DE19644544C1 - Sprossenhohlprofilmaterial und Sprossengitter sowie Herstellverfahren - Google Patents
Sprossenhohlprofilmaterial und Sprossengitter sowie HerstellverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Sprossenhohlprofilmaterial
sowie Sprossengitter daraus zum Einbau zwischen Fenster
scheiben sowie ein Bearbeitungs- und Herstellverfahren
dafür.
Es ist aus der DE 82 12 525 U1 bekannt, Profilmaterial,
insbes. Hohlprofile, aus Holz, Kunststoff oder Metall,
insbes. zum Einbau zwischen Fensterscheiben, zu einem
Gitter zusammenzufügen. Hierzu werden die Gitter-Sprossen
der einen Richtung durch Fräsen in Abständen der
Quersprossen trapezförmig von unten und oben eingefräst
und die Quersprossen in Abschnitte geteilt und
entsprechend den Einfräsungen der anders gerichteten
Sprossen mit Gehrungs-Anfräsungen versehen, worauf das
Gitter zusammengesetzt wird.
Aus der DE 36 38 355 A1 ist es bekannt, aus einem
Hohlprofil bestehende Sprossen mit Dübeln zu bestücken und
diese mit einem Verbindungsstift, eine Bohrung in einer
durchgehenden, senkrecht dazu stehenden, Sprosse
durchsetzend, zu verbinden. Die bekannten Hohlprofile
bestehen aus lackiertem Aluminium, was sie beim Bearbeiten
gegen Verkratzen empfindlich macht, und an den Stößen zu
"Schattenfugen" führt, an denen das glänzende Metall
sichtbar ist.
Das Fräsen der nur wenige zehntel Millimeter dicken
Profilwandungen ist außerordentlich schwierig, da die
Ränder nicht verbogen und ohne Grat sein müssen. Nach
teilig am Aluminium ist die äußerst hohe Wärmeleitfähig
keit von 230°KW/km, weshalb bei einer damit bestückten
Doppelscheibe der Wärmedurchgang um etwa 30% erhöht ist,
obwohl die Sprossen zu den Scheiben beabstandet gehalten
sind.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Sprossenhohlprofil
material geringerer Wärmeleitfähigkeit und besserer
Bearbeitbarkeit sowie ein Bearbeitungsverfahren und daraus
hergestellte Sprossengitter anzugeben.
Die Lösung ist dadurch gegeben, daß das Sprossenhohlprofil
aus einem Polyacrylverschnittmaterial extrudiert ist, das
im wesentlichen aus Hart-Polyacryl mit einem 3- bis
10%-igen Weich-Polyacrylanteil besteht.
Ein Bearbeitungsverfahren dafür ist im Anspruch 6 angege
ben. Ein Sprossengitter ist im Anspruch 10 angegeben.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Das neuartige Sprossenhohlprofilmaterial ist im Kunst
stoff-Extrusionsverfahren quasi endlos herzustellen. Das
äußere Profil entspricht z. B. den bekannten aus Blech
streifen gebogenen und geschweißten Aluminiumprofilen,
jedoch sind bekanntlich auch wesentlich kompliziertere
Formen durch Kunststoffextrusion zu erzeugen.
Um eine ausreichende Stabilität, insbes. Langzeitstabi
lität, zu erbringen, ist die Wandstärke bei einer 10×24
mm Sprosse etwa 1 mm stark gewählt. Obwohl diese
Wandstärke mehrfach größer als bei den bekannten
Leichtmetallsprossenprofilen ist, ist der Wärmedurchgang
der Kunststoffsprossen viel geringer, da der Wärmeleitwert
des Kunststoffes nur 0,18°KW/km beträgt, also ca. 1000 mal
geringer ist als beim Aluminium.
Das Kunststoffmaterial ist durchgefärbt, so daß an den
Stößen keine Schattenfugen auftreten.
Langwierige Versuche mit verschiedensten Kunststoff
profilen bezüglich des Kurz- und Langzeitverhaltens bei
Sonneneinstrahlung, wobei insbes. auch Teilbestrahlungen
von Sprossengittern betrachtet wurden, wie sie in der
Praxis im Tagesverlauf oder durch Abschattungen anderer
Art auftreten, haben ergeben, daß die lokalen Sprossen
temperaturen von über 100°C am ehesten von Polyacryl
vertragen werden. Dieses ist jedoch außerordentlich spröde
und für eine maschinelle Bearbeitung und handwerkliche
Verarbeitung und Handhabung wenig geeignet. Als wesentlich
günstiger in dieser Hinsicht wurde nach langen Versuchen
ein Polyacryl-Verschnitt mit ca. 5% Weich-Polyacryl
befunden. Ein höherer Anteil, bis ca. 10% sind zu
empfehlen, erhöht die Schlagzähigkeit. Die Eigenschaften
des Kombinationsmaterials erlauben sowohl eine konventio
nelle maschinelle Bearbeitung durch Bohren, Fräsen, Schlei
fen usw. als auch das bevorzugte Wasserstrahlschneiden.
Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede
der technischen Daten der beiden Ausgangsmaterialien;
insbes. die Dehnung nach ISO 527 ist bei dem
Weich-Polyacrylmaterial etwa 7,5 mal höher als beim
unverschnitten Hart-Polyacryl.
Die neuartige Materialkombination verleiht den
extrudierten Sprossenstangen eine gute Bearbeitbarkeit,
insbes. wegen der verringerten Sprödigkeit. Als
Bearbeitungsverfahren hat sich das wasserstrahlschneiden
ganz besonders bewährt. Wegen der Universalität der
handelsüblichen Roboter, die zum wasserstrahlschneiden
einzusetzen sind, lassen sich ganze Sprossen ohne ein
Umspannen in den gewünschten Abständen mit Ausschnitten
zum Einpassen der Quersprossen versehen, und entsprechend
können die Quersprossen beidendig ausgenommen oder endbe
arbeitet werden, worauf sie zu einem Gitter zusammenge
setzt werden. Es lassen sich mit einem geeigneten
Schneidprogramm auch die beliebten Schrägsprossengitter
zuschneiden.
