DE2153296B2 - Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus einem gasförmigen Gemisch, das NH3 und HCN enthält - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus einem gasförmigen Gemisch, das NH3 und HCN enthältInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus einem Gasgemisch,
das Ammoniak und Cyanwasserstoff enthält, durch Entfernen des gesamten Ammoniaks und eines geringen
Anteils des Cyanwasserstoffs mit einer wäßrigen Ammoniumhydrogenphosphat-Lösung in einer Absorptionskolonne,
Entfernen des Cyanwasserstoffs aus der sich ergebenden Lösung zusammen mit einem
geringen Anteil an absorbiertem Ammoniak in einer Cyanwasserstoff-Abstreifkolonne, Einleiten der
praktisch cyanwasserstofffreien Lösung zur Entfernung des übrigen Ammoniaks in eine Ammoniak-Abstreifkolonne
und Überführung der dabei erhaltenen Lösung in die Absorptionskolonne.
Innerhalb der letzten Jahrzehnte wurde Ammoniak aus gasförmigen Mischungen, die Cyanwasserstoff
und Ammoniak enthalten, gewonnen, indem das Ammoniak in einer wäßrigen Lösung von Monoammoniumhydrogenphosphat
(NH4H2PO4) und Diammoniumhydrogenphosphat
((NH4)2HPO4), die einem
NH4 +/PO4"-Verhältnis von etwa 1,3 oder der Näherungsformel
(NH4), 3H17PO4 entsprechen, absorbiert
wurde. Die Lösung absorbiert die größere Menge des Ammoniaks und einen geringeren Teil des Cyanwasserstoffs.
Das Ammoniumphosphat wird durch Bil
dung von mehr Diammoniumhydrogenphosphat, entsprechend einer Formel von etwa (NH4), „Η, ,PO4, an
Ammoniak angereichert. Die Lösung wird dann durch Frischdampf abgestreift, und zwar zuerst von Cyanwasserstoff,
der in den Absorber zurückgeführt wird, und dann von Ammoniak bis zu dem entsprechenden
niedrigeren N H4VPO4 3-Verhältnis, und in den Absorber
zurückgeführt. Der den Kopf des Ammoniakabstreifers verlassende NH3-H,O-Gasstrom wird
kondensiert und einer Ammoniäkanreicherungskolonne zugeführt. Ein derartiges Verfahren ist in der
US-PS 2797 148 beschrieben. Die Verfahrensbedingungen, die in dieser Patentschrift offenbart sind, machen
die praktische Anwendung sehr schwierig und führen sogar zu wirtschaftlichen Belastungen. Dies
rührt von einer ungünstigen Kurvenform der Gleichgewichtskurve her, die mit dem Ammoniakabstreif-Vorgang
im Zusammenhang steht und zur Erzielung des NH4 +/PO4 S-Verhältnisses von 1,3 eine ungewohnlich
hohe Dampfgeschwindigkeit (Abstreifdampf) erforderlich macht. Eine wirtschaftliche Abwägung
zwischen den Kosten des Abstreifdampfes und dem Grad des Abstreifens führt infolgedessen zu
einem Abstreifen bis zu einem NH4 +/PO4 al-Verhältnis,
das sich dem Verhältnis von 1,3 nur annähert. Daher ist der abgestreifte, wäßrige Ammoniumhydrogenphosphat-Strom,
der zum Absorbieren von weiterem Ammoniak in den Kopf des Absorbers zurückgeführt
wird, in der Praxis bereits ziemlich reich an Ammoniak, und seine Ammoniak-Absorptionsleistung
wird stark herabgesetzt. Dies gestattet, daß eine wesentlichere Ammoniakmenge den Ammoniakabsorber
mit dem Cyanwasserstoffgas verläßt, als geplant war, und daraus ergibt sich eine übermäßige
Verwendung von Säure in den stromabwärts liegenden Cyanwasserstoff-Rückgewinnungsanlagen zur
Verhinderung einer Polymerisation des Cyanwasserstoffs. Das sich ergebende Ammoniumsalz der Säure
(normalerweise (NH4)2SO4) muß gereinigt und weiter
behandelt werden, bevor es als Abfall verworfen werden kann, um eine Verschmutzung des den Abfall aufnehmenden
Stromes mit NH4 + und SO4 = zu verhüten.
