DE211178C - - Google Patents
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F41—WEAPONS
- F41G—WEAPON SIGHTS; AIMING
- F41G1/00—Sighting devices
- F41G1/38—Telescopic sights specially adapted for smallarms or ordnance; Supports or mountings therefor
- F41G1/393—Mounting telescopic sights on ordnance; Transmission of sight movements to the associated gun
- F41G1/3935—Transmission of sight movements to the associated gun
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
/ι ■'
Die Erfindung bezieht sich auf Visiervorrichtungen für Geschütze und bezweckt, eine
Visiervorrichtung zu schaffen, die dem Winkel, welcher der durch den Drall des Geschütz rohres
verursachten Seitenabweichung der Geschosse entspricht und der im folgenden der Abkürzung halber mit »Seitenabweichung« bezeichnet
werden soll, in der Weise Rechnung trägt, daß mindestens für alle im Mündungs-
horizonte liegenden Ziele eine genaue Ausschaltung der Seitenabweichung für alle Erhöhungen
selbsttätig erfolgt.
Auf der Zeichnung zeigt
Fig. ι eine Seitensicht einer-.Ausfuhrungsform der Visiervorrichtung nebst den in Betracht kommenden Teilen des Geschützes. Die Visiervorrichtung selbst ist in größerem Maßstabe in den Fig. 2 bis 4 veranschaulicht, und zwar zeigt
Auf der Zeichnung zeigt
Fig. ι eine Seitensicht einer-.Ausfuhrungsform der Visiervorrichtung nebst den in Betracht kommenden Teilen des Geschützes. Die Visiervorrichtung selbst ist in größerem Maßstabe in den Fig. 2 bis 4 veranschaulicht, und zwar zeigt
Fig. 2 den. Schnitt nach 2-2 der Fig. 1, von
oben gesehen,
. Fig. 3 eine teilweise im Schnitt gehaltene Hinteransicht der Visiereinrichtung,
Fig. 4 die zu Fig. 3 gehörige Seitenansicht, teilweise im Schnitte nach 4-4 und 4Λ-4Λ der
Fig. 3, . . ,s -
Fig. 5 eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung einer zweiten Ausführungsform der
Visiervorrichtung,
Fig. 6 die zu Fig. 5 gehörige. Seitenansicht, teilweise im Schnitte nach 6-6 der Fig. 5, und
Fig. 7 den Schnitt nach 7-7 der Fig. 5.
Fig. 8 ist eine zur Erläuterung der Erfindung dienende mathematische Figur.
Es soll zunächst die erste Ausführungsform der Visiervorrichtung beschrieben werden.
Es soll zunächst die erste Ausführungsform der Visiervorrichtung beschrieben werden.
Das Geschützrohr A (Fig. 1) ist in bekannter Weise auf dem Gleitbahnträger B geführt,
der mittels der Schildzapfen b1 in der Lafette
C schwingbar gelagert ist. Zwischen den Gleitbahn träger B und die Lafette C ist
eine (nicht dargestellte) Höhenrichtmaschine eingeschaltet, die von beliebiger bekannter
Bauart sein kann. An der Lafette C ist ein aufwärts gerichteter Arm c1 starr befestigt,
an dem ein gabelförmiger Körper D (vgl. besonders Fig. 2) mittels eines Zapfens d1, dessen
Achse der Schildzapfenachse parallel läuft, drehbar gelagert ist. Mit dem gabelförmigen
Körper D ist ein von einer Kugelzone e1 begrenzter
Hohlkörper E durch zwei gleichachsige Zapfen e2 (vgl. besonders Fig. 2)
schwingbar verbunden. Die Anordnung ist derartig getroffen, daß die Achse der Zapfen e2
die Achse des Zapfens d1 im Mittelpunkte der
Kugel, der die Zone e1 angehört, unter einem rechten Winkel schneidet. Der Körper D ist
mit dem Gleitbahnträger B durch eine Kuppelstange F, deren eines Ende an dem Körper
D und deren anderes Ende an einem fest mit dem benachbarten Schildzapfen b1 verbundenen
Arme δ2 des Gleitbahnträgers angelenkt ist, in solcher Weise zwangläufig verbunden,
daß die Achse der Zapfen e2 der Seelenachse des Geschützrohres beständig parallel
bleibt.
