DE189363C - - Google Patents
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- DE189363C DE189363C DE1906189363D DE189363DA DE189363C DE 189363 C DE189363 C DE 189363C DE 1906189363 D DE1906189363 D DE 1906189363D DE 189363D A DE189363D A DE 189363DA DE 189363 C DE189363 C DE 189363C
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
- C03B29/00—Reheating glass products for softening or fusing their surfaces; Fire-polishing; Fusing of margins
- C03B29/02—Reheating glass products for softening or fusing their surfaces; Fire-polishing; Fusing of margins in a discontinuous way
- C03B29/025—Glass sheets
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Re-Forming, After-Treatment, Cutting And Transporting Of Glass Products (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 189363 KLASSE 32a. GRUPPE
PAUL THEODOR SIEVERT in DRESDEN.
Verfahren und Vorrichtung zum Feuerpolieren von Glastafeln.
Der Erfinder hat schon an anderer Stelle vorgeschlagen, auf Eisenflächen hergestellte
Glastafeln dadurch mit einer Feuerpolifur zu versehen, daß jene sogleich nach ihrer Fertig-Stellung
in wagerechter Lage durch Stichflammen oder durch eine andere geeignete Heizvorrichtung hindurchgeführt werden. Bei
diesem Vorgange kann die Glastafel weder zeitweise noch fortwährend in ihrer ganzen
ίο Fläche einer Erwärmung ausgesetzt werden.
Hierdurch werden Spannungen hervorgerufen, welche leicht ein Zerspringen der Glastafel
veranlassen. Auch entsteht an den der Erhitzung ausgesetzten Stellen ein Ausbiegen
nach unten, welches durch wiederholtes Geradeziehen aufgehoben werden muß. Dies führt zu einem welligen Aussehen der so behandelten
Glastafel. Aus diesen Gründen wurde von der Einführung des beschriebenen Verfahrens in die Praxis Abstand genommen.
Es ist auch schon ganz allgemein darauf hingewiesen worden, statt die Glastafel liegend
der Verschmelzflamme auszusetzen, wie bisher versucht wurde, sie vielleicht besser
an einer Kante aufzuhängen, ohne daß aber irgendeine Ausführungsart angegeben wurde.
Es ist auch bekannt, eine endlose Glastafel
senkrecht durch einen die Breite der Tafel umfassenden Feuerraum emporzuziehen, um
sie darin im Feuer zu polieren und gleichzeitig durch Gegenzug zu strecken. Da aber
die Hebegeschwindigkeit der Glastafel in gewissen Grenzen bestimmt wird durch die Geschwindigkeit,
mit welcher sie in der Form-Vorrichtung stetig erzeugt wird, so ist hierbei nicht immer ein völliges Feuerpolieren zu
erreichen und nicht immer ein zu starkes Erweichen der Glastafel zu verhindern. Ein
Halt in der Aufwärtsbewegung würde zu verderblichen Spannungen in dem Tafelteil über dem Feuerraum führen, eine Beschleunigung
zu unregelmäßigem Ausziehen und Strecken.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich nun darauf, Glastafeln von begrenzter Länge längs
einer wagerechten Kante frei aufzuhängen, sie in solcher senkrecht herabhängenden Lage
durch Wiedererhitzen zu erweichen', sie dabei durch Feuer zu polieren und nach Befinden
gleichzeitig mittels Ausziehens durch ihr Eigengewicht zu verschwächen, indem man
die Glastafel in ihrer ganzen Ausdehnung ein- oder mehreremal in einen Feuerraum ein-
und wieder ausführt. Diese Arbeitsweise sowie hierzu dienende besondere Einrieb.-tungen
bilden das Wesen der vorliegenden Erfindung.
Durch die Einführung der Glastafeln in ihrer ganzen Ausdehnung in einen Feuerraum
kann nicht nur das Auftreten unangenehmer Spannungen vermieden werden, welche der
Durchführung des Verfahrens bis zur Erzielung einer genügenden Feuerpolitur bisher
entgegenstehen, sondern es kann auch nach Wunsch ein beliebiges Verschwächen bezw.
ein gerades Ausziehen der erweichten Glastafeln durch ihr Eigengewicht in leichter
Weise erzielt werden. Das Polieren der Glastafeln im Feuer kann so geschehen, daß man
sie nur in den Feuerraum einführt, um sie dort bis zur Vollendung der Politur zu belassen.
