DE229535C - - Google Patents

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DE229535C
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masses
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06NWALL, FLOOR, OR LIKE COVERING MATERIALS, e.g. LINOLEUM, OILCLOTH, ARTIFICIAL LEATHER, ROOFING FELT, CONSISTING OF A FIBROUS WEB COATED WITH A LAYER OF MACROMOLECULAR MATERIAL; FLEXIBLE SHEET MATERIAL NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06N3/00Artificial leather, oilcloth or other material obtained by covering fibrous webs with macromolecular material, e.g. resins, rubber or derivatives thereof
    • D06N3/12Artificial leather, oilcloth or other material obtained by covering fibrous webs with macromolecular material, e.g. resins, rubber or derivatives thereof with macromolecular compounds obtained otherwise than by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds, e.g. gelatine proteins

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Synthetic Leather, Interior Materials Or Flexible Sheet Materials (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVe 229535 KLASSE Bl. GRUPPE
ERNA REIDEL in MANNHEIM.
Zur Herstellung von Kunstleder bzw. Ersatzstoffen für Leder hat man bereits Kautschuk, Guttapercha u. dgl. benutzt, dabei aber schnell oxydierende und infolgedessen brüchig werdende Stoffe erhalten.
Auch Pflanzenfasern, z. B. Baumwolle, hat ) man verwendet und sie derart angeordnet, daß die beiden Richtungen der Fasern senkrecht zueinander stehen, und das Vlies alsdann unter Benutzung von Füllstoffen und Bindemitteln durch Druck vereinigt.
Ferner hat man in oxydierten Ölen oder Lösungen von sogenanntem Linoleumzement auch unter Mitverwendung von Paraffin, Wachs u. dgl. Gewebe, Filze, Watte, Haare usw. getränkt. Auch Abfälle von Leder hat man in gemahlenem Zustande zur Herstellung von Kunstleder benutzt.
Die bekannten Kunstlederarten weisen aber eine große Zähigkeit und Festigkeit nicht auf und eignen sich daher vornehmlich nur zu Wand- und Bodenbelägen u. dgl.
Vorliegende Erfindung ermöglicht dagegen die Herstellung eines außerordentlich zähen, widerstandsfähigen und dabei wohlfeilen Kunstleders, das die Eigenschaften des natürlichen Sohlleders unter Umständen noch übertrifft und ein ähnliches Aussehen wie dieses besitzt. Dies wird, gemäß der Erfindung, durch Be7 handlung von Tierfasern, wie Sehnen und Gedärmen, also Stoffen, die bis jetzt fast aus-■»■ schließlich zur Leimbereitung benutzt worden sind, durch nachfolgend beschriebene Arbeitsweise erreicht, wobei es allerdings nicht erforderlich ist, daß alle nachstehend beschriebenen Massen zugleich zur Anwendung kommen.
Trägt man beispielsweise nur Masse I in das Tierfaservlies ein, so erzielt man ein sehr elastisches, haltbares Sohlleder; fügt man noch Masse II hinzu, so wird das Produkt schon etwas fester und zäher, und wenn man noch Masse III hinzugibt, so erreicht man ein sehr festes und dauerhaftes Erzeugnis. Trägt man nur die Massen II und III in das Tierfaservlies ein, so gewinnt man ein recht haltbares und sehr preiswertes Sohlleder, während eine Mischung der Massen I und III ein mittelgutes, die Anwendung der Masse III allein ein sehr haltbares, aber billiges Erzeugnis ergeben.
Die erste Masse wird durch Einwirkung geeigneter Lösungsmittel, wie Schwefelkohlenstoff, Tetrachlorkohlenstoff, Chloroform usw., auf Federharze, Wie Guttapercha, Balata usw., bis zur Gewinnung einer sirupartigen Lösung hergestellt. Diese Lösung wird alsdann der Einwirkung flüssiger Kohlenwasserstoffe, wie Benzin oder Benzol, ausgesetzt und werden zweckmäßig 2500 Gewichtsteile der sirupartigen Lösung mit etwa 800 Gewichtsteilen flüssigen Kohlenwasserstoffs behandelt. Die so gewonnene tief dunkelbraune, fast schwarze Lösung wird sodann zweckmäßig unter häufigem, kräftigem Durcharbeiten 12 bis 24 Stunden behufs Ausreifens dem Lichte ausgesetzt, und zwar ist hierbei darauf zu achten, daß die Behandlungstemperatur nicht unter 200 C. sinkt. An und für sich ist die Masse bereits
