DE23005C - Neuerungen an Apparaten zum Ornamentiren von Stoffen, Papier u. s. w - Google Patents
Neuerungen an Apparaten zum Ornamentiren von Stoffen, Papier u. s. wInfo
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Classifications
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- D06C—FINISHING, DRESSING, TENTERING OR STRETCHING TEXTILE FABRICS
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- Treatment Of Fiber Materials (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
In der beiliegenden Zeichnung stellt dar:
Fig. ι einen senkrechten Längsschnitt einer Maschine,
Fig. 2 eine Ansicht von oben,
Fig. 3 einen Schnitt durch den Trichter in gröfserem Mafsstabe.
Ist der Stoff, welcher ornamentirt werden · soll, z. B. Papier, so wird die obere Fläche oder
ein Theil derselben zuerst mit einem Klebstoff überzogen oder geleimt, wodurch ein Grund für
die darauf folgende Anwendung von trockenen Farben gebildet wird. Der hierzu angewendete
Leim ist der, welcher gewöhnlich in der Druckerei dazu dient, um Bronzepulver auf Papier zu
kleben, und der aus einer Mischung von Firnifs und Bleiweifs zu gleichen Gewichtstheilen besteht.
Dieser Leim oder Grund kann von jeder beliebigen Farbe sein; man zieht gewöhnlich
vor, Leim von zwei oder mehreren verschiedenen Farben anzuwenden, wovon eine jede
einen anderen Theil der Oberfläche einnimmt, doch dürfen die Farben auch in einander laufen.
Auf diese Art kann die Ornamentirung des Stoffes entsprechend vermehrt werden.
Nachdem das Papier auf diese Art präparirt
ist und die trockenen, pulyerisirten Farben ausgewählt sind, werden die letzteren auf die geleimte Oberfläche in kleinen Mengen oder Partien
mit Hülfe der nachstehend beschriebenen Mechanismen aufgeschüttet, und zwar an solchen
Punkten und in solchen Quantitäten, als der Arbeiter es für passend erachtet.
Selbstverständlich können die in beliebigem Abstande aufgelegten Farbenmengen aus verschiedenen
Farben bestehen und auch zum Theil mit einander vermischt sein, wobei die Anordnung
der Farben natürlich fast ganz dem Urtheil und dem künstlerischen Geschmack des
Arbeiters überlassen bleibt. Dasselbe ist der Fall bei dem nächsten Schritte, welcher darin
besteht, die Farbenmengen zu vertheilen und zu vermischen.
Diese Vertheilung kann vermittelst einer feinen Bürste ausgeführt werden, welche, wenn sie gehörig
von dem Arbeiter gehandhabt wird, eine gefleckte, marmorirte oder bunte Oberfläche
hervorbringen oder auch sonst irgend welchen Charakter haben wird.
Nachdem die pulverisirten Farben auf diese Weise auf der Oberfläche vertheilt worden sind,
wird der Stoff einem Druck ausgesetzt, welcher hinreichend ist, um eine vollständige Adhäsion
des Pulvers auf der Oberfläche zu bewirken, derart, dafs das Pulver bis zu einem gewissen
Grade mit dem Leim verkörpert wird. Nach dieser Operation werden die Farben nicht allein
ihren ursprünglichen Glanz behalten, sondern sie werden durch die Anwendung des Druckes
sogar gehoben werden, weil letzterer eine geglättete oder harte Oberfläche hervorbringt. Der
nöthige Druck kann dadurch verursacht werden, dafs man das Papier zwischen Walzen laufen
läfst; die Walze, welche mit der mit Pulver bestreuten Oberfläche in Berührung kommt, mufs
eine polirte Oberfläche haben, oder ein Holzblock oder eine flache Metallplatte kann mit
ihrer glatten Seite mit der mit Pulver bestreuten Oberfläche in Berührung gebracht und das
Ganze alsdann der Wirkung der Presse ausgesetzt
werden. Sogar durch einfaches Auflegen eines glatten Stückes Papier und durch Reiben
desselben mit der Hand kann ein hinreichender Druck ausgeübt werden.
