DE17934C - Neuerungen an Tischmessern, Gabeln u. dergl. mit herausnehmbaren Klingen - Google Patents
Neuerungen an Tischmessern, Gabeln u. dergl. mit herausnehmbaren KlingenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 69: Schneidwerkzeuge.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. August 1881 ab.
Die vorliegenden neuen Arten von Messern und Gabeln und sonstigen zu dieser Waarengattung
gehörenden Artikeln, die in zwei verschiedenen Systemen von Befestigungen der Klingen ausgeführt werden, gestatten, die Klingen
von den Heften behufs Reinigung leicht und bequem zu trennen und mit vollkommen sicherer Befestigung wieder einzusetzen und
späterhin bei Bedarf neue Hefte oder auch Klingen einzeln auszuwechseln. Das Reinigen
der Klingen nach deren Herausnahme geschieht in der Küche in beliebiger Art, wobei sich die
Reinigung auch auf die Befestigungstheile zu erstrecken hat, während die Hefte zurückbleiben
und nur trocken gereinigt werden, ebenso wie die anderen Tischgeräthe, als Serviettenringe,
Messerbänkchen etc.
In den Fig. 1, 6 b und 20 ist eine Art Klingen, in den Fig. 4, 7 a und 22 die andere dargestellt.
Bei beiden sind die Angeln oder Haltetheile BB1 der Klingen A A 1 derart mit
den Schlitzen α α1 versehen, dafs die schmäleren Theile b b' zur Feder gebildet werden; bei
ersterer Befestigungsart ist diese Feder b an ihrem Ende mit dem Haken c versehen, bei
letzterer ist statt des Hakens die Rückenwand der Feder b1 nur zu einem Wulste c1 verstärkt
und sind dementsprechend auch die in die Hefte C eingelassenen eisernen Kästen D verschieden
geformt.
Der in das Heft einzusetzende eiserne Kasten, Fig. 10 und 20, besitzt für Aufnahme des
Hakens c in der entsprechenden Seitenwand eine Oeffnung d, welche sich auch in dem
Hefte bei d1 befindet. Um nun die Klinge mit
dem Heft fest zu verbinden, wird sie so weit eingeschoben, bis deren Ansatz e zwischen die
Nasen ffg g gelangt ist und fest auf dem Hefte aufsitzt; in diesem Angenblick schnappt die
Feder bezw. der Haken c fühl- und hörbar ein und die Verbindung ist vollkommen sicher geschehen.
Zum Lösen dieser Verbindung behufs Reinigens, Schärfens oder Auswechselns der Klingen,
dient ein besonderes Instrument, der sogenannte »Messerwetzhalter« E, Fig. 2. Derselbe hat
unten einen beweglichen Stift h, welcher in die beiden Stellungen Fig. 2 und 3 einfedert und
dazu dient, in der Stellung Fig. 2, durch Einschieben in die Oeffnung d dl den Haken c zurückzudrücken.
Hierdurch ist die Befestigung der Klinge ausgelöst und dieselbe kann ohne weiteres herausgezogen werden.
Zum Schärfen der Messerklingen oder zum Reinigen etc. wird dann dieser Messerwetzhalter
E, wie Fig. 3 darstellt, mit seinen Schenkeln / / um die Klinge geklemmt und mit dem
Ring i gesichert. Die Zäpfchen k k treten hierbei in den Schlitz α der Angel B ein, und
zwar Zäpfchen k dicht am Ende des Schlitzes und ks an der Mündung desselben, wodurch
die Klinge absolut fest liegt.
Bei der zweiten Befestigungsart, Fig. 4, 7 a, 8 und 22, giebt die Feder b an der Verengung
des Kastens beim Einschieben dem Druck nach, welcher sich, je weiter die Angel (Wulst) cl
nach unten gelangt, mehr und mehr verringert, bis die Klinge fest und dicht auf dem Hefte
zwischen den Nasen ffg g aufsitzt; die Angel ist dann ebenfalls auf dem Boden des Kastens
angelangt, und es hat sich die Feder b" genau
in die dem Wulste c1 entsprechende Form des
Kastens eingelegt, so dafs die Klinge vollständig -fest sitzt.
Das Lösen dieser Art Klingen geschieht einfach durch Herausziehen derselben unter geringer
Kraftanstrengung, wobei, die Federt1 eben so
nachgiebt, wie bei dem vorher beschriebenen Einschieben. Der hierzu gehörige Messerwetzhalter
E' ist in der Fig. 5 dargestellt und sind hier die Schenkel/1/1 unten verbunden bezw.
aus einem Stück gefertigt. Diese Befestigungsart hat den Vortheil der einfacheren, billigeren
Herstellung, bietet praktischere Handhabung beim Gebrauch und läfst das Loch dl im Hefte
fortfallen.
Zur Herstellung der Messerklingen, die in den verschiedensten Gröfsen und Stärken stattfindet,
wird einmal oder doppelt raffinirter Stahl oder Gufsstahl verwendet. Der Stahl wird in
Ruthen von den zu fertigenden Messerklingen entsprechender Breite und Stärke ausgewalzt
und die Klingen hiervon auf Länge abgeschlagen, Fig. 6. Die Form der Angel, Fig. 6 a, wird sodann
angeprefst, angestanzt, gefräst oder sonstwie mittelst passender Arbeitsmaschine angeschnitten,
und zwar genau rechtwinklig bei e e, weil sonst die Klinge später beim Einschieben
der Angel in das Heft nicht gleichmäfsig aufsitzen würde. Die äufsere Federseite der Angel
läuft ι mm schräg nach aufsen hin (die punktirte Linie b" ist die lothrechte), damit die Feder
gegen die Kastenwand drückt und der Angel derart ein festerer Halt im Kasten gegeben ist.
Dann wird der Federspalt α eingeschnitten und die beiden Endflächen mm gleichmäfsig (schlüssig)
gefeilt, um das Einlassen derselben in den Kasten zu erleichtern. Hiernach wird die Klinge
gestempelt, sammt der Feder gehärtet, geschliffen und endlich die Angel nebst Feder
verzinnt.
Die Form der Angel, Fig. 4, wird in gleicher Weise hergestellt, und zeigen die Fig. 6, 7
und 7 a die verschiedenen Stadien der Herstellung, analog der vorstehenden beschriebenen
Herstellungsart.
Die Gabelklingen werden je nach dem Preise in Stahl oder in Eisen hergestellt und müssen
deren Angeln den Angeln der Messer ganz genau entsprechen, mit der Abweichung, dafs die
Gabelangeln auf der oberen Flächenseite eine halbrunde Erhöhung r haben, Fig. 8, welche in
das Heft versenkt wird und zum bessern Halt im Heft dient, analog wie das Messer diesen
besseren Halt in den vier Nasen ffg g auf dem Messerheft findet (s. auch Fig. 20 und 21).
Für die erstere Form der Angel und deren Befestigungsart sind für die verschiedenen Messerund
Gabelsorten auch verschiedene Sorten von Kästen erforderlich, und zwar z. B.:
1. passend zu Tranchirmessern und Gabeln,
2. passend zu Dessertmessern und Gabeln,
3. passend zu Tischmessern von 13,7 cm,
4. passend zu Tischmessern von 12,4 cm und
zu sämmtlichen Tischgabeln passend etc.
Der Kasten D besteht aus einem Haupttheil Z>',
Fig. 9, und aus einem Decktheil D2, Fig. 9 a. Diese Theile werden aus dünnen Plätten von
Holzkohleneisen geschnitten. Der Decktheil soll so viel breiter sein, dafs er an der Rückseite
des Messers 2 mm über dem Haupttheil steht. Der Decktheil erhält unten eine Verlängerung
m, welche, umgeschlagen, den Kasten schliefst; am Haupttheil ist links eine Verlängerung
n, um dadurch einen Kreuznagel aus Eisendraht zum sicheren Halten des Heftes ziehen zu
können. Dem Haupttheil wird durch Pressen die Kastenform gegeben. Ferner müssen Haupttheil und Decktheil oben eine 3 mm lange Verlängerung
m1 haben, welche, rechtwinklig umgeschlagen, zum Festhalten im Kröpfe dient
und in den Kropf eingegossen wird, wie Fig. 10 a darstellt.
In genau gleicher Breite der Kastenseitenwand werden dann die Eisenstückchen nl an
den Kasten festgelöthet und gleichgefeilt, welches Festlöthen gleichzeitig mit dem Zusammenlöthen
der zwei Kastentheile (nicht Kropftheile) mit Zinn geschieht, indem das Eisenstückchen
auf die überstehende Ecke gelegt wird; unter diesen so gebildeten Vorstofs, Fig. 10, hakt sich
dann die Angel c ein.
