DE212346C - - Google Patents

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DE212346C
DE212346C DENDAT212346D DE212346DA DE212346C DE 212346 C DE212346 C DE 212346C DE NDAT212346 D DENDAT212346 D DE NDAT212346D DE 212346D A DE212346D A DE 212346DA DE 212346 C DE212346 C DE 212346C
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casein
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09HPREPARATION OF GLUE OR GELATINE
    • C09H11/00Adhesives based on glue or gelatine
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09HPREPARATION OF GLUE OR GELATINE
    • C09H5/00Stabilisation of solutions of glue or gelatine

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Adhesives Or Adhesive Processes (AREA)

Description

jminn <bcv
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
~ Λ*212346 -' KLASSE 22 «.· GRUPPE
Dr. FRIEDRICH SUPF in NEW-YORK.
Casein, Stärke, Dextrin.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 26. August 1908 ab.
Es wurde gefunden, daß die Salze organischer Sulfosäuren und deren Derivate, wie polysulfosaure, aminosulfosaure, oxysulfosaure Salze usw., insbesondere die Salze der wohlfeilen Naphtalinsulfosäure und deren Derivate, eine verflüssigende Wirkung auf eine Reihe organischer Kolloide ausüben, so auf Agar-Agar, Leim, Gelatine, Casein, Stärke und die Dextrine des Handels, welche meist noch
ίο Stärke und stärkeähnliche Produkte enthalten. Auf dieses Verhalten der sulfosäuren Salze läßt sich die Herstellung einer Reihe technisch wertvoller Produkte gründen, welche hauptsächlich als Klebstoffe, Anstrichmassen, Appreturmittel für textilische Fasern und Papier Verwendung finden sollen.
Es läßt sich mit Hilfe sulfosaurer Salze aus tierischem Leim eine fast farblose, bei gewöhnlicher Temperatur flüssige Lösung herstellen, welche ebenso "neutral und stark konzentrierbar ist wie Fischleim, im Gegensatze zu dem' widrig riechenden und hygroskopischen Fischleim, aber geruchlos und nicht hygroskopisch ist und diesen sowohl an Klebekraft als an rascher Trockenfähigkeit übertrifft.
Beispiel.
450 Pfund Leder- oder Knochenleim werden mit 120 Pfund naphtalinsulfosaurem Natrium und 480 Pfund Wasser bis zur Lösung erwärmt. Die Lösung hat und behält nach dem Erkalten die erwähnten technisch wertvollen Eigenschaften.
Eingetrocknet liefert so hergestellte Leimlösung ein Produkt, welches wie gewöhnlicher Leim aussieht und, zumal wenn es grob gepulvert ist, die wertvolle Eigenschaft hat, sich in kaltem Wasser leicht aufzulösen und dauernd in flüssigem' Zustande zu bleiben, während gewöhnlicher Leim in kaltem Wasser quellen, durch Erwärmen gelöst und während der Verarbeitung fortgesetzt warm gehalten werden muß.
Die härtende Wirkung des Formalins wird bei dem nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten Leim, besonders nach Zusatz von Alkohol, so weit verzögert, daß eine Lösung 5 bis 6 Stunden flüssig und streichbar bleibt, selbst wenn ihr Formalin in solcher Menge zugesetzt ist, daß der eingetrocknete Leim dadurch nach 1 bis 2 Tagen völlig wasserbeständig gemacht wird.
Vor den bisher im Handel befindlichen stark sauren Leimen hat der durch sulfosaure Salze verflüssigte den Vorzug größerer Klebkraft, unbegrenzter Haltbarkeit ■ und völliger Neutralität, so daß er für viele Zwecke verwendbar ist, für welche saure Leime ausgeschlossen sind. .
Vor den Rhodansalzen, welche nach einem deutschen Reichspatente gleichfalls als Mittel zur Herstellung stark konzentrierter Leimlösungen verwendet werden können, haben die naphtalinsulfosaüren Salze den Vorteil bedeutend größerer Billigkeit; ferner sind sie nicht hygroskopisch und werden nicht wie jene durch Spuren von Eisen intensiv rot

Claims (1)

  1. gefärbt. Der mit naphtalinsulfosauren Salzen hergestellte Leim ist außerdem — wie durch physiologische Untersuchung festgestellt wurde •— als Klebmittel unschädlich für die Gesundheit.
    Agar-Agar, das bei gewöhnlicher Temperatur bereits in weniger als iprozentiger Lösung gelatiniert, bleibt auch nach dem Erkalten völlig flüssig, wenn es in einer gesättigten warmen Lösung von naphtalinsulfosaurem Natrium, im Verhältnis von ι: 40, gelöst wurde. Auch die ■ Verflüssigung von. Casein gelingt mit Hilfe sulfosaurer Salze. Bei sehr konzentrierten Lösungen empfiehlt es sich, die lösende Wirkung der sulfosäuren Salze dadurch zu erhöhen, daß man die sauren . Gruppen im Casein durch Zusatz von Alkali teilweise absättigt; Casein mit derselben Menge Alkali, ohne Zusatz des sulfosäuren Salzes behandelt, liefert beim Abkühlen eine völlig gelatinierte Masse, woraus die verflüssigende Wirkung des sulfosäuren Salzes deutlich erhellt.
    Der technische Wert dieses Verfahrens bei Casein liegt darin, daß man damit stark konzentrierte, farblose, flüssige, neutrale Caseinlösungen herstellen kann, welche selbst die empfindlichsten Farben nicht angreifen und deshalb als Appretur und Anstrichmittel eine ausgedehnte Verwendung finden können.
    Starke mit einem Zusatz von naphtalinsulfosaurem Salze aufgekocht, gibt einen Kleister, der ähnliche Eigenschaften hat, wie mit Lauge behandelte und dann neutralisierte Stärke. .
    Auch nach dem Erkalten ist die Tendenz zu Gelatinieren ganz oder teilweise aufgehoben. Eine Verwandlung in sogenannte »lösliche Stärke«, wie solche z. B. durch die Einwirkung von Persulfaten entsteht, findet dabei nicht statt. Während »lösliche Stärke« in heißem Wasser sich zu einer wasserhellen Flüssigkeit löst, welche fast gar keine klebenden Eigenschaften besitzt, gibt die mit naphtalinsulfosauren Salzen vermischte Stärke beim Aufkochen einen Kleister, dessen klebende Eigenschaften dem gewöhnlichen Kleister gegenüber eher vermehrt als vermindert sind.
    Die Dextrine des Handels, besonders die dicken weißen Dextrine, werden, mit Lösung von naphtalinsulfosauren Salzen behandelt, transparenter, flüssiger, klebkräftiger, und es wird verhindert,- daß die Dextrinlösung allmählich hart und brüchig wird.
    Pa tent-Α ν Spruch:
    Verfahren zur Verflüssigung organischer Kolloide, wie Agar-Agar, Leim, Gelatine, • Casein, Stärke, Dextrin, dadurch gekennzeichnet, daß man diese Substanzen in wäßriger Lösung mit Salzen organischer Sulfosäuren behandelt.
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