Auch weist die den Ammoniakabsorptionsturm verlassende, reiche Ammoniumhydrogenphosphat-Lösung
nunmehr ein wesentlich höheres NH4 +/PO4 S-Verhältnis
als das bevorzugte Verhältnis von 1,8 auf. Dies führt zu einer alkalischen Lösung (z. B. ist der
pH-Wert größer als 8,0) und zur Polymerisation des meisten Cyanwasserstoffs, der in dieser Lösung absorbiert
wird. Die Cyanwasserstoff-Rückgewinnung ist daher weniger wirksam.
Erfindungsgemäß wird ein verbessertes Verfahren zum Gewinnen von Ammoniak aus einer Gasmischung,
die Ammoniak und Cyanwasserstoff enthält, bereitgestellt, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
man die Lösung aus der Ammoniak-Abstreifkolonne in zwei Strömen entfernt, und zwar am Fuß der Abstreifkolonne
einen ammoniakarmen Strom mit einem Ammoniak/Phosphat-Molverhältnis innerhalb des
Bereichs von 1,2 bis 1,4 sowie seitlich aus der Abstreifkolonne einen ammoniakreichen Strom mit einem
Ammoniak/Phosphat-Molverhältnis von 1,45 bis 1,65, und daß man den ammoniakarmen Strom mit
einer Temperatur innerhalb des Bereichs von 40 bis 70° C am Kopf der Absorptionskolonne einführt und
den ammoniakreichen Strom mit einer Temperatur innerhalb des Bereichs von 40 bis 70° C einer Stelle
der Absorptionskolonne zuführt, wo das Ammo-
niak-zu-Phosphat-Verhältnis des Stromes das gleiche ist wie das Ammoniak-zu-Phosphat-Verhältnis der
Lösung in der Absorptionskolonne und wobei der ammoniakarme Strom 25 bis 40% und der ammoniakreiche
Strom 75 bis 60% der der Absorptionskolonne zugeführten Lösung ausmacht.
Die Zeichnung ist ein das erfindungsgemäße Verfahren veranschaulichendes Fließbild.
Cyanwasserstoff und Ammoniak treten als gasförmiger Strom, der aus einer Anlage zur Herstellung
von Cyanwasserstoff oder einer anderen Quelle stammt, durch die Leitung 1 bei einer Temperatur im
Bereich von 50 bis 90° C in einen Absorptionsturm 2 ein. Ein anderer gasförmiger Strom 3, der aus der Cyanwasserstoff-Abstreifkolonne
13 herkommt und der Cyanwasserstoff, Wasserdampf und etwas Ammoniak enthält, vereinigt sich bei einer Temperatur im Bereich
von 90 bis 120° C, die vom Druck und der Zusammensetzung im Abstreifer 13 abhängt, an dem
Zuführungspunkt zum Absorptionsturm 3 mit dem Strom 1. Die Gase strömen aufwärts durch den
Turm 2 und im Gegenstrom zu der abwärtsfließenden, wäßrigen Lösung von Ammoniumhydrogenphosphaten,
die 30 bis 35 Gew.-% des Ammoniumsalzes enthält, und verlassen den Kopf durch die Leitung 6.
Die wäßrige Lösung der Ammoniumhydrogenphosphate tritt in den Absorptionsturm 2 an zwei
Stellen und bei unterschiedlichen NH4VP ^-Verhältnissen
ein. Der erste dieser Ströme gelangt in den Turm am Kopf durch die Leitung 4. Dieser Strom,
der 25 bis 40% der gesamten Flüssigkeit darstellt wird bei einer Temperatur von 40 bis 70° C zugeführt und
weist ein NH4VPO4 -Verhältnis von 1,2 bis 1,4 auf
(z. B. (NH4), J14H1816PO4). Diese kalte, ammoniakarme
Lösung', welche von der Sohle des Ammoniakabstreifers 17 herkommt, stellt die treibende Absorptionskraft
bereit, um den Ammoniakgehalt des Ammoniak und Cyanwasserstoff enthaltenden Gasstromes,
der in dem Absorber 2 aufwärts strömt, bis auf Niveaus herabzusetzen, die früher wirtschaftlich
nicht erzielbar waren. Der zweite Teil der Phosphatlösung tritt in dem Absorber 2 durch die Leitung 5 bei
einem NH4 VPO4 5-Verhältnis von 1,45 bis 1,65 und
vorzugsweise von 1,5 bis 1,6 bei einer Temperatur von 40 bis 70° C ein. Der Zuführungspunkt, der ungefähr
auf halbem Wege die Absorberkolonne 2 abwärts liegt, ist sorgsam ausgewählt. Der ammoniakreiche
Strom wird an der Stelle der Absorptionskolonne zugeführt, wo das Ammoniak zu Phosphat-Verhältnis
des Stromes das gleiche ist wie das Ammoniak/Phosphat-Verhältnis der Lösung in der
Absorptionskolonne, so daß die Ammoniakbilanz in der Kolonne nicht in Unordnung gebracht wird. Die
Masse des Ammoniaks wird in der unteren Zone der Kolonne 2 (z. B. vom zweiten Zuführungspunkt abwärts)
absorbiert, während die obere Zone (zwischen dem oberen und unteren Zuführungspunkt) für die
Säuberung sorgt. Vorzugsweise liegt die Temperatur der zwei zurückkehrenden Lösungsströme 4 und S innerhalb
des Bereichs von 40 bis 55° C, da ein Betrieb bei den höheren Temperaturen zu der Umwälzung
großer Lösungsmengen führt, die notwendig ist, um die Kolonnentemperatur und die Leistung beizubehalten.
