DE227440C - - Google Patents

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DE227440C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B61RAILWAYS
    • B61HBRAKES OR OTHER RETARDING DEVICES SPECIALLY ADAPTED FOR RAIL VEHICLES; ARRANGEMENT OR DISPOSITION THEREOF IN RAIL VEHICLES
    • B61H11/00Applications or arrangements of braking or retarding apparatus not otherwise provided for; Combinations of apparatus of different kinds or types
    • B61H11/02Applications or arrangements of braking or retarding apparatus not otherwise provided for; Combinations of apparatus of different kinds or types of self-applying brakes

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Control Of Position, Course, Altitude, Or Attitude Of Moving Bodies (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 20 i. GRUPPE
OTTO BÖHM in FRIEDRICHSHAGEN.
beim Anstoßen an ein Hindernis.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 18. April 1909 ab.
Es sind Fördereinrichtungen für führerlosen Betrieb bekannt, bei denen das Fahrzeug an bestimmten Stellen der Strecke durch Anschläge o. dgl. zum Stillstand gebracht wird, ferner solche, bei denen das Fahrzeug selbsttätig einen bestimmten Teil der Strecke blockiert und dadurch das folgende so lange an dem Weiterfahren hindert, bis das erste diesen Streckenabschnitt verlassen hat, was ebenfalls durch
ίο Streckenanschläge o. dgl. erreicht wird. In beiden Fällen findet das Anhalten nur an den vorher bestimmten Punkten statt, in dem zweiten Falle müssen die Fahrzeuge stets den Blockabstand voneinander einhalten.
Der Gegenstand der Erfindung ist eine Fördereinrichtung für führerlosen Betrieb, die an jedem beliebigen Punkt der Strecke das Fahrzeug zum Stillstand bringt, sobald irgendein unvorhergesehenes Hindernis sich dort befindet, und nach Entfernung des Hindernisses das Fahrzeug wieder in Betrieb setzt, und bei der die einzelnen Fahrzeuge oder Züge ohne Zwischenräume aufrücken können. Die Erfüllung dieser drei Bedingungen ermöglicht allein den führerlosen Förderbetrieb in Bergwerken, indem zunächst die Strecke an irgendeiner Stelle versperrt sein kann, und indem ferner an einzelnen Stellen, z. B. nahe dem Füllort, eine große Anzahl von Zügen auf kleinem Raum bereit stehen müssen, damit die Beladung des Förderkorbes rasch vor sich gehen kann. Die genannten Bedingungen werden erfindungsgemäß dadurch erfüllt, daß selbsttätige Vorrichtungen, die das Halten und das Anfahren der Fahrzeuge, insbesondere der Lokomotiven, bewirken, ausschließlich an diesen selbst angebracht sind, und entsprechend der geringen, in Bergwerken üblichen Fahrgeschwindigkeit nur wenig über das vordere Ende der Fahrzeuge in der Fahrtrichtung hervorragen.
Nachstehend ist nun eine .Ausführungsform der Erfindung, und zwar in Verbindung mit einer Akkumulatorenlokomotive beschrieben.
α ist die Lokomotive, deren eine Achse hier von einem Elektromotor m angetrieben wird. Im Innern des Gehäuses ist die Batterie b untergebracht, deren einer Pol unmittelbar mit dem Motor verbunden ist, während der andere Pol an dem Schalter s liegt. Wenn dieser durch Eigengewicht oder Federkraft geschlossen ist, wird die Lokomotive in Bewegung sein, hier z. B. nach links. Ein Bügel c, der verschiebbar gelagert ist, wird für gewöhnlich, d. h. während der Fahrt, durch die Federn f1 und f2 in einer derartigen Lage gehalten, daß er über die Lokomotive nach vorn hinausragt. Stößt die Lokomotive mit dem genannten Bügel c gegen einen auf dem Gleis stehengebliebenen Wagen w oder gegen ein anderes Hindernis, so wird der Bügel zurückgestoßen. Dabei bringt er aber den Schalter s in die punktierte Stellung, schaltet dadurch den Motor von der Stromquelle ab, schließt gleichzeitig den Motor als Dynamo geschaltet kurz und bremst dadurch die vorher angetriebene Achse. Die Fahrgeschwindigkeit des Zuges wird so klein gewählt,
daß der Zug nach Ausschalten und Bremsen durch den Bügel c und den Schalter s nicht mehr so' weit rollt, daß ein schädlicher Zusammenstoß mit dem Hindernis w erfolgt. Sobald das Hindernis, hier also der Wagen w, entfernt ist, wird der Bügel c durch die Federn /"j und f2 wieder herausgeschoben, und der Schalter s kehrt in die alte Lage zurück, der Zug setzt sich wieder in Bewegung. Die
ίο Bremsung kann natürlich auch auf andere Weise erfolgen, z. B. durch Einschaltung einer magnetischen Bremse oder Auslösung einer mechanischen mittels des Bügels.
Bei elektrischem Betrieb mit äußerer Stromzuführung, z. B. mit Oberleitung, kann man dieselbe Anordnung treffen. Beim Antrieb durch Dampf oder Druckluft werden Ventile angewendet, die durch den Bügel c geöffnet oder geschlossen werden unter gleichzeitigem Auslösen einer rein mechanischen oder pneumatischen Bremse. Beim Betrieb durch Explosionsmotoren wirkt der Bügel c auf eine lösbare Kupplung zwischen dem Motor und den Laufachsen.
Ähnliche Vorrichtungen, die das Abschalten der Triebkraft und auch eine Bremsung eines Zuges beim Auftreffen auf unvorhergesehene Hindernisse selbsttätig bewirken, sind schon früher bekannt geworden, diese wurden aber lediglich als Sicherheitsvorrichtungen benutzt, um bei Eisenbahnzusammenstößen Unglücksfälle zu verhüten, sie dienten zur Unterstützung des Lokomotivführers und sollten nur ausnahmsweise bei Gefahr in Tätigkeit treten. Infolgedessen sind diese bekannten Vorrichtungen nicht derart ausgebildet worden, daß sie ein selbsttätiges Wiederanfahren der Züge bewirken können, und sind nicht dazu geeignet, einen regelmäßigen Betrieb ohne Führer durchzuführen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Vorrichtung an Fahrzeugen für Bergwerksbetrieb zum selbsttätigen Stillstellen derselben beim Anstoßen an ein Hindernis, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrzeuge mit einem Taster (c) ausgerüstet sind, durch dessen Rückwärtsbewegung beim Anstoßen, z. B. an ein stillstehendes Fahrzeug, in an sich bekannter Weise die Antriebskraft abgestellt und die Bremse angestellt wird, der jedoch nach dem Aufhören des Widerstandes selbsttätig in seine ursprüngliche Stellung zurückgeht und dabei die Bremse wieder löst und die Antriebskraft einschaltet.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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