Besonders vorteilhaft ist es, daß die zugerichteten
Sprossenstäbe mit Ultraschall mit praktisch unsichtbarer
Schweißstelle verschweißbar sind. Dadurch lassen sich
stabile Gitter werksseitig vorfertigen. An den
Verbindungsstellen können zusätzlich Steckdübel aus einem
Polyacrylmaterial eingesetzt und mit eingeschweißt werden,
wodurch ein sortenreiner Kunststoff beim späteren Recyclen
vorliegt. Auch mit ABS oder glasfaserverstärktem ABS ist
ein Verschweißen möglich.
Vorteilhafte Ausbildung des Extrudatquerschnittes ist an
einem Beispiel eines koventionellen Außenprofilquer
schnittes und ein Gitterausschnitt dazu in den Fig. 1 und
2 dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen beispielhaften Profilquerschnitt
vergrößert. Die Hauptabmessung HA beträgt 26 mm, und die
Nebenabmessung NA beträgt 10 mm. Die Wandstärke A beträgt
durchgehend 1 mm. Die äußeren Kantenrundungen R haben etwa
1 mm Radius. Selbstverständlich lassen sich im Inneren des
Hohlprofiles auch Steckkanäle, Querstege odgl. beim
Extrudieren mit einbringen, was zum Vereinfachen der
Steckverbindungen dienen kann.
Fig. 2 zeigt einen Gitterausschnitt, bei dem Quersprossen
abschnitte QS auf Gehrung an eine durchgehende Haupt
sprosse HS angesetzt sind. Mit einem durchgehenden
Linearverbinder LV - gestrichelt dargestellt - werden die
Quersprossenabschnitte QS zusammengehalten und in der
Hauptsprosse HS lagezentriert. Eine Ultraschallschweißung
verbindet ggf. die Teile miteinander; der Linearverbinder
LV ist dann nicht notwendig.
Claims (10)
1. Sprossen-Hohlprofilmaterial zum Einbau zwischen
Verbundfensterscheiben,
dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem
Polyacrylverschnittmaterial extrudiert ist, das im
wesentlichen aus Hart-Polyacryl mit einem 3- bis 10%-igen
Weich-Polyacrylanteil besteht.
2. Sprossen-Hohlprofilmaterial nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Hart-Polyacryl eine
Vicat-Erweichungstemperatur von ca. 118°C, eine Zugfestigkeit
von ca. 96 MPa, eine Dehnung von ca. 6% und eine Schlag
zähigkeit von 2.2 kJ/m² aufweist und das Weich-Polyacryl
eine Vicat-Erweichungstemperatur von ca. 108°C, eine
Zugfestigkeit von ca. 40 MPa, eine Dehnung von ca. 45% und
eine Schlagzähigkeit von 7,5 kJ/m² aufweist.
3. Sprossen-Hohlprofilmaterial nach einem der
vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Weich-Polyacrylanteil 5% beträgt.
4. Sprossen-Hohlprofilmaterial nach einem der
vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß seine
Wandstärke (A) ca. 1 mm beträgt.
5. Sprossen-Hohlprofilmaterial nach einem der
vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß seine
Hauptabmessung (HA) 26 mm und seine Nebenabmessung (NA)
10 mm betragen.
6. Verfahren zur Zurichtung von Kunststoffsprossen-
Hohlprofilmaterial, insbes. nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Ausnehmungen in
durchlaufenden Sprossen (HS) und/oder Endabschnitte und
Gehrungsendzuschnitten von Quersprossenabschnitten (QS)
durch wasserstrahlschneiden hergestellt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sprossen-Hohlprofilstangen zur Bearbeitung in
einer Haltevorrichtung fixiert werden und ohne Umspannen
mit sämtlichen Ausnehmungen und/oder Gehrungsend
zuschnitten von einem koordinatengesteuerten Roboter mit
dem Schneidwasserstrahl bearbeitet werden.
8. Verfahren zum Verbinden von Kunststoffhohlprofilen,
insbesondere Sprossen daraus, nach einem der vorstehenden
Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
durchlaufenden Sprossen (HS) und die
Quersprossenabschnitte (QS) durch Ultraschallschweißen
miteinander verbunden werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Quersprossenabschnitte (QS), die mit einer
durchlaufenden Sprosse (HS) verbunden werden in ihren
entsprechenden Endbereichen klemmend mit einem die
durchlaufende Sprosse (HS) durchsetzenden Linearverbinder
(LV) bestückt werden.
10. Sprossengitter aus einem Kunststoffsprossen-
Hohlprofilmaterial, insbes. gem. einem der Ansprüche
1-5, dessen Sprossen (HS, QS) miteinander verschweißt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996144544 DE19644544C1 (de) | 1996-10-26 | 1996-10-26 | Sprossenhohlprofilmaterial und Sprossengitter sowie Herstellverfahren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996144544 DE19644544C1 (de) | 1996-10-26 | 1996-10-26 | Sprossenhohlprofilmaterial und Sprossengitter sowie Herstellverfahren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19644544C1 true DE19644544C1 (de) | 1998-04-02 |
Family
ID=7810074
Family Applications (1)
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| DE1996144544 Expired - Fee Related DE19644544C1 (de) | 1996-10-26 | 1996-10-26 | Sprossenhohlprofilmaterial und Sprossengitter sowie Herstellverfahren |
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| DE (1) | DE19644544C1 (de) |
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