vor dem Ausreifen für den vorliegenden Zweck verwendungsfähig; sie liefert aber nach dem Ausreifen ein zarteres Produkt, das durch mehrtägiges Nachreifen noch gewinnt, Diese Masse soll mit Nr. I bezeichnet werden.
Außerdem wird eine zweite Masse in der Weise hergestellt, daß Raffineriesatz von harzenden Ölen, z. B. Rübsamenöl, Baumwollsamenöl, Leinöl o. dgl., von den durch den
ίο Raffinerieprozeß eventuell noch anhaftenden Säuren, Alkalien usw. befreit und durch geeignete Vorrichtungen zu einem homogenen Teig verquirlt wird. Dieser Teig wird dann durch Kochen im Dampf bade etwa so lange erhitzt, bis angestellte Proben ergeben, daß er sich in Fäden geeigneter Länge, etwa bis ι m, ziehen läßt. Durch dieses Kochen werden alle wäßrigen Bestandteile ausgetrieben. Der auf diese Weise hergestellten Masse kann ihre starke Klebkraft erforderlichenfalls dadurch etwas benommen werden, daß geeignete Mengen gut getrockneter Schlämmkreide, China-Clay 0. dgl. eingeführt und gut verarbeitet werden. Die Masse kann ferner durch ge-
eignete Lösungsmittel, wie Benzol, Benzin usw., genügend verdünnt werden. Diese Masse soll mit Nr. II bezeichnet werden.
Die dritte Masse besteht aus hochgradig oxydierten, harzenden ölen, wie sie zur Linoleumfabrikation benutzt werden.
Vor der Tränkung mit diesen Massen werden die Tierfasern, Sehnen, Gedärme u. dgl. ■ durch Pochen, Pressen, Quetschen usw. derart gelockert, bis sie sich in flockigem Zu-
3S stände befinden und sich zu einem Vlies passender Größe vereinigen lassen. Dabei werden die Fasern vorteilhaft kreuz und quer kardiert.
Die auf diese Weise hergestellten Vliese werden sodann je nach ihrer Dichte etwa 6 bis 24 Stunden der Einwirkung einer Gerbstoffbrühe ausgesetzt, wodurch einem späteren Aufquellen der Fasern durch Wasser vorgebeugt wird. Nach Herausnehmen des Vlieses aus dem Gerbstoffbade wird es durch Abspülen mit Wasser von dem anhaftenden, überschüssigen Gerbstoffe befreit und dann sorgfältig in gut lauwarmem Luftbade getrocknet. Um den Fasern ihre ursprüngliche Federung zurückzugeben, und um zu verhüten, daß sie durch den Gerbprozess brüchig und spröde werden, werden die Vliese vor dem Trocknen vorteilhaft in . einer dünnen Tonerdeseifenlösung behandelt.
Das so vorbereitete Vlies wird nun gut angewärmt, wodurch es sich recht auflockert und zu ergiebiger Aufnahme von Dickflüssigkeiten geeignet wird.
Die unter I bis III beschriebenen Massen werden dann in das vorgewärmte Vlies bis zur vollendeten Sättigung eingeführt, also zuerst Nr. I, dann Nr. II und schließlich Nr. III. Diese Behandlung des Vlieses wird so lange fortgesetzt, bis es mit den Massen derart ge- : sättigt ist, daß es nach dem letzten Trocknen ein vorher bestimmtes Gesamtgewicht erreicht hat. Hieran wird erkannt, daß das Erzeugnis die seinem Zweck entsprechende Qualität be- : sitzt. ι
Nach dem Trocknen wird das Produkt soweit erforderlich gewalkt oder gestollt und ge- | preßt. Dem Endprodukt kann auch jede gewünschte Färbung gegeben werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von künstlichem Sohlleder und ähnlichen Produkten, dadurch gekennzeichnet, daß ein aus Tier- : fasern durch Pochen, Pressen, Quetschen usw. hergestelltes Vlies, dessen Fasern ' zweckmäßig kreuz und quer gelagert sind, i und das mit Gerbstoffbrühe behandelt, l [ dann gut ausgewaschen, hierauf eventuell mit dünner Tonerdeseifenlösung behandelt und schließlich in gut lauwarmer Luft getrocknet ist, mit Massen gesättigt wird, von denen die erste durch Lösung von geeigneten Federharzen, wie Guttapercha, Balata usw., in Schwefelkohlenstoff, Tetrachlorkohlenstoff, Chloroform usw. und weitere Behandlung mit flüssigen Kohlenwasserstoffen, wie Benzin, Benzol usw., gewonnen wird und durch Licht wirkung ausgereift werden kann, die zweite aus Raffineriesatz von harzenden ölen gewonnen wird und die dritte aus hoch oxydierten harzenden Ölen besteht.
DE1909229535D 1909-01-08 1909-01-08 Expired - Lifetime DE229535C (de)

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