Bei Ausführung des oben beschriebenen Verfahrens hat sich herausgestellt, dafs die gewöhnlichen
pulverisirten Farben, welche im Handel vorkommen, nicht in allen Fällen vortheilhaft
verwendet werden können, es sei denn, dafs sie einer besonderen Präparation und Behandlung
unterzogen würden. Fein pulverisirtes persisch Roth, Chromgelb, Ultramarin und Elfenbeinschwarz
können als Beispiele von Farben genannt werden, welche so, wie sie im Handel vorkommen, verwendet werden können. Aber
es giebt viele andere wünschenswerthe Farben, wie z. B. Anilinfarben, grün, roth, orange etc.,
welche unvollkommene Wirkungen hervorbringen, wenn sie in ihrem rohen Zustande angewendet
werden. Es ist daher erforderlich, solche Farben zuzubereiten, um sie für den in Frage stehenden
Gebrauch verwenden zu können. Die . beste Art hierfür ist, eine breiige Mischung zu
bilden aus gewöhnlicher pulverisirter Stärke, pulverisirtem Talk und Wasser, und dieser
Mischung ein kleines Quantum Säure, besonders Schwefel- oder Pikrinsäure, zuzusetzen. Die
Mischung dieser Materialien geschieht in folgendem Verhältnifs: 20 Pfund Stärke auf 4 Pfund
Talk mit hinreichendem Wasser vermischt, um einen dicken Teig zu bilden, zu welchem
2 Unzen Säure hinzugefügt werden. Je nach der gewünschten Farbe oder Schattirung wird
dem Teig alsdann eine beliebige Farbe oder Farben beigefügt. Das Färbematerial kann
flüssig oder pulverisirt sein und mufs mit dem Teig gut vermischt werden, so dafs die ganze
Masse ein gleichförmiges Aussehen bekommt.
Der Teig wird alsdann vermittelst continuirlicher und mäfsiger Hitze getrocknet. Das
Trocknen kann durch die Sonne geschehen oder auch in einem geeigneten Ofen, jedoch
darf die Hitze 150° F. nicht übersteigen.
Nachdem die Materie vollständig getrocknet ist, wird sie auf mechanischem Wege zu feinem
Pulver gemahlen und gesiebt. Die Pulver von verschiedenen Farben, welche auf diese Art zubereitet
werden, eignen sich in jeder Beziehung zu dem Zweck der Ornamentirung von Papier
oder anderen Stoffen. Der Zweck der Anwendung des kleinen Quantums Säure ist, die Farben
intensiv und satt zu machen.
Obgleich die verschiedenen Operationen durch Handbetrieb ausgeführt werden können, so wird
der Maschinenbetrieb doch in den meisten Fällen vortheilhafter sein, besonders wenn ein fortlaufendes
Stück Papier oder Stoff von grofser Länge behandelt werden soll.
In Fig. i, 2 und 3 stellt A einen Tisch dar, auf welchem eine Anzahl Trichter oder Rumpfe B
angebracht sind, von denen jeder mit einem schrägen Ablaufbrett α versehen ist, welches
in b an den Trichter angehängt ist, sowie mit einer Feder β1, welche bezweckt, das Ablaufbrett
mit dem Boden des Trichters in'Berührung zu halten und dadurch den Ausgang desselben zu schliefsen. Nächst den Trichtern befindet
sich eine in den Stützen derselben gelagerte Walze D, welche jedesmal da, wo ein
Trichter sitzt, mit einem oder mehreren Stiften oder Bolzen versehen ist, um auf den Arm e
des Ablaufbrettes eines jeden Trichters zu wir-,
ken, sobald die Walze D sich dreht. In diesem
Falle entfernen sich die Ablaufbretter plötzlich von dem Boden der Trichter, indem sie sich
herabsenken, wobei aus letzteren ein kleines Quantum Farbe auf die Ablaufbretter fällt. Sobald die letzteren wieder losgelassen werden,
schliefsen sie sich plötzlich mit einem Ruck, wodurch das Herabfallen der Farben auf den
präparirten Stoff bewirkt wird. Die Ablaufbretter aller Trichter brauchen nicht zu gleicher
Zeit zu arbeiten, sondern die Bolzen auf der Walze sind in solchen Entfernungen und in
solchen Beziehungen zu einander angebracht, wie sie durch die gewünschte Auflegung der
Farben auf den Stoff erforderlich ist. Ventile oder andere Vorrichtungen können an Stelle
der Ablaufbretter benutzt werden und anstatt automatisch, können sie ebenso mit der Hand
betrieben werden. ' .