Der Kropf G, Fig. 10, wird aus zwei ungleichen
Theilen 0 o1, Fig. ioa, und zwar mit
den zwei Kastentheilen zusammengegossen, wodurch dann die Haupthälfte D' und die Deckhälfte
Z>2 gebildet sind. Damit die zum Hefte
gehörenden Schalen mehr Halt bekommen, werden sie unter den Kropf geschoben, der
also stets zwei schräge Winkel .? s, Fig. ioa, 12
und 15, haben mufs. Diese Vertiefung kann
entweder eine Fortsetzung des an der Seite des Kropfes befindlichen schrägen Winkels bilden
oder zwei schräge Winkel ganz für sich bilden, Fig. 11. Die Schalen dazu werden mittelst
Maschine abgeschrägt und gleichzeitig damit der Ausschnitt/ angebracht; die Abschrägung dieses
Ausschnittes mufs genau dem schrägen Einschnitt entsprechen. Die dadurch entstehenden
zwei Nasen q q an der Schale H bewirken, dafs letztere sich nicht verschieben kann.
Die beiden Kropf- und Kastentheile, Fig. ioa,
werden nun auf einander gelegt und an beiden Seiten des Kropfes dicht und gut mit Schlagloth
der betreffenden Guismasse gelöthet und dadurch der fertige Kropf mit Kasten, Fig. 10
und 15, gebildet, und nun das Zinnverlöthen des Kastens vorgenommen.
Die Kropfnasen ffg g, zwischen welche sich die Messerklinge schiebt, müssen innen sauber
glatt gefeilt sein. Da beim Einschieben der Messerklingen leicht eine Verwechselung dahin-
gehend möglich wäre, dafs die Schneideseite nach dem Rücken des Heftes, oder umgekehrt,
der Rücken der Messers nach der Vorderseite des Heftes zu stehen käme, so sind die längeren
Nasen ff der Vorderseite des Heftes enger als die kürzeren Nasen g g an der Rückseite
des Heftes, und mufs daher in erstere die Schneideseite der Messerklinge und in letztere
die Rückseite der Klinge geschoben werden.
Um die Gabelhefte von den Messerheften sofort unterscheiden zu können und beim Einschieben
der Klingen Verwechselungen zu vermeiden, fallen an ersteren diese Nasen ■weg und wird statt dessen genau in der Mitte
des Gabelheftes ein Versenk vorgegossen und,, nachdem der Kropf zusammengelöthet, nachgebohrt,
wie Fig. 16 andeutet.
Um das richtige Einschieben der Gabeln zu erleichtern, wird der Untertheil des Angeleinlasses
bei rx mit Zinn vollgegossen. Das vorherige Aufbohren geschieht mittelst Bohrers
mit stumpfer Spitze, welche sich durch den Umschlagtheil des Kastens bohrt, wodurch das
Zinn unter den Kasten läuft und sich festsetzt. Fig. 17 zeigt einen Kasten mit Kropf zu
Messern und Gabeln ohne Balance. Die Hersteilung geschieht genau wie bei demjenigen
mit Balance.
Die Kästen für die zweite Form der Angeln und deren Befestigungsart sind in ähnlicher
Weise gebildet.
Fig. 18, I ist die ausgeschnittene Fläche
TLisenblech, woraus der Haupttheil entsteht. Vorsprung α giebt den in den Kropf einzugiefsenden
Umschlag; b sind zwei Einschnitte und dient der zwischen diesen Einschnitten
liegende Theil zum Umschlag für den Kastenverschlufs von unten, während die Seiten C C
nach den punktirten Linien umgebogen werden und die Seitenwände des Kastens bilden.
II ist der zur Kastenform fertig geprägte Haupttheil, cx cl sind die beiden Seiten Verlängerungen,
welche über ein spitzwinkliges Eisen umgebogen werden und dann den Haupttheil in der Form III bilden; diese beiden umgeschlagenen
Ecken cx cx dienen mit als Haltetheile
oder Haken im Heft und sitzen darin fest. IV ist der Decktheil. Derselbe mufs nach
beiden Seiten 1 mm über dem Haupttheil stehen; er geht nach unten durch das ganze Heft und
wird mittelst des Nietnagels t, Fig. 22, mit den Schalen . zusammen verbunden, wodurch also
dem Kasten und Kropf in dem Heft ein Halt geboten ist. Das obere Ende α ist wieder der
in den Kropf einzugiefsende Umschlag, wie in V perspectivisch dargestellt ist.
