DE18448C - Luftschiff mit beweglicher Gondel und verstellbaren Windschraubenflächen - Google Patents
Luftschiff mit beweglicher Gondel und verstellbaren WindschraubenflächenInfo
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- DE18448C DE18448C DENDAT18448D DE18448DA DE18448C DE 18448 C DE18448 C DE 18448C DE NDAT18448 D DENDAT18448 D DE NDAT18448D DE 18448D A DE18448D A DE 18448DA DE 18448 C DE18448 C DE 18448C
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B64—AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
- B64B—LIGHTER-THAN AIR AIRCRAFT
- B64B1/00—Lighter-than-air aircraft
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- Aviation & Aerospace Engineering (AREA)
- Wind Motors (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 77: Sport.
Das auf beiliegender Zeichnung dargestellte Luftschiff soll hauptsächlich strategischen Zwecken
dienen. Das Lenken des Luftschiffes geschieht mittelst einer verstellbaren Gondel, sowie eines
am hinteren Ende des Luftschiffes angebrachten Ruders.
Die Construction ist folgende:
Ein aus Stahlstangen, sowie aus Gewebeoder Gummistoffen gefertigter Fallschirm A dient
zur Aufnahme einer Anzahl von Behältern B, die mit Gas gefüllt werden. Dieser Fallschirm,
dessen Stahlrahmen durch Anbringung von Längs- und Querstreben die nöthige Stabilität
erhält, trägt eine verstellbare Spitze C, durch welche die darunterliegenden Gasbehälter vor
directem Luftdruck geschützt werden sollen. Auf diesem Fallschirm werden nun so viel
Gasbehälter durch Gurte befestigt, als erforderlich sind, um eine bestimmte Last zu heben.
Damit die Behälter genügend sich ausdehnen können, greifen die erwähnten Gurte mittelst
Spiralfedern an den Fallschirm an.
Die Länge des Fallschirmes kann etwa das Drei- bis Vierfache seiner Breite betragen, und
die Länge, Breite und Höhe der Gasbehälter kann sich passend wie 6:2:1 verhalten. Die
Behälter B können von den üblichen Stoffen oder auch aus Blech mit einigen harmonikarumpfärtigen
Mitteleinsätzen b versehen sein, um eine Gasausdehnung zuzulassen, wie dies
in der Zeichnung veranschaulicht ist.
Will man statt des Leuchtgases verdünnte Luft anwenden, so werden die Luftkörper von
cylindrisch zusammengesetzten Stahlrippen gefertigt, die man mit einem Gummistoff, mit
Gewebe oder mit einer geeigneten Metallhülle überziehen kann. Diese Luftkörper B werden
dann mittelst Luftpumpe und angeschlossener Schläuche so weit evacuirt, bis das Schiff die
Fähigkeit erlangt, eine bestimmte Last zu heben.
Zur Fortbewegung des Luftschiffes bediene ich mich einer Anzahl von Propellern, die aus
etwa 10 m langen Wellen bestehen, auf welchen eine Reihe von Propellerschrauben (den
Schiffsschrauben ähnlich) befestigt ist. Diese Windschrauben DD haben ungefähr eine Länge
von 0,5 bis 0,8 m und eine Druckfläche von 0,10 qm. Sie können zu zweien oder auch zu
dreien, etwa 1 m von einander entfernt, auf der Welle angebracht werden. Die Schaufelflächen
können quadratisch oder birnenförmig begrenzt sein, und man kann dieselben unter einander
durch Drähte so verbinden, dafs eine Verstellung sämmtlicher Schaufeln auf der Welle mit
Hülfe einer von der Gondel durch eine Treibschnur zu drehenden Riemscheibe, an deren
Seitenarme die einzelnen Drähte angreifen, ermöglicht wird. Man kann zwei und nach Bedarf
mehr solcher Propellerwellen mit Windschrauben DD in Hängelagern unter dem
Fallschirm und in der Längsrichtung neben oder über einander anordnen. Um diesen
Hängelagern die nöthige Stabilität zu ertheilen, werden dieselben durch Streben vorn und hinten
mit dem Fallschirmrahmen verbunden. Der Abstand der Wellen von einander wird etwa
0,5 m betragen können, und ordne ich dieselben möglichst nahe am Fallschirm A an, damit
sowohl die Gasbehälter (bezw. Luftkörper) B B, durch welche das Schiff seine Steigkraft
erlangt, als auch die Propellerwelle, die zu
seiner Vorwärtsbewegung dient, möglichst nahe beisammen liegen.
