410470A (nl) | 1975-05-16 |
| CA1066688A (en) | 1979-11-20 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE69735999T2 (de) | Verfahren zur elektrobeschichtung eines nichtleitenden geformten kunststoffgegenstands | |
| DE2541896C3 (de) | Verfahren zum Behandeln einer Substratoberfläche von polymeren! Kunststoffmaterial vor der stromlosen Metallbeschichtung und Lösung zur Durchführung des Verfahrens | |
| DE68908704T2 (de) | Aktivierungslösung zur stromlosen metallisierung. | |
| DE1197720B (de) | Verfahren zur Vorbehandlung von insbesondere dielektrischen Traegern vor der stromlosen Metallabscheidung | |
| DE3002166A1 (de) | Verfahren zur herstellung von gedruckten schaltungsplatten | |
| DE3242899A1 (de) | Chemische entmetallisierungszusammensetzung zur entfernung von zinn und zinn-blei-legierungen vin einem metallisierten substrat und ein verfahren zur entfernung von loten aus zinn oder zinn-blei-legierungen von einem metallisierten substrat mit dieser zusammensetzung | |
| DE3115323C2 (de) | ||
| DE2712992A1 (de) | Verfahren zum aufbringen von metall auf einer dielektrischen oberflaeche | |
| DE2248693C3 (de) | Alkalisches Bad zur stromlosen Abscheidung von metallischem Silber auf einer Oberfläche und Verfahren zur Herstellung der Versilberungslösung | |
| CH500293A (de) | Konzentrat, das nach Verdünnung mit Wasser und Ansäuern eine zur chemischen Auflösung von Metallen geeignete Wasserstoffperoxydlösung liefert | |
| DE2559059C3 (de) | Stabilisiertes Bad für die stromlose Metallabscheidung | |
| DE2928699A1 (de) | Katalytische loesung zum stromlosen niederschlagen von metallen sowie verfahren fuer ihre herstellung | |
| DE2412134C3 (de) | Mittel zum Reinigen von Zinn-Blei-Legierungen | |
| DE2627941A1 (de) | Aktivierungsloesung auf silberbasis fuer ein verfahren zum stromlosen verkupfern | |
| DE2442016C3 (de) | Wässrige Lösung für die Aktivierung von Oberflächen vor der stromlosen Metallabscheidung | |
| DE3121015A1 (de) | Verfahren zur aktivierung von gebeizten oberflaechen und loesung zur durchfuehrung desselben | |
| CH660883A5 (de) | Thallium enthaltendes mittel zum abloesen von palladium. | |
| DE2414650C3 (de) | Stromlos arbeitendes wässriges Verkupferungsbad | |
| DE3421646A1 (de) | Waessriges bad zur stromlosen vernickelung und ein verfahren zur stromlosen vernickelung eines substrats mit diesem bad | |
| DE69012454T2 (de) | Verfahren mit abgekürztem Zyklus zur Herstellung von gedruckten Leiterplatten und Zusammensetzung für die Anwendung. | |
| DE1446224B2 (de) | Saure waessrige loesung zum sensibilisieren von oberflaechen zur anschliessenden stromlosen metallabscheidung | |
| DE3443471C2 (de) | Verfahren zur Neuaktivierung einer wäßrigen, Edelmetallionen enthaltenden Lösung für die Initiierung der stromlosen Nickelabscheidung auf mit Kupfer beschichteten Substraten und seine Anwendung | |
| DE2207425A1 (de) | Verfahren zur vorbehandlung von kunststoffen fuer das metallisieren | |
| DE2153563A1 (de) | Aktivierungslosung zur stromlosen Metallisierung, Verfahren zu deren Herstellung und Anwendung | |
| DE1924194C3 (de) | Stabilisiertes Zinn-II-chlorid-Palladium-Hydrosol, Verfahren zur Herstellung und Verwendung desselben zum Aktivieren der Oberfläche von nicht leitenden Unterlagen für die stromlose Abscheidung eines leitenden Metalls |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |