DE192534C - - Google Patents

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DE192534C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/08Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors
    • C10K1/10Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors with aqueous liquids

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
^Patentschrift
Vr 192534 -KLASSE 2§d. GRUPPE
Dr. JOSEPH TSCHERNIAC in LONDON.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 25. Januar 1906 ab.
Es ist bekannt, daß man Rhodankalzium aus rohem Leuchtgas erhalten kann, indem man letzteres, nach Kühlung und Entfernung des Teeres, mit einer Mischung von Kalk und Schwefel in Berührung bringt. Der praktischen Verwendung dieser Bildungsweise stellen sich jedoch in diesem Stadium der Reinigung des Rohgases bedeutende Nachteile entgegen; nach Kühlung und Ausscheidung des Teeres enthält das Gas noch die Hauptmenge des Ammoniaks, durch welches die tatsächlichen Ergebnisse gänzlich verschoben werden; neben dem Kalziumsalz entsteht hier viel Rhodanammonium, zum Teil direkt aus dem Ammoniumpolysulfid mit der Blausäure bzw. dem Schwefelkohlenstoff des Gases, zum Teil aber auch aus zuerst gebildetem Rhodankalzium durch doppelte Umsetzung mit dem Ammoniumkarbonat.
Außerdem ist unter diesen Umständen der Verlust an Kalk, als Karbonat, sehr bedeutend. Es gelingt dagegen, die Darstellung des Rhodankalziums vollkommen befriedigend zu gestalten, wenn man das rohe Gas erst nach Entfernung des Ammoniaks zur Absorption gelangen läßt. Der zur vollständigen Ausnutzung des Schwefels notwendige Überschuß von Kalk ist hier durchaus nicht so übermäßig, wie man aus dem Volumverhältnis der Blausäure zur Kohlensäure an dieser Stelle (etwa 1 : 8) schließen könnte. Man kommt mit einem Überschuß von nur zwei Dritteln der dem Schwefel entsprechenden Menge Kalk aus, weil die Kohlensäure unter diesen Bedingungen ausgedehnten Kontakt und längere Zeit zur Absorption beansprucht, während die Blausäure sozusagen momentan aufgenommen wird. Deswegen ist es auch für den praktischen Erfolg des Verfahrens sehr wichtig, keinen größeren als den zur vollen Ausnutzung des Schwefels gerade notwendigen Überschuß an Kalk anzuwenden; man würde sonst eine mit Kalziumsulfhydrat stark geladene Lösung erhalten, deren Reinigung- durch die Kohlensäure des Leuchtgases viel Zeit und Gas beanspruchen würde, ohne daß hierbei Schwefel vorhanden bliebe, um eine weitere Absorption von Blausäure zu ermöglichen.
Die praktische Ausführung des Verfahrens gestaltet sich nach bekannten Methoden, indem man das rohe, von Ammoniak befreite, aber noch schwefelwasserstoffhaltige Gas in systematischer Weise in geeigneten mit Rührvorrichtungen versehenen Apparaten durch wäßrige Mischungen von fein verteiltem Schwefel mit Kalk leitet; von letzterem hat man etwa zwei Drittel mehr zu nehmen, als das Verhältnis 2 S -\- Ca O verlangt. Man läßt das Gas durchgehen bis zum Verschwinden des freien oder als Polysulfid gelösten Schwefels, was daran erkennbar ist, daß die bis dahin durch Schwefeleisen (aus Spuren Eisen in den Materialien) schwarzgrün gefärbte Mischung in graugelb umschlägt (nach Übergang des Schwefeleisens in Ferrocyanid). Bei Beachtung der richtigen Verhältnisse enthält die Mischung bei diesem Punkt wenig
Kalziumsulfhydrat und kann sofort oder nach kurzem weiteren Durchleiten des Rohgases zur Filtration gebracht werden.
Die Darstellung anderer Rhodansalze kann nach diesem Verfahren unmittelbar erfolgen, indem man zur Mischung von Kalk und Schwefel, in den oben angegebenen Verhältnissen, von vornherein ein zur Umsetzung mit Rhodankalzium geeignetes Salz zusetzt,
ίο z. B. Natriumsulfat oder -bisulfat; bei Anwendung des letzteren muß natürlich entsprechend mehr Kalk genommen werden. Nach diesem Verfahren können hochkonzentrierte Lösungen erhalten werden mit 30 Prozent S C N und darüber; beim Rhodankalzium selbst durch richtige Bemessung des zum Löschen des Kalkes sowie zur Herstellung der Mischungen notwendigen Mengen Wasser, beim Rhodannatrium beispielsweise, indem man die konzentrierte Lösung des Sulfates zum Löschen des Kalkes benutzt; in beiden Fällen durch Anwendung der bei der Filtration des fertigen Produktes resultierenden Waschwässer zum Verdünnen der Mischungen.
Statt einer Mischung von Schwefel mit Kalkhydrat kann auch eine solche von Kalziumpolysulfid mit demselben Überschuß von Kalk zur Anwendung gebracht werden.
Nach der britischen Patentschrift 8166/1903 soll von Ammoniak befreites, aber noch Schwefelwasserstoff enthaltendes Gas mit Magnesiumsulfid in Berührung gebracht werden, wobei indes nicht Rhodanmagnesium, sondern die zur Herstellung desselben erforderliche Lösung von Magnesiumpolysiilfid erhalten wird. Auch kann bei einem Verfahren, bei welchem die Kohlensäure störend wirkt, nicht ohne weiteres von der Magnesia auf den Kalk geschlossen werden, da die Affinität des Kalkes zur Kohlensäure bekanntlich sehr bedeutend, diejenige der Magnesia aber weit träger ist. Dazu kommt weiter, daß die in der angezogenen britischen Patentschrift angegebene Vorschrift für Rhodanmagnesium bei ihrer Anwendung auf Rhodankalzium einen so enormen Überschuß von Kalk erfordern würde, daß sie schon dadurch unausführbar sein würde. Es war somit durchaus nicht zu erwarten, daß bei ammoniakfreiem Gas und Mischungen von Kalk und Schwefel der Kalk und die Blausäure sich gegenseitig so wirksam schützen würden, daß ein ganz geringer Überschuß an Kalk genügen werde, um die gesamte Blausäure zu binden. Schließlich war bei der Leichtigkeit, mit der die Alkalisulfate mit Kalziumsulfat schwerlösliche Doppelsalze geben, nicht von vornherein zu erwarten, daß es möglich sein werde, ohne Ausfällung mittels wäßriger Lösungen direkt kalkfreie und hochkonzentrierte Rhodanalkalilösungen darzustellen.

Claims (2)

Patent-Ansprüche: ,
1. Verfahren zur Gewinnung konzentrierter Rhodansalzlösungen aus Leuchtgas, dadurch gekennzeichnet, daß man rohes, vom Ammoniak befreites, aber noch schwefelwasserstoffhaltiges Leuchtgas mit einer wäßrigen Mischung von Schwefel und einer zur vollständigen Ausnutzung desselben gerade genügenden Menge Kalk in Berührung bringt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man behufs Gewinnung anderer Rhodanate dem Kalk geeignete Salze, z. B. Natriumsulfat, zusetzt.
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