Auf den Propellerwellen sind kleine Riernscheiben rr befestigt, die entweder durch
Menschenkraft, wie in Fig. ι dargestellt, vermittelst einer in der Gondel F drehbar gelagerten
Welle w oder, wie in Fig. 2 gezeigt, bei gröfseren Schiffen durch einen Motor E,
z. B. einen Otto'sehen Gasmotor, in Umdrehung
versetzt werden können. Ein solcher Motor wird dann oberhalb der Gondel in einem feststehenden,
schiffsförmigen Kasten aufgestellt.
Die Gondeln bestehen aus elliptischen Böden aus Eisenblech, an die sich aus Drahtgeflecht
gebildete Seitenwände anschliefsen; ihre Länge ist etwa 2 m und ihre Breite 1,5 m. Sie sind
mit Quersitzen und Rückenlehnen versehen. Zwischen diesen Sitzen liegt in Fig. 1 die mit
zwei grofsen Riemscheiben und mit einer Tretvorrichtung versehene Welle w. Zwei am
Ende der Welle befestigte grofse Schwungräder dienen zur Erhaltung des Gleichgewichtes und
als Egalisatoren für die Bewegung der Propellerwelle.
Die Durchmesser der unteren und oberen Riemscheiben verhalten sich passend wie 4,5: 1;
Die Gondel hängt unter der Mitte des Fallschirmes an zwei Stahlstangen von ungefähr
einem Drittel der Länge des Schirmes, welche in der Höhe der Propellerwelle, Fig. x, gelenkig
sind, so dafs man die Gondel nach Art einer Schaukel hin- und herschwingen kann. Es geschieht
dies mittelst Ketten oder Seile IP, deren Enden an die Gondelenden angeschlossen
sind. Von hier aus führen die Seile oder Ketten über kleine Rollen am hinteren und
vorderen Theil des Fallschirmes schräg nach aufwärts und von jenen Rollen wieder zurück
nach einer gemeinsamen Trommel d, die dicht über der Gondel liegt. Auf dieser Trommel
liegen mehrere Umwickelungen der beiden Ketten, so dafs, wenn dieselbe gedreht wird,
entweder / sich auf- und ./' sich abwickelt, oder umgekehrt; dadurch kann die Gondel
gehoben oder gesenkt und gleichzeitig seitlich verschoben werden. Durch die hierdurch bewirkte
Schwerpunktsverlegung bald nach hinten, bald nach vorn hin, neigt man das Schiff bald
auf-, bald abwärts, und wird dadurch seine Bewegungsrichtung in demselben Sinne geändert.
Um aufserdem das Schiff nach der Seite hin steuern zu können, habe ich folgende Einrichtung
getroffen:
Die Aufhängestangen der Gondel sind durch eine Querstange mit einander verbunden, in
welcher das obere Ende einer verticalen Steuerwelle G drehbar gelagert ist; an dieser ist eine
Traverse H befestigt, deren Enden durch Zugstangen, Ketten oder Seile α α mit den Enden
einer an der Ruderdrehspindel befestigten entsprechenden Traverse verbunden sind. Unten
trägt die Steuerwelle G ein Zahnrädchen, das mittelst Kurbel und Schnecke c von den Gondelsitzen
aus gedreht werden kann und dadurch eine bequeme, passende Einstellung des Ruders
/ ermöglicht. In der in der Figur dargestellten Position trifft die Verlängerung der
Steuerwelle G ein Belastungsgewicht K, das unterhalb der Gondel pendelartig aufgehängt
ist. Es soll dies Gewicht den sicheren Gang des Schiffes unterstützen, und kann dasselbe
z. B. aus einem mit Wasser zu füllenden Hohlkörper bestehen.
