DE22172C - Verfahren zur Abkühlung des Gebläsewindes bei eisenhüttenmännischen Prozessen - Google Patents
Verfahren zur Abkühlung des Gebläsewindes bei eisenhüttenmännischen ProzessenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 18: Eisenerzeugung.
Fatentirt im Deutschen Reiche vom 31. October 1882 ab;
Bei der Fabrikation von Eisen und Stahl unter Anwendung des Bessemer- und ähnlicher
Processe führt man die Luft entweder als heifsen. oder direct von den Gebläsen! aschinen als
kalten Wind in die Birnen. Beide Verfahrungsweisen leiden daran, obschon man mit Hülfe
des kalten Windes Abhülfe zu schaffen hoffte, dafs sie in das Eisenbad eine wenig dichte
Luft, also von empfindlich verdünntem Sauerstoffgehalt, einführen; denn auch bei der Compression
wird im Winde eine ganz beträchtliche Wärme entbunden. In beiden Fällen kann demnach die für den guten Gang des
Processes so hoch bedeutsame intensivste Wärmeentwickelung in kürzester Zeit im Eisenbade
durch lebhafte Oxydation (Frischen) nicht stattfinden.
Meine Erfindung bezweckt, der Sauerstoffverdünnung im Winde dadurch zu begegnen, dafs
der Wind auf seinem Wege von der Gebläsemaschine nach der Birne durch Abkühlung wieder verdichtet wird.
Eine solche Abkühlung kann offenbar auf verschiedene Weise bewirkt werden. Als Beispiel
einer derselben ist auf beiliegender Zeichnung in Fig. ι und 2 in Längs- bezw. Querschnitt
ein Apparat zur Abkühlung des Windes mit Hülfe von Wasser dargestellt. Dieselbe besteht aus einem in die Windleitung α α eingeschalteten
Behälter b für das Kühlwasser. Der· Wind passirt das Kühlgefäfs durch enge
Röhren c, welche in einer der Windmenge entsprechenden Anzahl vorzusehen sind, d ist der
Einlafs, e der Auslafs für das Kühlwasser. Eine erhöhte Abkühlung bewirkt man leicht durch
Einführen von Eis oder anderen Kühlmitteln in das Wasser. Befindet sich in der Nähe
ein natürliches oder künstliches Wasserreservoir (Teiche, Bäche u. dergl.), so kann man das
Röhrensystem des Abkühlers und ohne die Umhüllung b b in dasselbe legen, oder die Windleitung
als Ganzes, ohne Zertheilung in Röhren c, hindurchleiten.
Die Fig. 3 und 4 zeigen in Längs- bezw. Querschnitt einen auf das Gegenstromprincip
basirten, aufrechtstehenden Apparat mit ringsum gedeckten kleinen Röhren c. Läfst man in
diesen Apparat eine comprimirte und abgekühlte Gasart (z. B. Luft) einströmen und wieder expandiren, so ist man im Stande, eine
ganz bedeutende Abkühlung, d. h. Verdichtung des Windes herbeizuführen, f ist ein Rohr zum
Ablassen der sich aus dem abgekühlten Wind niederschlagenden Feuchtigkeit, Fig. 1.
Die Abkühlung des Windes vor dem Eintritt in die Birne gewährt unter anderem folgende
Vortheile:
1. Bei Beibehaltung der gewöhnlichen Pressung findet in dem geschmolzenen Eisen eine
gesteigerte Wärmeentwickelung pro Zeiteinheit statt.
2. Bei Beibehaltung der gebräuchlichen Wärmesteigerung im geschmolzenen Eisen ist eine
minder starke Pressung des Windes erforderlich: daher Kraftersparnifs bei der Gebläsemaschine
und weniger stürmischer, auswurfsärmerer Gang in der Birne.
3· Verringerung der Wärmeabgabe seitens des
Eisenbades infolge Verminderung der Windfeuchtigkeit und Unabhängigkeit vom Feuchtigkeitsgehalt
der Luft.
Die in vorstehendem speciell mit Bezug auf das Bessemern beschriebenen Neuerungen gelten
natürlich überall da, wo bei diesen verwandten Processen comprimirte Luft Anwendung
findet.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Abkühlung des Gebläsewindes bei eisenhüttenmännischen Processen durch Einschaltung eines Oberflächen-Condensators in die Gebläseleitung.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE22172C true DE22172C (de) |
Family
ID=298825
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT22172D Active DE22172C (de) | Verfahren zur Abkühlung des Gebläsewindes bei eisenhüttenmännischen Prozessen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE22172C (de) |
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