DE216092C - - Google Patents

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DE216092C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07GCOMPOUNDS OF UNKNOWN CONSTITUTION
    • C07G99/00Subject matter not provided for in other groups of this subclass

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)
  • Fats And Perfumes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
216092 KLASSE 12 o. GRUPPE
aus Chaulmugraöl.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 12. März 1908 ab.
Bekanntlich wird das Chaulmugraöl (ein aus dem Samen von Taraktogenos Kurzii gewinnbares öl) als internes Mittel gegen Lepra verwandt. Dieses Chaulmugraöl ist von butter ähnlicher Konsistenz und deutlich saurer Reaktion. Es besitzt einen sehr anhaftenden, unangenehmen Geruch und kratzenden Geschmack.
Es lag also ein dringendes Bedürfnis nach
ίο einem Präparat vor, welches alle wirksamen Bestandteile des Chaulmugraöls enthält, neutral reagiert, färb-, geruch- und geschmacklos ist und von den Patienten besser vertragen wird als das genuine Öl von den oben bezeichneten unangenehmen Eigenschaften. Es war ferner nötig, daß dieses Präparat sich nicht zu teuer stellt, da dessen Verwendung
. hauptsächlich für die ärmsten Volksschichten in Frage kommt.
ao Die in dem Journal of the chemical society 85 (1904), S. 853/54 beschriebene Isolierung der Chaulmugrasäure und die Darstellung ihres Esters konnte nicht zu dem angegebenen Ziele führen, da von dieser Säure nur ungefähr 10 Prozent in Chaulmugraöl enthalten sind und es überdies nicht feststeht, ob gerade die Chaulmugrasäure allein das wirksame Prinzip des Öls darstellt, besonders da die Konstitution dieser Säure noch nicht einmal genau ermittelt ist.
Es ist nun gelungen, aus Chaulmugraöl ein für die therapeutische Verwendung sehr gut geeignetes, dünnflüssiges und vollkommen neutrales Präparat auf; folgende Weise zu erhalten: Das öl wird in geeigneter Weise, z. B. durch Alkalien oder Wasserdampf, verseift und in die freien Säuren übergeführt. Das so gewonnene Säuregemisch wird durch Durchleiten von heißen Wasserdämpfen oder durch Waschen mit heißem Wasser von seinen übelriechenden Bestandteilen befreit und darauf durch Esterifizierung in üblicher Weise, z. B. mit Alkohol und Schwefelsäure, in seine niedrigen Alkylester, wie Methyl- oder Äthylester usw., übergeführt. Diese werden durch Destillieren im Vakuum in sehr reiner und insbesondere neutraler, fast färb-, geruch- und geschmackloser Form erhalten.
Das so gewonnene Präparat aus Chaulmugraöl enthält sämtliche Säuren des ursprünglichen Öls in Gestalt von Estern und bietet so die sicherste Garantie, daß es die wertvolle Wirkung des Chaulmugraöls auch vollständig besitzt. Es erfüllt die an ein solches Präparat zu stellenden, oben näher erläuterten Anforderungen vollkommen und stellt sich erheblich billiger als die freie isolierte Chaulmugrasäure bzw. ihre Ester. Es ist somit die Aufgabe gelöst, ein mit den oben angegebenen Eigenschaften ausgestattetes, therapeutisch wertvolles Präparat herzustellen, das sämtliche Bestandteile des Chaulmugraöls enthält und außerdem deshalb besonderen Wert besitzt, weil es zur schmerzlosen subkutanen Injektion geeignet ist. Wie seit längerer Zeit im Orient angestellte klinische Versuche gezeigt haben, ist das Präparat sehr gut für die Anwendung in der Lepratherapie geeignet.
Beispiel.
Ein Teil Chaulmugraöl wird mit zwei Teilen io prozentiger alkoholischer Kalilauge verseift. Man löst die entstandene Seife in Wasser, säuert die Lösung an und wäscht den ausgeschiedenen Säurekuchen so lange mit heißem Wasser, oder bläst Wasserdampf darüber, bis die Masse nicht mehr übel riecht. Zur Darstellung des Äthylesters wird darauf das scharf getrocknete Säuregemisch mit der dreifachen Menge Äthylalkohol unter Zusatz von wenig Mineralsäure etwa 12 Stunden auf dem Wasserbad erwärmt. Man schüttelt darauf das so erhaltene Estergemisch mit Sodalösung und Wasser durch, bis es völlig neutral reagiert und destilliert das getrocknete Produkt unter vermindertem Druck. Die so gewonnene ölige Flüssigkeit, die bei 190 bis 2200 unter einem Druck von 15 mm übergeht, ist .nahezu färb-, geruch- und geschmacklos und von neutraler Reaktion.
Das Verfahren verläuft in analoger Weise zur' Darstellung von anderen Estern. Es kann natürlich auch eine andere der bekannten Veresterungsmethoden benutzt werden. Die im Beispiel beschriebene Verseifung und Reinigung des Öls kann ebenfalls nach irgendeinem anderen der hierfür bekannten Verfahren ausgeführt werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung eines neutral reagierenden, dünnflüssigen Präparates aus Chaulmugraöl, darin bestehend, daß man das durch Verseifen dieses Öls erhältliche Säuregemisch nach erfolgter Reinigung durch Waschen mit heißem Wasser oder Durchleiten von Wasserdämpfen in die niedrigen Alkylester überführt und die so gewonnenen Präparate durch Destillation im Vakuum reinigt.
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