DE1546366C - Verfahren zur Herstellung von Probe streifen eines mit einer flussigen Masse be schichteten Papiers und Vorrichtung zur Durchfuhrung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Probe streifen eines mit einer flussigen Masse be schichteten Papiers und Vorrichtung zur Durchfuhrung dieses VerfahrensInfo
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Description
1 2
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren in der Grundplatte 3 hindurchreichenden Gewindezur
Herstellung von Probestreifen eines mit einer stift 5 festklemmen läßt. Mit Schrauben 6, deren
flüssigen Masse, wie z. B. einer Farbe, einer Pigment- Köpfe in entsprechende Durchbrechungen 2 α der
streichmasse, einem Leim oder einem anderen Kleb- Grundplatte 2 hineinragen, sind auf der Sockelstoff,
einer Reagenzmasse oder einer Stärkelösung, 5 platte 3 zwei Lagerböcke 7 und 8 befestigt. In jedem
beschichteten Papiers. dieser Lagerböcke steckt eine Lagerbüchse 9 bzw. 10
In der industriellen Papierherstellung sind ver- mit einem Kugellager 11, in welchen sich Lagerschiedene
Verfahren bekannt, die sich jedoch nur für Zapfen 12 einer Gummiwalze 13 frei drehen können
die maschinelle Anwendung eignen, nicht aber zur (Fig. 6). Des weiteren weist jeder Lagerbock einen
rationellen und reproduzierbaren Herstellung von io mit Ta bzw. 8a bezeichneten, vertikalen Schlitz für
Probestreifen. Es ist für die Herstellung und Ver- die beiden abgeflachten Enden 14 a einer Verteilerbesserung
von Materialien, mit denen eine Papier- walze 14 auf. Diese Verteilerwalze 14 ist aus drei
bahn beschichtet werden kann oder soll, sehr wich- Teilen zusammengesetzt, dem Mittelteil 14 b und den
tig, daß man die Möglichkeit hat, auch kleine Papier- beiden Endstücken 14 a. Der Mittelteil 14 b ist mit
stücke ohne großen apparativen Aufwand und be- 15 einem Gewinde mit rechteckigem Querschnitt versonders
ohne große Materialverluste und in gut re- - sehen, wie dies aus Fig. 3 ersichtlich ist. Auf jeder
produzierbaren Qualitäten und Quantitäten mit flüs- Seite weist der Mittelteil 14 b einen Zapfen 14 c auf,,
sigen Massen verschiedenster Zusammensetzung und der in einer entsprechenden Bohrung 14 d eines End-Viskosität
zu beschichten, damit man dann die Stückes 14 a steckt und dort durch eine Madenso
erhaltenen Papiere miteinander vergleichen 20 schraube 15 unverdrehbar, aber verstellbar festgehalkann.
ten wird. An jedem der beiden Endstücke 14 a ist ein
Bei einem Verfahren, das alle diese Vorteile auf- Führungsblech 16 bzw. 17 mittels mindestens je einer
weist, wird, wie das bei der Beschichtung von Papier Schraube 18 befestigt. Das freie Ende jedes Endmit
flüssigen Massen im Durchlaufbetrieb bekannt Stückes 14 a ist abgeflacht, wie das aus den Figuren
ist, die vor einer in Umfangsrichtung gerillten Walze 25 der Zeichnung ersichtlich ist, und steckt in einem
aufgegossene Masse während des Hindurchziehens Schlitz 7 a bzw. 8 a des entsprechenden Lagerdes
Papierstreifens unter der auf ihn aufliegenden bockes 7 bzw. 8, wo es gegen Drehung gesichert aber
Walze verteilt. Im Unterschied zu den bekannten Be- vertikal verschiebbar geführt ist. Wie aus F i g. 6 zu
schichtungsverfahren ist das neue Verfahren dadurch ersehen, liegt die Verteilerwalze 14 auf der Gummigekennzeichnet, daß die Verteilerwalze gegen Dre- 30 walze 13 auf. In jedem der abgeflachten Abschnitte
hung gesichert und der Auflagedruck im wesent- der beiden Endstücke 14a steckt ein abgebogener
liehen konstant gehalten wird. Stift 19 bzw. 20, deren freie Enden in den Schwenk-
Die Erfindung betrifft des weiteren eine Vorrich- bereich einer Kurvenscheibe 21 bzw. 22 hineinragen,
