KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 4: Beleuchtungsgegenstände.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 7. December 1880 ab.
Die Verbesserung an Brennern für Petroleumlampen beschränkt sich auf das Füllen der
Lampe mit OeI, auf das bequeme Einziehen und Reinigen der Dochte und auf den vermehrten
Luftzug, durch welchen der Brenner kühl erhalten, kein überflüssiges Gas entwickelt,
und dadurch eine helle intensive Flamme und eine sparsame Verbrennung des Oeles erzielt wird.
Bei den bis jetzt allgemein fabricirten Brennern
für Petroleumlampen ist man gezwungen, den Brenner von dem Oelbehälter abzuschrauben,
wenn man die Lampe mit OeI füllen will. Diesem umständlichen Verfahren hilft vorliegende
Erfindung dadurch ab, dafs der Brenner in drei Theile, und zwar so zerlegt wird, dafs der
erste untere Theil des Brenners, also die Basis, eine Art durchlöcherten Trichter bildet, und
man, wenn derselbe einmal an dem Oelbehälter befestigt ist, bequem das OeI durchgiefsen kann,
ohne ihn von letzterem entfernen zu müssen.
Fig. ι stellt den Grundrifs dieser trichterartigen
Basis und in 0 das Füllloch dar. Benannte Basis ist an ihrem äufsersten Rande a
mit einer Galerie, wie Fig. 2 in b zeigt, umgeben, welche den Zweck hat, aufser das zum
Brennen nöthige Zugglas festzuklemmen, noch der Zahnrädchenwelle in c als Lager zu dienen.
Den zweiten Theil des Brenners, Fig. 3, bildet eine durchlöcherte Kapsel, wo sowohl die
Luft von der Seite durch die Löcher d, als auch von unten durch die Löcher e durchgeführt
wird. In dieser Kapsel ist die Dochthülse i und die Zahnrädchenwelle r befestigt,
welch letztere ihr Lager in c, Fig. 2, findet. Die in Fig. 3 dargestellte und beschriebene
Kapsel mit Dochthülse und Rädchenwelle, also der eigentliche Brenner, ist nun selbstständig
und unabhängig und kann schnell und leicht in den durch Fig. 2 dargestellten Theil ein,-gesetzt
und aus letzterem herausgehoben werden, wodurch sich das bequeme Füllen der Lampe
mit OeI, sowie Dochteinziehen und Reinigen ergiebt.
Eine am unteren Ende der Dochtscheide angebrachte Scheibe p schliefst die Füllöffnung 0
ab, Fig. 6, und verhindert so bei etwaigem Umwerfen der Lampe das Herausfliefsen des
Brennstoffes.
Der dritte Theil dieses Brenners, Fig. 4, bildet eine gewöhnliche Brennerkapsel mit Einschnitt
s. Da nun die bis jetzt allgemein angewendete Kapsel im inneren Raum grofse
Hitze einschliefst, und letztere sogar dem Oelbehälter nach unten zugeführt wird, so beschränkt
sich vorliegende Neuerung darauf, dafs an beiden Seiten neben dem Einschnitte s, wo
die Flamme austritt, Löcher, wie Fig. 4 in f zeigt, angebracht worden sind, um gerade dort,
wo die gröfste Hitze sich entwickelt, derselben Gelegenheit zu geben, neben der Flamme nach
oben auszuströmen, wodurch eine Abkühlung erzeugt und unterhalb der Kapsel kein überflüssiges
Gas entwickelt wird. Diese aus Fig. 4 in f ersichtlichen Löcher ergänzen den eingangs
erwähnten dritten Punkt beziehentlich des Luftzuges und der sparsamen Oelverbrennung. Fig. 5
und 6 stellen den vollständig zusammengesetzten Brenner in Ansicht und Schnitt dar.
Patenτ-Ansprüche:
i. Der untere Theil des Brenners, d. h. die trichterförmige Basis mit dem durch die
Scheibe / verschliefsbaren Füllloch ο behufs
Füllung des Bassins, ohne den erwähnten Theil von diesem entfernen zu müssen.
Die Combination der durchlöcherten Kapsel d e mit der Dochthülse i und der Zahnrädchenwelle
r zu einem von den übrigen Theilen unabhängigen Ganzen, wie beschrieben.
3. Die Verbindung des eigentlichen Brenners mit der Galerie der Basis ohne Verschraubung
durch einfaches Einsetzen zum Zwecke eines bequemen Dochteinziehens und Reinigens.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.