DE190771C - - Google Patents

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DE190771C
DE190771C DE1906190771D DE190771DA DE190771C DE 190771 C DE190771 C DE 190771C DE 1906190771 D DE1906190771 D DE 1906190771D DE 190771D A DE190771D A DE 190771DA DE 190771 C DE190771 C DE 190771C
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DE
Germany
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stamp
workpiece
spring
clamping device
disc
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DE1906190771D
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Publication of DE190771C publication Critical patent/DE190771C/de
Application filed filed Critical
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B44DECORATIVE ARTS
    • B44CPRODUCING DECORATIVE EFFECTS; MOSAICS; TARSIA WORK; PAPERHANGING
    • B44C1/00Processes, not specifically provided for elsewhere, for producing decorative surface effects
    • B44C1/24Pressing or stamping ornamental designs on surfaces

Landscapes

  • Mounting, Exchange, And Manufacturing Of Dies (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 190771 KLASSE 75 b. GRUPPE
FRANZ de BUIGNE in WIEN.
In der Regel werden Stempel, wie Druck-, Präge-, Preß- und Stanzstempel, und ähnliche Gegenstände, wie Punzen, Typenräder für Numeratoren, >λ ..Swalzen, durch Gravieren hergestellt. Dies erfordert jedoch einen beträchtlichen Arbeitsaufwand, die Folge davon ist der hohe Preis derartiger Artikel.
Nach vorliegendem Verfahren ist es möglich, die oben genannten Gegenstände in der
ίο erforderlichen Härte auf mechanischem Wege rasch, leicht und billig herzustellen. Zur Ausführung des Verfahrens wird das Negativ des herzustellenden Stempels, das eine Matrize oder Patrize sein kann, aus weicherem, d. h.
leicht zu bearbeitendem Material in bekannter Weise hergestellt oder ein schon vorhandener Stempel aus irgendeinem harten oder weichen Material benutzt. Das Verfahren besteht darin, daß das Werkstück, aus welchem der Stempel hergestellt werden soll, an jener Stelle, welche ausgestaltet werden muß, durch eine nur kurze Zeit, nämlich nur wenige Sekunden, darauf einwirkende sehr heiße Flamme rasch angeschmolzen wird und unmittelbar danach der Stempel, welcher nachgebildet werden soll, äußerst kurze Zeit, nämlich den Bruchteil einer Sekunde (]/ioo Sekunde), .dagegengedrückt und rasch wieder abgezogen wird, worauf man das Werkstück abkühlen läßt. Auf diese Weise ist es möglich, Stempel u. dgl. mit den feinsten Vertiefungen oder Erhabenheiten herzustellen; hierbei hat man nur dafür Sorge zu tragen, daß sich keine Oxydschicht bildet. Dies kann entweder dadurch erreicht werden, daß man ein Sauerstoffgebläse anwendet oder indem
man auf die angeschmolzene Fläche Borax bringt, oder endlich, indem man das Anschmelzen der Fläche mittels eines Lichtbogens bewirkt. ; Die intensive Flamme wirkt kurze Zeit bloß auf die bestrichene Fläche, während die unmittelbar darunter oder daneben befindlichen Flächen eine kaum in Betracht kommende Temperaturerhöhung erleiden, während die weiter davon befindlichen Teile überhaupt kaum erwärmt werden. Durch die äußerst kurze Zeit, während welcher der Stempel auf das Werkstück wirkt, werden wohl die feinsten Linien abgedrückt und diese durch das rasche Erkalten des Werkstückes in eine bleibende Form gebracht, doch ist ein Anhaften des Stempels am Werkstück oder gar dessen Schmelzen ausgeschlossen. Insbesondere wird bei der Herstellung erhabener Stempel (Patrizen) ein reines Ausfüllen der Matrize durch das geschmolzene Material bewirkt. Das rasche Abkühlen der in der Regel· nur' kleinen angeschmolzenen Fläche bewirkt, daß diese die ursprüngliche, ja sogar eine größere Härte erhält. Versuche haben ergeben, daß die angeschmolzene Fläche von schmiedeeisernen Werkstücken hart wird. Bei Nachbildung im Gebrauche befindlicher Stempel aus weicherem Metall, z. B. von Bleitypen, muß von denselben, z. B. auf galvanischem Wege, ein Negativ aus härterem Metall, insbesondere aus Nickel, hergestellt und dieses, am besten in Hartblei, gefaßt werden. Dies geschieht nicht aus dem Grunde, weil der Schmelzpunkt von Blei verhältnismäßig niedrig liegt, sondern ledig-
s. Auflage, ausgegeben am iS. November igcrj.)
90.771
lieh deshalb, weil bei Anwendung eines Stempels aus Blei die Konturen nicht genügend scharf werden.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise
5 Ausführungsform einer Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens dargestellt, und zwar in Fig. ι in der Ansicht, während Fig. 3 den Werkstückhalter mit Zuführtisch und Fig. 2 den Werkstückhalter in der Draufsicht darstellt.
Die Maschine besteht im wesentlichen aus einer Einspannvorrichtung für das Werkstück, einem Brennerrohr und einem oberhalb der Einspannvorrichtung angeordneten Stempel.
Die Einspannvorrichtung besteht aus einer drehbaren Scheibe 1, welche an ihrem Umfange eine Anzahl von Vertiefungen oder Einschnitten 2 besitzt, die dem zu bearbeitenden Werkstück angepaßt sind. Die Werkstücke 3 werden der Scheibe durch eine schiefe Ebene 4 zugeführt und in der richtigen Stellung durch ein die halbe Scheibe umspannendes Segment 5 gegen Herausfallen gesichert. Das Brennerrohr 6 ist um einen Zapfen 7 drehbar und kann daher aus der wirksamen Stellung in eine unwirksame gedreht werden. Der Stempel 8 ist in einem Stempelträger 9 eingespannt, welcher in Führungen 10, 11 oberhalb der Arbeitsstelle geführt ist und durch eine Feder 12 abwärtsgedrückt werden kann; diese Feder stützt sich einerseits auf die Führung 11, andererseits auf einen Bund 13 des Stempelträgers. Zwischen der Führung 10 und einem zweiten Bund 14 ist eine kurze Feder 15 eingeschaltet. Die Betätigung der Maschine erfolgt durch einen Hebel 16, welcher mit zwei Daumen 17, 18 auf zwei Winkelhebel 19, 20 wirken kann, von denen der eine (20) mittels einer Zugstange 21 auf einen den Stempelträger 9 in der gehobenen Lage feststellenden Stützhebel 22 einwirkt, während der Winkelhebel 19 mittels Stange 23, Winkelhebel 24. und Stange 25 auf eine federnde Schaltklinke 26 der Scheibe 1 einwirkt. Die Stange 25 bewegt ferner den gabelartig ausgestalteten Auswerfer 27 für die bearbeiteten Werkstücke. Die Wirkungsweise der Maschine ist folgende:
Das an der Arbeitsstelle 28 befindliche Werkstück wird durch Einwirkung der heißen Flamme auf seine obere Stirnfläche leicht erweicht und nun der Hebel 16 in der Pfeilrichtung I gedreht, wodurch die Schaltung der Scheibe in der Pfeilrichtung Um eine Teilung erfolgt. Dadurch kommt ein zweites Werkstück an die Arbeitsstelle 28, während das vorher der Flamme ausgesetzt gewesene Werkstück sich bei 29 unter dem Stempel 8 befindet. Wird nun der Hebel 16 in der Richtung des Pfeiles II bewegt, dann wird der Stempelträger 9 ausgelöst und schnellt unter der Wirkung der Feder 12 gegen das Werkstück 29 und formt das angeschmolzene Material: Durch Aufschlagen des Bundes 14 auf die Feder 15 wird jedoch die Feder 15 gespannt, und die Folge davon ist ein äußerst rasches Zurückgehen des Stempels 8 vom Werkstück. Schließlich wird das Werkstück in der Stellung 30 vom Auswerfer 27 seitlich ausgeworfen.

Claims (4)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Stempeln, Punzen, Typenrädern oder Preßwalzen, dadurch gekennzeichnet, daß man die auszugestaltende Fläche des herzustellenden Stempels usw. durch eine nur kurze Zeit darauf einwirkende, sehr heiße Flamme oder auf elektrischem Wege unter Verhinderung der Oxydation rasch anschmilzt oder erweicht und vor dem Erkalten einen Stempel dagegendrückt oder -schnellt, worauf man den geprägten Stempel usw. abkühlen läßt.
2. Zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 eine Maschine, gekennzeichnet durch eine Einspannvorrichtung für das Werkstück, ein wegdrehbares Brennerrohr und einen oberhalb der Einspannvorrichtung angeordneten Stempel (8) , welcher nach erfolgtem Auslösen durch eine Feder (12) gegen das Werkstück geschnellt und durch eine Gegenfeder (15) von demselben rasch abgezogen wird.
3. Maschine nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Scheibe (1) mit Vertiefungen oder Ausschnitten (2), in denen die Gegenstände durch ein die Scheibe umgebendes Segment (5) festgehalten werden.
4. Maschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslösung des Stempels (8, 9) und die Schaltung der Einspannscheibe (1) durch entgegengesetzte Bewegungen eines Handhebels (16) erfolgt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DE1906190771D 1906-08-30 1906-08-30 Expired - Lifetime DE190771C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT41094D AT41094B (de) 1906-08-30 1907-11-09 Verfahren zur Herstellung von Stempeln, Punzen, Typenrädern oder Preßwalzen.

Publications (1)

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DE190771C true DE190771C (de)

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ID=454214

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Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1906190771D Expired - Lifetime DE190771C (de) 1906-08-30 1906-08-30

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