Hinter der Anzahl Trichter befindet sich eine
Stange E, auf welcher eine Anzahl von schräg stehenden Bürsten befestigt ist; die Stange ruht
in Führungen, welche auf dem Tisch befestigt sind, und ist derart darin angebracht, dafs sie
sich hin- und herschieben läfst, so dafs die Bürsten die Farbenhäufchen seitwärts vertheilen,
während das Papier oder der Stoff über den Tisch gleitet. Eine Bürstenwalze G ist in einem
auf dem Tisch befestigten Gestell angebracht und dient dazu, die Farben zu vermischen.
Das Papier passirt schliefslich zwischen den Walzen HH1, durch welche der erforderliche
Druck auf die mit Farbe bestreute Oberfläche ausgeübt wird. Der nöthige Leim kann dem
Papier zugeführt werden, während es über die Walze / läuft, und zwar vermittelst einer Bürstenwalze
oder einer einfachen Walze K, welche das Material von der Walze J empfängt, welch
letztere sich in der Composition dreht, die in dem Kasten M enthalten ist.
Fig. 4,5, 6 und 7 stellen gewisse Aenderungen in der Construction der Trichter und
in der Anordnung des Apparates dar, welche in gewisser Beziehung denjenigen des oben beschriebenen
Apparates vorzuziehen sind. Fig. 4 ist eine perspectivische Ansicht, zum Theil im
Schnitt, welche die Construction einer anderen Art von Trichtern darstellt. Fig. 5 ist ein Verticaldurchschnitt
des Reservoir- und Vertheilungs-
trichters. Fig. 6 ist eine perspectivische Ansicht, welche eine dritte und vorzuziehende Art von
Trichtern und zu gleicher Zeit das schräge Vertheilungsbrett sowie die drehbaren Rührer V
darstellt,; und Fig. 7 ist ein Verticaldurchschnitt des in Fig. 6 dargestellten Apparates.
N stellt den oberen oder Reservoirtrichter dar, welcher mit einer Reihe von Löchern oder
Coulissen versehen ist, oder wenn es erwünscht ist, auch mit einer einzigen Längscoulisse n,
durch welche der Inhalt herausläuft. Diese Oeffnungen können vermittelst eines gewöhnlichen
Schiebers vergröfsert oder verkleinert werden; dies kann aber auch, wie in der Zeichnung
angegeben, durch Drehung der einen Seite O des Trichters, welche in einem Scharnier
0 angebracht ist, und durch Beschränkung ihres Neigungswinkels geschehen, und zwar vermittelst
der Schraube o1. Der untere Theil
oder Vertheilungstrichter P, an welchem sich die Auslauföffnungen // befinden, kann trogartig geformt sein, wie in der Zeichnung angegeben.
Der Zweck der Anwendung eines oberen und unteren Trichters ist, das Bilden von Klum- pen
in den pulverisirten Farben und das unregelmäfsige Fallen derselben zu verhindern,
was beides bei Anwendung eines gewöhnlichen Trichters stattfindet. Um den lockeren Zustand
der Farben und damit die Regelmäfsigkeit des Zuflusses auf den Stoff zu sichern, sind an dem
Vertheilungstrichter Rührer s s, Fig. 4, angebracht, welche aus gebogenen Metallstangen
bestehen, die auf einer Stange S befestigt sind; die letztere kann in den an ihren beiden Enden
befindlichen Lagern hin- und hergeschoben werden. Sie kann auch nach Wunsch in ihren
Stützen hin- und herschwankend oder wiegend angebracht werden.