Man wird aber besser die Glastafel wiederholt in den Feuerraum ein- und aus
diesem ausführen, um sie von Zeit zu Zeit
außerhalb des Feuerraumes bis zu einem gewissen Grade erstarren zu lassen und ein zu
rasches Erweichen und Davonlaufen der Glasmasse zu verhindern. Handelt es sich
lediglich um ein Polieren der Glastafeln, so kann man diese in jeder beliebigen Richtung
zum Feuerraum einführen. Da das Verschwächen der Glastafeln mittels Ausziehens im Feuer die Herstellung einer feinen Politur
ίο außerordentlich begünstigt, wird es sich empfehlen,
die Glastafeln von Hause aus etwas stärker zu walzen, um sie alsdann nach Erweichen
im- Feuerraum durch ihr Eigengewicht auf die gewünschte Stärke zu strecken.
Für diesen Fall kann man den Feuerraum so beheizen, daß seine Wärme nach oben in
gewissem Maße zunimmt. Man verfährt dann so, daß man die Glastafeln von oben in den geöffneten Feuerraum einführt und
daß man dann, dem in der oberen heißen Schicht stattfindenden Ausstrecken der Tafel
folgend, diese nach und nach aus den unteren kühleren durch die oberen heißeren Schichten des Feuerraums in die freie Luft
ausführt. Dort erstarrt die Glastafel ziemlich rasch, und man hat es in der Hand, durch
das mehr oder weniger rasche Ausführen der Glastafel aus dem Feuerraum die gewünschte
Glasstärke zu bestimmen. Es wird in diesem Falle auch von Nutzen sein, von Zeit zu Zeit
die Glastafel für Augenblicke ganz in den Feuerraum einzuführen, um die bereits genügend
verschwächten und inzwischen erstarrten Teile der Glastafel nicht unter eine
gewisse Temperatur sinken zu lassen.
Die Einführung der Glastafeln von oben herab in eine Feuertrommel, sei es zum Polieren
allein oder zum Polieren und Verschwächen, gewährleistet die Entfernung der Glastafel vom Walztisch und deren Einführung
in den Feuerraum in raschester und sicherster Weise. Dies ist von großem Vorteil,
namentlich bei schwach gewalzten Glastafeln, da nur eine große Schnelligkeit der
hintereinander folgenden Operationen zum Ziele führen kann. Zum Verschwächen der
Glastafel ist deren Ein- und Ausführen von oben herab und umgekehrt besonders günstig,
da man hierbei den bereits verschwächten Teil der Glastafel in seiner ganzen Breite aus
dem Feuerraum in die freie Luft behufs Erstarrung ausführen kann. Die Einrichtungen
zur Ausführung des Verfahrens haben daher zweckmäßig eine über einem Feuerraum angeordnete
Aufhängevorrichtung, welche das senkrechte Ein- und Ausführen der Glastafel von oben herab in den und wieder aufwärts
aus dem Feuerraum gestattet.
Der Feuerraum unterscheidet sich von den bei den oben erwähnten' bekannten Verfahren
verwendeten Anwärmkammern (mit darüber angeordneten Trag- oder Spannvorrichtungen
für die Glastafel) dadurch, daß er seitlich und unten geschlossen ist und eine bessere
Wärmeverteilung in seinem Innern gestattet.