An dem Arme c1 ist eine nach einem Kreisbogen gekrümmte Führung c2 für ein
Gleitstück G und an diesem eine gleichfalls nach einem Kreisbogen gekrümmte Führung g1
für ein mit einem Zapfen h1 versehenes Gleitstück
H vorgesehen. Die Anordnung ist der-
artig getroffen, daß die Krümmungsachse der Führung c2 mit der Achse des Zapfens d1
zusammenfällt und sich mit der Krümmungsachse der Führung g1 im Mittelpunkte der
Kugel, der die Zone e1 angehört, unter einem rechten Winkel schneidet. Die Achse des
Zapfens h1 schneidet die Krümmungsachse
der Führung g1 im Mittelpunkte der Kugelfläche e1 unter einem rechten Winkel. Das
ίο Gleitstück G kann in der Führung c2 mittels
einer Schnecke c3, die in eine Verzahnung g2
des Gleitstückes G eingreift, verstellt werden. Ebenso kann das Gleitstück H gegenüber
seiner Führung g1 mittels einer Schnecke g3,
die in eine Verzahnung h2 des Gleitstückes eingreift, verstellt werden. An dem Gleitstücke
H sitzt eine Dosenlibelle h3, deren Luftblase durch Verstellung der Gleitstücke G
und H gegenüber' ihren Führungen g2 und g1
zum Einspielen gebracht werden kann. Die Lage der Dosenlibelle h3 ist derartig bestimmt,
daß die Achse des Zapfens h1 vertikal steht, wenn die Luftblase der Libelle einspielt. In
der von der Kugelzone e1 begrenzten Wandung des Hohlkörpers E ist eine Kurvennut
e3 vorgesehen, mittels deren sich der Hohlkörper E an dem Zapfen h1 führt, wenn
sich die Achse der Zapfen e2 um die Achse des Zapfens d1 dreht. An dem Hohlkörper E
ist ein diesen gabelförmig umfassender Arm / mittels eines Bolzens i1 drehbar gelagert,
dessen Achse die Achse der Zapfen e2 im Mittelpunkte der Kugelfläche e1 unter einem
rechten Winkel schneidet. Der Arm / trägt an seinem oberen Ende ein Richtfernrohr K,
dessen Visierlinie durch Vermittlung ■ eines durch ein Griffrädchen k1 zu betätigenden
Getriebes in bekannter Weise in seitlicher Richtung geschwenkt werden kann. Zum Ablesen der Einstellungen, die der Visierlinie
durch das erwähnte Getriebe erteilt werden können, dient eine Einteilung k2 und eine
. , Ablesemarke k3. In dem Arme / ist eine mit einem Griffrädchen m1 versehene Schnecke M
gelagert, die in eine Verzahnung e* (Fig. 4) des Hohlkörpers E eingreift. Das Schneckengetriebe
M ei, durch das der Arm / gegenüber dem Hohlkörper E um die Achse des
Zapfens i1 geschwenk werden kann, ist dazu bestimmt, der Visierlinie die der Zielentfernung
entsprechende Neigung gegen die Achse der Zapfen e2 zu erteilen. Zum Ablesen der Einstellung,
die der Visierlinie durch, das Schneckengetriebe M ei erteilt werden kann, dient eine
an der. einen Stirnfläche des Hohlkörpers E angeordnete Entfernungseinteilung e5 und eine
an dem Arme / sitzende Marke i2 (vgl. besonders Fig. 4).
Wenn sich der gabelförmige Körper D um die Achse des Zapfens d1 dreht, muß der
Hohlkörper E unter der Wirkung des Kurventriebes h1 e3 um die zur Seelenachse parallele
Achse der Zapfen, e2 schwingen, so daß die Achse des Bolzens i1;- um die sich dieVisierlinie
beim Einstellen des der Zielentfernung ' entsprechenden Schußwinkels dreht, eine, mit
der Erhöhung des Geschützrohres veränderliche Schrägstellung erhält. Die Gestalt der
Kurvennut e3 ist nun derartig bestimmt, daß durch die der Achse des Bolzens i1 erteilte
Schrägstellung für Ziele, die im Mündungshorizonte gelegen "sind, eine genaue Ausschaltung
der durch den Drall des Geschützrohres verursachten Seitenabweichung der Geschosse
erreicht wird. In welcher Weise die Gestalt der Kurvennut ez bestimmt werden
kann, wird weiter unten erläutert werden. Die Länge der Kurvennut e3 ist so bemessen,
daß man. dem Geschützrohre innerhalb hinreichend großer Grenzen jede beliebige Erhöhung
oder Senkung erteilen kann.
