DE23348C - Verfahren zur Erhöhung der Dauerhaftigkeit der Matrizen und Patrizen zu Giefszwecken im Allgemeinen und für Typengiefszwecke im Besonderen - Google Patents

Verfahren zur Erhöhung der Dauerhaftigkeit der Matrizen und Patrizen zu Giefszwecken im Allgemeinen und für Typengiefszwecke im Besonderen

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DE23348C
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DE
Germany
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metal
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matrices
image
general
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DENDAT23348D
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English (en)
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H. J. KOLK, C. A. J. GURSCH und C. H. J. KLEMM, letztere Beiden in Firma GURSCH & KLEMM in Berlin
Publication of DE23348C publication Critical patent/DE23348C/de
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41BMACHINES OR ACCESSORIES FOR MAKING, SETTING, OR DISTRIBUTING TYPE; TYPE; PHOTOGRAPHIC OR PHOTOELECTRIC COMPOSING DEVICES
    • B41B11/00Details of, or accessories for, machines for mechanical composition using matrices for individual characters which are selected and assembled for type casting or moulding

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE IB: Druckerei.
HEINRICH JOSEF KOLK,
Patentirt im Deutschen Reiche vom 31. August 1882 ab.
Das Angreifen und Verderben der beim Typengiefsen in Anwendung kommenden Kupfermatern beim Gebrauch erfolgt durch verschiedene Ursachen, deren Beseitigung der Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist.
In erster Linie ist der Schwefelphosphor und Arsengehalt des Schriftmetalles, welcher zum gröfsten Theil vom Antimon (Regulus) herrührt, den Matern schädlich, indem das sog. Schriftzeug in geschmolzenem Zustande die dasselbe verunreinigenden Stoffe an das Metall der benutzten Mater abgiebt und diese Stoffe dann mit dem Matermetall unter Einwirkung der hoch erhitzten und vom Giefsstrahl comprimirten atmosphärischen Luft chemische Verbindungen eingehen, welche das Materbild zerstören und unbrauchbar machen, wie z. B. Schwefelkupfer, Schwefeleisen, deren zerstörende Wirkung sich auch, wenn die Mater bereits im Gebrauch gewesen, vielfach aufser Gebrauch fortsetzt.
Ferner ist die Ueberhitzung des Schriftzeuges in der Giefspfanne, welche sich bei Unachtsamkeit der Arbeiter leicht bis zur Rothglut steigern kann, ein Factor, der zur Zerstörung der Matern wesentlich beiträgt, weil bei dieser Hitze das Materbild, besonders am Auftreffpunkt des Giefsstrahles, vollständig verbrannt wird.
In Erkenntnifs dieser Thatsachen kommt es nun darauf an, die im Schriftzeuge vorhandenen Pyrogene und Arsen unschädlich zu machen und die Einwirkung des überhitzten Metalles auf die Mater zu paralysiren, endlich auch die von dem Giefsstrahl in das Materauge getriebene heifse Luft möglichst vollständig aus der Mater abzuleiten und so ein sicheres Resultat zu erreichen.
Um nun in erster Linie die nachtheilige Wirkung der Pyrogene, des Arsens und des überhitzten Metalles auf die Mater zu paralysiren, bringen wir für die Giefsform (Matrize oder Patrize) solche Metalle oder Metalllegirungen in Anwendung, welche sich in Bezug auf die Pyrogene und Arsen neutral oder wenigstens nur schwach zuneigend verhalten und gleichzeitig die stärkere Erhitzung des Schriftmetalles ohne Nachtheil vertragen.
Hierdurch, d. h. durch die stärkere Erhitzung des Schriftzeuges, wird vorerst erreicht, dafs ein Theil der schädlichen Stoffe (als Schwefelphosphorarsen) schon in der Giefspfanne theilweise verbrennt und theilweise verflüchtigt wird; aufserdem wird die im Giefsinstrument und der Form enthaltene Luft bedeutend verdünnt und infolge dessen ihre schädliche Wirkung vermindert.
Wir machen nun die Bildstellen (das sog. Auge) der jetzt üblichen Kupfermatern even-, tuell auch der Patrizen unempfindlich gegen die Einwirkungen des überhitzten flüssigen Metalles, selbst gegen hoch rothglühendes Metall,
indem wir zu diesen Materstellen entweder ein Metall, welches einen sehr hoch liegenden Schmelzpunkt hat, nicht oxydirt und sich möglichst neutral gegen die Pyrogene und Arsen verhält, direct verwenden oder wenigstens die Bildfläche mit einer dünnen Schicht solchen Metalles überziehen.
Nach angestellten Versuchen eignen sich zu diesem Zweck nur Edelmetalle, und benutzen wir vorzugsweise das Platin, entweder rein oder in beliebiger Legirung mit Palladium, Iridium, Rhodium, Osmium, Ruthenium, Osmiumiridium oder auch mit Zirkonium; auch sind Legirungen des Platins mit anderen Metallen nicht sehr schädlich, wenn diese nur nicht in einem zu grofsen Procentsatz darin vertreten sind, d. h. wenn der Zusatz oder der Gehalt an fremdem Metall, z. B. Gold, nicht 20 pCt. übersteigt.
Die Bearbeitung der Matern, sowohl der massiven als auch der galvanischen, bleibt dieselbe wie bisher; dieselben werden auf übliche Weise zugerichtet, geprägt, justirt etc. Um nun das Auge (die Bildstelle) derselben mit Platin oder dessen Legirungen zu verseben, kann man entweder an- der betreffenden Stelle eine Edelmetallplatte auflöthen oder in eine schwalbenschwanzförmige Nuth einschieben; ferner kann man, das Edelmetall galvanisch auf der Bildstelle und eventuell im Materauge niederschlagen, sowohl unter Benutzung der Säule als auch durch blofses Eintauchen. Im allgemeinen wird man bei Matrizen oder Patrizen, bei welchen die zu schützende Stelle mit einem aufgelötheten oder eingeschobenen JEdelmetallplättchen versehen ist, das Einschlagen des Bildes bezw. das Stempeln (Prägen) erst nach der Auftragung vornehmen und dann erst justiren, während bei schon fertigen Matern oder solchen mit galvanischen Augen das Edelmetall am besten galvanisch in dünner Schicht in das fertige Materauge oder auch direct bei Anfertigung der galvanischen Materaugen als erster Niederschlag auf dem Original niedergeschlagen wird.
Den dritten Factor, welcher die Zerstörung der Matrizen und Patrizen und speciell der Matern beim Typengiefsen herbeiführt, die heifse, durch' den Giefsstrahl comprimirte atmosphärische Luft, wird aus dem Materauge und dem Giefsinstrument, d. h. im allgemeinen aus der Form, auf folgende Weise entfernt:
Die Matrize oder Mater erhält an den Stellen, an welchen die Luft am besten aus dem Materaugentiefsten entweichen kann, von der Bildseite aus und seitlich des Materaugenrandes Durchbohrungen oder Löcher, welche ungefähr 2 bis 3 mm von dem Rande des Materbildes oder Auges entfernt münden und durch die ganze Mater von der Bildfläche bis auf die Rückseite hindurchgehen.
Die Mündungen der Luftlöcher beiderseits, sowohl auf der Bildfläche als auf der Rückseite der Mater, kann man noch trichterförmig erweitern, ähnlich wie bei einem versenkten Nietkopfe.
Sind nun, je nach Gröfse der Mater, eine Anzahl Luftlöcher eingebohrt, so verbindet man auf dem kürzesten Wege den Materaugenrand durch eine Rinne oder Nuth, deren Tiefe zwischen Y4 und ι mm mit den Luftlöchern variiren kann. Man kann die beschriebenen Luftlöcher senkrecht oder beliebig schräg durch das Metall der Mater führen, jedoch wird diese Lage zum Theil durch die Form des Materbildes bedingt. Ferner kann man die Verbiridungsrmne zwischen den Luftlöchern und dem Materaugenrand direct geradlinig oder auch in Bogen- oder Zickzackform anordnen.
Das Stahlplättchen, welches als Dichtung zwischen dem Giefsinstrument und dem Mundstück der Giefspfanne bei allen vorhandenen Giefsmaschinen angewendet wird und somit allgemein bekannt ist, hat bisher nur eine Oefmung zum Durchlassen des Giefsstrahles. Wir ordnen nun neben dieser Oefmung noch eine zweite an und verbinden beide, analog wie bei der Mater beschrieben, durch eine Nuth oder Rinne. Man wird wohl stets nur eine Nebenöffhung anwenden; jedoch kann man auch deren mehrere anordnen, um die Luft noch schneller entweichen zu lassen; ebenso ist es nicht unbedingt nöthig, bei dem sog. Stahlplättchen überhaupt Nebenöffnungen anzuordnen, indem eine oder mehrere, genügend breite und tiefe Rinnen oder Nuthen, welche bis an den Rand des Plättchens geführt sind, dieselbe Wirkung haben. Diese Nuthen oder Rinnen müssen stets auf der Giefsinstrumentseite des Plättchens angebracht werden.