Das Ein- und Ausführen kann mittels eines Hebezeuges nach Art eines Aufzuges beliebiger
und bekannter Konstruktion mit regelbarer Geschwindigkeit geschehen. Die Aufhängevorrichtung
für die Glastafel kann verschiedene Formen annehmen. Man könnte die Glastafel in einfacher Weise mit Zangen
erfassen und an einen Träger hängen, oder man könnte hierzu die Kanten der Glastafel
umbördeln und sie direkt am Träger aufhängen. Eine gute Aufhängevorrichtung muß jedenfalls so beschaffen sein, daß sie das
Glas längs einer Kante vollständig erfaßt. Dies geschieht am besten durch Festklemmen
der Kante zwischen zwei flache Eisenschienen. Klemmvorrichtungen zum Halten einer Glastafel
sind u. a. schon von einem Verfahren bekannt, bei dem die sich durch Strecken eines Zylinders in senkrechter Richtung bildende
Glastafel während ihrer Entstehung an einer Längskante des aufgeschnittenen Zylinders gefaßt wird. Im vorliegenden
Falle wird es zweckmäßig und zeitsparend sein, gemäß Fig. 1 und 2 das eine der beiden
Stücke α der Klemmvorrichtung in eine Vertiefung des Walztisches w, auf welchem die
Glastafel gewalzt werden soll, zu legen. Alsdann wird sich das fertig gewalzte Glas bereits
längs einer Kante oberhalb der Eisenschiene α befinden. Es ist hierauf nur nötig,
das andere, am Träger t hängende Klemmstück b durch Schrauben s oder dergl. gegen
das Klemmstück α zu pressen und hierdurch die Glastafel einzuspannen. Es soll hierbei
erwähnt sein, daß es schon bekannt ist, mit Vorsprüngen versehene Eisenschienen auf
Walztische aufzulegen, um daran die Glastafel an einer ihrer Kanten beim Auswalzen
zwecks Transportes nach einem Kühlofen zu befestigen. Im vorliegenden Falle bildet aber
die in dem Walztisch eingelegte Eisenschiene λ einen Teil einer Klemmvorrichtung zum Festhalten
der Glastafel. Den Walztisch w wird man so einrichten, daß er sich ohne weiteres
unter den Träger t schieben läßt. Alsdann wird man die eingespannte, noch biegsame Glastafel
mittels des Trägers t und der Zahnstange \ anheben, den Walztisch w zurückziehen und
die Tafel g nach Öffnung der beiden Deckelhälften dx und d2 in die Feuertrommel/ einführen
bezw. nach' Bedarf wieder ausführen. Fig. ι zeigt die Glastafel g unmittelbar nach
der Befestigung zwischen den beiden Klemmstücken α und b. 'Fig. 2 zeigt dieselbe Glastafel
senkrecht herabhängend in die Feuertrommel eingeführt.
Ein noch schnelleres Arbeiten wird er-
reicht, wenn man die Einlage a als Anker eines Elektromagnetsystems,.. welches das andere
Klemmstück b vertritt, ausbildet. Eine solche Einrichtung ist aus den Fig. 3 bis 7
ersichtlich. Das durch das Gegengewicht ρ ausbalancierte Magnetsystem m ist mittels der
Achsen χ am Träger t schwingend aufgehängt, damit beim Abheben der Glastafel das
Umbiegen derselben an der Aufhängestelle verhindert wird. Ist die Tafel völlig abgehoben,
so stellt sie sich senkrecht ein, nachdem das Magnetsystem m eine Drehung um
900 ausgeführt hat. Damit der Elektromagnet die hohen Hitzegrade, welchen er zeitweilig
ausgesetzt ist, unbeschadet verträgt, erhält er eine feuersichere Sicherung bekannter
■ Art.
Fig. 3 und 4 zeigen die fertiggewalzte Glastafel g in dem Moment, . in welchem sie
durch Einklemmen zwischen den Anker a und die Magnete m an dem Träger t befestigt
wird.
Fig. 5 zeigt, wie durch Aufwärtsbewegung der Zahnstange % und des Trägers t die daran
befestigte Glastafel g nunmehr von dem Walztisch w abgehoben wird und hierbei,
indem die noch biegsame Tafel der senkrechten Lage zustrebt, eine Drehung des
durch die Gegengewichte ρ ausbalancierten Magnetsystems stattfindet.
Fig. 6 stellt die schließlich senkrecht herabhängende Glastafel g über der noch geschlossenen
Feuertrommel f dar. Der Walztisch w ist zurückgezogen.
Fig. 7 zeigt die Deckel dx und d2 der
Feuertrommel / geöffnet und die Glastafel g eingeführt.
Die fertigpolierte bezw. ausgezogene Glastafel wird von dem Träger losgelöst und
einem Kühlofen zum langsamen Abkühlen übergeben.