Fig. 3 stellt das aufsteigende Luftschiff in kleinerem Mafsstab dar. Durch die hier bewirkte
Verschiebung der Gondel nach hinten hin erlangt das Schiff eine mit seiner Spitze
nach aufwärts gerichtete Neigung. Der Druck des Windes übt in diesem Falle auf die schiefe
Ebene des Fallschirmes eine hebende Wirkung aus. Das Umgekehrte findet statt, wenn die
Spitze des Schiffes nach abwärts gerichtet ist, was man, wie vorbeschrieben, dadurch erreicht,
dafs man die Gondel durch Drehung der Trommel d nach vorn rückt.
Es findet also eine Steuerung des Fahrzeuges in der Verticalebene durch Drehung der Trommel
d statt, während die Regulirung der Horizontalbewegung durch geeignete Einstellung des
Ruders / erfolgt.
Während bei einem Fahrzeug, das nur durch Menschenkraft getrieben wird, die Gondel derart
beweglich ist, dafs dadurch ein Abrutschen des Riemens von der getriebenen Scheibe der
Propellerwelle nicht hervorgerufen wird (da das ganze Gondelsystem um einen in der Höhe der
Propellerwelle gelegenen Punkt schwingt und deswegen die Welle der grofsen Triebscheibe
rechtwinklig zur Scheibe der Propellerwelle liegen kann), ordne ich bei Anwendung eines
Motors E die Welle für die grofse Triebscheibe, Fig. 2, genau parallel der Propellerwelle
an. Der Motor ist dann mit dem Fallschirm unverrückbar verbunden, dagegen ist die
mit Rädern versehene Gondel F zur Aufnahme der Passagiere auf gebogenen Laufschienen nach
vorn oder hinten hin verschiebbar.
Die Verschiebung kann in der yorbeschriebenen Weise dnreh Ketten oder Seile IP mittelst
einer Trommel d stattfinden, und ebenso die Einstellung des Ruders / mit Hülfe einer
Traverse H, einer Steuerwelle G, sowie eines Zahnrädchens und einer Schnecke c.
Die Beförderung von Depeschen kann durch eine auf eine Trommel f aufgewickelte Schnur
erfolgen, und zwar entweder von der Propeller-, welle aus, indem die Drehung derselben durch;
Riemen und Scheiben, wie in Fig. 2 dargestellt ist, der Trommel / mitgetheilt wird, oder auch
dadurch, dafs von den Passagieren eine Trommel in der Gondel in rasche Umdrehung versetzt
wird. Unten an der Schnur hängt ein
Kasten e, der zur Aufnahme der Depeschen dient.
Mit Hülfe der bei g angebrachten Steigeleinen läfst man das Schiff in die Höhe steigen.
Man kann dadurch dasselbe leiten und erforderlichenfalls, selbst bei stürmischem Wetter, an
einem bestimmten Punkte schwebend erhalten, um Beobachtungen aus der Höhe anstellen zu
können, wie solche namentlich für militairische Operationen häufig als wünschenswerth sich erweisen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Bei einem Luftschiff mit tafelähnlichem Fallschirm A und darauf geschnallten Gas- oder Luftbehältern B B in Combination mit mehreren Windschrauben D D, deren Schaufelflächen zur Aenderung der Reactionswirkung verstellbar sind, eine pendelartig bewegliche Gondel F, durch deren Einstellung das Fahrzeug unter Mithülfe eines Ruders / gesteuert werden kann, sowie ein Belastungsstück K zur Erzielung einer stabilen Lage des Fahrzeuges.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE18448C true DE18448C (de) |
Family
ID=295325
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT18448D Active DE18448C (de) | Luftschiff mit beweglicher Gondel und verstellbaren Windschraubenflächen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE18448C (de) |
-
0
- DE DENDAT18448D patent/DE18448C/de active Active
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