DE199503C - - Google Patents

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DE199503C
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silver
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ammonia
plate
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DE1907199503D
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03CCHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
    • C03C17/00Surface treatment of glass, not in the form of fibres or filaments, by coating
    • C03C17/06Surface treatment of glass, not in the form of fibres or filaments, by coating with metals
    • C03C17/10Surface treatment of glass, not in the form of fibres or filaments, by coating with metals by deposition from the liquid phase

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemically Coating (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-- M 199503— KLASSE 32 b. GRUPPE
CHEMISCHE FABRIK von HEYDEN AKT-GES. in RADEBEUL b. DRESDEN.
Verspiegelungsverfahren. Patentiert im Deutschen Reiche vom 19. Juli 1907 ab.
Die zahlreichen bekannten Verfahren zum Verspiegeln mit Silber beruhen darauf, daß aus einer alkalisch gemachten Lösung von Silbernitrat in destilliertem Wasser mittels geeigneter Reduktionsmittel metallisches Silber auf die zu verspiegelnde Fläche niedergeschlagen wird. Sämtliche Verfahren haben Ubelstände und sind an Vorsichtsmaßregeln gebunden, so daß nur der geübte Fachmann
to in der Lage ist, tadellose Spiegel herzustellen. Das ist bei dem neuen Verfahren nicht der Fall; es ist so einfach, daß auch der Ungeübte damit Spiegel herstellen kann. Auch in den erforderlichen Einrichtungen ist das neue Verfahren viel anspruchsloser. Bisher mußte man, wenn einmal ein Spiegelbelag verdorben war, um die Platte von neuem zu belegen, dieselbe unter Umständen nochmals schleifen. Das ist bei dem neuen Verfahren nicht erforderlich.
Die bekannten Reduktionsverfahren haben auch endlich noch den großen Nachteil, daß die Silberlösungen, weil sie bereits die reduzierenden Substanzen enthalten, fortwährend Silber ausscheiden und schon in den Flüssigkeitsbehältern reduziert werden, so daß also nur ein Teil des ausgeschiedenen Silbers zur Bildung des Spiegels ausgenutzt wird, während das nicht als Spiegel ausgeschiedene Silber immer wieder auf Silbernitrat aufgearbeitet werden muß. Man hat zwar versucht, durch Aufspritzen von getrennt aufbewahrter Silberlösung und Reduktionslösung aus zwei Düsen diese Übelstände zu beseitigen; das Verfahren hat aber andere Schwierigkeiten und wird in der Praxis nicht ausgeführt.
Wir haben nun gefunden, daß man alle die Nachteile der bisher bekannten X'erfahren vermeidet, indem man nicht, wie bisher, die alle zur Reduktion erforderlichen Bestandteile enthaltende Silberlösung auf die zu versilbernde Fläche aufträgt, sondern eine Silberlösung, die an und für sich nicht verspiegelnd wirkt, weil sie entweder das Reduktionsmittel oder das für die Reduktion erforderliche alkalische Mittel nicht enthält, und indem man erst in zweiter Phase durch besondere Einwirkung dieser fehlenden Agenzien für sich die Reduktion zu Silber herbeiführt. Eine Lösung von Silbernitrat in wenig Wasser z. B., versetzt mit Formaldehyd, verspiegelt nicht. Erst wenn man die mit einer solchen Lösung überzogenen Flächen der Einwirkung alkalischer Reagenzien, z. B. Ammoniak, aussetzt, wird ein Spiegel gebildet. Oder umgekehrt: die Lösung von Silberoxydammoniak verspiegelt nicht; erst wenn man die damit überzogene Fläche Formaldehyddämpfen aussetzt, entsteht der Spiegel. Das Wesentliche unserer Erfindung besteht darin, daß wir das Auftragen der Silberlösung und die Reduktion in zwei aufeinanderfolgenden Stufen ausführen, während bisher in einem Vorgang die an sich reduzierende Lösung zur Einwirkung gebracht wird.

Claims (1)

  1. B e-i s ρ i e 1.
    Man löst 6 Gewichtsteile (6 g) Silbernitrat in 3 Raumteilen (3 ecm) destilliertem Wasser, dazu bringt man ein Gemisch von 6 Raumteilen . (6 ecm) 40 prozentiger Formaldehydlösung mit 7 Raumteilen (7 ecm) Glyzerin oder starke Zuckerlösung, Sirup, Gummilösung; nötigenfalls setzt man noch etwas Aceton zu, um gute Benetzbarkeit des Glases zu erzielen. Diese Lösung kann entweder ohne weiteres verwendet werden oder nach dem Verdünnen mit Wasser. Die Verdünnung richtet sich nach der gewünschten Dicke des Belags. Man bringt zunächst eine kleine Menge der Lösung auf die Platte und reibt mit einem Pinsel oder Hirschlederlappen die ganze Fläche damit an; hierauf gießt man eine größere Menge auf und läßt durch Neigen der Fläche die Flüssigkeit an alle Stellen der zu verspiegelnden Fläche gelangen. Alsdann stellt man die Platte senkrecht und läßt den Überschuß der Lösung ablaufen. Es bleibt genügend Lösung an der Platte haften, um einen guten Spiegelbelag zu erzeugen. Wenn die überschüssige Flüssigkeit abgetropft ist, setzt man die Platte Ammoniak aus, indem man sie in ein Gefäß oder einen Raum stellt, auf dessen Boden Salmiakgeist ausgegossen ist, oder indem man Ammoniakdampf dagegenströmen läßt, oder indem man sie in eine Lösung von Ammoniak in Benzol oder einem anderen Lösungsmittel eintaucht, welches mit wäßrigen Lösungen sich nicht mischt und die aufgetragene Silberlösung nicht abspült. Die Spiegelbildung tritt im Gegensatz zu den bisherigen Verfahren fast augenblicklich ein. Der Spiegel wird hierauf noch kurze Zeit gewaschen, getrocknet und, wie bekannt, lackiert. Die erwähnten Zusätze von Gummiarabikum, Glyzerin o. dgl. haben nur den Zweck, die Flüssigkeit zu verdicken oder die Benetzbarkeit gegenüber der' zu verspiegelnden Fläche zu erhöhen. Sie sind von Vorteil, aber' nicht unbedingt nötig. Man kann auch Zusätze zur Vers.piegelungslösung geben, welche, wie bei den anderen Versilberungsverfahren, gewisse Einwirkungen in der Farbe des Spiegels hervorrufen, z. B. Bleisalze.
    Das Verfahren läßt sich abändern in .der Wahl des Reduktionsmittels, der Konzentration und der Zusätze; statt Formaldehyd können andere Reduktionsmittel, statt Ammoniak andere alkalisch wirkende Reagenzien benutzt werden. Man kann auch umgekehrt verfahren, d. h. eine alkalische Silberlösung, z. B. Silberoxydammoniaklösung, auf die Fläche auftragen und in zweiter Phase das Reduktionsmittel, z. B. Formaldehyddampf, einwirken lassen.
    Außer Glas kann man Gegenstände aus anderem Stoffe, z. B. Zelluloid, Glimmer, gehärtete Gelatine, verspiegeln.
    Wie schon erwähnt, läßt sich die Stärke der Spiegelschicht je nach der Konzentration der Lösung sehr verschieden gestalten; deshalb eignet sich das Verfahren auch besonders ' zur Herstellung von durchsichtigen Spiegeln, deren Herstellung bisher besondere Schwierigkeiten bereitet hat.
    Natürlich kann man das Auftragen der Silberlösung auf beliebige Weise ausführen.
    Ein besonders schätzenswerter Vorteil des Verfahrens besteht darin, daß man Spiegel, deren Belag irgendwie verdorben ist, von neuem belegen kann, ohne vorher die Platte wieder schleifen zu müssen. Spiegel, welche geschliffene Ränder, Fassetten usw. tragen sollen, wurden bisher nach dem Belegen geschliffen. Unser Verfahren gestattet auch, den bereits geschliffenen Gegenstand nachträglich zu verspiegeln, weil man den Silberbelag mit Leichtigkeit über die ganze Fläche und auch auf die Ränder ausbreiten kann.
    Pa ten τ -Anspruch:
    Verspiegelungsverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß man nicht verspiegelnde Lösungen von Silbersalzen und einem alkalischen oder einem reduzierenden Stoff auf die zu verspiegelnde Fläche aufträgt und das Silber durch nachträgliche Einwirkung eines reduzierenden bzw. eines alkalischen Mittels zur Ausscheidung bringt.
DE1907199503D 1907-07-18 1907-07-18 Expired - Lifetime DE199503C (de)

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