tung zur Durchführung dieses Verfahrens. Diese ist Diese beiden Kurvenscheiben sind über eine Welle
dadurch gekennzeichnet, daß die in an sich be- 35 23 drehfest miteinander verbunden und lassen sich
kannter Weise gerillte Verteilerwalze auf einer mittels eines Handhebels 24 verschwenken. Die
Unterlage drehfest, jedoch im wesentlichen senkrecht Kurvenscheiben 21 und 22 sind in bezug auf den
bewegbar zu einer druckaufnehmenden Unterlage Handhebel 24 so angeordnet, daß bei hochgestelltem
gelagert ist. Die Walze kann dabei lose, d. h. nur mit Handhebel die Verteilerwalze 14 von der Gummidem
Eigengewicht auf der Unterlage aufliegen, oder 40 walze 13 abgehoben ist, während in der in der Zeiches
können Gewichte und/oder Federn vorgesehen nung dargestellten Lage des Handhebels die Versein,
um die Walze zusätzlich zu belasten oder zu teilerwalze 14 lose auf der frei drehbaren Gummientlasten,
so daß sich der Auflagedruck nach Bedarf walze 13 aufliegt.
wählen oder verändern läßt. Des weiteren ist es von Auf der Sockelplatte 3 sind zwei Hülsen 25 anVorteil,
wenn dafür gesorgt wird, daß die Verteiler- 45 geschweißt, in denen sich je ein Bolzen 26 entgegen
walze in jeder gewünschten Winkelstellung gegen der Kraft einer Feder 27 nach unten drücken läßt.
Drehung fixiert ist, damit sie sich verstellen läßt, Diese beiden Bolzen 26 sind unter einer mit zwei
wenn die Rillen an einer Auflagestelle abgeschliffen Seitenwänden 28a versehenen Führungsplatte 28 ansind,
geschweißt, so daß diese federnd gelagert ist. Auf
Nachfolgend wird an Hand der Zeichnung ein 50 dieser Führungsplatte 28 stehen auch die beiden
Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Ver- Führungsbleche 16 und 17 mit ihren glatten Unter-
fahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung be- seiten auf.
schrieben. In der Zeichnung zeigt An die beiden Lagerblöcke 7 und 8 ist ein Blech-
F i g. 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen streifen 29 mit einem im wesentlichen U-förmigen
Vorrichtung, 55 Querschnitt angeschraubt, der einen Schlitz 29 α auf-
F i g. 2 eine Draufsicht auf diese Vorrichtung, weist und der unter anderem dazu dient, ein auf der
Fig. 3 einen Ausschnitt aus der Verteilerwalze, horizontalen Stange 30 liegendes Brett 31 fest-
teilweise im Schnitt, teilweise in Ansicht, zuhalten.
F i g. 4 eine Tcilscitenansicht in der Richtung des' Auf der Grundplatte 2 sind mittels Schrauben 32
Pfeiles IV der Fig. 2 in größerem Maßstab, 60 zwei Träger 33 für zwei Führungswalzen 34 fest-
F i g. 5 eine dazugehörende Draufsicht und gehalten, zwischen denen sich ein Papierstreifen 35
F i g. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI der von einer Papierrolle 36 horizontal auf die Füh-
Fig. 4. rungsplatte 28 leiten läßt. Die Papierrolle 36 läßt
Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich, weist die sich zwischen zwei um ihre horizontalen Achsen frei
Vorrichtung eine mit verstellbaren Füßen 1 ver- 65 drehbare Kegel 37 einspannen, die ihrerseits an auf
schene Grundplatte 2 auf. Auf dieser Grundplatte 2 der Grundplatte 2 befestigten Trägern 38 axial ver-
licgt eine Sockelplatte 3, die sich um einen Stift 4 schiebbar gelagert sind, so daß sich ohne weiteres
verschwenken und mit einem durch einen Schlitz 3a Papierrollen verschiedener Breite und von unter-
schiedlichem Innendurchmesser benutzen lassen, wobei jedoch die Papierbreite einerseits noch durch die
engste Stelle zwischen den beiden Seitenwänden 28 a hindurchgehen muß und andererseits die Papier- breite
größer als der Abstand der beiden Führungsbleche 16 und 17 sein soll.