Der Kasten hat an der Stelle bl die nöthige
Verengung, in welche die gleichgeformte Angelfeder schliefsend pafst. Diese hohle Aufsenstelle
^1 soll beim Löthen stark mit Zinn belegt
werden, um dem Federdruck beim Ein- und Ausschieben der Klinge stärkeren Widerstand
leisten zu können.
In Fig. 29 sind die verschiedenen Verhältnisse und Stellungen der Angeln,' Kästen und
Kröpfe der gebräuchlichsten Messer- und Gabelklingen zu einander schematisch aufgezeichnet:
I ist die Angellänge für Tischmesser von 13,7 cm;
II ist die Kastenlänge dazu;
III ist die Angellänge für Tischmesser von 12,4 cm und für sämmtliche Tischgabeln;
IV ist die Kastenlänge dazu;
V ist der Kropf für alle Tischmesser und Tischgabeln mit Balance;
VI ist der Kropf für alle Tischmesser und Gabeln ohne Balance;
VII ist die Länge der walzenförmigen oder halbrunden Erhöhung an allen Tischgabeln.
In Fig. 20 ist nun ein fertiges Messer mit Balancekropf in Vorder- und Seitenansicht nach
ersterer Art mit Loch d' im Heft dargestellt.
Fig. 21 zeigt ein fertiges Gabelheft dazu, und bezeichnen die Buchstaben die in vorstehender
Beschreibung erläuterten Theile. fl ist ein Kreuznagel zur Befestigung des Kastens, i ein
im Innern des Kastens befindlicher Bleikeil, um den Schwerpunkt ins Heft zu verlegen.
Dies ist bei Balancemessern nöthig, um die Klinge in der Schwebe zu halten. Fig. 22
zeigt ein fertiges Messer ohne Balance und die Seitenansicht desselben. Dasselbe ist nach der
zweiten Art, also ohne Loch im Heft, dargestellt. Fig. 23 zeigt dasselbe Messer, aber ohne Ansatz
an der. Klinge; diese Klinge ist billiger und hauptsächlich für billigere Sorten bestimmt.
Die Angeln B Βλ können auch durch die
ganze Länge der Hefte hindurchgehen, wie Fig. 7 b andeutet, und sind dann nur die Obertheile
der Kästen entsprechend zu verlängern, während dieselben dort, wo die Federn b bl zu
liegen kommen, unverändert bleiben. Man kann ferner die Schlitze α α1 nach der Messerklinge
hin verlängern, um längere Federn b b' zu erhalten,
und sind dann die Kästen diesen Federn entsprechend zu verlängern, wobei die Herstellungsweise
dieselbe bleibt.
Endlich kann man auch die Angel der Messerklingen genau so mit der Erhöhung r, Fig. 8r
einrichten, wie die der Gabelklingen, und fallen dann die Nasen _/"_/£■ g fort. Die Kröpfe zu
den Messern müssen dann nach Fig. 16 eingerichtet sein, und setzen sich die Messerklingen
dann ebenfalls mit einem Wulst auf das Heft bezw. Kropf desselben auf. Die Messer und
Gabeln können derart in ein und dasselbe Heft eingesteckt werden.