Es soll übrigens vorbehalten sein, das beschriebene Verfahren zum Polieren und Verschwächen
durch Ausziehen von auf jedem geeigneten Wege — also durch Walzen, Gießen, Schütteln usw. — hergestellten Glastafeln
auszuführen.
Claims (9)
- Patent-Ansprüche:I. Verfahren zum Feuerpolieren von Glastafeln, dadurch gekennzeichnet, daß diese längs einer Kante an einem Träger aufgehängt und ein- oder mehrmals in einen Feuerraum, der die Glastafeln in ihrer ganzen Ausdehnung aufzunehmen vermag, ein- und wieder ausgeführt werden.
- 2. Eine Ausführungsform des in Anspruch ι geschützten Verfahrens, gekennzeichnet durch Ein- bezw. Ausführen der Glastafeln in der Richtung von oben nach unten und umgekehrt in einen und aus einem Feuerraum.
- 3. Eine Ausführungsform der in den Ansprüchen 1 und 2 geschützten Verfahren , gekennzeichnet durch eine Ausdehnung der durch Wiedererhitzung verursachten Erweichung der Glastafeln bis zu dem Punkte, daß beim Polieren ein Ziehen bezw. Verschwächen der Glastafeln mittels ihres Eigengewichtes stattfindet.
- 4. Eine Ausführungsform der im Anspruch 3 geschützten Verfahren, dadurch gekennzeichnet, daß' die Glastafeln aus kälteren unteren Schichten durch nach oben zunehmend heißere Schichten des Feuerraums geführt werden, wobei fortschreitend im Verhältnis zur Geschwindigkeit des aus dem Feuerraum nach oben erfolgenden Ausführens der Glastafeln deren Verschwächung stattfindet.
- 5. Eine Vorrichtung zur Ausführung der nach 1. bis 4. geschützten Verfahren, gekennzeichnet durch Anordnung eines die Glastafel an einer Kante fassenden Trägers ft) über einem unten und seitlich geschlossenen Feuerraum (f).
- 6. Eine Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch Anordnung eines g0 Walztisches fw), welcher sich so unter den Träger schieben läßt, daß die Glastafel durch den Träger unmittelbar vom Walztisch abgehoben werden kann.
- 7. Eine Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Walztisch mit einer auswechselbaren Einlage (a) versehen ist, welche einen Teil einer Vorrichtung (a, b, s) zum Festklemmen der Glastafel längs einer Kante am Träger darstellt.
- 8. Eine Einrichtung nach Anspruch 5, 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die in den Walztisch zu legende Einlage den Anker eines mit dem Träger verbundenen Elektromagneten fm) darstellt.
- 9. Eine Ausführungsform der im Anspruch 8 geschützten Einrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß das Elektromagnetsystem am Träger um eine wagerechte Achse (x) drehbar und durch Gegengewichte fp) ausbalanciert ist.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT34969D AT34969B (de) | 1906-06-08 | 1906-09-03 | Verfahren und Vorrichtung zum Feuerpolieren von Glastafeln. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE189363C true DE189363C (de) |
Family
ID=452915
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1906189363D Expired - Lifetime DE189363C (de) | 1906-06-08 | 1906-06-08 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE189363C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1076335B (de) * | 1956-05-09 | 1960-02-25 | Pilkington Brothers Ltd | Verfahren und Vorrichtung zum Feuerpolieren von Bildschirmplatten aus Glas fuer Kathodenstrahlroehren |
| DE1100886B (de) * | 1956-05-09 | 1961-03-02 | Pilkington Brothers Ltd | Verfahren und Vorrichtung zum Feuerpolieren von Bildschirmplatten aus Glas fuer Kathodenstrahlroehren |
-
1906
- 1906-06-08 DE DE1906189363D patent/DE189363C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1076335B (de) * | 1956-05-09 | 1960-02-25 | Pilkington Brothers Ltd | Verfahren und Vorrichtung zum Feuerpolieren von Bildschirmplatten aus Glas fuer Kathodenstrahlroehren |
| DE1100886B (de) * | 1956-05-09 | 1961-03-02 | Pilkington Brothers Ltd | Verfahren und Vorrichtung zum Feuerpolieren von Bildschirmplatten aus Glas fuer Kathodenstrahlroehren |
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