Der Richtvorgang vollzieht sich bei Benutzung der beschriebenen Visiervorrichtung
in folgender Weise: Zunächst erteilt man der Visierlinie durch Drehen des Griffrädchens
k1 die den Witterungsverhältnissen oder
sonstigen zufälligen Umständen entsprechende Seitenrichtung, die mittels der Marke k3 an
der Einteilung k2 abgelesen werden kann. Alsdann stellt man die Visierlinie, indem man
den Arm / mittels des Schneckengetriebes M el um die Achse des Bolzens i1 schwenkt,
unter .Benutzung der Einteilung e5 und der Marke i2 auf den der Zielentfernung entsprechenden
Schußwinkel ein. Nunmehr richtet man die Visierlinie, indem man den Gleitbahnträger
B samt dem Geschützrohre A mittels der Höhenrichtmaschine um die Schildzapfenachse
schwenkt und dem Geschütze, wenn nötig, die erforderliche Seitenrichtung erteilt,
auf das Ziel ein. Bei diesem Vorgange überträgt sich die Drehung des Geschützrohres A
und des Gleitbahnträgers B durch die Kuppelstange F in solcher Weise auf den gabelförmigen
Körper D, daß die Achse der Zapfen e2 der Seelenachse des Geschützrohres beständig
parallel bleibt. Der Hohlkörper E bewegt sich hierbei derartig, daß die Visierlinie die
Richtung auf das Ziel erhält. Unter der Wirkung des Kurventriebes h1 e3 schwingt
der Hohlkörper E gleichzeitig um die Achse der Zapfen e%, so daß sich die Schrägstellung
der Achse des Bolzens i1 stetig ändert. Wenn der Hohlkörper E schließlich in diejenige Lage
gelangt ist, bei der die Visierlinie auf das Ziel zeigt, ist das Geschütz, wenn gleichzeitig die
Luftblase der Dosenlibelle, h3 einspielt, gerichtet.
Spielt die Luftblase nicht ein, so ist die Stellung der Libelle entsprechend zu berichtigen, indem man die Gleitstücke G
und H gegenüber ihren Führungen c2 und g1
mittels der Schneckengetriebe c3 g2 und g3h2
verstellt. Verliert hierbei die Visierlinie die Richtung auf das Ziel, so ist das beschriebene
Verfahren so lange zu wiederholen, bis gleichzeitig die Visierlinie auf das Ziel zeigt und
die Luftblase der Dosenlibelle hs einspielt.
Die Achse des Bolzens i1 besitzt alsdann, entsprechend der Gestalt der Kurvennut ez,
eine solche Schrägstellung, daß für Ziele, die im. Mündungshorizonte gelegen sind, die durch
ίο den Drall des Geschützrohres verursachte Seitenabweichung
der Geschosse genau ausgeschaltet ist.
In den Fig. 5 bis 7 ist die zweite Ausführ
ungsform der Erfindung dargestellt, die eine Visiervorrichtung mit sogenannter unabhängiger
Visierlinie bildet. Diese unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform im wesentlichen
nur in folgenden Punkten. Das Schneckengetriebe M ei ist in Wegfall gekommen. Der
Arm 7 ist mit zwei Lappen is versehen, die
gabelförmig einen mit dem Zapfen h1 gleichachsigen
Zapfen A4 umfassen. Die Flächen il, mit denen die Lappen i3 den Zapfen A4 be-•
rühren, bilden Ebenen, die senkrecht zu derjenigen Richtung angeordnet sind, welche die
Visierlinie einnimmt, wenn sie parallel zu der durch ■ den Mittelpunkt der Kugelfläche e1
senkrecht zur Achse des Bolzens i1 gelegten Ebene eingestellt ist. Aus dieser Anordnung
ergibt sich, daß die gemeinschaftliche Achse der Zapfen A4 und A1 mit der Visierlinie,
wenn .diese die beschriebene Lage einnimmt, einen rechten Winkel bildet. Die Dosenlibelle
h3 ist durch eine Libelle N- mit länglicher
Luftblase ersetzt. Das Gehäuse der Libelle N ist um den Zapfen A4 drehbar und
besitzt einen Ansatz n1, der zwischen die Lappen i3 des Armes / greift und an den
Flächen il geführt ist. Die Anordnung ist derartig getroffen, daß. die Längsachse der Libelle
die gemeinschaftliche Achse der Zapfen A4
-und A1 rechtwinklig schneidet und den Führungsflächen il parallel ist.
