AT55120B - Verfahren zur Verbesserung der düngenden Wirkung des Kalkstickstoffes. - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der düngenden Wirkung des Kalkstickstoffes.

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AT55120B
AT55120B AT55120DA AT55120B AT 55120 B AT55120 B AT 55120B AT 55120D A AT55120D A AT 55120DA AT 55120 B AT55120 B AT 55120B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Verbesserung der düngenden Wirkung des    Kalkstickstoffes,   
Der als Dünger benutzte Kalkstickstoff enthält als wertgebenden Bestandteil KalziumZyanamid   (Ca = N - C#N). Daraus   entsteht im Boden durch Einwirkung von Kohlensäure und Wasser freies Zyanamid   (H2 = N - C#N) und Kalziumkarbonat.   Das Zyanamid wird im Ackerboden durch weitergehende Hydrolyse zuerst in Harnstoff, dann in Ammoniumkarbonat umgewandelt. 



   1. H2HCN + H2O = CO (NH2)2, 
 EMI1.1 
 



   Für die praktische Verwendung des Kalkstiekstoffes ist es von grossem Wert, dass die Umsetzung des Zyanamids in den nutzbringenden Harnstoff schnell und ungehindert geschehen kann. 



   Nitrate sind für die Ernährung der Pflanzen   besondorn wertvc. Setzt man   den Wirkungswert des Stickstoffes im Nitrat = 100, so ist der Wirkungswert des Stickstoffes im   Kalkstickstoff   in   viclr. n Fäl1en nur   80. Bisweilen kann er auf ungefähr 90 steigen, in manchen Bodenarten und bei ungünstigen Witterungsverhältnissen sinkt er auf   70, 60, 50"/Q   von der Wirkung des Nitratstickstoffes. 



   Eine gute Wirkung wird erzielt, wenn die Umsetzung von Kalziumzyanamid in Harnstoff schnell erfolgt. 



   Es wurde gefunden, dass bei inniger Mischung des Kalkstickstoffes mit gewissen kolloidalen Stoffen vor dem Ausstreuen auf dem Felde (anscheinend durch Kontaktwirkung), z B. mit Eisenoxyd, die Umsetzung des Zyanamids in Harnstoff beschleunigt wird und der Wirkungswert des Kalkstickstoffes erhöht werden kann. 
 EMI1.2 
 Die Körnerernte betrug bei Anwendung von Kalkstickstoff auf 1 ha:

   
 EMI1.3 
 
<tb> 
<tb> a) <SEP> 40 <SEP> kg <SEP> ohne <SEP> Zusätze. <SEP> 4205 <SEP> kg
<tb> b) <SEP> 40 <SEP> kg <SEP> mit <SEP> 80 <SEP> kg <SEP> Eisenoxyd <SEP> gemengt.. <SEP> 4841 <SEP> kg
<tb> Mehrertrag <SEP> 636 <SEP> kg
<tb> c) <SEP> 60 <SEP> kg <SEP> ohne <SEP> Zusätze...... <SEP> 4745 <SEP> kg
<tb> d) <SEP> 60 <SEP> kg <SEP> mit <SEP> 120 <SEP> kg <SEP> Eisenoxyd. <SEP> 4873 <SEP> leg
<tb> Mehrertrag <SEP> 128 <SEP> 28 <SEP> kg
<tb> 
 
Die Ertragssteigerung bei b, im Vergleich zu a, ist sehr bedeutend. Die geringere bei c im Vergleich zu d muss dadurch erklärt worden, dass unter den obwaltenden klimatischen Verhältnissen die   überhaupt   erreichbare   Maximalernte   durch 60 kg Stickstoff (ohne Zusätze) nahezu erzielt wird.

   Dennoch konnte das vor dem Gebrauche dem   Kalkstickstoff   innig bei-   gemengte   Eisenoxyd den Stickstoff zu einer höheren Verwertung veranlassen, die nur dadurch zu erklären ist, dass durch die beigemengte kolloidale Substanz (Eisenoxyd) die Umbildung des   Zyanamids   im Harnstoff beschleunigt wurde. 



     Gleich ? Versuche   sind auch be'Roggen gemacht, der am 20 September 1909 gesät und am 2. März 1910 mit Kalkstickstoff bestreut war. Letzterer ist teils mit Eisenoxyd   gemenge,   teils nicht. Unzweifelhaft konnten durch die Zugabe dieses kolloidalen Stoffes lohnende Mehrerträge erzielt werden, wenn sie auch nicht so hoch waren wie beim Hafer, 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 weil bei diesem der Kalkstickstoff vor der Saat in den Boden gebracht, beim Roggen der Kalkstickstoff während der Vegetationsperiode nur auf die Oberfläche geworfen wurde. 



   Durch Versuche im Laboratorium ist festgestellt, dass nicht nur Eisenoxyd, sondern auch andere kolloidale Stoffe, wie Aluminiumoxyd, ähnliche, wenn auch schwächere Wirkungen als Eisenoxyd haben. 



   Durch Beobachtungen von Ulpiani (Rendiconta della societa   chimica   italian. 1910,   Ser,   2, Bd. 2, Heft 4, S. 84) ist es bekannt geworden, dass die Umwandlung von Zyanamid in Harnstoff durch das Vorhandensein kolloidaler Stoffe, besonders auch von Eisen und Aluminiumverbindungen im Erdboden bedingt ist. Ulpiani sagt : "Die Kolloide bewirken . die Umsetzung durch Katalyse in Verbindung mit der dargebotenen grossen Oberfläche. Das Kalziumzyanamid wird zunächst absorbiert, dann hydrolisiert. 



   Die Wirkung des Kalksti. ckstoffes wird aber selbst in an Eisenoxyd verhältnismässig reichen Böden wesentlich gesteigert, wenn er gemäss vorliegender Erfindung mit einer Menge
Eisenoxyd innig gemischt wird, welche etwa doppelt so gross ist, wie die Menge des im
Kalkstickstoff enthaltenen Stickstoffes. Man kann ausserdem ein die Bestandteile dieser
Mischung verkittendes Bindemittel, z. B. wenig Rübenmelasse,   hinzugeben,   um zu bewirken, dass die Masse feucht bleibt und beim Ausstreuen des Düngers   t) Lht teilweise   eine Ent- mischung von Kalkstickstoff und Eisenoxyd erfolgt. 



   Der besondere technische Effekt der absichtlichen Zusätze von kolloidalen Stoffen zum   Kalkstickstoff   besteht noch darin, dass hiedurch ein Düngemittel erhalten wird, das im Gegensatz zum unvermischten Kalkstickstoff, auch bei bakterienarmen Böden Anwendung finden kann, da die kolloiden Stoffe zum Teil die Bakterienwirkung ersetzen bzw. sie wesentlich unterstützen. Bisher war es kaum möglich, in bakterienarmen Böden (Sandboden,
Moorboden) den Kalkstickstoff nutzbringend zu verwenden, weil hier die Umsetzung des
Zyanamids in Harnstoff zu langsam erfolgt.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Verbesserung der düngenden Wirkung des Kalkstickstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Kalkstickstoff vor dessen Verwendung als Dünger kolloidale oder leicht in den kolloidalen Zustand übergehende Stoffe, z. B. Eisenoxyd, innig beimengt.
AT55120D 1910-09-20 1911-09-16 Verfahren zur Verbesserung der düngenden Wirkung des Kalkstickstoffes. AT55120B (de)

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