Wenn nun ein Papierstreifen 35 mit einer flüssigen Masse, z. B. einer Farbe, zu beschichten ist, so wird
der Streifen zwischen den beiden Führungswalzen 34 hindurchgezogen, über die Führungsplatte 28 ge- ίο
schoben und, nachdem die Verteilerwalze 14 mittels des Handhebels 24 von der ihr als Unterlage dienenden
Gummiwalze 13 abgehoben worden ist, mindestens bis auf den Blechstreifen 29 vorgeschoben.
Alsdann wird die Verteilerwalze 14 heruntergelassen, so daß sie auf dem Papierstreifen aufliegt. Nun wird
die flüssige Masse dort, wo der Papierstreifen auf der Führungsplatte 28 aufliegt, aufgegossen, d. h. in
dem Gebiet, das beidseitig durch die Führungsbleche 16 und 17 und in der Durchzugsrichtung des Papiers
durch die Verteilerwalze 14 begrenzt ist. Nachher zieht man den Papierstreifen von Hand über das
Brett 31. Will man einen einzelnen Abschnitt von der langen Papierbahn abtrennen, so kann man dies
z. B. mittels eines als Papierschneider dienenden Drahtes tun, der von unten nach oben durch den
Schlitz 29 α hindurchgezogen wird, oder auch mittels einer Klinge, die in diesem Schlitz 29 a von der einen
zur anderen Seite geführt wird, wobei der auf dem Brett 31 befindliche Papierstreifen dort festgehalten
wird.
Versuche haben gezeigt, daß sich mit einer solchen Vorrichtung mit großer Genauigkeit stets dieselben
Schichtdicken erhalten lassen, vorausgesetzt natürlich, daß die Zähigkeit der flüssigen Masse konstant
ist. Die Vorrichtung eignet sich also sehr gut für die Durchführung von Versuchen, also für die
Herstellung von Probestreifen. Bei solchen Arbeiten wird jeweils ein Streifen bestimmter Länge durchgezogen
und auf dem Brett 31 z. B. durch Reißnägel festgehalten, das nach dem Abschneiden eines Streifens
gegen ein neues Brett ausgewechselt wird, so daß die beschichteten Streifen gut trocknen können.
Falls eine andere Masse verwendet werden muß, braucht man nur die Verteilerwalze 14 und die mit
ihr fest verbundenen Führungsbleche 16 und 17 zu reinigen, da keine anderen Bestandteile mit der
Masse in Berührung kommen.
Die vorstehend beschriebene Vorrichtung eignet sich jedoch auch für ein kontinuierliches Beschichten.
Es muß dann nur durch eine Aufgießvorrichtung, z. B. einen Trichter, der einen Ausguß mit veränderlicher
Öffnung aufweisen kann, dafür gesorgt werden, daß sich stets genügend flüssige Masse in der
Aufgießzone befindet, und es muß außerdem eine Vorrichtung mit z. B. einem Rollenpaar vorhanden
sein, damit der kontinuierliche Papiervorschub gewährleistet ist.
Abnutzungserscheinungen beim Gebrauch dieser Apparatur treten im wesentlichen am Gewinde der
Verteilerwalze 14 ein, das sich je nach der Beschaffenheit der zur Verwendung gelangenden, flüssigen
Masse mehr oder weniger rasch abschleift, so daß die Rillentiefe zu gering wird. Dann ist das
Mittelstück 146 dieser Walze 14 gegenüber den beiden Endstücken 14 a um einen kleinen Winkel zu
verdrehen, wozu die Madenschrauben 15 zu lösen sind, die es ermöglichen, daß die Verteilerwalze in
jeder gewünschten Winkelstellung gegen Drehung sicherbar ist.