Beim Gebrauche der zuletzt beschriebenen
4,5 Ausführungsform der Visiervorrichtung richtet man die Visierlinie der Höhe nach mittels
des Schneckengetriebes c3 g2 auf das Ziel ein. Zum Zwecke des Einstellens der der Zielentfernung·
entsprechenden Neigung zwischen Visierlinie und Seelenachse schwenkt man mit
Hilfe der Höhenrichtmaschine das Geschützrohr so lange um die Schildzapfenachse, bis der
der gewünschten Zielentfernung entsprechende
" Teilstrich der Einteilung e5 der Marke i%
gegenübersteht. Wenn gleichzeitig die Luftblase der Libelle N einspielt, ist das Geschütz
gerichtet. Ist dies nicht der Fall, so ist die Stellung der Libelle durch Verstellen des
Gleitstückes H mittels des Schneckengetriebes g3 h2 entsprechend zu berichtigen. Verliert
hierbei die Visierlinie die Richtung auf das Ziel oder ändert sich die Stellung der Marke i2
gegenüber der Einteilung e5, so ist das beschriebene Verfahren so lange zu wiederholen,
bis gleichzeitig die Visierlinie auf das: Ziel zeigt, der der Zielentfernung entsprechende
Teilstrich der Einteilung e5 der Marke iz
gegenübersteht und die Luftblase der Libelle N einspielt.
Es soll nun an Hand der Fig. 8 erläutert werden, wie man die Gestalt der Kurvennut es
bestimmen kann. Hierbei soll von der Annahme ausgegangen werden, daß das Geschütz
auf ein im Mündungshorizont gelegenes Ziel eingerichtet ist. Der der Zielentfernung entsprechende
Schußwinkel soll mit ε und die zugehörige Seitenabweichung der Geschosse mit s bezeichnet werden. Ferner soll angenommen
werden, daß das Richtfernrohr K ■ unter Benutzung des Griffrädchens k1 derartig
eingestellt ist, daß die Visierlinie der durch den Mittelpunkt .der Kugelfläche e1 senkrecht
zur Achse des Bolzens i1 gelegten Ebene parallel
ist.
Die Aufgabe, die Gestalt der Kurvennut e3 zu bestimmen, kann als gelöst betrachtet
werden, wenn man die Mittellinie der Kurvennut bestimmt hat, d. h. den geometrischen
Ort derjenigen Punkte, in denen die Achse des Zapfens A1 die Kugelzone e1 durchdringt,
wenn die Seelenachse eine bestimmte Erhöhung und die Achse des Bolzens i1 die zur
genauen Ausschaltung der dieser Erhöhung entsprechenden Seitenabweichung erforderliche
Schrägstellung besitzt. Die Bestimmung dieses. geometrischen Ortes bildet den Gegenstand
der nachfolgenden Untersuchung, die sowohl für die erste als auch für die zweite Ausführungsform,
der Erfindung gültig ist.
In Fig. 8 bezeichnet O den Mittelpunkt der Kugelfläche e1, die durch einen strichpunktiert
gezeichneten größten Kugelkreis E dargestellt ist. S S1 bezeichnet die Lage der zur Seelenachse
parallelen Achse der Zapfen e2, / J1 die
Lage der Achse des Bolzens i1 und P die durch
den Kugelmittelpunkt O senkrecht zur Achse des Bolzens i1 gelegte Ebene. Da die Achse der
Zapfen e1 die Achse des Bolzens i1 im Punkte O
rechtwinklig schneidet, muß die Gerade S S1 in die Ebene P hineinfallen. V V1 bezeichnet
die durch O parallel zur Visierlinie gezogene Gerade. Da die Visierlinie nach Voraussetzung
parallel zur Ebene P eingestellt ist, so muß auch die Gerade V V1 in die Ebene P
hineinfallen. A bezeichnet den einen von den 11S
beiden Punkten, in denen die Gerade V V1 die Kugeloberfläche durchdringt, und B den
dem Punkte A benachbarten Durchschnittspunkt der Geraden S S1 und der Kugeloberfläche.
