DE19849004A1 - Reinigung von Polycarbonat enthaltenden Lösungen - Google Patents
Reinigung von Polycarbonat enthaltenden LösungenInfo
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Abstract
In einem Verfahren zur Herstellung von Polycarbonat nach dem Phasengrenzflächenverfahren oder ein einem Verfahren zur Reinigung einer Polycarbonat enthaltenden Lösung, in dem eine Polycarbonat enthaltende Lösung mit einer Waschflüssigkeit mehrmals gewaschen, die Waschflüssigkeit von der Polycarbonat enthaltenden Lösung nach jeder Waschstufe durch Trennelemente abgetrennt und das Lösungsmittel abgedampft wird, trenn man die organische Polycarbonat enthaltende Lösung und die Waschflüssigkeit nach der ersten Waschstufe in einem Coalescer mit einer hydrophilen Bepackung voneinander.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von hochreinen Polycarbonaten
sowie ein Verfahren zur Reinigung von Polycarbonat enthaltenden Lösungen.
Zur Herstellung von Polycarbonaten nach dem sogenannten Phasengrenzflächen
verfahren werden Dihydroxydiarylalkane in Form ihrer Alkalisalze mit Phosgen in
heterogener Phase in Gegenwart von anorganischen Basen wie Natronlauge und
einem organischen Lösungsmittel, in dem das Produkt Polycarbonat gut löslich ist,
umgesetzt. Während der Reaktion ist die wäßrige Phase in der organischen Phase
verteilt und nach der Reaktion wird die organische, Polycarbonat enthaltende Phase
von der wäßrigen abgetrennt und mehrmals mit einer wäßrigen Flüssigkeit ge
waschen, wobei unter anderem Elektrolyte, Restmonomere und Katalysator entfernt
werden sollen, und die Waschflüssigkeit anschließend möglichst weitgehend abge
trennt.
Nach dem Waschen der organischen, Polycarbonat enthaltenden Lösung mit einer
wäßrigen Waschflüssigkeit wird eine milchig trübe Flüssigkeit gewonnen. Das Ab
trennen der salzhaltigen, wäßrigen Phase von der Polycarbonat enthaltenden organi
schen Phase erfolgt üblicherweise in mehreren Stufen mittels sogenannter Phasen
trennvorrichtungen, die wie Zentrifugen arbeiten und in denen die organische Lösung
von der wäßrigen Flüssigkeit aufgrund unterschiedlicher Dichten getrennt werden.
Aus der DE 195 10 061 A1 ist ein Reinigungsverfahren für Polycarbonate bekannt,
in dem die aus dem Herstellungsverfahren erhältliche Mischung aus Polycarbonat
enthaltender, organischer Phase und salzhaltiger, wäßriger Phase in einer ersten
Trennstufe in die beiden Phasen getrennt, die organische Phase anschließend mit ver
dünnter Mineralsäure zur Entfernung von gegebenenfalls verbliebenem Katalysator
vermischt und gewaschen, das entstandene Zweiphasengemisch zunächst in einer
nach dem Prinzip einer Zentrifuge arbeitenden Phasentrennvorrichtung von der
wäßrigen Phase größtenteils befreit, die verbliebene Polycarbonat enthaltende
organische Phase gegebenenfalls über einen oder mehrere Coalescer zur Befreiung
von anhaftendem salzhaltigem Restwasser geleitet und der Waschvorgang sowie das
Auftrennen der Phasen in der zuvor beschriebenen Weise mehrmals wiederholt wird.
Die in diesem Verfahren verwendeten Coalescer sind mit einem Material mit stark
hydrophober Oberfläche wie Polypropylenfasern oder Polytetrafluorethylenfasern
bepackt.
Gegenüber diesem bekannten Verfahren liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Reinigungsverfahren zur Reinigung von Polycarbonat enthaltenden Lösungen
und ein Verfahren zur Herstellung von Polycarbonaten bereitzustellen, welches hin
sichtlich der Störanfälligkeit und der Wirtschaftlichkeit verbessert und darüber hin
aus ein noch reineres Endprodukt, d. h. reineres Polycarbonat, Copolycarbonat oder
Polyestercarbonat ermöglicht.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Herstellung von Polycarbonat
nach dem Phasengrenzflächenverfahren, in dem eine Polycarbonat enthaltende
Lösung mit einer wäßrigen Waschflüssigkeit gewaschen, die Waschflüssigkeit von
der Polycarbonat enthaltenden Lösung abgetrennt und das Lösungsmittel abgedampft
wird, wobei man die organische Polycarbonat enthaltende Lösung und die Wasch
flüssigkeit nach einer ersten Waschstufe in einem mit hydrophilen Material be
packten Coalescer voneinander trennt.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Reinigung von Polycarbonat ent
haltenden Lösungen, in dem die Polycarbonat enthaltende Lösung mit einer wäßrigen
Waschflüssigkeit gewaschen, die Waschflüssigkeit von der Polycarbonat enthal
tenden Lösung abgetrennt und das Lösungsmittel abgedampft wird, wobei man die
organische Polycarbonat enthaltende Lösung und die Waschflüssigkeit nach der
ersten Waschstufe in einem mit hydrophilen Material bepackten Coalescer von
einander trennt.
Überraschend hat sich gezeigt, daß es nicht erforderlich ist, nach Polymerisation,
Trennung der organischen von der wäßrigen Phase und dem ersten Waschen der
organischen Phase die erste Trennung von organischer Phase und Waschwasser mit
einer seit Jahrzehnten verwendeten Zentrifuge durchzuführen. Ferner war nicht zu
erwarten, daß sogar gänzlich auf diese bekannten, nach dem Prinzip einer Zentrifuge
arbeitenden Phasentrennelemente verzichtet werden kann, wenn sie durch Coalescer
mit einer hydrophilen Bepackung ersetzt werden.
In bekannten Waschverfahren zur Reinigung von Polycarbonat enthaltenden Prozeß
strömen wurde im Polycarbonat vor der ersten Waschstufe ein Natriumgehalt von
250 ppm und nach der dritten Waschstufe 0,078 ppm ermittelt. Wird ein solcher
Prozeßstrom geteilt und der abgetrennte Teil in einer mehrstufigen Coalescer-Wasch
straße gewaschen, wird hinter dem dritten Coalescer ein Natriumgehalt von nur
0,038 ppm im Polycarbonat gemessen.
Zur Phasentrennung zu verwendende Coalescer sind marktübliche Coalescer wie sie
beispielsweise von den Firmen Pall GmbH, D-63303 Dreieich oder Franken Filter
technik OHG, D-50354 Hürth, vertrieben werden mit einer hydrophilen Bepackung.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
werden als hydrophile Bepackung Metallfasern eingesetzt, wobei Edelstahlfasern
besonders bevorzugt sind. Die Metallfasern besitzen beispielsweise einen
Durchmesser von 2 bis 50 µm, 3 bis 7 µm und gemäß einer besonders bevorzugten
Ausführungsform 4,5 bis 5,5 µm. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungs
form können beispielsweise Metallfasern unterschiedlicher Dicke in den Coalescern
vorhanden sein. So hat sich die Kombination von Metallfasern mit Faserdicken von
2 mm und 10 mm als besonders wirkungsvoll zur Phasentrennung erwiesen. Die
Schichtdicke des Faserbetts kann 3 bis 25 mm, vorzugsweise 4 bis 12 mm und
gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform 5 bis 7 mm betragen. Es ist
erwünscht, daß der Durchsatz pro Phasenelement etwa 0,5 bis 5 m3/h und besonders
bevorzugt 1,8 bis 2,2 m3/h beträgt.
Die organische Polycarbonat enthaltende Phase kann beispielweise 3 bis 5 mal mit
einer wäßrigen Flüssigkeit gewaschen werden, wobei das erhaltene Zweiphasen
gemisch anschließend in einem Coalescer jeweils in organische und wäßrige Phase
getrennt wird.
Die weiteren zur Phasentrennung einzusetzenden Trennelemente in der Ausführungs
form der Erfindung, derzufolge ein Coalescer nur zur ersten Abtrennung von Wasch
wasser eingesetzt wird, sind vorzugsweise die in der Vergangenheit zur Phasen
trennung eingesetzten Zentrifugen.
Ein besonderer Vorteil derjenigen Ausführungsform der Erfindung, derzufolge zur
Phasentrennung ausschließlich Coalescer eingesetzt werden, besteht darin, daß die
Konzentration an Polycarbonat in der organischen Phase höher sein kann als in
derjenigen Ausführungsform, in der zur Phasentrennung die bekannten Zentrifugen
eingesetzt werden. Darf die Polycarbonatkonzentration in der organischen Phase in
letzteren Verfahren nicht größer als 14 Gew.-% sein, bezogen auf das Gewicht der
wasserfreien organischen Phase, so ermöglicht der ausschließliche und erfindungs
gemäße Einsatz von Coalescern zur Phasentrennung eine Polycarbonatkonzentration
während des Waschens von 15 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der orga
nischen Phase. Bei diesen Konzentrationen weist die organische Phase beispielsweise
eine Viskosität von 100 bis 1400 mPas, vorzugsweise 150 bis 1000 mPas und gemäß
einer besonders bevorzugten Ausführungsform 180 bis 700 mPas auf.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden zum Einmischen der
Waschflüssigkeit Mischpumpen, insbesondere Kreiselpumpen, oder Mischdüsen ein
gesetzt. Bei Einmischen der Waschflüssigkeit durch diese Aggregate konnte eine Er
höhung der Reinheit des Polycarbonats um den Faktor 2 gegenüber der Verwendung
von statischen Mischern erzielt werden.
Die erfindungsgemäß zu reinigenden oder herzustellenden Polymere sind Poly
carbonate, sowohl Homopolycarbonate als auch Copolycarbonate und deren Ge
mische. Die erfindungsgemäßen Polycarbonate können aromatische Polyester
carbonate sein oder Polycarbonate, die im Gemisch mit aromatischen Polyester
carbonaten vorliegen. Der Begriff Polycarbonat wird anschließend stellvertretend für
die zuvor genannten Polymere verwendet.
Das erfindungsgemäße Polycarbonat wird nach dem sogenannten Phasengrenz
flächenverfahren erhalten (H. Schnell "Chemistry and Physics of Polycarbonates",
Polymer Reviews, Vol. 9, S. 33ff, Interscience Publishers, New York (1964).
Erfindungsgemäß als Ausgangsverbindungen bevorzugt einzusetzende Verbindungen
sind Bisphenole der allgemeinen Formel HO-Z-OH, worin Z ein divalenter orga
nischer Rest mit 6 bis 30 Kohlenstoffatomen ist, der eine oder mehrere aromatische
Gruppen enthält. Beispiele solcher Verbindungen sind Bisphenole, die zu der Gruppe
der Dihydroxydiphenyle, Bis(hydroxyphenyl)alkane, Inganbisphenole, Bis(hydroxy
phenyl)ether, Bis(hydroxyphenyl)sulfone, Bis(hydroxyphenyl)ketone und
α,α'-Bis(hydroxyphenyl)diisopropylbenzole gehören.
Besonders bevorzugte Bisphenole, die zu den vorgenannten Verbindungsgruppen
gehören, sind Bisphenol-A, Tetraalkylbisphenol-A, 4,4-(meta-Phenylendiisopropyl)di
phenol (Bisphenol M), Bisphenol-Trimethylcyclohexanon (BP-TMC) sowie
gegebenenfalls deren Gemische. Besonders bevorzugte Copolycarbonate sind solche
auf der Basis der Monomere Bisphenol-A und 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,5-tri
methylcyclohexan. Die erfindungsgemäß einzusetzenden Bisphenolverbindungen
werden mit Kohlensäureverbindungen, insbesondere Phosgen, umgesetzt.
Die erfindungsgemäßen Polyestercarbonate werden durch Umsetzung der bereits ge
nannten Bisphenole, mindestens einer aromatischen Dicarbonsäure und gegebenenfalls
Kohlensäure erhalten. Geeignete aromatische Dicarbonsäuren sind beispielsweise
Orthophtalsäure, Terephthalsüure, Isophthalsäure, 3,3'- oder 4,4'-Diphenyldi
carbonsäure und Benzophenondicarbonsäuren.
In dem Verfahren verwendete inerte organische Lösungsmittel sind beispielsweise
Dichlormethan, die verschiedenen Dichlorethane und Chlorpropanverbindungen,
Chlorbenzol und Chlortoluol, vorzugsweise werden Dichlormethan und Gemische
aus Dichlormethan und Chlorbenzol eingesetzt.
Die Reaktion kann durch Katalysatoren, wie tertiäre Amine, N-Alkylpiperidine oder
Oniumsalze beschleunigt werden. Bevorzugt werden Tributylamin, Triethylamin und
N-Ethylpiperidin verwendet: Als Kettenabbruchmittel und Molmassenregler können
ein monofunktionelles Phenol, wie Phenol, Cumylphenol, p.-tert.-Butylphenol oder
4-(1,1,3,3-Tetramethylbutyl)phenol verwendet werden. Als Verzweiger kann bei
spielsweise Isatinbiscresol eingesetzt werden.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen hochreinen Polycarbonate werden die Bis
phenole in wässriger alkalischer Phase, vorzugsweise Natronlauge, gelöst. Die
gegebenenfalls zur Herstellung von Copolycarbonaten erforderlichen Ketten
abbruchmittel werden in Mengen von 1,0 bis 20,0 Mol-% je Mol Bisphenol, in der
wäßrigen alkalischen Phase gelöst oder zu dieser in einer inerten organischen Phase
in Substanz zugegeben. Anschließend wird Phosgen in den die übrigen Reaktions
bestandteile enthaltenden Mischer eingeleitet und die Polymerisation durchgeführt.
Ein Teil, bis zu etwa 80 Mol-%, vorzugsweise 20 bis 50 Mol-% der Carbonat-
Gruppen in den Polycarbonaten können durch aromatische Dicarbonsäureester-
Gruppen ersetzt sein.
Die thermoplastischen Polycarbonate haben mittlere Molekulargewichte Mw (er
mittelt durch Messung der relativen Viskosität bei 25°C in Dichlormethan und einer
Konzentration von 0,5 g Polycarbonat/100 ml Dichlormethan) von 12 000 bis
400 000, vorzugsweise von 12 000 bis 80 000 und insbesondere von 15 000 bis
40 000.
Während der Reaktion wird die wäßrige Phase in der organischen Phase emulgiert.
Dabei entstehen Tröpfchen unterschiedlicher Größe. Nach der Reaktion erfolgt eine
Phasentrennung in organische, das Polycarbonat enthaltende Phase und eine wäßrige
Phase. Anschließend wird die organische, das Polycarbonat enthaltende Phase,
üblicherweise mehrmals mit einer wäßrigen Flüssigkeit gewaschen und nach jedem
Waschvorgang von der wäßrigen Phase soweit wie möglich getrennt. Zum Ein
mischen der Säure und des Waschwassers können bekannte Mischaggregate wie
Rührapparate und Statikmischer verwendet werden. Die Polymerlösung ist nach der
Wäsche und Abtrennung der Waschflüssigkeit trüb. Die Waschflüssigkeit ist eine
wäßrige Flüssigkeit und kann sowohl eine verdünnte Mineralsäure wie HCl oder
H3PO4 als auch Wasser sein. Die Konzentration von HCl oder H3PO4 in der
Waschflüssigkeit kann beispielsweise 0,5 bis 1,0 Gew.-% betragen. Die organische
Phase kann beispielsweise fünfmal gewaschen werden.
Zum Erhalt des hochreinen Polycarbonats wird das Lösungsmittel abgedampft. Das
Abdampfen kann in mehreren Verdampferstufen erfolgen. Gemäß einer weiteren be
vorzugten Ausführungsform dieser Erfindung kann das Lösungsmittel oder ein Teil
des Lösungsmittels durch Sprühtrocknung entfernt werden. Das hochreine Poly
carbonat fällt dann als Pulver an. Gleiches gilt für die Gewinnung des hochreinen
Polycarbonats durch Fällung aus der organischen Lösung.
Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahren, in der das
Abtrennen der Waschflüssigkeit zunächst in einem hydrophil bepackten Coalescer
und anschließend in den folgenden Waschstufen in Zentrifugen erfolgt.
Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform, in der die Waschflüssigkeit jeder Waschstufe
durch einen Coalescer abgetrennt wird und zum Waschen der das Polycarbonat
enthaltenden Flüssigkeit keine nach Art einer Zentrifuge arbeitenden Phasentrenn
elemente eingesetzt sind.
Die erfindungsgemäß erhaltenen oder gereinigten hochreinen Polycarbonate eignen
sich zur Herstellung von Formkörpern. Formkörper aus dem hochreinen Poly
carbonat sind insbesondere optische und magnetooptische Datenspeicher wie Mini
Disk, Compact Disk oder Digital Versatile Disk, optische Linsen und Prismen,
Verscheibungen für Kraftfahrzeuge und Scheinwerfer, Verscheibungen anderer Art
wie für Gewächshäuser, sogenannte Stegdoppelplatten oder Hohlkammerplatten.
Hergestellt werden diese Formkörper durch Spritzgußverfahren, Extrusionsverfahren
und Extrusions-Blasformverfahren unter Verwendung des erfindungsgemäß erhal
tenen Polycarbonats mit dem geeigneten Molekulargewicht.
Der bevorzugte Molekulargewichtsbereich für die Datenträger beträgt 12 000 bis
22 000, für Linsen und Verscheibungen 22 000 bis 32 000 und derjenige von Platten
und Hohlkammerplatten 28 000 bis 40 000. Alle Molekulargewichtsangaben be
ziehen sich auf das Gewichtsmittel der Molmasse.
Die Formkörper weisen gegebenenfalls eine Oberflächenvergütung auf, bei
spielsweise eine Kratzfestbeschichtung.
Zur Herstellung von optischen Linsen und Folien oder Scheiben für magnetooptische
Datenträger werden die erfindungsgemäßen Polycarbonate vorzugsweise mit einem
Molekulargewicht von 12 000 bis 40 000 eingesetzt, da sich ein Material mit einer
Molmasse in diesem Bereich sehr gut thermoplastisch formen läßt. Die Formkörper
können durch Spritzgußverfahren hergestellt werden. Dazu wird das Harz auf
Temperaturen von 300 bis 400°C geschmolzen und die Form im allgemeinen auf
einer Temperatur von 50 bis 140°C gehalten.
Unter Bezugnahme auf Fig. 1 wird nachfolgend beispielhaft die Behandlung des das
Polycarbonat enthaltenden Flüssigkeitsstroms beschrieben. Die nach der Poly
merisation nach dem Zweiphasen-Grenzflächenverfahren erhaltene Reaktionsemul
sion 1 wird zur Durchführung einer Vortrennung in einem Phasentrennbehälter 2 in
eine wäßrige, salzhaltige Phase 3 und in eine organische, das Polycarbonat enthaltene
Phase 4 getrennt. Während die wäßrige Phase 3 der Abwasseraufbereitung zugeführt
wird, pumpt man die organische Phase 4 mit der Pumpe 5 in einen Coalescer 6 mit
einem Phasentrennelement 7, das einen Durchmesser von 150 mm und eine Länge
von 1250 mm aufweist. Das Faserbett des Phasentrennelements 7 besteht aus
Edelstahlfasern mit einem Durchmesser von etwa 5 µm. Die Schichtdicke des Faser
betts kann 6 mm betragen. 2100 l/h Polymerlösung wurden mit einem Differenz
druck von 500 mbar durch den Coalescer geleitet. Das in dem Coalescer abge
schiedene Restwasser 8 wird einer Abwasseraufbereitung zugeführt. Die organische
Phase 9 wird dann in zwei hintereinander geschalteten Stufen mit einer wäßrigen
Flüssigkeit 14/15 vermischt und dabei gewaschen. Zunächst wird die organische
Phase 12 mit einer etwa 1gew.-%igen HCl 14 in einem Statikmischer 16 gemischt
und dabei gewaschen, um gegebenenfalls noch vorhandenen Katalysator zu ent
fernen. In der nächsten Stufe wird als Waschflüssigkeit voll entsalztes Wasser 15
verwendet, wobei das Vermischen der organischen, das Polycarbonat enthaltenden
Phase wiederum in einem Statikmischer 16 erfolgt. Nach jedem Vermischen mit der
wäßrigen Flüssigkeit wird das erhaltene Zweiphasengemisch mit den Zentrifugen
17/18 jeweils wieder getrennt. Die wäßrigen Phasen 19/20 werden aus den Zentri
fugen abgezogen und mit der wäßrigen Phase 13 vereint und als Strom 21 der Ab
wasseraufbereitung zugeführt. Die organische Phase 22, deren Restwassergehalt bis
auf < 0,2 Gew.-% verringert worden ist, wird in ein Tanklager gepumpt. Die Tempe
ratur der organischen Phase 22 beträgt während des Waschens 40 bis 50°C.
Die Verfahrensführung nach Fig. 2 erfolgt zunächst identisch mit derjenigen aus Fig.
1, wobei die Polycarbonatkonzentration in der organischen Phase 15% beträgt. Aus
dem Coalescer 6 wird die organische Phase 30 in einen Statikmischer 34 geführt, um
dort mit einer wäßrigen 1gew.-%igen HCl vermischt und gewaschen zu werden. Das
erhaltenen Gemisch wird in einen weiteren identisch aufgebauten Coalescer geleitet
und dort die wäßrige von der organischen Phase getrennt. In der nächsten Stufe wird
Wasser 40 zum Waschen verwendet, welches aus der Trennung von organischer und
wäßriger Phase einer vorgeschalteten Trennstufe verwendet wird. Statt dessen könnte
aber auch voll entsalztes Wasser verwendet werden. Die Ziffer 42 zeigt den Zusatz
von voll entsalztem Wasser und die Ziffer 44 die Rückführung des gebrauchten
Wassers zum Waschen in einer früheren Waschstufe an. Die wäßrigen Phasen 36/38
werden dem Abwasserkanal zugeführt und die organische Phase in ein Tanklager
gepumpt. Die Temperatur der organischen Phase beträgt während der Reinigung 40
bis 50°C.
Die verwendeten Phasentrennelemente besitzen einen Durchmesser von 150 mm und
eine Länge von 1250 mm: Die Faserbetten der Trennelemente bestehen aus Edel
stahlfasern mit Faserdicken von etwa 2 mm und etwa 5 mm. Die Schichtdicke des
Faserbetts beträgt 6 mm. 2100 l/h wurden mit einem Differenzdruck von 500 Pa
(500 mbar) durch den Coalescer geleitet, wobei das an der organischen Restphase
anhaftende Wasser auf weniger als 2 Gew.-% verringert werden konnte.
Zum Vergleich wurde dieselbe Versuchsanordnung gewählt, als Trennmittel aber
lipophile PTFE-Fasergewebe verwendet. Bei einem Differenzdruck von 300 mPa
(3 bar) konnten nur 200 l/h durchgesetzt werden, wobei der Restwassergehalt der
organischen Phase zwischen 0,2 und 0,45 Gew.-% lag.
Claims (9)
1. Verfahren zur Herstellung von Polycarbonat nach dem Phasengrenz
flächenverfahren, in dem eine Polycarbonat enthaltende Lösung mit einer
Waschflüssigkeit mehrmals gewaschen, die Waschflüssigkeit von der Poly
carbonat enthaltenden Lösung nach jeder Waschstufe durch Trennelemente
abgetrennt und das Lösungsmittel abgedampft wird, dadurch gekennzeichnet,
daß man die organische Polycarbonat enthaltende Lösung und die Wasch
flüssigkeit nach der ersten Waschstufe in einem Coalescer mit einer hydro
philen Bepackung voneinander trennt.
2. Verfahren zur Reinigung einer Polycarbonat enthaltenden Lösung, in dem die
Polycarbonat enthaltende Lösung mit einer Waschflüssigkeit mehrmals ge
waschen und die Waschflüssigkeit von der Polycarbonat enthaltenden Lösung
nach jeder Waschstufe mittels Trennelementen abgetrennt wird, dadurch ge
kennzeichnet, daß man die organische, das Polymer enthaltende Phase von
einer wäßrigen Waschflüssigkeit nach der ersten Waschstufe in einem
Coalescer mit einer hydrophilen Bepackung als Trennelement abtrennt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
man zur Trennung von organischer, das Polymer enthaltender Phase und
wäßriger Waschflüssigkeit in den weiteren Waschstufen Coalescer einsetzt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die hydrophile Bepackung eine Bepackung mit Metallfasern ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallfasern
Edelstahlfasern mit Faserdurchmessern von etwa 2 µm und etwa 10 µm sind.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die organische
Polycarbonat enthaltende Phase dreimal bis fünfmal mit einer wäßrigen Flüs
sigkeit wäscht und das erhaltene Zweiphasengemisch in einem Coalescer
trennt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
man die Waschflüssigkeit über Mischpumpen, insbesondere eine Kreisel
pumpe, oder mehrstufige Mischdüsen mit der organischen, das Polycarbonat
enthaltenden Flüssigkeit vermischt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß man das erhaltene Polycarbonat zu einem Formkörper verarbeitet.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß man die Ver
arbeitung zu einem Formkörper durch Spritzguß, Extrusion oder Blasformung
vornimmt.
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