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Verfahren zur Übertragung flüssiger Bindemittel auf Holzteilchen,
wie Schnitzel und kleine flache Späne, zur Herstellung von Platten oder sonstigen
gepreßten Gegenständen
| Die Erfindung betrifft eiti Verfahren zur Über- |
| tragung flüssiger Bindemittel auf Holzteilchen, wie |
| Schnitzel un,d kleine flache Späne, zur Herstellung |
| von Platten oder sonstigen gepreßten Gegenständen. |
| Wenn mit flüssigen- Bindemitteln: oder Leimen |
| gearoeitet wird, so ist es nicht .ganz einfach, die |
| bei einem wirtschaftlich arbeitenden Verfahren |
| sehr -ringen Nifengen in gleichmäßiger Verteilung |
| mit der gesatnten Sl)ätietnasse zusammenzubringen. |
| Die Spänemasse besitzt bei spezifisch geriugem |
| Gewicht eine grolle Gesamtoberfläche, so daß |
| Biadetnittel tnit hohem spezifischem Gewicht und |
| einer Gewichtsmenge von nur einem Zwanzigstel |
und noch weniger mit den üblichen 'Mischvorrichtungen kaum gleichmäßig auf die Oberflächen
sämtlicher Holzteilchen aufgebracht, werden, köninen. -Man trachtete daher, besonders
solche Bindemittel in zähflüssiger Form durch Verdünnung für diesen Zweck leichter
verwendbar zu machen.
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Bisher wurden Spänemasse.n in einer Mischtrommel oder einer Misch-
und Knetmaschine mit den Bindemitteln vermengt. Sehr kleine Mengen konnten aber
nicht gleichmäßig auf alle Holzteilchenoberflächen gebracht werden, so daß besonders
bei zähflüssigen Bindemitteln manche Späne mehr ttnd andere weniger Bindemittel
annahmen.
Zudem konnten in derartigen. Mischmaschinen auf einmal
nur bestimmte Metzgen verarbeitet werden, so daß das Verfahren zwecks Erstleerens
und Neueinfüllens immer wieder unterbrochen werden mußte. Es wurde auch schon; versucht,
die Bindemittel in feiner, unter Druck zerstäubter Form auf die Spänemasse aufzusprühen,
was aber bei zähflüssiger Form ohne entsprechende Verdünnung nicht möglich ist.
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Um solche Bindemittel dünnflüssiger zu machen, damit sie .gleichmäßig
in dünner Schicht über die Späne verteilt werden können, konnte nach den bisher
bekannten Verfahren nur die Volumenvergrößerung helfen, sei es, wie bereits erwähnt,
durch Verdünnung mit Wasser u.,dgl. oder durch Einbringen von Luft, d. h. Bildung
eines B,indemittelschaums. Die Verdünnung mit Wasser bringt aber den Nachteil mit
sich, daß ein Teil des Bindemittels mit der Verdünnungsflüssigkeit ins Innere der
Holzteilchen eindringen kann, wo es seine Wirkung als Bindemittel verliert. Zudem:
muß aber das Wasser wieder entfernt werden, wodurch das Trocknen und Pressen zur
fertigen Platte verteuert wird. Die Herstellung eines mit Luft voluminöser gemachten
Bindemittelschaums beseitigt zwar den Nachteil des vorher erwähnten Wasserzusatzes.
Hingegen eignen sich nicht alle Bindemittel zu einer stabilen Schaumbildung gleich
gut, und zudem sind dieser Volumenvergrößerung gewisse Grenzen gesetzt. Zur Erzeugung
eines derartiger Bindemittelschaums werden auch noch zusätzliche Stabilisierungs-
und auch Streckmittel notwendig, so daß auch dieses Verfahren verhältnismäßig teuer
wird.
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Im. Gegensatz zur Verleimung von großen Holzstücken, bzw. großflächigen
Holzteilen, wie Furniere, Tischlerplattenmittellagen, Holzstäbe, Bretter usw., wofür
ziemlich starke Leimschichten nötig sind, genügt für die Verleimung der kleinem
und kleinsten. Holzteilchen bei Fertigung vorn Holzspanplatten eine sehr dünne Leimhaut,
.da die kleinen Holzteilchen unter dem Preßdruck viel leichter nachgeben und an
den Oberflächen miteinander in Berührung kommen, so daß beim Abbinden des Bindemittels
ein genügender Verbands unter denn Holzteilchen erreicht wird.