Die linearen Abmessungen des Geschützes können, da sie im Verhältnis zur Zielent-
fernung sehr klein sind und außerdem ihr Einfluß auf die Lage des Treffpunktes neben
dem Einflüsse der Streuung der Geschosse nicht in Betracht kommt, bei der vorliegenden
Untersuchung vernachlässigt werden, so daß man das Geschütz gewissermaßen als einen Punkt betrachten kann, der mit dem
Punkte O zusammenfallend gedacht ist. Man kann daher annehmen, daß die zur Seelenachse
parallele Gerade S S1 geradezu die Lage der Seelenachse und die zur Visierlinie parallele
Gerade V V1 geradezu die Lage der Visierlinie bezeichnet.
Da das Geschütz nach Voraussetzung auf ein im Mündungshorizonte gelegenes Ziel eingerichtet
ist, muß die Visierlinie V V1 horizontal gerichtet sein. Q bezeichnet die durch
V V1 gelegte Horizontalebene, R die durch
S S1 gelegte Vertikalebene und C den den Punkten A und B benachbarten Punkt, in
dem der Durchschnitt der Ebenen Q und R die Oberfläche der Kugel durchdringt.
Die auf den Mündungshorizont bezogene Seitenabweichung s der Geschosse wird durch
den Winkel gemessen, den die durch die Seelenachse gelegte Vertikalebene mit derjenigen
Vertikalebene bildet, die durch die Verbindungslinie des Treffpunktes und des Mittelpunktes der Geschützrohrmündung oder,
da das ganze Geschütz als ein mit dem Punkte O zusammenfallender Punkt betrachtet
werden kann, durch die Verbindungslinie des Treffpunktes und des Punktes θ gelegt ist.
,Wenn diese Seitenabweichung durch die Schrägstellung der Achse / J1 ausgeschaltet
sein soll, muß die durch die Seelenachse 5 S1 gelegte Vertikalebene R von der durch die
Visierlinie V V1 gelegten Vertikalebene in dem der Geschoßabweichung entgegengesetzten Sinne
abweichen, und zwar muß der Winkel, den diese beiden Vertikalebenen miteinander bilden,
gleich s sein. Wenn also die Seitenabweichung der Geschosse, wie es in der Regel
der Fall ist und hier vorausgesetzt werden soll, nach rechts erfolgt, muß, wie die Figur
zeigt, die durch die Seelenachse 5 S1 gelegte Vertikalebene R von der durch die Visierlinie
V V1 gelegten Vertikalebene in der Schuß-. richtung nach links abweichen. Der Winkel,
den diese beiden Vertikalebenen miteinander bilden, ist gleich dem Winkel AOC und
muß nach der vorausgeschickten Erläuterung gleich s sein. Da das Geschütz nach Voraussetzung
auf ein im Mündungshorizonte gelegenes Ziel eingerichtet ist, ist die Erhöhung des Geschützrohres, die durch den Winkel B O C
gemessen wird, gleich dem Schußwinkel ε.
Durch die Punkte ABC ist ein rechtwinkliges Kugeldreieck bestimmt, dessen rechter
Winkel bei C liegt. In diesem Dreieck jst die eine Kathete iC = /iÖC^s
und die andere Kathete BC-A B O C = ε.
Hieraus ergibt sich für den Winkel ß, den die Ebenen P und R miteinander bilden, die Bezeichnung
tang s
tang β = —-s_ ,
tang β = —-s_ ,
sm ε
aus der sich (3 berechnen läßt.
Die Achse des Zapfens h1 steht, wenn das
Geschütz eingerichtet ist, bei beiden Ausführungsformen der Visiervorrichtung vertikal.