Der Absorber 2 wird normalerweise zwischen 1 und 2 Atmosphären Druck und bei einer Temperatur
von 70 bis 80° C betrieben, was einen Ausgleich zwischen einer günstigeren Ammoniakabsorption und
der Herabsetzung der Cyanwasserstoff-Absorption auf ein Minimum bedeutet.
Der vereinigte Ammoniumhydrogenphosphat-Strom
verläßt den Absorber 2 an dr Sohle durch die Leitung 7. Der Strom ist nunmehr entsprechend einem
NH//PO4*-Verhältnis von 1,7 bis 2,0 oder der
Zusammensetzung (NH4), 7.2,0^13-1 JO4 an Ammoniak
angereichert. Dieser angereicherte Strom wird mittels der Pumpe 8 durch parallele Hitzeaustauscher
9 und 10 gepumpt, in denen der Strom durch die zurückkehrenden, armen Ströme 4 und 5 auf 100
bis 110° C vorerhitzt wird, und der Cyanwasserstoff Abstreiferkolonne
13 zugeführt.
Die Abstreifkolonne 13 wird bei einem Druck betrieben, der gerade ausreicht, damit die abgestreiften
Gase die Kolonne durch die Leitung 3 verlassen können und wieder in die Absorptionskolonne 2 eintreten.
In dieser Kolonne wird der größere Anteil des Cyanwasserstoffs, der in der Phosphat-Flüssigkeit absorbiert
wurde, zusammen mit einer geringeren Menge Ammoniak und Wasser entfernt. Das Abstreifen
kann entweder durch Frischdampf oder mit Hilfe des Aufkochers 16 bewerkstelligt werden. Der letztere
wird bevorzugt, uni ein Wassergleichgewicht in dem System aufrechtzuerhalten. Ein Anteil des Bodenstromes
14, von dem Cyanwasserstoff abgestreift wurde, wird durch die Pumpe 15 nach dem Kopf der
Ammoniakabstreifkolonne 17 hin gepumpt, und ein Teil wird durch den Aufkochei -Wärmeaustauscher 16
im Kreislauf geschickt, um für ein Aufkochen der Kolonne zu sorgen. Der Strom 14 weist je nach dem Arbeitsdruck
und der Zusammensetzung innerhalb des Cyanwasserstoff-Abstreifers 13 eine Temperatur von
110 bis 120° C auf.
Die Ammoniak-Abstreifkolonne 17 entfernt den übrigen Cyanwasserstoff aus der Phosphat-Flüssig-,
keit, sämtliches Ammoniak, das in dem Absorber 2 absorbiert wurde, und Wasser, das sich während des
Absorptionszyklus kondensierte. Der Beschickungsstrom 14 weist ein NH4 VPO4 3-Verhältnis von 1,65
bis 1,95 und vorzugsweise von weniger als 1,85 auf. Die Kolonne wird bei einem Druck von 1 bis 2,5 Atmosphären,
vorzugsweise von etwa 2 Atmosphären, betrieben. Diebevorzugte Methode zum Betrieb des
Abstreifen 17 besteht darin, daß eine annehmbarere Dampfgeschwindigkeit aufrechterhalten wird, daß
aber 60 bis 75% der Flüssigkeit auf einer Wegstrecke abwärts in der Kolonne durch die Leitung 5 entfernt
werden, wenn ihr NH4VPO4"-Verhältnis 1,45 bis
1,65 beträgt. Die durch die Leitung 5 nicht entfernte Phosphat-Flüssigkeit, welche 25 bis 40% des gesamten
Phosphat-Flüssigkeitsstromes ausmacht, verläßt den Ammoniak-Abstreifer an der Sohle durch die
Leitung 4, nachdem sie, wie oben beschrieben, bis zu dem niedrigeren NH4VPO4 S-Verhältnis (1,2 bis 1,4)
abgestreift worden ist.