Es ist nun nicht nötig, daß die Verteilerwalze 14 mit einem Gewinde, wie es in der F i g. 3 dargestellt
ist, versehen ist, bei welchem die Rillen eine Breite, eine Tiefe und einen Abstand von 0,1 bis 0,2, also
beispielsweise von 0,15 mm aufweisen; die Breite und die Tiefe, wie auch die Querschnittsform der
Rillen, können in gewissen Grenzen variiert werden, je nach der Zähigkeit der aufzutragenden Masse. Es
lassen sich also auch andere Flachgewinde, wie etwa Trapezgewinde, verwenden. Des weiteren müssen die
Rillen nicht ein Gewinde bilden, auch senkrecht zur Walzenachse verlaufende, in sich geschlossene, einander
hinreichend benachbarte Rillen sind für den erfindungsgemäßen Zweck geeignet. Es können natürlich
auch mehrgängige Gewinde oder sich kreuzende Gewinderillen oder gewindeähnliche Rillen,
die dadurch gebildet werden, daß die Verteilerwalze mit hinreichend dicht beieinanderliegenden, kleinen,
oben abgeflachten Höckern richtiger Höhe und genügender Oberfläche versehen ist, verwendet werden.
Obwohl beim vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel die Verteilerwalze nur lose, d. h.
mit ihrem Eigengewicht auf der Unterlage aufliegt, ist es ohne weiteres möglich, den Auflagedruck zu
verändern, d. h. je nach Bedarf zu vergrößern oder zu verkleinern, dadurch, daß die Walze durch Zusatzgewichte
oder Federn beschwert oder durch Federn etwas entlastet wird.
Der Vorteil der vorstehend beschriebenen, erfindungsgemäßen Vorrichtung erschöpft sich nun
nicht darin, daß, wie ausgeführt, auf einfachste Art und Weise mit kleinsten Materialmengen genau
reproduzierbare Versuche durchgeführt werden können, deren Resultat zudem sofort sichtbar ist,
da das Papier im Gegensatz zu den bekannten industriellen Vorrichtungen auf der Oberseite beschichtet
wird und daß es sich um eine außerordentlich einfache und infolgedessen betriebssichere Apparatur
handelt, bei der sowohl der Betrieb als auch die Reinigung sehr einfach ist, sondern es ergibt sich
bei der gegen Drehung gesicherten Verteilerwalze der weitere, nicht zu unterschätzende Vorteil, daß
eine stellenweise Beschädigung derselben, die beispielsweise durch Fallenlassen verursacht worden
sein kann, die Verteilerwalze nicht unbrauchbar macht. Durch Drehen der Verteilerwalze wird die
beschädigte Stelle aus dem Arbeitsbereich entfernt, und es wird mit einer intakten Stelle weitergearbeitet,
bis die ganze Verteilerwalze durch den Gebrauch so abgenutzt ist, daß sie nachgearbeitet werden muß.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Probestreifen eines mit einer flüssigen Masse beschichteten
Papiers, bei welchem die vor einer in Umfangsrichtung gerillten Walze aufgegossene Masse
während des Hindurchziehens des Papierstreifens unter der auf ihm aufliegenden Walze verteilt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilerwalze gegen Drehung gesichert und der
Auflagedruck im wesentlichen konstant gehalten wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die in an sich bekannter Weise gerillte
Verteilerwalze (14) drehfest, jedoch im wesentlichen
senkrecht bewegbar zu einer druckaufnehmenden Unterlage gelagert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilerwalze (14) in
jeder gewünschten Winkelstellung gegen Drehung fixierbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 3, gekennzeichnet durch eine in der Durchzugsrichtung
vor der Verteilerwalze angeordneten Träger- und Führungsplatte (28) zur Beschichtung
des Papierstreifens (35).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch zwei seitliche Führungsbleche (16,
17) zum seitlichen Abgrenzen des von der flüssigen, auf den Streifen aufgegossenen Masse eingenommenen
Raumes mit glatten, auf der Führungsplatte (28) lose aufliegenden Unterkanten,
so daß sich der zu beschichtende Papierstreifen (35) zwischen der Führungsplatte und den Führungsblechen
durchziehen läßt, ohne daß die Masse zwischen Führungsblech und Papierstreifen entweichen kann.
6. Vorichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterlage für die gerillte
Walze als frei drehbare Walze (13) ausgebildet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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