DE1577C - Verfahren zur Kupfer- und Silbergewinnung auf nassem Wege durch Behandlung der mit Braunstein gerösteten Erze mit Säuren und einer Lösung; von Kochsalz oder ähnlich wirkenden Salzen bei Zusatz von Braunstein - Google Patents

Verfahren zur Kupfer- und Silbergewinnung auf nassem Wege durch Behandlung der mit Braunstein gerösteten Erze mit Säuren und einer Lösung; von Kochsalz oder ähnlich wirkenden Salzen bei Zusatz von Braunstein

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Description

1877,
A. DROUIN in PARIS und JOSE de BAXERES de TORRES in VALLADOLID.
Verfahren zur Kupfer- und Silbergewinnung auf nassem Wege durch Behandlung der mit Braunstein gerösteten Erze mit Säuren und einer Lösung von Kochsalz oder ähnlich wirkenden
Salzen bei Zusatz von Braunstein.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. November 1877 ab.
Das Verfahren ist auf alle Mineralien anwendbar, welche Silber oder Kupfer enthalten, oder nur eines dieser beiden Metalle, welches auch immer die Körper sein mögen, mit welchen gemischt oder verbunden die Metalle sich vorfinden. Vortheilhaft auf Silber und Kupfer zu behandeln sind nach demselben alle zusammengesetzten Mineralien, Arsenverbindungen, Schwefel-Arsenverbindungen und Schwefel-Antimonverbindungen von Silber und Kupfer, welche in gewissen Ländern sehr häufig sind, aber meist nicht mit Vortheil bearbeitet werden können, da man kein einfaches und ökonomisches Verfahren zu diesem Zwecke kennt.
Das neue Verfahren stützt sich auf die Eigenschaft, welche das Seesalz (Chlornatrium) besitzt, Verbindungen von Schwefel und Silber aufzulösen, lim Chlorsilber zu bilden, welches in einer Salzlösung löslich ist. Diese Eigenschaft ist bisher, um Silber zu gewinnen, nur in der Art angewendet worden, dafs man die Mineralien, mit der Salzlösung angefeuchtet, bei einer hohen Temperatur erhitzte, bei welcher hohen Temperatur häufig ein Theil des gebildeten Chlorsilbers sich verflüchtigt, was einen beträchtlichen Verlust verursacht.
Wir haben gefunden, dafs, wenn man ein silberhaltiges Mineral mit einer Salzlösung behandelt, welche mit einer beliebigen Säure, mit Salpetersäure, mit Chlorwasserstoffsäure, mit Schwefelsäure etc. versetzt ist, die Umwandlung des Silbers in Chlorsilber vollständig und schnell vor sich geht, und zwar im Kalten, ohne vorheriges Erhitzen, und dafs das gebildete Chlorsilber sich in der Flüssigkeit auflöst.
Zwölf bis vierundzwanzig Stunden genügen, um das angeführte Resultat zu erreichen.
Ferner haben wir gefunden, dafs, wenn man dem Mineral eine sehr geringe Quantität Braunstein zusetzt, man die Reaction erleichtert und die Auflösung des gebildeten Chlorsilbers beschleunigt.
Dieselbe Flüssigkeit löst im Kalten schnell alles Kupfer auf, welches als Oxyd in einem Mineral enthalten ist. Wenn das Mineral Schwefel, Arsen oder Antimon enthält, mufs man es in einem beliebigen Ofen bei dunkler Rothglühhitze rösten. Das Rösten wird wesentlich gefördert und zugleich das Zusammenbacken der Mineralien vermieden, indem man denselben eine gewisse Menge Braunstein zusetzt.
Die Auflösung des Silbers und des Kupfers in der mit irgend einer Säure versetzten Salzlösung kann in einem beliebigen bekannten Apparate stattfinden, wir ziehen indessen die Anwendung von Behältern vor, welche mit einem durchlöcherten doppelten Boden versehen sind, und also als Filter dienen, und oben mit einem Blech zugedeckt werden. Das pulverisirte Mineral wird in den oberen Theil des Behälters eingebracht und in der angesäuerten Salzlösung mittelst Rühr-Apparaten, welche durch Menschen oder Maschinenkraft in Bewegung gesetzt werden können, suspendirt erhalten. Die mit Silber oder Kupfer gesättigte Lösung sammelt sich in dem unteren Theil der Behälter, von wo sie mittelst eines an passender Stelle angebrachten Hahnes in andere Behälter abgelassen wird, welche frisches Mineral enthalten.
