KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 68: Schlosserei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. Juni 1882 ab.
Das dargestellte Schlofs dient zum Verschlufs von Portemonnaies, Brieftaschen und Etuis aller
Art Und besteht aufser der zu diesem Zweck erforderlichen Verschlufsvorrichtung aus einem
selbstthätig wirkenden Controllmechanismus, welcher das stattgehabte Oeffnen des Schlosses
anzeigt.
Die Verschlufsvorrichtung besteht aus dem unter der Grundplatte A des Schlosses liegenden
Riegel B, welcher mit seinem oberen Ende in den Haken des Ueberwurfes C eingreift.
Der Riegel B ist vermittelst einer durch einen
Schlitz der Grundplatte greifenden Schelle D mit dem Schieber E verbunden. Letzterer
liegt in einer Versenkung der Grundplatte, in welcher sein Hub durch, die Nasen α α begrenzt
ist. An dem unteren Ende ist der Schieber E zu einer Oese umgebogen, welche
den Angriffspunkt für das Oeffnen und Schliefsen des Schlosses bildet.
Der Controllmechanismus ist folgendermafsen zusammengesetzt:
Auf die Grundplatte A, Fig. 3 und 4, ist eine mit Deckel F versehene Kapsel G aufgelöthet,
in welcher ein doppeltes, für den vorliegenden Zweck besonders angeordnetes Gesperre Platz
findet. Das letztere ist in eine besondere Kapsel H eingebaut und besteht aus dem zwölfzähnigen
Sperrrad J, Fig. 2, und den beiden federnden Sperrklinken K und L, welche aus
einem Stück hergestellt und in die innere Kapsel bei b eingelassen und verlöthet sind.
Bei der stattfindenden Bewegung des Sperrrades J bewegt sich der auf derselben Welle
sitzende Zeiger Z, Fig. 1, über einem Zifferblatt.
Die Verbindung der Verschlufsvorrichtung mit dem Controllmechanismus ist auf folgende
Weise bewerkstelligt:
Der Schieber E ist an seinem oberen Ende zu einem Haken M umgebogen, welcher, durch
einen Schlitz der inneren Kapsel H greifend, auf die federnde Sperrklinke L wirken kann.
Wird das Schlofs geöffnet, so drückt der Haken M des Schiebers E auf die Sperrklinke L,
wodurch sodann das Sperrrad J um einen Zahn und damit gleichzeitig der Zeiger Z um eine
Ziffer weitergedreht werden. Beim Rückwärtsgang der Sperrklinke L verhindert K die Bewegung
des Sperrrades.
Beim Gebrauch des Schlosses wird der Zeiger auf irgend eine Zahl gestellt und der Deckel F
verschlossen. Der Besitzer ist dann im Stande, ein stattgehabtes unbefugtes Oeffnen des Schlosses
bezw. die Wiederholung desselben zu constatiren.
Gleichzeitig dient das Schlofs, an Portemonnaies angebracht, als bequeme Bieruhr, indem
der Besitzer eines solchen, dasselbe in der Tasche tragend, nur nöthig hat, bei jedem
vollen Seidel den selbstthätig zurückspringenden Schieber E herauszuziehen.
Pa ten τ-An spruch:
Ein Controllschlofs für Portemonnaies, Brieftaschen und Etuis aller Art, bestehend aus der
Combination der Verschlufsvorrichtung mit dem Controllmechanismus, insbesondere gekennzeichnet
durch:
i. die Verwendung zweier aus einem Stück hergestellten federnden Sperrklinken, welche
einmal zum Betriebe des Sperrrades dienen und gleichzeitig die Verschlufsvorrichtung
zu einer selbstthätigen machen.
Die eigenthümliche Gestaltung des in den Fig. 3 bis 5 dargestellten Schiebers E, durch
welche seine Bewegung auf den Controllmechanismus übertragen wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI.