DE19850186A1 - Neue Primer und Sonden zum Nachweis von HIV - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum subtyp- und/oder speziesübergreifenden Nachweis von HI-Viren in einer Probe unter Verwendung mindestens eines Oligonukleotids, welches mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus (i) einer hochkonservierten Region der LTR-Region, des gag-Gens oder des pol-Gens von HIV, (ii) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats, (iii) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI-Virusisolaten stammenden Konsensussequenz, oder dazu komplementären Sequenzen enthält.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum subtyp- oder/und
speziesübergreifenden Nachweis von HI-Viren in einer Probe sowie dazu
geeignete Oligonukleotide.
Der Nachweis von HIV ist von großer Bedeutung in der analytischen
Diagnostik. Es existiert eine Anzahl von Nachweisverfahren, die auf der
immunologischen Detektion von HIV-spezifischen Antikörpern, HIV-eigenen
Proteinen, beispielsweise der Reversen Transkriptase, oder von HIV-
spezifischen Nukleinsäuren beruhen.
Da HIV und dessen genetisches Material nur in sehr geringen
Konzentrationen in Körperflüssigkeiten vorkommen, ist die Sensitivität der
Nachweisverfahren ein wichtiger Faktor für die Verwendbarkeit solcher
Verfahren.
Aus diesem Grund wird derzeit die PCR (Polymerase Chain Reaction), die
auf einer Amplifikation der nachzuweisenden Nukleinsäuren beruht, in
zunehmendem Maße verwendet. Anwendungen dieses Verfahrens zum
direkten Nachweis von HIV sind beispielsweise in EP-B-0 200 362 und EP-B-0 201 184
beschrieben.
Die PCR oder Polymerase-Kettenreaktion erlaubt die Amplifikation von
Nukleinsäureabschnitten mit Hilfe von Oligonukleotiden, sogenannten
Primern, die spezifisch mit den nachzuweisenden Nukleinsäuren
hybridisieren. Dabei entstehen Amplifikationsprodukte, welche wiederum
mit weiteren spezifischen Oligonukleotiden, sogenannten Sonden, detektiert
werden können.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche PCR zum Nachweis von HIV ist
erstens eine möglichst genaue Übereinstimmung der komplementären
Basenfolge der verwendeten Primer mit derjenigen der nachzuweisenden
Nukleinsäure, damitdie Hybridisierung möglichst spezifisch ist. Andererseits
ist es jedoch auch vorteilhaft, möglichst viele Varianten von HIV mit
denselben Primern amplifizieren zu können. Seit der Entdeckung des HIV-1
wurde festgestellt, dass die Nukleinsäuresequenzen von HI-Viren
unterschiedlicher Provenienz sich unterscheiden. Die unterschiedlichen
Typen von HIV-1 werden üblicherweise als Subtypen bezeichnet. Derzeit
sind mindestens 9 Subtypen bekannt, die als Subtypen A bis H und O
bezeichnet werden (Human Retroviruses and AIDS, Los Alamos, Natl.
Laboratory, Los Alamos, New Mexico, 1994; Herausgeber G. Meyers et al.,
I-A-1). Bisher wurden noch keine Primer oder Sonden entwickelt, mit denen
sämtliche bekannten Subtypen von HIV-1 erkannt werden können.
Weiterhin wäre es von Vorteil, zusätzlich auch HIV-2 und dessen Subtypen
mit denselben Primern und Sonden erkennen zu können. Von HIV-2 sind
derzeit die Subtypen A, B, C und D bekannt.
In der europäischen Patentanmeldung EP 0 403 333 werden Primer und
Sonden beschrieben, die jeweils mit Basensequenzen aus konservierten
Regionen der gag-, vpr- und pol-Gene der HIV-1-Isolate Bru, Mal und Eli
sowie mit den entsprechenden Regionen von HIV-2 ROD und SIV Mac
hybridisieren. Weiterhin werden Primer und Sonden offenbart, die jeweils
mit Abschnitten aus den env-, nef1-, vif1- und vpr-Genen von HIV-1 Bru,
Mal und Eli hybridisieren, sowie solche, die mit Abschnitten aus den nef2-,
vif2- und vpx-Genen von HIV-2 ROD und SIV Mac hybridisieren. Obwohl
einige dieser Oligonukleotide offenbar speziesübergreifend hybridisieren, ist
nichts darüber ausgesagt, welche Subtypen der einzelnen Viren erkannt
werden.
In der europäischen Patentanmeldung EP 727 497 sind Primer und Sonden
offenbart, die einen Sequenzabschnitt aus dem pol-Gen von HIV-1
amplifizieren und dadurch fünf Subtypen von HIV-1 erkennen können.
EP 0 617 132 offenbart ebenfalls Primer und Sonden zum Nachweis von
HIV-1, die in der Lage sind, zwischen HIV-1 und seinen phylogenetisch
nächsten Verwandten zu unterscheiden, wie etwa HTLV-II oder HIV-2. Die
dort ausgewählten Oligonukleotide hybridisieren mit einer Reihe von
Regionen aus dem HIV-Genom, einschließlich des LTR und der meisten
Strukturgene.