Für die erste Ausführungsform folgt dies ohne weiteres daraus, daß die Luftblase der Dosenlibelle
hs einspielt, für die zweite Ausführungsform daraus, daß einerseits die Luftblase der
Libelle N einspielt und andererseits die Visierlinie nach Voraussetzung horizontal gerichtet
.st und eine Lage einnimmt, · bei der die Achse ies Zapfens h1 auf ihr senkrecht steht. Da
die Achse des Zapfens h1 vertikal gerichtet
ist, muß sie auf der Horizontalebene Q senkrecht stehen und, da sie durch den Punkt O
geht, in die Vertikalebene R hineinfallen. Der untere Schnittpunkt dieser Achse und der
Kugeloberfläche ist mit T bezeichnet. Dieser Punkt gehört der gesuchten Mittellinie der
Kurvennut es an. Da die Gerade O T auf
der Ebene Q senkrecht steht, ist
go°; mithin ist
go°; mithin ist
A. B O T = 900 — A. B O C = 900 — s.
Mit Hilfe der beiden Beziehungen
tang s
tang s
tang β =
sm ε
B OT = go° —ε
läßt sich die Lage des Punktes T auf der Kugelzone e1 bestimmen. An dem Hohlkörper
E, dem die Kugelzone e1 angehört, ist die Ebene P, d. h. die zur Achse des Bolzens i1
senkrechte Mittelebene der Kugelzone e1, und in der Ebene P die Achse S S1, d. h. die
Achse der Zapfen e2, festgelegt. Von dieser Grundlage ausgehend, findet man den Punkt T,
indem man durch die Achse 5 S1 eine Ebene R legt, die die Ebene P unter einem Winkel β
schneidet; und in der Ebene R an die Achse S S1 einen Winkel 900 — ε anträgt, dessen
freier Schenkel die Kugelzone e1 im Punkte T
schneidet. Durch Wiederholung dieser Konstruktion für beliebig viele zusammengehörige
Werte von ε und s läßt sich die gesuchte Mittellinie der Kurvennut e3 mit beliebiger
Genauigkeit bestimmen.
Wie aus Fig. 8 ohne weiteres ersichtlich ist, kann durch Schrägstellung der Achse JJ1
bei einer Erhöhung von ε = o° nur eine Seitenabweichung s = o° ausgeschaltet werden. Nun
tritt aber infolge der als Abgangsfehler. bezeichneten Richtungsänderungen, welche die
Seelenachse beim Abfeuern des Geschützes erfährt, namentlich bei Steilfeuergeschützen
häufig der Fall ein, daß die Seitenabweichung bei der Erhöhung ε — o° einen von ο verschiedenen
Wert S0 besitzt. In diesem Falle muß man die Einteilung A2 derartig anordnen,
daß die Visierlinie, wenn die Marke kz auf den Nullpunkt der Einteilung k2 zeigt, mit derjenigen
Richtung, die sie einnimmt, wenn sie
ίο parallel zur Ebene P eingestellt ist, einen
Winkel s0 einschließt, und alsdann die Gestalt der Kurvennut es so bestimmen, daß durch
die Schrägstellung der Achse JJ1 die Seitenabweichungen
s ·— s0 ausgeschaltet werden.
Die vorstehende Untersuchung ist unter der Voraussetzung durchgeführt, daß das Ziel im
Mündungshorizont liegt. Ist dies nicht der Fall, so ergeben sich bei der ersten Ausführungsform
der Visiervorrichtung geringe Fehler, die jedoch im allgemeinen vernachlässigt werden können. Bei der zweiten Ausführungsform
der Visiervorrichtung sind, wenn ■ ein außerhalb des Mündungshorizontes gelegenes
Ziel beschossen wird, die durch die Visiervorrichtung ausgeschalteten Seitenabweichungen
der Geschosse, wie eine einfache Überlegung zeigt, unter Voraussetzung gleicher Schußwinkel ebenso groß, wie wenn, das Ziel
im Mündungshorizonte läge. Die Seitenabweichungen, die beim Beschießen von außerhalb
des Mündungshorizontes gelegenen Zielen auftreten, werden also bei Verwendung der
zweiten Ausführungsform der Visiervorrichtung mit der gleichen Genauigkeit ausgeschaltet,
mit der diese Seitenabweichungen unter Voraussetzung gleicher Schuß winkel mit den auf
den Mündungshorizont bezogenen Seitenabweichungen übereinstimmen.
Wenn dem Geschützrohre eine Senkung erteilt wird, gelangt der Zapfen W bei der
ersten Ausführungsform der Visiervorrichtung in den mit e6 bezeichneten Teil der Kurven-.
nut es. Da das Ziel in diesem Falle niemals im Mündungshorizonte liegen kann, kann die
Gestalt des Teiles e6 der Kurvennut e3 nicht
nach dem oben beschriebenen Verfahren bestimmt werden. Am einfachsten ist es, die
Gestalt des Teiles ee, wie auf der Zeichnung dargestellt, derartig zu bestimmen, daß die
Achse JJ1 diejenige Schrägstellung beibehält,
die sie bei der Erhöhung ε = oc besitzt. Die . Seitenabweichungen sind alsdann wenigstens
annähernd genau ausgeschaltet.