Die für das Abstreifen benötigte Dampfabgabe wird an zwei Stellen bereitgestellt; durch Wiederaufkochen
im Hitzeaustauscher 18 und durch Einleitung von Frischdampf durch die Leitung 19, wobei die
Hauptmenge des Abstreifdampfes durch den Frischdampf bereitgestellt wird. Unter normalen Arbeitsbedingungen
von 2,0 Atmosphären wird die Temperatur des Überkopfdampfes, welcher in der Leitung 20 absnömt,
zwischen 115° und 125° C liegen, die durch die Leitung 5 austretende Flüssigkeit hat eine Temperatur
von etwa 120 bis 130° C, und die Temperatur der Bodenflüssigkeit in der Leitung 4 liegt geringfügig
höher, d. h. innerhalb des Bereichs von 125 bis
135° C. Die Ströme 4 und 5 werden, wie vorher beschrieben, in den Absorber 2 zurückgeführt.
Die Ammoniak enthaltenden Überkopfdämpfe werden in dem Kühler 21 völlig kondensiert, in dem
Tank 22 gesammelt und durch die Pumpe 23 nach der Ammoniak-Anreicherungskolonne 24 hin gepumpt.
In der Kolonne 24 sind mehrere Bleche vorgesehen, um den Ammoniakgehalt derart zu erhöhen,
daß die Überkopfdämpfe die Kolonne bei 105 bis 110° C und bei 3 Atmosphären Druck durch die Leitung
26 verlassen und mindestens 60 Vol.% Ammoniak enthalten. Die Dämpfe werden in dem Kühler
27 teilweise kondensiert und hinterlassen in der Leitung 29 einen angereicherten Dampf, der bis zu 90
Vol.% Ammoniak bei etwa 80° C enthält, das in das Hauptverfahren zurückgeführt oder einer anderen
Verwendung zugeführt wird. Der Rückfluß wird durch die Leitung 28 in den Kolonnenkopf zurückgeführt.
An der Sohle der Anreicherungskolonne wird durch die Leitung 25 Frischdampf eingeleitet, um für ein
Wiederaufkochen der Kolonne zu sorgen; er wird in ausreichender Menge eingeleitet, um einen nahezu
reinen Wasserstrom zu erzeugen, der aus der Kolonne durch die Leitung 30 austritt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Gewinnen von Ammoniak aus einem Ammoniak und Cyanwasserstoff enthaltenden Gasgemisch durch Entfernen des gesamten Ammoniaks und eines geringen Anteils des Cyanwasserstoffs mit einer wäßrigen Ammoniumhydrogenphosphat-Lösung in einer Absorptionskolonne, Entfernen des Cyanwasserstoffs aus der sich ergebenden Lösung zusammen mit einem geringen Anteil an absorbiertem Ammoniak in einer Cyanwasserstoff-Abstreifkolonne, Einleiten der praktisch cyanwasserstofffreien Lösung zur Entfernung des übrigen Ammoniaks in eine Ammoniak-Abstreif kolonne und Überführung der dabei erhaltenen Lösung in die Absorptionskolonne, dadurch gekennzeichnet, daß man die Lösung aus der Ammoniak-Abstreifkolonne in zwei Strömen entfernt, und zwar am Fuß der Abstreifkolonne einen ammoniakarmen Strom mit einem Ammoniak/Phosphat-Molverhältnis innerhalb des Bereichs von 1,2 bis 1,4 sowie seitlich aus der Abstreifkolonne einen ammoniakreichen Strom mit einem Ammoniak/Phosphat-Molverhältnis von 1,45 bis i,65, und daß man den ammoniakarmen Strom mit einer Temperatur innerhalb des Bereichs von 40 bis 70° C am Kopf der Absorptionskolonne einführt und den ammoniakreichen Strom mit einer Temperatur innerhalb des Bereichs von 40 bis 70° C einer Stelle der Absorptionskolonne zuführt, wo das Ammoniak-zuPhosphat-Verhältnis des Stromes das gleiche ist wie das Ammoniak-zu-Phosphat-Verhältnis der Lösung in der Absorptionskolonne und wobei der ammoniakarme Strom 25 bis 40% und der ammoniakreiche Strom 75 bis 60% der der Absorptionskolonne zugeführten Lösung ausmacht.κι
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