Da es bisher noch kein Primerpaar gibt, welches für einen subtyp- oder/und
speziesübergreifenden Nachweis geeignet ist, werden derzeit häufig mehrere
Primerpaare zur Amplifikation eingesetzt. Dies führt jedoch einerseits zu
erhöhten Reagenzkosten und andererseits zu einer erheblich komplexeren
PCR.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war daher die Bereitstellung eines
Verfahrens zum subtyp- oder/und speziesübergreifenden Nachweis von HI-
Viren in einer Probe. Insbesondere war es eine Aufgabe der Erfindung, ein
Verfahren bereitzustellen, mit dem mehr Subtypen von HIV-1 und/oder HIV-2
detektiert werden können, als es bisher möglich war.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum
subtyp- und/oder speziesübergreifenden Nachweis von Nukleinsäuren von
HI-Viren in einer Probe durch
Hybridisierung der Nukleinsäuren mit mindestens einem mit HIV- Nukleinsäuren spezifisch hybridisierenden Oligonukleotid, welches mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
Hybridisierung der Nukleinsäuren mit mindestens einem mit HIV- Nukleinsäuren spezifisch hybridisierenden Oligonukleotid, welches mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
- a) einer hochkonservierten Region der LTR-Region, des gag-Gens oder des pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1 bis 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer Konsensussequenz aus mehreren HI-Virusisolaten,
oder dazu komplementären Sequenzen enthält.
Bevorzugt wird diese Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum subtyp-
und/oder speziesübergreifenden Nachweis von Nukleinsäuren von HI-Viren
in einer Probe durch
Hybridisierung der Nukleinsäuren mit einer Oligonukleotidkombination, umfassend zwei oder mehr mit HIV- Nukleinsäuren spezifisch hybridisierende Oligonukleotide, die jeweils mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
Hybridisierung der Nukleinsäuren mit einer Oligonukleotidkombination, umfassend zwei oder mehr mit HIV- Nukleinsäuren spezifisch hybridisierende Oligonukleotide, die jeweils mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
- a) einer hochkonservierten Region der LTR-Region, des gag-Gens oder des pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1 bis 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten abgeleiteten Konsensussequenz,
oder dazu komplementären Sequenzen enthalten, und
Durchführung eines Amplifikationsschrittes.
Durchführung eines Amplifikationsschrittes.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht den Nachweis von mehr
Subtypen von HIV-1 und HIV-2 (subtypübergreifender Nachweis) als es im
bisherigen Stand der Technik möglich war. Der subtypübergreifende
Nachweis bedeutet, daß mindestens 2 Subtypen einer jeweiligen Spezies
mit einer einzigen Sonde oder einer einzigen Oligonukleotidkombination
detektiert werden können. Wie bereits oben erwähnt, ist es bisher nicht
möglich gewesen, mit herkömmlichen Nachweisverfahren die Subtypen A,
B, C, D, E, F, G, H und O von HIV-1 mit einer einzigen Sonde oder einem
einzigen Amplifikationsprimerpaar bestehend aus zwei Oligonukleotiden zu
detektieren. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird es nun möglich,
mindestens 7 von 9 Subtypen von HIV-1, insbesondere einschließlich
Subtyp O in Verbindung mit anderen Subtypen mit Hilfe besonders weniger
und im besten Fall mit denselben Oligonukleotiden zu erkennen. In einer
bevorzugten Ausführungsform können alle bisher bekannten 9 Subtypen
erkannt werden. Von HIV-2 können mit dem subtypübergreifenden
Nachweis mindestens 2, bevorzugt mindestens 3 und am meisten bevorzugt
alle Subtypen A, B, C und D von HIV-2 erkannt werden. Zusätzlich zum
subtypübergreifenden Nachweis können auch Nukleinsäuren von HIV-1 und
HIV-2 speziesübergreifend detektiert werden. Speziesübergreifend bedeutet,
daß verschiedene Spezies von Immunodefizienzviren mit denselben
Oligonukleotiden erkannt werden, z. B. HIV-1 und HIV-2. Bevorzugt werden
mindestens 7 der derzeit bekannten 9 Subtypen von HIV-1, sowie weitere
der derzeit bekannten Subtypen von HIV-2 detektiert. Besonders bevorzugt
können alle 9 Subtypen von HIV-1 plus weitere Subtypen von HIV-2,
besonders bevorzugt plus alle derzeit bekannten Subtypen von HIV-2
detektiert werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren beruht auf einer Amplifikation von
Nukleinsäureabschnitten von HI-Viren mit Hilfe von spezifischen
Oligonukleotiden, die als Primer oder als Sonden fungieren können.
Ein Oligonukleotid ist ein einsträngiges lineares Nukleinsäuremolekül. Im
Allgemeinen weisen Oligonukleotide 10 bis 100 Basen auf. Die
erfindungsgemäßen Oligonukleotide sind bevorzugt 10 bis 80, besonders
bevorzugt 10 bis 60, noch stärker bevorzugt 10 bis 30 und am meisten
bevorzugt 20 bis 30 Nukleotide lang. Wie bei Nukleinsäuren unterscheidet
man auch hier zwischen Oligodesoxyribonukleotiden und
Oligoribonukleotiden, zu den Oligoribonukleotiden zählt man jedoch auch
Verbindungen, bei denen der Wasserstoff der Hydroxygruppe durch
organische Reste, beispielsweise eine Allylgruppe, ersetzt ist. Solche
Verbindungen sind dem Fachmann seit längerem bekannt. Weiterhin können
durch den Begriff "Oligonukleotid" beispielsweise auch Moleküle umfaßt
sein, bei denen das Zuckerphosphatrückgrat durch ein Peptidrückgrat
ersetzt ist. Diese Gruppe von Verbindungen wird PNA genannt. Allen
Oligonukleotiden ist gemeinsam, dass sie am Rückgrat Basen aufweisen,
welche zu Wasserstoffbrückenbindungen mit hierzu komplementären Basen
in der Lage sind. Zu den Basen gehören die natürlichen Basen A, G, C, T
und U, jedoch auch künstliche Basen, wie etwa Deaza-G.
Ein Oligonukleotidprimer ist ein Oligonukleotid, welches mit einer zweiten,
ebenfalls einsträngigen Nukleinsäure hybridisieren kann und anschließend
durch eine DNA-Polymerase entlang der als Matrize dienenden zweiten
Nukleinsäure mit Nukleosidtriphosphaten ergänzt werden kann, sodass eine
doppelsträngige Nukleinsäure entsteht. Normalerweise besitzt der Primer
daher an seinem 3'-Ende, d. h. an dem Ende, an dem Nukleotidbausteine
angesetzt werden, am 3'-C-Atom des Zuckers eine Hydroxylgruppe.
Eine Oligonukleotidkombination umfaßt mehrere Oligonukleotide, bevorzugt
umfaßt sie ein Primerpaar oder eine Kombination aus Primern und Sonden,
wie etwa ein Primerpaar und eine Sonde. Ein Primerpaar besteht aus zwei
Oligonukleotidprimern, welche die Amplifikation eines bestimmten
Abschnittes einer Nukleinsäure erlauben. Bevorzugt hybridisieren die beiden
Primer des Primerpaares mit unterschiedlichen Strängen der
Ursprungsnukleinsäure dergestalt, dass die jeweiligen
Verlängerungsprodukte einander überlappen. Dies führt dann dazu, dass
jeder der Primer mit dem Verlängerungsprodukt des jeweils anderen Primers
hybridisieren kann und ein Abschnitt, der zwischen den beiden Primern liegt,
als Amplifikationsprodukt vervielfacht wird. Sogenannte Sonden sind
ebenfalls einsträngige Oligonukleotide, die zwar auch als Primer fungieren
können, aber hauptsächlich dafür vorgesehen sind, mit bereits amplifizierten
Nukleinsäureabschnitten spezifisch zu hybridisieren, um somit einen
Nukleinsäurenachweis zu ermöglichen. Die Bezeichnung "Oligonukleotid"
umfasst somit die Begriffe Primer und Sonde, die sich lediglich ihrer
Funktion nach unterscheiden. Die im erfindungsgemäßen Verfahren
verwendeten Oligonukleotide können auch Markierungsgruppen enthalten,
wie etwa radioaktive Marker oder Fluoreszenzmarker. Insbesondere sind es
die Sonden, die Markierungen aufweisen.
Unter Amplifikation wird die Vervielfältigung von Nukleinsäuren oder
Nukleinsäureabschnitten verstanden. Ein bekanntes Amplifikationsverfahren
ist die eingangs erwähnte PCR. Bei diesem Verfahren wird zunächst ein
normalerweise doppelsträngiges DNA-Molekül denaturiert, d. h. in seine
Einzelstränge aufgespalten. Dann werden die Amplifikationsprimer unter
Bedingungen hinzugegeben, die eine Hybridisierung der Primer mit der Ziel-
DNA-Sequenz erlauben. Mit Hilfe eines Polymeraseenzyms sowie
Nukleotidbausteinen werden dann die Primer entlang der
Nukleinsäurematrize ergänzt. Anschließend werden die neugebildeten
doppelsträngigen Nukleinsäuren wieder denaturiert und es beginnt ein neuer
Polymerasezyklus. Herkömmliche PCR-Verfahren verwenden typischerweise
zwischen 25 und 40 Zyklen. Eine Amplifikation im Sinne der Erfindung kann
also auch nötige Vorbereitungsschritte zur Nukleinsäureamplifikation
miteinschließen, wie z. B. das Denaturieren der doppelsträngigen DNA.
Der Begriff "Hybridisierung" bedeuted hierin die Vereinigung zweier
komplentärer Nukleinsäureeinzelstränge zu einem Doppelstrang. Dazu
müssen die Einzelstränge nicht 100% komplementär sein, sondern können
Abweichungen in der Basenfolge aufweisen. Um eine für das
erfindungsgemäße Verfahren geeignete Hybridisierung zu erreichen, müssen
die Einzelstränge, in diesem Fall die Oligonukleotide, unter den herrschenden
Hybridisierungsbedingungen jedoch hinreichend spezifisch sein.
Um die eingangs genannten Vorteile des hier beschriebenen
erfindungsgemäßen Verfahrens zu gewährleisten, müssen die verwendeten
Oligonukleotide zumindest zwei Bedingungen erfüllen. Sie müssen einerseits
spezifisch genug sein, um ausschließlich mit Nukleinsäuren zu hybridisieren,
die von HI-Viren stammen. Andererseits variieren gerade diese Viren in
einigen Genomregionen sehr stark, d. h. dass relativ große Unterschiede in
der Basensequenz vorliegen. Aufgrund dieser Unterschiede unterscheidet
man einerseits zwischen HIV-1 und HIV-2 als auch zwischen sogenannten
Subtypen, die relativ eng verwandte Stämme desselben Virus darstellen.
Bezogen auf die Oligonukleotide der vorliegenden Erfindung bedeutet dies,
dass diese außerdem in der Lage sein müssen, nicht nur ein bestimmtes
Virus oder einen bestimmten Subtyp zu erkennen, sondern sie müssen eine
Basensequenz aufweisen, die eine Hybridisierung mit möglichst vielen oder
sogar allen bekannten Subtypen von HIV-1 oder von HIV-2 oder sogar von
beiden erlaubt.
Zu diesem Zweck wählt man normalerweise die Oligonukleotide aus relativ
konservierten Regionen des Genoms der nachzuweisenden Viren aus und
verwendet dann die jeweilige Komplementärsequenz. Aus dem Stand der
Technik sind bereits einige hochkonservierte Regionen bekannt (siehe oben).