Die Schalen können nun hergestellt werden:
a) in allen Holz- und Hornarten, in Weifsbein (Knochen), Elfenbein, Schildpatt, Perlmutter
etc. Nachdem die Schalen .passend bearbeitet sind und durch dieselben am unteren
Ende ein Loch gebohrt ist, Fig. 20, /, wird die Unterschale an den Kropf geschoben, ganz mit
Ebonit oder Ivorit in der Höhe des Kastens belegt und dann mit Auflegen der Oberschale
geschlossen; dann wird durch das Loch t ein entsprechender Draht gezogen, das Heft zum
Trocknen gestellt und nach dem Trockensein t als Nietnagel vernietet. Das so gebildete Heft
wird dann in jede beliebige Form gefeilt und fertig polirt;
b) in Zinn, Neusilber, Silberplattirung, echtem Silber etc. Hierbei ist die Herstellungsweise
eine andere. Der Hauptkastentheil für erstere Art Angeln (mit Haken) wird mit einem Schienenlager
zusammengegossen, dessen Schiene uul U1U*, Fig. 24, rund um das Heft geht und. so
geformt ist, dafs sie den Kasten D genau einschliefst; unterhalb des Kastens bei u1 u2 (an
dem hier der Schwanz/ mit Kreuznagel/1 fortfällt), wird die Schiene dann entsprechend dünner
und läuft nach innen spitz zu. Die Schiene ist genau so breit als der Kasten Z*1 einschliefslich
des Decktheils D2 dick ist, wodurch dieselbe etwas über den Hauptkastentheil hervorsteht,
ehe der Decktheil zwischen diese beiden vorstehenden Kanten ds geschoben ist; sodann
werden beide Theile am Kropf verlöthet. Die Schiene u hat einen schwalbenschwanzförmigen
Querschnitt, wodurch die aufzulegenden Metallschalen festen Schlufs erhalten. Der unter dem
Kasten entstehende leere Raum L wird mit Lehm ausgefüllt, in welchen auch erforderlichenfalls
ein Bleikeil gelegt werden kann. Auf diesen so entstandenen Heftzwischentlieil werden
die entsprechenden Metallschalen in glatter oder irgendwie fagonnirter Form zur Bildung des
ganzen Heftes aufgelegt und festgelöthet. Die Schiene mufs selbstredend eine der Form der
Schalen entsprechende Ausstattung haben; z. B. erhalten gerade Hefte gerade Schienen, fagonnirt
gebauchte Hefte gebauchte Schienen etc. Das Eisenstück «' an der Seitenwand des Kastens
fällt hierbei weg, da der Vorstofs durch die Gufsmasse selbst gebildet wird. Beim Silberplattiren
ist das Federloch und der Klingeneinlafs zu verschliefsen, damit keine Feuchtigkeit
in den Kasten dringt. Für die zweite Art Angeln wird der Kasten Fig. 26 gebraucht,
wobei das Loch für Auslösung der Feder fortfällt. Im übrigen ist die Herstellung wie vorstehend
beschrieben.
Dieses Schienenverfahren ist auch bei Verwendung der vorstehend unter a) aufgeführten
Schalenarten anwendbar. Es werden dann statt der Metallschalen die unter a) bezeichneten
Schalen aufgelegt und unten am Ende des Heftes hinter der Schiene mit einem Nietnagel,
wie bei Fig. 20, /, vernietet. Hierbei kann in Elfenbein, Schildpatt und Perlmutter noch eine
billigere Sorte durch halbe Schalen, Fig. 26, 27 und 28, hergestellt werden. Zu dem Ende
wird auf beiden Flächen der Schiene eine dünne Brücke υ in der Höhe der Schalendicke gegossen;
durch diese Brücke werden zwei Löcher gebohrt; ebenso werden die beiden halben Schalen
mit je zwei entsprechenden Löchern 1 cm tief angebohrt. Die obere Schale// wird unter
den schrägen Winkel des Kropfes geschoben und in jedes Loch ein entsprechender eiserner
Draht h von 2 cm eingelassen; dann wird die untere Schale H1 in diese Stifte eingesetzt, zusammengetrieben
und das Ende des Heftes bei t vernietet. Die Brücke ν mufs vor dem
Schaleneinsetzen an beiden Ecken scharfwinklig gefeilt werden, damit die Schalen gut anschliefsen.
Ferner können die Hefte in vorbeschriebener Art und Weise der Anfertigung und der Verbindung
mit den Kästen, Kröpfen und Klingen aus künstlicher Masse, einerlei welcher Art und
Composition, und in jeder Farbe, z. B. holz- oder hornartig, oder in Verbindung mit Kautschuk,
oder knochen- oder elfenbeinartig, und dieses in Verbindung mit Ivorit, oder zu farbigen
Heften in Verbindungen mit Celluloid, event, auch Papiermache' und überhaupt derartige
künstliche Massen verwendet werden, Hierbei erhalten selbige in Formen und event, unter
starkem Druck die gewünschte Faconnirung und werden entweder, wie vorher beschrieben, mit
den Kästen und Kröpfen verbunden oder letztere gleich mit der Masse zusammen eingeformt
bezw. eingegossen.