Wenn die Salzlösung alles Metall enthält, welches sie auflösen kann, wird das Silber durch Kupfer und das Kupfer durch Eisen gefallt; die niedergeschlagenen Metalle werden gut ausgewaschen, dann getrocknet und in einem gewöhnlichen Schmelzofen geschmolzen. Es bleibt alsdann eine Flüssigkeit übrig, welche verschiedene Natron- und Eisensalze enthält und welche nach Zusatz einer kleinen Quantität Säure wiederum zum Auflösen von Silber und Kupfer verwendbar ist. Das zurückbleibende Mineral wird zu wiederholten Malen mit einer angesäuerten Salzlösung ausgewaschen, und zuletzt mit reinem Wasser. Um das Auswaschen zu beschleunigen, kann man erwärmte Lösungen anwenden, oder auch kalt arbeiten mit den bekannten Lösungsmitteln für Chlorsilber, Ammoniak oder unterschwefligsaurem Natron.
Wir haben festgestellt, dafs Chlornatrium nicht das einzige Salz ist, welches unter den angegebenen Bedingungen die Verbindung des Silbers mit Chlor herbeiführen kann. Alle alkalischen Chlorverbindungen, alle erdigen oder metallischen Alkalien, welche in einer Lösung von ange-
säuertem Wasser löslich sind, führen dasselbe Resultat herbei.
Wir haben das Seesalz angeführt, weil es am leichtesten zu beschaffen ist.
Die Behandlung der zusammengesetzten schwefelhaltigen Mineralien, welche Kupfer und Silber enthalten, kann auf zwei verschiedene Arten stattfinden. Man kann damit anfangen, das Silber zu extrahiren, nachdem das Mineral pulverisirt worden ist, und zwar mittelst einer angesäuerten Salzlösung; das Kupfer im Mineral, welches vorher nicht erhitzt wurde, wird in diesem Falle nicht angegriffen, während das Silber ganz aufgelöst wird. Nach vollständigem Waschen wird Alles, was nach dieser Operation übrig bleibt, geröstet, wie oben beschrieben, und dann von neuem mit der Salzlösung behandelt, welche das Kupfer in der Kälte in kurzer Zeit auflöst,
Man kann auch, wenn man will, damit anfangen, das Mineral mit oder ohne Braunstein-Zusatz zu erhitzen und dann das Product mit der Salzlösung behandeln, welche das Auflösen des Kupfers bewirkt; dann verbindet sich das Silber mit Chlor und ein Theil des gebildeten Chlorsilbers löst sich auf, aber in diesem Falle findet man den gröfsten Theil des Silbers, welches im Mineral enthalten war, in dem Wasser, welches zum Auswaschen der Substanz gebraucht wird.
Die Salzlösung kann man entweder in besondern Gefäfsen im Voraus bereiten oder man kann sie in den Reactions-Gefafsen herstellen, indem man Seesalz zu dem zu bearbeitenden Mineral hinzusetzt und dann auf dieses Gemenge angesäuertes Wasser oder Wasser und Säure, jedes besonders, leitet. Nach welcher Art man auch verfahren mag, die Resultate, welche man erhält, bleiben dieselben, wie oben beschrieben.
Mittelst dieses Verfahrens haben wir aus sehr unreinen Mineralien, nämlich aus silberhaltigem Kupfer, welches Arsenik und Antimon enthielt, hochfeines Silber und gutes Kupfer erhalten, indem wir die niedergeschlagenen Metalle nur ein Mal in einem gewöhnlichen Ofen umschmolzen..
Wir resumiren die wesentlichen Theile unseres Verfahrens folgendermaafsen:
1. Anwendung einer angesäuerten Lösung von Seesalz, welche kalt oder erhitzt auf irgend welche kupfer- oder silberhaltigen Minerale wirkt, ohne dafs es nöthig wäre, das Mineral mit dem Salz zu erhitzen, um die Verbindung der Metalle mit Chlor zu bewirken.
2. Anwendung eines beliebigen anderen Salzes, anstatt des Seesalzes, vorausgesetzt, dafs ersteres in einer Säurelösung dieselben Reactionen hervorruft, wie Seesalz.
3. Anwendung von Braunstein mit dem Zweck, die Auflösung des Silbers und das Rösten oder Erhitzen des Minerales zu befördern. Behufs Auflösung des mittelst der beschriebenen Processe gewonnenen Chlorsilbers, behalten wir uns vor, alle bekannten Lösemittel desselben in Anwendung zu bringen, sei es auf warmem oder auf kaltem Wege.
Desgleichen behalten wir uns vor die Anwendung aller Apparate, welche mittelst besonderer Vorrichtungen die Auflösung des Silbers und Kupfers ifl der angesäuerten Salzlösung zu erleichtern und zu beschleunigen geeignet sind.
Schliefslich reserviren wir uns die Anwendung unseres Verfahrens auf alle bereits einmal bearbeiteten Erze, welche silber- und kupferhaltig waren.
DE1577DA 1877-11-21 1877-11-21 Verfahren zur Kupfer- und Silbergewinnung auf nassem Wege durch Behandlung der mit Braunstein gerösteten Erze mit Säuren und einer Lösung; von Kochsalz oder ähnlich wirkenden Salzen bei Zusatz von Braunstein Expired - Lifetime DE1577C (de)

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