Claims (6)
- Patent-Ansprüche:i. Visiervorrichtung für Geschütze, dadurch gekennzeichnet, daß die Visierlinie um eine Achse geschwenkt werden kann, die parallel zu der der Seelenachse zu er-■ teilenden Richtung einstellbar ist, und daß die Visiervorrichtung einen Kurventrieb (W es) besitzt, durch den der Achse (Achse des Bolzens i1), um die sich die Visierlinie und die Schwenkachse (Achse der Zapfen e2) beim Einstellen des der Zielentfernung entsprechenden Schußwinkels gegeneinander drehen, zwecks selbsttätiger Ausschaltung der durch den Drall des Geschützrohres verursachten Seitenabweichung der Geschosse eine mit der Erhöhung des Geschützrohres veränderliche Schrägstellung erteilt werden kann.
- 2. Visiervorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungskurve (e*j des Kurventriebes (W e3) solche Gestalt besitzt, daß die Seitenabweichung der Geschosse für Ziele, die im Mündungshorizonte gelegen sind, genau ausgeschaltet werden kann.
- 3. Visiervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Teil (h 1J des Kurventriebes gegenüber der Lafette des Geschützes einstellbar ist und der andere Teil (ez) des Kurventriebes demjenigen Körper (E) angehört, an dem sowohl die Schwenkachse (Achse der Zapfen e2) als auch diejenige Achse (Achse des Bolzens i1) . festgelegt ist, um die sich die Visierlinie und die Schwenkachse beim Einstellen des der Zielentfernung entsprechenden Schußwinkels gegeneinander drehen.
- 4. Visiervorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, bei der die Schwenkachse (Achse der Zapfen e2) ihre Drehachse (Achse des Zapfens d1) schneidet, dadurch gekennzeichnet, daß der gegenüber der Lafette einstellbare Teil des Kurventriebes die Gestalt eines Zapfens (W) besitzt, dessen Achse durch den Schnittpunkt der Schwenkachse und ihrer Drehachse hindurchgeht, und der andere Teil des Kurventriebes eine zu diesem Zapfen passende Kurvennut (ea) bildet, deren Mittellinie einer zum Schnittpunkte der erwähnten Achsen konzentrisehen Kugelfläche (e1) angehört.
- 5. Visiervorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der den einen Teil des Kurventriebes bildende Zapfen (W) mit einer Dosenlibelle (hs) fest verbunden ist, die in solcher Lage zu dem Zapfen (W) angeordnet ist, daß, wenn ihre Luftblase einspielt, die Achse des Zapfens (W-) vertikal steht.
- 6. Visiervorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem den einen Teil des Kurventriebes bildenden Zapfen (W) eine mit länglicher Luftblase versehene Libelle (N) drehbar verbunden ist, die derartig angeordnet ist, daß ihre Drehachse mit der Achse des Zapfens (W) zusammenfällt und ihre Längs-achse die Achse des Zapfens (k1) rechtwinklig schneidet, und daß die Libelle (N) und der Zapfen (h1) mit dem die eigentliche Visiervorrichtung (Fernrohr K o. dgl.) tragenden Körper (J) in solcher Weise verbunden sind, daß die durch die Achse des Zapfens (h1) und' die Längsachse der Libelle (N) bestimmte Ebene beständig senkrecht auf derjenigen Richtung steht, welche die Visierlinie einnimmt, wenn sie parallel zu einer Ebene eingestellt ist, die auf derjenigen Achse (Achse des Bolzens i1) senkrecht steht, um die sich die Visierlinie und die Schwenkachse beim Einstellen des der Zielentfernung entsprechenden Schußwinkeis gegeneinander drehen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT41171D AT41171B (de) | 1908-03-10 | 1909-01-08 | Visiervorrichtung für Geschütze. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE211178C true DE211178C (de) |
Family
ID=473012
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1908211178D Expired - Lifetime DE211178C (de) | 1908-03-10 | 1908-03-10 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE211178C (de) |
-
1908
- 1908-03-10 DE DE1908211178D patent/DE211178C/de not_active Expired - Lifetime
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