DE23219C - Anwendung von Graphitfutter in Erzstahlöfen - Google Patents
Anwendung von Graphitfutter in ErzstahlöfenInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C21B13/00—Making spongy iron or liquid steel, by direct processes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 18: Eisenerzeugung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. September 188a ab.
Das Verfahren besteht im wesentlichen darin, dafs Eisenoxyd in einem Ofen, dessen Innenwände
ganz oder theilweise aus Graphit oder Reifsblei bestehen, einer zweckentsprechenden
Erhitzung auf beliebige bekannte Weise ausgesetzt wird.
Am besten wird der Ofen aus gewöhnlichen Ziegelsteinen oder anderem geeigneten Material
hergestellt; Dimensionen oder Form desselben können den jeweiligen Bedürfnissen angepafst
werden. Die Innenwände dieses Ofens füttere ich mit Graphit oder Reifsblei in Form von
Ziegeln, Blöcken oder Platten oder Mörtelteig aus. Um dieses Fütterungsmaterial leichter
formen zu können, kann auch Lehm oder dergleichen beigemischt werden. Die Wirkung
dieser Ausfütterung ist, dafs eine Verbindung eines Theiles des im Graphit enthaltenen Kohlenstoffes
mit einem Theil des geschmolzenen Erzes bei dessen Berührung mit dem Graphit
oder Reifsblei stattfindet, so dafs das Erz also reducirt und das Eisen gekohlt wird und in
Form von Metallklumpen zu Boden fällt. Diese Erscheinung wiederholt sich beim successiven
Einbringen weiterer Erzmassen, sowie dieselben mit der Ausfütterung in Berührung kommen,
so lange, bis die ganze Metallmasse auf diese Weise gekohlt ist, worauf sie aus dem Ofen gezogen
wird. Sie ist dann Stahl, in den sie sich während des Verfahrens verwandelt hat.
Ich bin im Stande, die Qualität des darzustellenden Stahles ganz nach meinem Ermessen dadurch
zu bestimmen, dafs ich das Metall am Boden des Ofens längere oder kürzere Zeit liegen lasse, da dasselbe, so lange es sich im
Ofen befindet, fortwährend (bis zu einem gewissen Grade) Kohlenstoff aus dem Graphit
absorbirt und sich damit verbindet.
Bei allen bisherigen Versuchen, die unternommen wurden, um Stahl direct aus dem Erz
herzustellen, ergab sich als Hauptschwierigkeit die Ungewifsheit, das richtige Verhältnifs der
dem Erze beizumischenden Kohle zu treffen, d. h. dem Eisen weder zu viel noch zu wenig
Kohle beizumischen.
Bei meiner Erfindung ist diese Schwierigkeit aber ganz beseitigt, da die Verbindung ganz
natürlich von statten geht, ohne dafs weiter ein Ueberwachen derselben nöthig wäre, indem es
nur darauf ankommt, zu bestimmen, wie lange das Metall im Ofen bleiben soll; dies ist selbstredend
eine Kleinigkeit.
Ein Hauptvortheil meiner Erfindung liegt darin, dafs ich thatsächlich jeden Zuschlag entbehren
kann, obgleich ich ihn in gewissen Fällen doch benutzen würde. Es erscheint zwar
am besten, den Graphit als Ausfütterung eines Ofens zu benutzen, der aufsen aus anderem
Material besteht, es lassen sich aber auch Tiegel verwenden, die ganz aus Graphit in Mischung
mit anderen, das Formen der Tiegel erleichternden Stoffen bestehen.
Selbstverständlich können aufser Eisenerz auch eisenhaltige Schlacke, eisenhaltiger Sand u. dergl.
zur Herstellung von Stahl nach meinem neuen Verfahren behandelt werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Anwendung eines Futters aus Graphit oder Reifsblei für Oefen zur Herstellung von Stahl direct aus Eisenoxyd, Ofenschlacke oder sonstigem Eisenoxyd enthaltenden Material in einer einzigen Operation.BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE23219C true DE23219C (de) |
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ID=299790
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT23219D Active DE23219C (de) | Anwendung von Graphitfutter in Erzstahlöfen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE23219C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE972456C (de) * | 1941-12-16 | 1959-07-23 | Rheinstahl Eisenwerke Gelsenki | Feuerfeste Auskleidung fuer Kupoloefen |
-
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- DE DENDAT23219D patent/DE23219C/de active Active
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