DE2317954C3 - Steroidalkoholester, Verfahren zu ihrer Herstellung sowie diese enthaltende pharmazeutische Präparate - Google Patents
Steroidalkoholester, Verfahren zu ihrer Herstellung sowie diese enthaltende pharmazeutische PräparateInfo
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Description
V
worm
worm
R die Acylgruppe —CO ■
L und M entweder je ein H-Atom oder gemeinsam eine Doppelbindung Δ1,
Q entweder ein O-Atom oder ein /3-OH-
Rest und ein H-Atom,
V und Y je ein F-Atom in «-Stellung,
X ein H-Atom oder ein OH-Rest in α-Stel
lung und
Z ein H-Atom, ein CH3- oder OH-Rest in
«-Stellung oder
X und Z gemeinsam die 16«, 17«-Isopropylidendioxy-Gruppierung
der Formel 2
— O
worin
R die Acylgruppe -CO · CH2qCH3)3,
L und M entweder je ein H-Atom oder gemeinsam eine
Doppelbindung Δ1,
Q entweder ein O-Atom oder ein /?-OH-Rest
Q entweder ein O-Atom oder ein /?-OH-Rest
und ein H-Atom,
V und Y je ein F-Atom in a-Steliung,
X ein H-Atom oder ein OH-Rest in «-Stellung
X ein H-Atom oder ein OH-Rest in «-Stellung
und
Z ein H-Atom, ein CH3- oder OH-Rest in
Z ein H-Atom, ein CH3- oder OH-Rest in
«-Stellung oder
X und Z gemeinsam die 16«,17«-lsopropylidendioxy-Gruppierung der Formel 2
X und Z gemeinsam die 16«,17«-lsopropylidendioxy-Gruppierung der Formel 2
— O CH,
UA
°
CH3
bedeuten.
2. Verfahren zur Herstellung der Steroidalkoholester nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man in an sich bekannter Weise die Einführung der Acylgruppen R durch Umsetzen der Steroidalkohole
der Formel 1, worin R ein H-Atom ist, mit t-Butylessigsäureanhydrid
in Gegenwart von mit Wasser mischbaren heterocyclischen Basen, insbesondere Picolinen und Pyridin, in wasserfreiem Medium bei
Raum- oder erhöhter Temperatur durchführt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Acylierung mit den Anhydriden,
die in situ während der Umsetzung aus den entsprechenden Säuren in Gegenwart von Arylsulfonylchlorid,
vorzugsweise Benzol- oder Toluolsulfonylchlorid, entstehen, durchführt.
4. Pharmazeutische Präparate, enthaltend Ester der Steroidalkohole gemäß Anspruch 1 als Wirkstoffe.
Gegenstand der Erfindung sind Steroidalkoholester der allgemeinen Formel 1
CH, COCH2OR
X
X
— O
CH3
bedeuten, sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser Verbindungen und pharmazeutische Präparate, die
diese Verbindungen als Wirkstoffe enthalten.
Die obigen t-Butylessigsäureester der Steroidalkohole
finden Anwendung als Heilmittel, die im Verhältnis zu freien Alkoholen oder einfachen Estern, z. B. Azetaten
oder Propionaten, eine verlängerte Wirkung aufweisen. 21-t-Butylessigsäureester von Steroidalkoholen
wurden bisher durch Veresterung der freien Alkohole mittels t-Butylessigsäurechlorid, z. B. gemäß der schweizerischen
Patentschrift 3 98 585 hergestellt.
Dieses Verfahren weist nicht immer die gewünschten Ergebnisse auf, da ein Säurechlorid als sehr aktives
Mittel durch anbeabsichtigte Acylierung anderer funktioneller Gruppen Nebenreaktionen hervorrufen kann.
So führt z.B. die Acylierung von 11/?,17«,21-Trioxysteroiden
mittels Säurechloriden nicht ausschließlich zu den gewünschten 21-Monoestern, sondern ergibt
nebenbei Di- und Triester, die aus den Reaktionsgemischen schwer zu entfernen sind.
Außerdem erfordert die Anwendung von Säurechloriden zur Acylierung von Steroidalkoholen die Verwendung
von brennbaren oder toxischen Lösungsmitteln, z. B. Benzol oder Chloroform, deren Verwendung
infolge der Notwendigkeit mehrfachen Waschens nach beendeter Reaktion zur Entfernung der sauren
Produkte und infolge der Destillation meistens unter vermindertem Druck die weitere Aufarbeitung kompliziert.