Claims (1)

  1. P ATENT-AN SPRÜCHE:
    Für Giefszwecke im allgemeinen und speciell
    für Typengiefszwecke:
    i. Bei Matrizen und Patrizen die Herstellung des Auges oder Bildes aus Edelmetallen im allgemeinen, speciell aus reinem Platin oder aus dessen Legirungen mit Palladium, Iridium, Rhodium, Osmium, Ruthenium, Osmiumiridium oder auch mit Zirkonium oder endlich auch mit jedem anderen Metall, wobei man die Mater entweder gänzlich aus Edelmetall fertigt oder das Auge (Bild) mit genanntem Metall plattirt, an der betreffenden Stelle eine dünne Platte Edelmetall auflöthet, festschweifst oder einschiebt oder endlich das Edelmetall galvanisch mit oder ohne Anwendung der Säule auf dem Matrizen- oder Patrizenbild oder -Auge oder auf der betreffenden Augenstelle niederschlägt, zum Zweck, dieselben unempfindlich gegen die Einwirkung der Pyrogene und Arsen des flüssigen Metalles zu machen, und zu gestatten, das zu giefsende Metall selbst
    bis zur Rothglut zu erhitzen, ohne dafs das Material' leidet.
    Die Anwendung von senkrecht oder beliebig schrägen Luftlöchern neben dem Rand der Bildfläche bei Matrizen oder Patrizen, wobei diese Luftlöcher gänzlich durch das Metall derselben hindurchgehen, sei es von der Bildfläche nach der Rückseite oder von der Bildfläche nach den Seitenflächen und mit der Bildfläche durch Rinnen oder Nuthen,
    überhaupt durch Vertiefungen verbunden sind, zum Zweck, der. heifsen und durch den Giefsstrahl comprimirten atmosphärischen Luft einen Ausweg zu verschaffen. An dem sog. Verschlufsplättchen der Typengiefsmaschinen die Anwendung einer oder mehrerer Oeffnungen neben der zum Durchlassen des Giefsstrahles bestimmten Oefmung, ebenfalls durch Rinnen mit letzterer verbunden.
    BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1202638B (de) * 1961-12-05 1965-10-07 Eastman Kodak Co Photographisches Entwicklungsverfahren zur Herstellung von Farbbildern nach dem Farbentwicklungsverfahren

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