Konservierte Regionen sind Nukleinsäureabschnitte auf dem Genom von
HIV, die im Vergleich zum Rest des Genoms nur sehr geringe Unterschiede
in der Basensequenz aufweisen. In diesem Zusammenhang spricht man
auch von Basenidentität, die in Prozent ausgedrückt wird, oder von
Homologie.
Überraschenderweise wurden nun in der vorliegenden Erfindung
Oligonukleotide gefunden, die sowohl einen subtypübergreifenden Nachweis
als auch einen speziesübergreifenden Nachweis von HIV ermöglichen. Diese
Oligonukleotide hybridisieren mit neu entdeckten hochkonservierten
Regionen von HIV. Diese befinden sich in der LTR-Region, dem gag- und
dem pol-Gen. Diese Regionen sind relativ klein, sie erlauben mit einer
durchschnittlichen Länge von 50 bis 100 Nukleotiden jedoch die
Hybridisierung mit einem oder mehreren Oligonukleotiden. Die Festlegung
der Regionen des HIV-Genoms basiert hierin, wie auch in den meisten
zitierten Dokumenten des Stands der Technik, auf der Nummerierung des
HIV-1-Isolats HXB2, wie veröffentlicht in: Wong-Staal et al., Nature 313,
277-284 (1985). Die Sequenzen dieser neuen hochkonservierten Bereiche
sind jeweils in den SEQ ID NO. 1 bis 13 angegeben, deren Sequenzen sich
auf die Sequenz von HIV-1 HXB2, Zugangsnummer K03455 der HIV
Sequence Data Base (http://HIV-web.lanl.gov./) beziehen. Die Lage der
hochkonservierten Sequenzen ist wie folgt:
SEQ ID NO. 1: LTR-Region, Position 504-565, Länge 62 Nukleotide
SEQ ID NO. 2: gag-Gen, Position 761-822, Länge 62 Nukleotide
SEQ ID NO. 3: gag-Gen, Position 1786-1847, Länge 62 Nukleotide
SEQ ID NO. 4: pol-Region, Position 2307-2360, Länge 54 Nukleotide
SEQ ID NO. 5: pol-Gen, Position 2376-2434, Länge 59 Nukleotide
SEQ ID NO. 6: pol-Gen, Position 2568-2632, Länge 65 Nukleotide
SEQ ID NO. 7: pol-Gen, Position 3093-3145, Länge 53 Nukleotide
SEQ ID NO. 8: pol-Gen, Position 4131-4207, Länge 77 Nukleotide
SEQ ID NO. 9: pol-Gen, Position 4333-4399, Länge 67 Nukleotide
SEQ ID NO. 10: pol-Gen, Position 4638-4696, Länge 59 Nukleotide
SEQ ID NO. 11: pol-Gen, Position 4884-4984, Länge 101 Nukleotide
SEQ ID NO. 12: pol-Gen, Position 5034-5095, Länge 62 Nukleotide
SEQ ID NO. 13: pol-Gen, Position 4410-4506, Länge 97 Nukleotide.
SEQ ID NO. 1: LTR-Region, Position 504-565, Länge 62 Nukleotide
SEQ ID NO. 2: gag-Gen, Position 761-822, Länge 62 Nukleotide
SEQ ID NO. 3: gag-Gen, Position 1786-1847, Länge 62 Nukleotide
SEQ ID NO. 4: pol-Region, Position 2307-2360, Länge 54 Nukleotide
SEQ ID NO. 5: pol-Gen, Position 2376-2434, Länge 59 Nukleotide
SEQ ID NO. 6: pol-Gen, Position 2568-2632, Länge 65 Nukleotide
SEQ ID NO. 7: pol-Gen, Position 3093-3145, Länge 53 Nukleotide
SEQ ID NO. 8: pol-Gen, Position 4131-4207, Länge 77 Nukleotide
SEQ ID NO. 9: pol-Gen, Position 4333-4399, Länge 67 Nukleotide
SEQ ID NO. 10: pol-Gen, Position 4638-4696, Länge 59 Nukleotide
SEQ ID NO. 11: pol-Gen, Position 4884-4984, Länge 101 Nukleotide
SEQ ID NO. 12: pol-Gen, Position 5034-5095, Länge 62 Nukleotide
SEQ ID NO. 13: pol-Gen, Position 4410-4506, Länge 97 Nukleotide.
Die erfindungsgemäß geeigneten Oligonukleotide weisen bevorzugt
Basensequenzen auf, die innerhalb der oben genannten hochkonservierten
Regionen oder deren Komplementärsequenzen liegen.
Der Begriff "überlappen" soll hierin so verstanden werden, daß die
erfindungsgemäßen Oligonukleotide jeweils mit mindestens 10 aufeinander
folgenden Basen aus einer der hochkonservierten Regionen überlappen.
Bevorzugt überlappen die Oligonukleotide mit jeweils einer der Regionen mit
den SEQ ID NO: 4, 5, 9, 10 und 13, bevorzugt 4, 5, 9 und 10. In einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform überlappen die Oligonukleotide mit
jeweils einer der Regionen mit den SEQ ID NO: 6, 8, 10, 11 und 13.
Obwohl die hochkonservierten Regionen in Bezug auf ein einziges HIV-1-
Virusisolat angegeben sind, weist natürlich der Begriff "hochkonservierte
Region" über eine einzige spezifische Sequenz hinaus und umfasst somit alle
entsprechenden Regionen von verschiedenen HIV-Stämmen oder -Isolaten,
die mit HIV-1 oder mit HIV-2 verwandt sind. Erfindungsgemäß geeignete
Oligonukleotidsequenzen können auch eine Basensequenz aufweisen, die
eine Konsensussequenz aus hochkonservierten Regionen von mehreren HI-
Virusisolaten oder -stämmen darstellt. D. h. dass beispielsweise eine
Basenabfolge von mehreren Basen einem HI-Virusisolat entspricht und eine
weitere Basenabfolge im selben Oligonukleotid einem anderen HI-Virusisolat
entspricht. Das Oligonukleotid enthält dann heterologe Basenfolgen.
Bevorzugt umfassen die Oligonukleotide jeweils mindestens 10
aufeinanderfolgende Nukleotide aus einer der zuvor genannten Regionen.
Stärker bevorzugt enthalten sie 15 bis 30 solcher Nukleotide.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst mindestens die folgenden
Schritte:
- a) Inkontaktbringen einer Probe mit dem/den Oligonukleotid(en) unter Bedingungen, bei denen eine Hybridisierung des/der Oligonukleotide(s) mit in der Probe vorhandenen HIV-Nukleinsäuren, ausgewählt aus HIV-1 oder/und HIV-2, erfolgt,
- b) Bestimmen des Vorhandenseins oder/und der Menge von HIV- Nukleinsäuren in der Probe.
In Schritt (b) wird bevorzugt ein Amplifikationsschritt durchgeführt.
In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens gemäß der Erfindung
wird der subtyp- oder/und speziesübergreifende Nachweis von HI-
Virusnukleinsäuren dadurch ermöglicht, dass mindestens zwei
erfindungsgemäße Oligonukleotide verwendet werden. Bevorzugt werden
diese Oligonukleotide als Amplifikationsprimer eingesetzt dergestalt, dass
sie beispielsweise jeweils nahe an einem Ende einer der hochkonservierten
Regionen hybridisieren und somit bei der Amplifikation (bevorzugt PCR) ein
Amplifikationsprodukt erzeugen, welches einem Abschnitt der betreffenden
hochkonservierten Region entspricht. Der Nachweis dieses
Amplifikationsproduktes und somit der HIV-spezifischen Nukleinsäure kann
dann mit Hilfe einer Sonde erfolgen, die entweder eines der als Primer
verwendeten Oligonukleotide ist oder ein zusätzliches Oligonukleotid,
welches innerhalb der amplifizierten Sequenz hybridisiert. Der Vorteil dieser
bevorzugten Ausführungsform ist, dass ein einziges Oligonukleotid oder
Primerpaar ausreicht, um subtyp- oder/und speziesübergreifend HI-Viren
nachzuweisen.
Statt der Verwendung einer Sonde zum Nachweis des
Amplifikationsprodukts können auch beispielsweise DNA-bindende
Reagenzien, wie etwa ein DNA-bindender Farbstoff (z. B. Sybergreen) bei der
Detektion verwendet werden (WO 97/46707).
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens der
Erfindung werden Oligonukleotidkombinationen oder Primerpaare verwendet,
von denen jeweils nur ein Oligonukleotidprimer innerhalb einer der
konservierten Regionen liegt, während der andere Primer außerhalb liegt, so
daß das so erzeugte Amplifikationsprodukt nur teilweise aus einer
Basensequenz aus einer der hochkonservierten Regionen besteht. Der
letztere Primer ist bevorzugt subtypspezifisch und/oder speziesspezifisch,
so daß mit einer derartigen Kombination Subtypen oder die Spezies gezielt
nachgewiesen werden können.
In diesem Fall werden bevorzugt zwei oder mehr Primerpaare als
Oligonukleotidkombination verwendet, wobei mindestens zwei
Oligonukleotide jeweils mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
einer Sequenz (i), (ii), (iii) oder dazu komplementären Sequenzen, wie oben
beschrieben, enthalten. Die Gesamtheit der Primerkombinationen erlaubt
somit einen subtyp- oder/und speziesübergreifenden Nachweis von HI-Viren.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfaßt eine für das
erfindungsgemäße Verfahren geeignete Oligonukleotidkombindation
mindestens zwei, bevorzugt drei Oligonukleotide (z. B. ein Primerpaar oder
ein Primerpaar plus Sonde), die jeweils mindestens 10 Nukleotide aus
- a) derselben hochkonservierten Region, des gag-Gens oder des pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1 bis 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten abgeleiteten Konsensussequenz,
oder dazu komplementären Sequenzen enthalten.
Bevorzugt werden das mindestens eine und bevorzugt die mindestens zwei
Oligonukleotid(e) so ausgewählt, dass sie einen subtypübergreifenden
Nachweis von HIV-1 ermöglichen, d. h. dass Nukleinsäuren von mindestens
7 der Subtypen A, B, C, D, E, F, G, H und O von HIV-1, bevorzugt von allen
Subtypen erkannt werden.
Bevorzugt werden für den subtypübergreifenden Nachweis
mindestens ein und bevorzugt mindestens zwei Oligonukleotid(e)
verwendet, die jeweils mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
- a) einer hochkonservierten Region des LTR, gag-Gens oder pol- Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 12 und 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten stammende Konsensussequenz,
oder dazu komplementären Sequenzen enthalten.
Bevorzugt werden zum subtyp- oder/und speziesübergreifenden Nachweis
von HIV-1 und HIV-2 mindestens ein und bevorzugt mindestens zwei
Oligonukleotid(e) verwendet, die jeweils mindestens 10 aufeinanderfolgende
Nukleotide aus
- a) einer hochkonservierten Region des LTR, gag-Gens oder pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 9, 10 und 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI-Virusisolaten stammenden Konsensussequenz, oder dazu komplementären Sequenzen enthalten.
Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass ganz bestimmte Oligo
nukleotide besonders für das erfindungsgemäße Verfahren geeignet sind.
Diese Oligonukleotide sind in den in SEQ ID NO: 14 bis 25 angegebenen
Sequenzen dargestellt. Wie bereits eingangs erwähnt, können diese Oligo
nukleotide aus natürlichen oder synthetischen Nukleinsäurebausteinen
bestehen, oder sogar aus der bereits genannten PNA. Bevorzugt trägt
mindestens eines der in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten
Oligonukleotide eine oder mehrere Markierungen. Als Markierungen eignen
sich Fluoreszenzmarker oder radioaktive Marker, wie z. B. [32P]-markierte
Nukleotide.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Oligonukleotid, welches
mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
- a) einer hochkonservierten Region des pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 4, 5, 9 oder 10 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI-Virusisolaten stammenden Konsensussequenz, oder dazu komplementären Sequenzen, oder eine der in SEQ ID NO: 14 bis 25 dargestellten Sequenzen enthält.
Bevorzugt ist das erfindungsgemäße Oligonukleotid eines der in den SEQ ID
NO. 14 bis 25 dargestellten Oligonukleotide. Die Länge des
erfindungsgemäßen Oligonukleotids beträgt bevorzugt 10 bis 80 Nukleotide.
Besonders bevorzugt umfasst es ungefähr 20 bis 30 Basen und weist einen
GC-Gehalt von zwischen 40 und 60% auf. Außerdem ist es vorteilhaft,
wenn die Oligonukleotide keine Selbstkomplementarität am 3'-Ende
aufweisen und darüber hinaus keinen CG-Run am 3'-Ende besitzen. Ein GC-
Run ist eine Basenabfolge, die vorwiegend oder ausschließlich aus den
Basen C und G besteht. Weiterhin sollten die Oligonukleotide keine
Palindrome beinhalten. Die erfindungsgemäßen Oligonukleotide weisen
bevorzugt maximal 2 Mismatches zu den entsprechenden mit ihnen
hybridisierenden Sequenzen der gleichen Positionen aller Subtypen auf.
Bevorzugt weist ein erfindungsgemäßes Oligonukleotid an seinem 3'-Ende
keine Mismatches mit Nukleotidsäuren der Subtypen A, B, C, D, E, F, G, H
und O von HIV-1 und/oder der Subtypen A, B, C und D von HIV-2 auf.
Bei Primerpaaren werden die Primer jeweils so gewählt, dass die 5'-Enden
der Primer maximal 80 Basen voneinander entfernt positioniert sind,
bezogen auf die Regionen, in denen die Primer auf der nachzuweisenden
Nukleinsäure hybridisieren. Besonders bevorzugte Primerpaare sind solche,
bei denen innerhalb dieses von den Primern amplifizierbaren Bereiches eine
weitere HIV-spezifische Sequenz liegt. Diese Sequenz kann dann bevorzugt
verwendet werden, um mit Hilfe einer für sie spezifischen Sonde die
Amplifikationsprodukte nachzuweisen. Die erfindungsgemäßen
Oligonukleotide sind bevorzugt mit mindestens einer der oben genannten
Markierungsgruppen versehen.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist somit auch eine
Kombination von zwei oder mehr Oligonukleotiden, welche beide die oben
genannten erfindungsgemäßen Eigenschaften aufweisen und die in ihrer
Gesamtheit für den subtyp-und/oder speziesübergreifenden Nachweis von
HI-Viren geeignet sind.
Weiterhin umfaßt die Erfindung Kombinationen von Oligonukleotiden.
Bevorzugt sind Kombinationen aus mindestens zwei Oligonukleotiden, die
jeweils mindestens 10 aufeinander folgende Nukleotide aus
- a) derselben hochkonservierten Region der LTR-Region, des gag- Gens oder des pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1 bis 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten abgeleiteten Konsensussequenz,
oder dazu komplementären Sequenzen enthalten.
Noch ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist eine Kombination
von mehreren Oligonukleotiden, wobei mindestens zwei erfindungsgemäße
Oligonukleotide vorliegen, sowie weitere Oligonukleotide, welche jeweils
eine für einen einzigen Subtyp von HIV-1 oder/und HIV-2 spezifische
Sequenz enthalten, wobei die Gesamtheit der Oligonukleotide in der
Oligonukleotidkombination einen subtyp- oder/und speziesübergreifenden
Nachweis von HI-Viren erlaubt.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines
Reagenzienkits, der mindestens ein erfindungsgemäßes Oligonukleotid oder
eine erfindungsgemäße Oligonukleotidkombination als Primer oder als
Sonden zum Nachweis von HI-Viren oder deren Nukleinsäuren, sowie zur
Durchführung einer Hybridisierung und Amplifikation von Nukleinsäuren in
einer Probe geeignete Mittel umfasst.
Außerdem betrifft die Erfindung die Verwendung von Oligonukleotiden oder
Oligonukleotidkombinationen als Primer oder/und Sonden zum Nachweis von
HI-Viren, insbesondere zum subtyp- und/oder speziesübergreifenden
Nachweis.
Die nachfolgenden Beispiele sollen die vorliegende Erfindung in
veranschaulichender, aber keinesfalls erschöpfender Weise erläutern.
Zur Untersuchung von Blutproben wurde RNA aus HIV-positivem Plasma mit
einer Ausgangskonzentration von 15.000 Genomäquivalenten (geq) HIV pro
ml isoliert. Dieses Plasma wurde sukzessive um den Faktor 10 in negativem
Plasma verdünnt und nach Probenvorbereitung jeweils in
Doppelbestimmungen mit den entsprechenden Primerpaaren amplifiziert. Als
Kontrollen dienten ein HIV-negatives Plasma und Wasser. Zur Bestimmung
der Spezifität wurde zusätzlich ein HBV- und ein HCV-positives Plasma
mitprozessiert. Nach Amplifikation wurden alle Proben gemessen (ECL-
Detektion, Elecsys® 1010).
Zunächst wurden 420 µl Plasma mit 80 µl Proteinase K (25 mg/ml) gemischt
und einige Sekunden gevortext. Dann wurden 500 µl Lysepuffer (5,4 M
Guanidinium-Thiocyanat, 10 mM Harnstoff, 10 mM Tris-HCl, 20% Triton
X100, pH 4,4) hinzugegeben, der 1 µg Carrier-RNA (PolyA/ml) enthielt. Die
Mischung wurde gevortext und anschließend für 10 Minuten bei
Raumtemperatur geschüttelt. Dann wurden 500 µl Isopropanol-MGP
hinzugegeben (6 mg magnetische Glaspartikel in Isopropanol). Das Gemisch
wurde wieder gevortext und anschließend für 20 Minuten bei
Raumtemperatur geschüttelt. Die MGPs wurden mittels Magnetseparation
von der Lösung getrennt. Der Überstand wurde abgenommen und
verworfen. 750 µl Waschpuffer (20 mM NaCl, 20 mM Tris-HCl, pH 7,5, 70%
Ethanol) wurden hinzugegeben, die MGPs wurden durch Vortexen
resuspendiert, und es wurde eine erneute Magnetseparation durchgeführt.
Der Waschvorgang wurde insgesamt 5 × wiederholt, und schließlich wurden
100 µl DEMC-Wasser zur Elution hinzugegeben. Es wurde 15 Minuten bei
80°C geschüttelt und dann eine weitere Magnetseparation durchgeführt. 10 µl
des Eluats wurden für eine RT-PCR eingesetzt.
In der nachfolgenden Tabelle 1 sind die verwendeten Primer und Sonden
dargestellt sowie deren zugehörige hochkonservierte Region, Position im
Genom und das mit Primerpaaren hergestellte Amplifikationsprodukt.
| Reagenzien | |
| Endkonzentration im Mastermix | |
| 5 × Bicin-Puffer | 1 × |
| MnOAc | 2,5 mM |
| dNTPs (einschließlich dUTP) | 200 µM/600 µM |
| Vorwärtsprimer | 0,3 µM |
| Rückwärtsprimer (biotinyliert) | 0,3 µM |
| Tth-Polymerase | 10 Einheiten |
| UNG | 2 Einheiten |
| Gesamtvolumen: | 100 µl |
| Cycler: | 10 Minuten, 37°C: UNG-Dekontaminierung | |
| 30 Minuten, 60°C, Reverse Transkription | ||
| 30 Sekunden, 95°C: Denaturierung@ | 5 Zyklen | 15 Sekunden, 95°C: Denaturierung |
| 20 Sekunden, 50°C: Hybridisieren/Elongation@ | 30 Zyklen | 15 Sekunden, 94°C: Denaturierung |
| 20 Sekunden, 60°C: Hybridisierung/Elongation@ | 7 Minuten, 72°C: endgültige Elongation@ | Halten bei 50°C |
Die gesamte Detektionsreaktion erfolgte voll automatisiert mit Hilfe eines
Elecsys® 1010-Analyse-Automaten.
Zunächst wurden 10 µl Amplifikat und 35 µl Denaturierungslösung (BM-ID-
Nr. 1469053, Boehringer Mannheim) entnommen. In einem Reaktionsgefäß
wurde für 5 Minuten bei 37°C inkubiert, und dann wurden 120 µl
Hybridisierungslösung (BM-ID-Nr. 1469045, Boehringer Mannheim versetzt
mit 25 ng/ml Ruthenium-markierter Sonde) hinzugegeben. Es wurde
wiederum für 30 Minuten bei 37°C inkubiert. Dann wurden 35 µl einer
Elecsys® SA Magnetbeadlösung hinzugegeben (BM-ID-Nr. 1719556,
Boehringer Mannheim). Die Lösung wurde für 10 Minuten bei 37°C
inkubiert. Die Elektrochemilumineszenz von 120 µl des Reaktionsgemisches
wurde in der Elecsys® 1010-Messzelle gemessen. Zur Hybridisierung
wurden die entsprechenden Ruthenium-markierten Sonden laut Tabelle 1
verwendet.
Die Signale der neuen Primer zeigen gegenüber den Referenzen eine
ähnliche Sensitivität. Es erfolgt eine sehr gute Signalabstufung innerhalb der
Verdünnungsreihe.
Der erhöhte Background bei den Primerpaaren SK und GH-A3 ist vermutlich
auf ein nicht optimales Amplifikationsprotokoll zurückzuführen.
Claims (19)
1. Verfahren zum subtyp- und/oder speziesübergreifenden Nachweis
von Nukleinsäuren von HI-Viren in einer Probe durch
Hybridisierung der Nukleinsäuren mit einer Oligonukleotidkombination, umfassend zwei oder mehr mit HIV- Nukleinsäuren spezifisch hybridisierende Oligonukleotide, die jeweils mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
Durchführung eines Amplifikationsschrittes.
