DE220321C - - Google Patents

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DE220321C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B7/00Indigoid dyes
    • C09B7/02Bis-indole indigos
    • C09B7/04Halogenation thereof

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVI 220321 -KLASSE 22 e. GRUPPE
Verfahren zur Darstellung von bromierten Indigosulfiden.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. Januar 1909 ab.
Die Einwirkung von Halogenschwefel auf Indigo ist bisher nicht untersucht worden. Es war, da z.B. Chlorschwefel je nach Umständen chlorierend oder schwefelnd wirkt, das Resultat der Reaktion nicht vorauszusehen. Es hat sich nun gezeigt, daß Schwefelchlorid (S Cl2) bei der direkten Einwirkung auf Indigo in der Kälte lediglich chlorierend wirkt, daß Schwefelchlorür in diesem Falle in
ίο der Kälte selbst bei längerem Digerieren gar nicht reagiert und beim Erwärmen allmählich Zerstörung des Farbstoffs bewirkt.
Anders verläuft nun die Reaktion, wenn Indigo mit nicht mehr als ι Molekül S2 Cl2 auf ι Molekül Indigo in einem geeigneten Lösungs- bzw. Suspensionsmittel, wie Nitrobenzol, Chlorbenzole usw., auf Temperaturen über i6o° erhitzt wird. Hierbei entstehen substituierte Indigosulfide.
Als technisch wertvoll haben sich jene Produkte erwiesen, welche durch gleichzeitige Einwirkung von Brom und Chlorschwefel auf Indigo erhalten werden.
Nach den ausgeführten Analysen enthalten dieselben 1 Atom Schwefel auf 1 Molekül Indigo.
Von den bisher bekannten gebromten Indigoderivaten unterscheiden sich die neuen Farbstoffe in ihrem Verhalten gegen die gebräuchlichen Lösungsmittel, in welchen dieselben bedeutend schwerer löslich sind.
Die Farbstoffe lassen sich gut küpen, und die damit erhaltenen Färbungen zeichnen sich gegenüber Indigo durch bedeutend reinere Nuance sowie bessere Wasch- und Chlorechtheit aus.
Beispiel 1.
1 Molekül Indigo + 1 Molekül S2 Cl2
+ 4 Atome Brom.
15 kg Indigo werden in etwa 50 kg Nitrobenzol suspendiert; andererseits werden 7,5 kg Chlorschwefel und 19 kg Brom in etwa 50 kg Nitrobenzol gelöst und zu obiger Suspension unter Rühren hinzugegeben. Nach mehrstündigem Rühren (oder Stehenlassen über Nacht) wird langsam auf 1400 aufgeheizt und etwa zwei Stunden auf dieser Temperatur gehalten, wobei Chlor- und Bromwasserstoff entweicht. Schließlich wird die Temperatur auf i8o° gesteigert und bei 180 bis 2000 so lange gehalten, bis die Bromwasserstoffentwicklung aufhört. Die Masse wird zum Schluß dickbreiig. Behufs Isolierung des Farbstoffs wird entweder abgesaugt und mit Benzol oder Alkohol nachgewaschen, eventuell damit ausgekocht, oder es wird das Nitrobenzol (zweckmäßig im Vakuum) abdestilliert. Der Farbstoff bildet ein blaues Pulver, welches in kochendem Alkohol, Benzol, Chloroform fast unlöslich, in Nitrobenzol, Dimethylanilin sehr schwer mit grünlichblauer Farbe löslich ist. Mit Alkali und Hydrosulfit erhält man eine gelbe Küpe, aus welcher Baumwolle in klaren, blauen Nuancen ausgefärbt wird. Die mit dem gereinigten Farbstoff ausgeführten Analysen stimmen auf ein Dibromindigosulfid der Formel Cl6H6Br2SN2O2.
Beispiel 2.
ι Molekül Indigo + 1 Molekül S2 Br2
-f· 4 Atome Brom.
An Stelle von Chlorschwefel werden unter Anwendung der unter Beispiel 1 angegebenen gleichen Gewichtsmengen der anderen Stoffe 13,5 kg Bromschwefel verwendet.
Das erhaltene Produkt erweist sich nach Analyse als identisch mit dem unter Beispiel 1 erhaltenen.
Beispiel 3.
ι Molekül Indigo -+- 2 Moleküle S Cl2
+ 2 Atome Brom.
10 kg Indigo werden in 50 kg Nitrobenzol suspendiert; andererseits werden 5,2 kg Chlorschwefel in 50 kg Nitrobenzol gelöst und so lange, Chlorgas eingeleitet, bis eine Gewichtszunähme von 2,8 kg erreicht ist. Hierauf werden noch 7 kg Brom hinzugefügt und diese Lösung in die Indigosuspension eingetragen. Die Weiterverarbeitung geschieht wie in Beispiel i. Bei der Reaktion entweicht fast ausschließlich Chlorwasserstoff neben sehr wenig Bromwasserstoff. Das Endprodukt ist anscheinend identisch mit dem unter Beispiel 1 erhaltenen.
Beispiel 4.
ι Molekül Indigo + 1 Molekül S2 CZ2
+ 2 Atome Brom.
15 kg Indigo werden in 50 kg Nitrobenzol suspendiert. Hierzu wird die vorher bereitete Mischung von 7,5 kg Chlorschwefel, 10 kg Brom und 50 kg Nitrobenzol zugegeben.
Die Weiterverarbeitung geschieht wie in Beispiel i.
Das erhaltene monobromierte Produkt unterscheidet sich in Nuance und Echtheitseigenschäften nur unwesentlich von dem dibromierten.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von bromierten Indigosulfiden, darin bestehend, daß Indigo in geeigneten Lösungs- bzw. Suspensionsmitteln mit Brom und einer ein Molekül nicht überschreitenden Menge Halogenschwefel auf Temperaturen über i6o° erhitzt wird.
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DE (1) DE220321C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US6263779B1 (en) * 1999-10-05 2001-07-24 Delphi Technologies, Inc. Snap ring closure system

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US6263779B1 (en) * 1999-10-05 2001-07-24 Delphi Technologies, Inc. Snap ring closure system

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