Mit Ausnahme der Taschen- und Federmesser wird diese neue Messer- und Gabelconstruction
mit herausnehmbaren Klingen auf alle in das Messerfach einschlagenden Artikel angewendet,
und werden in beschriebener Art und Weise hergestellt: Schlacht-, Brod-, Schinken-, Kuchen-,
Jagd-, Butter- und Käse-, Tranchir- und Dessertmesser, ferner Dolche, Austern- und Cabaretgabeln
und überhaupt alle Artikel, bei welchen Hefte angeharzt oder eingekittet oder bei welchen
Hefte aus zwei Schalen bestehen, die vermittelst Eisen- oder Messingdrahts auf die Angel
genietet werden müssen.
Claims (1)
- Patent-AnSprüche:1. Messerklingen und Gabeln aller Art, wie dargestellt und beschrieben, zum bequemen Einschieben in die Hefte und leicht wieder herausnehmbar, eingerichtet mit Angeln oder Haltetheilen B, die durch Einschneiden der Schlitze a a' Federn b b' angebildet erhalten, deren Haken c oder Wulst cl nebst der nach aufsen liegenden Schräge b" zum Festhalten der Klingen in den Heften dienen.2. Die zum Einschnappen der Haken c dienende, in den Kästen D bezw. in den Heften C befindliche Oeffnung d d\ die gleichzeitig zum Auslösen der Klinge mittelstdes Stiftes h des Messerwetzhalters E benutzt wird.3. Der Messerwetzhalter E.4. Der Messerwetzhalter E1.5. Die Art und Weise des Einschiebens und selbsttätigen Befestigens, sowie Auslösend der Klingen nach beiden Systemen, ermöglicht durch den federnden Theil b b1 der Haltetheile B in Combination mit dem angefügten Haken c oder Wulst cx.6. Die Nasen //und g g in ihrer Stellung zu einander, welche das richtige Einschieben bezw. die richtige Stellung der Messerklingen bedingt.7. Die Angeln oder Haltetheile der Gabeln mit den einseitig angebrachten walzenförmigen (halbrunden) Erhöhungen r und entsprechend hergestellten Kröpfen, wodurch bei den Gabeln die richtige Stellung der Klingen bedingt wird und die Anwendung dieser walzenförmigen Erhöhungen r und entsprechend hergestellten Kröpfe bei Messerklingen und deren Heften.8. Die Form und Herstellungsweise der Kästen D, bestehend aus einem Haupttheil D1 und einem Decktheil Z>2, sowie der mittelst aufgelötheter Platte n1 gebildete Vorstofs, Fig. 9 bis 22.12.13·Die Form und Herstellung der Kröpfe mit oder ohne Balance und die Art und Weise der Verbindung derselben mit den Kästen D, wie beschrieben und dargestellt und zu dem beschriebenen Zweck.Die Combination und Verbindung der Kästen D und Kröpfe G mit den unter a) beschriebenen Schalen, Fig. 20 bis 23, welche aus jedem beliebigen Material oder künstlicher Masse u. dergl. hergestellt sein können.Die Combination und Verbindung der Kästen D und Kröpfe G mit den unter b) beschriebenen Schienen u, diese selbst und die Art und Weise, die so gebildeten Heftzwischentheile, Fig. 24, 25 und 26, mit Schalen von beliebigem Material jeder Art von Metall, künstlicher Masse u. dergl. zu versehen.Die Art und Weise, die Hefte durch Auflegen halber Schalen, nach Fig. 26, 27 und 28, zu bilden.Die Verlängerung der Angeln oder Haltetheile B oder B1 auf ganze Länge des Heftes, nach Fig. 7 b, mit dargestellter Länge der Feder b b1, oder solche nach der Klinge hin, durch Verlängerung des Schlitzes α αΊ verlängert, und die denselben entsprechenden Kästen.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2859937A1 (fr) * | 2003-09-23 | 2005-03-25 | Inrs Inst Nat De Rech Et De Se | Outil tranchant a lame amovible |
| FR3016544A1 (fr) * | 2014-01-22 | 2015-07-24 | Christophe Granger | Outil monte sur soie a manche interchangeable |
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| FR3016544A1 (fr) * | 2014-01-22 | 2015-07-24 | Christophe Granger | Outil monte sur soie a manche interchangeable |
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