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Um nun auch kleine Mengen zähflüssiger Bindemittel ohne die obenerwähnten
Nachteile gleichmäßig auf eine große Spänemasse zu verteilen, kann nach der Erfindung
so verfahren werden, daß man mit dem flüssigen Bindemittel eine sehr dünne Haut
mit großer Oberfläche bildet, um das Bindemittel auf praktisch gleichmäßige Weise
als äußerst dünne Haut auf die einzelnen Holzteilchen zu übertragen. Dies kann beispielsweise
mit Hilfe einer oder mehrerer Walzern geschehen, mit welcher .die Holzteilchen schnell
vorübergehend in Kontakt gebracht werden. Durch besonders starkes Auswalzen kann
auch kleinen Menagen sehr zähflüssiger Bindemittel die Form einer beliebig dünnen
Schicht, d. h. eine sehr große Oberfläche gegeben werden, welche .der großen Gesamtoberfläche
der Holzteilchen entspricht. Vorteilhaft wird nun. die Spänemasse mit dieser dünnen
Bindemittelhaut unter einem gewissen Anpreßdruck zusammengebracht. Wenn die Holzteilchen
zudem noch trocken sind, so nehmen sie unter dem Anpreßdruck die dünne Leimhaut
besonders gut auf.
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Zur Ausübung des Verfahrens eignet sich beispielsweise eine Vorrichtung,
die in gewisser Beziehung ähnlich ausgebildet ist wie eine Walzenleimauftragungsmaschine,
wie sie zur Verleim.ung von Furnieren, Brettern usw. benutzt wird. Die Maschine
muß, jedoch so beschaffen bzw. abgeändert sein, daß die Herstellung und Übertragung
einer besonders dünnen Leimhaut möglich ist. Zweckmäßig wird das Spänematerial zwischen
je zwei mit einer dünnen Leimhaut beschickten Walzen hindurchgeführt, die unter
einem durch eine einstellbare Feder nachgiebigen Druck stehen. Mit dieser Einrichtung
findet eine kontinuierliche Übertragung des dauernd zugeführten dünnen Leimfilms
auf die ständig zugebrachte Spänemasse statt. Die bei Anwendung dieses Verfahrens
mögliche Zuführung vorn Leim und Sägespänen und die ununterbrochene Übertragung
des Leims auf die Späne ist in Mischmaschinen u. dgl. nicht möglich. Zweckmäßig
werden ,dabei zwei oder mehrere derartiger Walzenpaare hinter- bzw. untereinander
angeordnet, damit .die Übertragung einer dünnen Bindemittelhaut auf alle Holzteilchen
auch dann gewährleistet wird, wenn die Zubringung der Späne in einem etwas dickeren
über die Walzenbreite verteilten Strom erfolgt. Da die Dicke der Leimhaut beliebig
einreguliert werden kann, so kann bei geregelter Spänezufuhr die gesamte aufgenommene
Leimmenge auf eine gewünschte ?Menge eingestellt werden.
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Zwischen den .einzelnen Walzenpaaren befinden sich noch Vorrichtungen,
um etwa bereits zusammenhaftende Holzteilchen wieder auseinanderzubringen und die
Spänemasse in aufgelockerter Form und völlig veränderter Lage dem nächsten Walzenpaar
zuzuführen.
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Um eine laufend zugeführte Spänemasse ununterbrochen mit dem Bindemittel
zu mischen, muß den einzelnen Leimbehältern, aus welchen die Leimmengen. aufgenommen
werden, das Bindemittel dauernd zufließen. Es kann sich bei den Bindemitteln um
pflanzliche, tierische sowie Kunstharzleime handeln. Etwa notwendige Härterzusätze
können entweder bereits dem Leim zugesetzt werden oder vorher oder nachträglich
auf die Spänemasse aufgebracht «-erden.
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Im nachstehenden wird eine derartige Vorrichtung zur Ausübung des
Verfahrens näher beschrieben: Fig. i zeigt die Vorrichtung schematisch im senkrechten
Schnitt; Fig. 2 zeigt die bei ihr verwendete Auf lockerungsvorrichtung in größerem
Maßstabe; Fig.3 zeigt eine abgeänderte Form der Leimauf bringungsvorrichtung.