Der in Fig. 6 dargestellte Reservoirtrichter JV ist in Fächer n1 n1 n1 eingetheilt, welche am
besten von Zeug oder anderem dehnbaren Material hergestellt werden, um die Bewegung der
Seite O des Trichters zur Richtung der Ablauföffnung η zu gestatten. Die Ablauföffnungen p p
befinden sich hier in der Seite nahe dem Boden des Vertheilungstrichters. Dieselben können
durch Zwischenwände getrennt. werden, wie bei p1, Fig. 7, gezeigt ist, was ermöglicht, gesonderte
Farben in die verschiedenen Abtheilungen des Reservoirtrichters zu schütten, und
denselben gestattet, aus den correspondirenden Oeffnungen pp abgeführt zu werden, ohne sich
mit einander zu vermischen.
Direct unter den Ablauföffnungen pp ist ein schräges Brett Q angebracht, welches mit dem
Boden des Trichters parallel läuft und von derselben Länge ist. Dasselbe ist so eingerichtet,
dafs es sowohl in seiner Längsrichtung als auch in seinem Neigungswinkel verschoben werden
kann. Dies geschieht vermittelst der Stellschraube r, welche sich an der Achse q1, auf
welcher das Brett Q angebracht ist, befindet. Der Rahmen q, in welchem die Achse q1 gelagert
ist, ist auf Ständern tt in der Weise angebracht, dafs er eine Längsbewegung hin und
her machen kann, welche ihm durch den Arm W oder auf andere passende Weise mitgetheilt
werden kann.
Die Rührer V sind an ihrem unteren Ende, den Oeffnungen ρp gegenüber, mit Plättchen ν
versehen und ist diese Form in der Praxis vorzuziehen. Die Aufgabe des schrägen Brettes Q
besteht darin, die Verrheilung der Farben auf den Stoff, welcher darunter passirt, zu reguliren
und die Farbemengen in regelmäfsigen Abständen darauf zu schütten. Dies wird dadurch
erreicht, dafs sich die Farbe auf dem Ablaufbrett sammelt und hierauf über dessen
Rand auf den Stoff herunterfällt. Die auf dem Ablaufbrett sich ansammelnde Farbemenge wird
von der Neigung des Brettes abhängen; je gröfser die Neigung, desto kleiner wird die Anhäufung
sein, welche sich vor dem Heruntergleiten bildet, und umgekehrt. Diese Operation
wird natürlich sehr durch die Hin- und Herbewegung des Brettes in seiner Längsrichtung
erleichtert, welche bezweckt, die Theilchen zu schütteln, und sie veranlafst, weit leichter herunterzugleiten,
als es sonst der Fall sein würde. Hierdurch wird eine gleichmäfsige Abladung und Vertheilung des Inhalts der Trichter auf
den Stoff in regelmäfsigen Abständen erreicht.
Claims (1)
- Patent-An sprxich:An Apparaten zum Ornamentiren von Stoffen, Papier etc. die Einrichtung des Trichters, bestehend in dem Reservoirtrichter N mit Oeffnungen' oder Coulisse η und Zwischenwänden n1 n1, dem stellbaren Seitentheil O, ferner dem unteren Vertheilungstrichter P mit Auslauföffnungen pp und Zwischenwänden p1 p1, dem stellbaren Ablaufbrett Q sowie den Rührern ί ί und V V.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE23005C true DE23005C (de) |
Family
ID=299589
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT23005D Active DE23005C (de) | Neuerungen an Apparaten zum Ornamentiren von Stoffen, Papier u. s. w |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE23005C (de) |
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- DE DENDAT23005D patent/DE23005C/de active Active
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