Hybridisierung der Nukleinsäuren mit einer Oligonukleotidkombination, umfassend zwei oder mehr mit HIV- Nukleinsäuren spezifisch hybridisierende Oligonukleotide, die jeweils mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
- a) einer hochkonservierten Region der LTR-Region, des gag-Gens oder des pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1 bis 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten abgeleiteten Konsensussequenz,
Durchführung eines Amplifikationsschrittes.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß es die Schritte umfaßt:
- a) Inkontaktbringen einer Probe mit den Oligonukleotiden unter Bedingungen, bei denen eine Hybridisierung der Oligonukleotide mit in der Probe vorhandenen HIV- Nukleinsäuren aus HIV-1 oder/und HIV-2 erfolgt,
- b) Bestimmen des Vorhandenseins und/oder der Menge von HIV- Nukleinsäuren in der Probe.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine einzige Oligonukleotidkombination verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Amplifikation von HIV-Nukleinsäuren zwei oder mehr
Oligonukleotidkombinationen verwendet werden, jede
Oligonukleotidkombination umfassend ein erstes Oligonukleotid, das
mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus einer Sequenz
nach Anspruch 1 (i), (ii), (iii) oder dazu komplementären Sequenzen
enthält, und ein zweites Oligonukleotid, das eine subtyp- und/oder
speziesspezifische Hybridisierung mit HIV-Nukleinsäuren ermöglicht,
wobei die Gesamtheit der Oligonukleotidkombinationen einen subtyp-
und/oder speziesübergreifenden Nachweis von HI-Viren erlaubt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Oligonukleotidkombination verwendet wird, bei der
mindestens zwei Oligonukleotide jeweils mindestens 10 aufeinander
folgende Nukleotide aus
- a) derselben hochkonservierten Region der LTR-Region, des gag- Gens oder des pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1 bis 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten abgeleiteten Konsensussequenz,
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum subtypübergreifenen Nachweis die Oligonukleotide so
ausgewählt werden, daß mindestens 7 der Subtypen von HIV-1,
ausgewählt aus den Subtypen A, B, C, D, E, F, G, H und O
mindestens 2 der Subtypen von HIV-2, ausgewählt aus den Subtypen
A, B, C und D detektiert werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Nachweis mindestens zwei Oligonukleotide verwendet
werden, die jeweils mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide
aus
- a) einer hochkonservierten Region des LTR, gag-Gens oder pol- Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 12 und 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten stammende Konsensussequenz,
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum speziesübergreifenden Nachweis die Oligonukleotide so
ausgewählt werden, daß mindestens 7 der Subtypen von HIV-1,
ausgewählt aus den Subtypen A, B, C, D, E, F, G, H und O, sowie
zusätzlich mindestens einer der Subtypen von HIV-2, ausgewählt aus
den Subtypen A, B, C und D detektiert werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Nachweis mindestens zwei Oligonukleotide verwendet
werden, die jeweils mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide
aus
- a) einer hochkonservierten Region des LTR, gag-Gens oder pol- Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 9, 10 und 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten stammenden Konsensussequenz,
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Oligonukleotide die in SEQ ID NO. 14 bis 25 angegebenen
Sequenzen aufweisen oder enthalten.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Oligonukleotid eine oder mehrere Markierungen
aufweist.
12. Oligonukleotid,
dadurch gekennzeichnet,
daß es mindestens 10 aufeinanderfolgende Nukleotide aus
- a) einer hochkonservierten Region des pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 4, 5, 9 oder 10 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten stammenden Konsensussequenz,
13. Oligonukleotid nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß es 10 bis 80 Nukleotide umfaßt.
14. Oligonukleotid nach einem der Ansprüche 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß es an seinem 3'-Ende keine Mismatches mit Nukleinsäuren der
Subtypen A, B, C, D, E, F, G, H und O von HIV-1 und der Subtyen
A, B, C und D von HIV-2 aufweist.
15. Oligonukleotid nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß es eine oder mehrere Markierungen aufweist.
16. Kombination von mehreren Oligonukleotiden, umfassend mindestens
zwei Oligonukleotide,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens zwei Oligonukleotide jeweils mindestens 10
aufeinanderfolgende Nukleotide aus
- a) derselben hochkonservierten Region der LTR-Region, des gag- Gens oder des pol-Gens von HIV, dargestellt durch eine der in SEQ ID NO: 1 bis 13 angegebenen Sequenzen,
- b) einer entsprechenden Region eines anderen HI-Virusisolats,
- c) einer entsprechenden Region einer aus mehreren HI- Virusisolaten abgeleiteten Konsensussequenz,
17. Kombination von mehreren Oligonukleotiden, umfassend mindestens
zwei Oligonukleotide, ausgewählt aus den Oligonukleotiden nach
einem der Ansprüche 12 bis 15, und gegebenenfalls weitere
Oligonukleotide, welche jeweils eine für einen einzigen Subtyp von
HIV-1 und/oder HIV-2 spezifische Sequenz enthalten, wobei die
Gesamtheit der Oligonukleotide einen subtyp- und/oder
speziesübergreifenden Nachweis von HI-Viren erlaubt.
18. Reagenzienkit, umfassend ein Oligonukleotid nach einem der
Ansprüche 12 bis 15 oder eine Oligonukleotidkombination nach
Anspruch 16 oder 17 als Primer und/oder Sonden zum Nachweis von
HI-Viren oder deren Nukleinsäuren, sowie zur Durchführung einer
Hybridisierung und Amplifikation von Nukleinsäuren in einer Probe
geeignete Mittel.
19. Verwendung von Oligonukleotiden oder Oligonukleotidkombinationen
nach einem der Ansprüche 12 bis 17 als Primer und/oder Sonden
zum subtyp- und/oder speziesübergreifenen Nachweis von HI-Viren.
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