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Das ein der Leimwanne i (Fig. i) befindliche flüssige Bindemittel
2 wird von der Walze 3 infolge ihres Eintauchens in einer verhältnismäßig
starken
Schicht aufgenommen. Ein Abstreifer q. sorgt jedoch dafür, daß nur sehr wenig Bindemittel
weiterhin haften bleibt und von der Walze 5 übernommen wird. Eine weitere Verringerung
der aufgenommenen Menge erfolgt nun durch den einstellbaren :\npreßdruck der Walze
5 gegenüber der Walze 6, so daß von letzterer nur noch eine sehr dünne Lehnhaut
mitgenommen wird und das überschüssige Jlaterial über die Walze 5 und Abstreifer
in die Leimwanne zurückfließt. Zweckmäßig wird eine der beiden Walzen, im dargestellten
Falle die Walze 6, eines Walzenpaares ortsfest gelagert, während die Gegenwalze
5 durch eine Feder 7, deren Druck regelbar ist, angedrückt wird.
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Die Holzspäne werden den obersten Walzen 6 zugeführt. :\bstreifer
8 sorgen dafür, daß von, den Walzeti6 keinellolzteilchen nach derLeimzubringseite
hin mitgenommen werden. Sie werden zwischen den beiden Abstreifern 8 weirer'befördert.
Vor dein l:intr itt in das nächste U'alzenpaar wird die Spänetnasse zusammen mit
dem aufgebrachten Leim durch zwei Zerreiß- oder Stachelwalzen hindurchgeführt. Zur
besseren Auflockerung der Spänemasse befindet sich unter den Stachelwalzen ein Rechen
io, dessen Spitzen in die Zwischenräume zwischen den einzelnen Stacheln oder Spitzen
der leiden Walzen eingreifen.
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Wenn die Späneniasse durch sämtliche übereinander angeordnete Walzenpaare
hindurchgewandert ist. kann eine nochmalige Auflockerung stattfinden, und anschließend
wird die Masse dosiert und in Rahmen ausgebreitet, um darin in einer Presse in Platten
oder sonstige Formen gepreßt zu werden.
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Es besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, in einzelnen Vorgängen,
d. 11. in unterbrochener Folge zu arbeiten. l-s wird darin nur eine bemessene Menge
der Spätre in der Walzenmaschine zugeführt, -,wobei zweckmäßig ein Ausgleichsbehälter
über dem ersten Walzenpaar angeordnet wird, in welchen die unten austretenden Späne
durch ein 13ech-erwerk od. dgl. wieder zurückbefördert \%-erden. Der Kreislauf erfolgt
dann so lange, bis eine lwtnessene 13indetnittelmerige aufgebraucht ist bzw.
gleichmäßig über die ganze Spänemasse verteilt ist.
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Um auf die Walze j eiti fliissiges Bindemittel in kleinen \l.engen
aufzubringen, kann man auch die in Fig. 3 dargestellte Anordnung treffen: In. einer
Leimwanne ist eine Walze i i drehbar gelagert. L71>er der Walze t t liegt die treibende
Walze 12. Über die Walzen i t und 12 sind mehrere dünne endlose Kettchen
13 od. dgl. geführt, deren jede: in den ihni zugehörigen Rillen der beiden
Walzen läuft. :\n diesen Kettchen streift seitlich eine gleichfalls getriebene Walze
14. Diese wirkt dann über eine oder mehrere Zwischenwalzen mit der eigentlichen
:luftragswalze 6 (Fig. i) zusammen.
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Wenn es sich um besonders zähflüssige Bindemittel handelt, so daß
auch die dünne Haut sehr zäh ist und damit ein zu großes Haftvermögen auf den Walzen
6 gegenüber der Spätiemasse besteht, so geniigt (las Durchführen der Späneniasse
unter Druck allein nicht mehr, um die Leimhaut ohne heiteres auf die Späne zu übertragen.
In diesem Falle müssen die Späne mit einer zusätzlichen Reibung zwischen den Walzen
6 hindurchgeführt «-erden. Dies kann z. B. dadurch geschehen, daß die eine der beiden
Walzen .6 eine erhöhte Geschwindigkeit gegenüber der Gegenwalze besitzt. Es kann
aber auch eine zusätzliche Vorrichtung Verwendung finden, und zwar in Form einer
geriffelten Förderwalze, welche vor der Walze 6 liegt und welche sich mit erhöhter
Geschwindigkeit gegen die Leimwalze dreht. Die Späne werden durch den Zwischenraum
zwischen Riffelwalze und Leimwalze mit schneller Bewegung und unter einem einstellbaren
AnpreSdruck zwangsläufig durchgetrieben, so daß durch die starke Reibung der Späne
gegenüber der Leimwalze der zähe Bindemittelfilm von den Spänen übernommen wird.
Bei dieser Vorrichtung kann zur Vereinfachung der Maschinenkonstruktior) die Gegenwalze
6 weggelassen werden, so daß an deren Stelle lediglich die schneller laufende geriffelte
Förderwalze tritt.