Das Verfahren zur Acylierung von Steroidalkoholen mittels t-Butylessigsäureanhydrid war bisher nicht bekannt,
da dieses Anhydrid unbekannt und in der Literatur nicht beschrieben war.
In letzter Zeit wurde in der polnischen Patentschrift 1 54 847 ein einfaches Verfahren zur Herstellung symmetrischer
Anhydride aliphatischer Monocarbonsäuren mit verzweigten Kohlenstoffketten, unter anderem auch
Anhydriden der t-Butylessigsäure beschrieben, was zu einem neuen Verfahren zur Herstellung von Estern der
obigen allgemeinen Formel 1 führte.
Es wurde festgestellt, daß man die erwähnten Ester durch Einwirkung von t-Butylessigsäureanhydrid auf
Alkohole der obigen Formel 1, in der R ein Wasserstoffatom bedeutet, erhalten kann.
Gemäß der Erfindung führt man die Reaktion in Anwesenheit von heterocyclischen, mit Wasser mischbaren
organischen Basen, z. B. in Pyridin oder Picolinen, vorzugsweise in wasserfreiem Pyridin, durch. Meistens ver-
wendet man einen 2- bis öfachen Anhydridüberschuß im
Verhältnis zum eingesetzten Alkohol. In Abhängigkeit von der Reaktionsfähigkeit der Hydroxylgruppen führt
man die Acylierung bei Raumtemperatur, die etwas erhöht ist, oder sogar bei Siedetemperatur mehrere
Stunden lang durch, wobei die Durchführung der Reaktion in einer Stickstoffatmosphäre die Entstehung
farbiger Verunreinigungen verringert.
Die Isolierung der Reaktionsprodukte, die in der Regel schwer wasserlöslich sind, erfolgt durch Gießen
des Reaktionsgemisches in Wasser und Abfiltrieren des gefällten Esters.
Die Reinigung des rohen Esters kann durch Kristallisation aus organischen Lösungsmitteln, z. B. Alkoholen,
wie Methanol oder Äthanol, bzw. Estern, wie Äthylacetat, Butylacetat oder Amylacetat, vorteilhafterweise
Äthylacetat, durchgeführt werden.
Möglich ist auch die Acylierung der Steroida'.kohole
mittels t-Butylessigsäureanhydrid in Gegenwart von Arylsulfonylchloriden, wie z. B. Benzolsulfonylchlorid
oder p-ToluolsuIfonylchlorid.
Das Anhydrid acyliert in diesem Falle die Alkoholgruppe und bildet dabei ein Molekül der t-Butylessigsäure,
welches durch Vermittlung des Arylsulfonylchlorids in den Prozeß zurückkehrt. Auf diese Weise braucht
man lediglich 1 bis 1,5 Mol Säureanhydrid pro Mol Alkohol, was sich auf die Wirtschaftlichkeit des Prozesses
auswirkt.
Eine bedeutende Vereinfachung des Prozesses kann auch die unmittelbare Acylierung in wasserfreiem
■ Medium mittels t-Butylessigsäure in Gegenwart von Arylsulfonylchloriden und heterocyclischen Basen und
unter Teilnahme von Säureanhydrid, das während der Reaktion entsteht und in situ einwirkt, sein.
In diesem Falle wird 0,5 Mol Arylsulfochlorid pro Mol
organische Säure verwendet.
Vorteil des beschriebenen Verfahrens ist die leichte Gewinnung von t-Butylessigsäureestern der Steroidalkohole
in nahezu theoretischen Ausbeuten, insbesondere wenn das Verfahren in großem Maßstab durchgeführt
wird.
Die Veresterung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren verläuft, ohne Nebenprodukte zu erzeugen, was
auf Kontrolldünnschichtchromatogrammen beobachtet werden kann. Die erhaltenen Rohester haben vorwiegend
nach einer Kristallisation physikalische Konstanten, die sich den Normen höchster Reinheit nähern.
