DE242522C - - Google Patents

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DE242522C
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calcium cyanamide
cyanamide
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05CNITROGENOUS FERTILISERS
    • C05C7/00Fertilisers containing calcium or other cyanamides
    • C05C7/02Granulation; Pelletisation; Degassing; Hydrating; Hardening; Stabilisation; Oiling

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der als Dünger benutzte Kalkstickstoff enthält als wertgebenden Bestandteil Calciumcyanamid (Ca = N ■— C = NJ. Daraus entsteht im Boden durch Einwirkung von Kohlensäure und Wasser freies Cyan amid (H2 = NC) und Calciumcarbonat. Das Cyanamid wird im Ackerboden durch weitergehende Hydrolyse zuerst in Harnstoff, dann in Ammoniumcarbonat umgewandelt.
I. H2NCN-JrH2O = OO(NH2J2,
II. CO (NH2J2 + 2H2O=. (NHJ2OO3.
Für die praktische Verwendung des Kalkstickstoffs ist es von großem Wert, daß die Umsetzung des Cyanamids in den nutzbringenden Harnstoff schnell und ungehindert geschehen kann.
Nitrate sind für die Ernährung der Pflanzen
besonders wertvoll. Setzt man den Wirkungswert des Stickstoffs im Nitrat = 100, so ist der Wirkungswert des Stickstoffs im Kalkstickstoff in vielen Fällen nur 80, Bisweilen kann er auf ungefähr 90 steigen, in manchen Bodenarten und bei ungünstigen Witterungsverhältnissen sinkt er auf 70, 60, 50 Prozent von der Wirkung des Nitratstickstoffs.
Eine gute Wirkung wird erzielt, wenn die Umsetzung von Calciumcyanamid in Harnstoff schnell erfolgt.
Es wurde gefunden, daß bei inniger Mischung des Kalkstickstoffs mit gewissen kolloidalen Stoffen vor dem Ausstreuen auf dem Felde (anscheinend durch Kontaktwirkung), z. B. mit Eisenoxyd, die Umsetzung des Cyanamids in Harnstoff beschleunigt werden und der Wirkungswert des Kalkstickstoffs erhöht werden kann.
Zum Beleg diene folgendes Beispiel, dessen Angaben sich auf Kilogramm für 1 ha beziehen.
Die Körnerernte von Hafer betrug bei Anwendung von Kalkstickstoff auf 1 ha:.
a) 40 kg ohne Zusätze 4205 kg
b) 40 kg mit 80 kg Eisenoxyd gemengt 4841 -
60
Mehrertrag.
c) 60 kg ohne Zusätze
d) 60 kg mit 120 kg Eisenoxyd
636 kg
4745 kg
4873 -
Mehrertrag.
128 kg.
Die Ertragssteigerung bei b) im Vergleich zu a) ist sehr bedeutend. Die geringere bei c) im Vergleich zu d) muß dadurch erklärt werden, daß unter den obwaltenden klimatischen Verhältnissen die überhaupt erreichbare Maximalernte durch 60 kg Stickstoff (ohne Zusätze) nahezu erzielt war. Dennoch konnte das vor dem Gebrauche dem Kalkstickstoff innig beigemengte Eisenoxyd den Stickstoff zu einer höheren Verwertung veranlassen, die nur da-
durch zu erklären ist, daß durch die beigemengte kolloidale Substanz (Eisenoxyd) die Umbildung des Cyanamide in Harnstoff beschleunigt ist.
Gleiche Versuche sind auch bei Roggen gemacht, der am 20. September 1909 gesät und am 2. März 1910 mit Kalkstickstoff bestreut war. Letzterer ist teils mit Eisenoxyd gemengt, teils nicht. Unzweifelhaft korinten durch die Zugabe dieses kolloidalen Stoffs lohnende Mehrerträge erzielt werden, wenn sie auch nicht so hoch waren wie beim'Hafer, weil bei diesem der Kalkstickstoff vor der Saat in den Boden gebracht, beim Roggen der Kalkstickstoff während der Vegetationsperiode nur auf die Oberfläche geworfen wurde, Durch Versuche im Laboratorium ist festgestellt, daß nicht nur , Eisenoxyd, sondern auch andere kolloidale Stoffe, wie Aluminiumoxyd, ähnliche, wenn auch schwächere Wirkungen als Eisenoxyd haben.
Durch Beobachtung von Ulpiani (Rendiconta della societä chimica italiana, 1910, Ser. 2, Bd. 2, Heft 4, S. 84) ist es bekannt geworden, daß die Umwandlung von Cyanamid in Harnstoff durch das Vorhandensein kolloidaler Stoffe, besonders auch von Eisen- und Aluminiumverbindungen, im Erdboden bedingt ist. Ulpiani sagt: »Die Kolloide bewirken die Umsetzung durch Katalyse in Verbindung mit der dargebotenen großen Oberfläche. Das Calciumcyanamid wird zunächst absorbiert, dann hydrolysiert.«
Die Wirkung des Kalkstickstoffs wird aber selbst in an Eisenoxyd verhältnismäßig reichem Boden wesentlich gesteigert, wenn er gemäß vorliegender Erfindung mit einer Menge Eisenoxyd innig gemischt wird, welche etwa doppelt so groß ist wie die Menge des im Kalkstickstoff enthaltenen Stickstoffs. Man kann außerdem ein die Bestandteile dieser Mischung verkittendes Bindemittel, z. B. wenig Rübenmelasse hinzugeben, um zu bewirken, daß die Masse mäßig feucht bleibt und beim Ausstreuen des Düngers nicht teilweise eine Entmischung von Kalkstickstoff und Eisenoxyd erfolgt.
Eine besonders günstige Wirkung der absichtlichen Zusätze von kolloidalen Stoffen zum Kalkstickstoff besteht noch darin, daß hierdurch ein Düngemittel erhalten wird, das im Gegensatz zum unvermischten Kalkstickstoff auch bei bakterienarmen Böden Anwendung finden kann, da die kolloiden Stoffe zum Teil die Bakterienwirkung ersetzen bzw. sie wesentlich unterstützen. Bisher war es kaum möglich, in bakterienarmen Böden (Sandboden, Moorboden) den Kalkstickstoff nutzbringend zu verwenden, weil hier die Umsetzung des Cyanamids in Harnstoff zu lang- sam erfolgt.

Claims (1)

  1. , Patent-Anspruch:
    Verfahren, um Kalkstickstoff als Dünger gebrauchsfähiger zu machen, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Kalkstickstoff vor dessen Verwendung als Dünger kolloidale oder leicht in den kolloidalen Zustand übergehende Stoffe, z. B. Eisenoxyd, innig beimengt.
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