Einen wesentlichen Vorteil des neuen Verfahrens bildet die bedeutende Abkürzung des Produktionszyklus, insbesondere wenn die Veresterung mit in situ
erzeugten Anhydriden durchgeführt wird, da die Notwendigkeit der Herstellung und Reinigung des acylierenden
Mittels entfällt; praktisch wird dieser Prozeß in einem einzigen Reaktionsgefäß innerhalb von einigen
bis zu höchstens 19 h durchgeführt, ohne die für die früheren Methoden umständliche Abkühlung des Gemisches
durchführen zu müssen.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhält man die in der Literatur bisher nicht beschriebenen 21-t-Butylacetate
von 6«,9a-Diflucr-ll)9,21-dihydroxy-16«,
17<%-isopropylidendioxy-1,4-pregnadien-3,20-dion
(Fluocinolonacetonid) sowie von 6<x,9a-Difluor-l 1)3,17«,
21 -trihydroxy-16«-methyl-1,4-pregnadien-3,20-dion
(Flumetason). Die t-Butylacetate des Flucinolonacetonids
und des Flumetasons wurden Mäusen mit einem Gewicht von 20 bis 24 g in gesteigerten Dosen bis
5000 mg/kg intraperitoneal verabreicht, was auch bei Verabreichung der größten Dosis nicht den Tod der
Tiere herbeiführte und nach allgemein üblichen Kriterien von der Nichttoxizität dieser Verbindungen zeugt.
Dip Untersuchung beider Verbindungen, die in 6 akuten Tests (Dextran-, Formalin-, Histamin-, Carragheenin-,
lu Serotonin- und Xyloltest), einem hypoakuten (der
4 Kriterien umfaßt) und einem chronischen Test (hypo-
adjuvante Gelenkentzündung) durchgeführt wurden, zeigte eine starke entzündungshemmende Wirkung.
Aufgrund der mittleren Werte dieser 11 verschiedenen
Tests und unter Berücksichtigung des Unterschieds der Molekulargewichte ergibt sich, daß das t-Butylacetat
des F'uocinolonacetonids eine um 19% stärkere Wirkung als das Fluocinoionacetonid, das als Verglcichspräparat
angewandt wurde, aufweist Ähnlich weist das t-Butylacetat des Flumetasons eine im Mittel
um 8% stärkere Wirkung als das Trimethylacetat des Flumetasons auf.
Das Verfahren zur Herstellung von Steroidalkoholestern der allgemeinen Formel 1 erläutern näher die
2"> nachstehend angegebenen Beispiele.
410 mg (ImMoI) 6«,9«-Difluor-ll^,17«,2i-trihydroxy-16«-methyl-l,4-pregnadien-3,20-dion
werden in 5 ml wasserfreiem Pyridin gelöst und 428 mg (2 mMol)
t-Butylessigsäureanhydrid zugegeben. Man läßt die Lösung bei einer Temperatur von 30 bis 400C in Stickstoffatmosphäre
20 h lang stehen, wonach sie in Wasser gegossen wird. Man erhält 406 mg (80% Ausbeute)
eines farblosen feinkristallinen 6<x,9«-Difluor-1 10,17«,
21 -trihydroxy-16a-methyl-1,4-pregnadien-3,20-dion-21-t-butylacetat-Niederschlags,
der nach der Kristallisation aus mit Wasser verdünntem Methanol einen Schmelzpunkt von 232 —235°C aufweist;
[>] = +73"(CHCI.,).
= 238 nm. E]"·;,, = 330.
= 16800, .·,„„
1180 cm-'.
1180 cm-'.
=3490. 3380, 1705, 1685, 1650, 1605,
905 mg (2 mMol) 6a,9«-Difluor-l l|9,21-dihydroxy-16a,l
7«-isopropylidendioxy-1,4-pregnadien-3,20-dion
löst man in 10 ml wasserfreiem Pyridin und setzt 856 mg -,ο (4 mMol) t-Butylessigsäureanhydrid zu. Die Lösung
wird der Reaktion und Aufarbeitung wie im Beispiel 1 unterworfen.
Man erhält 1044 mg (95% Ausbeute) eines farblosen feinkristallinen Niederschlags von 6«,9«-Difluor-11|3,
-,<-, 21 -dihydroxy-16oc,l 7«-isopropylidendioxy-1,4-pregnadien-3,20-dion-21-t-butylacetat,
der nach der Kristallisation aus Methanol einen Schmelzpunkt von 2900C
(unter Zersetzung) aufweist;
hl) [λ].: = +88" (CHCI.,), / ^1"= 237 nm, E\';„ = 304,
|> = 16700], /■„,„ =3350, 1740, 1725. 1665, 1620,
1605, 1135 cm-'.
Claims (1)
1. Steroidalkoholester der allgemeinen Formel 1 Q /v CH3
COCH1OR
X
Z
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|---|---|---|---|
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|---|---|
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| DE2317954C3 true DE2317954C3 (de) | 1978-09-14 |
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ID=19958281
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|---|---|---|---|
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