DE15110C - Neuerungen an einem Droschken-Kontrol-Apparat - Google Patents
Neuerungen an einem Droschken-Kontrol-ApparatInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G07—CHECKING-DEVICES
- G07B—TICKET-ISSUING APPARATUS; FARE-REGISTERING APPARATUS; FRANKING APPARATUS
- G07B13/00—Taximeters
- G07B13/005—Taximeters operating mechanically
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- General Physics & Mathematics (AREA)
- Time Recorders, Dirve Recorders, Access Control (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. August 1880 ab.
Die Neuerungen beziehen sich auf den Runkelschen Droschken -Controlapparat, welcher unter
No. 15048 am 26.November 1874 im pfeufsischen
Staate patentirt worden ist, und bestehen in wesentlich einfacheren und wirksameren Mechanismen,
sowohl für den Antrieb, als für die Uebertragung.
In beiliegender Zeichnung bedeuten in allen Figuren gleiche Buchstaben gleiche Theile, und
zwar ist:
Fig. ι die Gesammtansicht des ganzen Apparates, von vorne gesehen; ■
Fig. 2 die Seitenansicht des Uhrwerkes;
Fig. 3 die Seitenansicht des Apparates zum Markiren der durchlaufenen Kilometer;
Fig. 4 Ansicht der Schlnfsplatte des Apparates; Fig. 5 Details der Transmission des Antriebes.
Der ganze Apparat besteht aus zwei Theilen: erstens dem Uhrwerk, welches ununterbrochen
läuft, so lange das Fuhrwerk von Hause abwesend ist, und zweitens dem Theil, welcher
die bei jeder einzelnen Tour durchfahrenen Kilometer und das tarifmäfsige Fahrgeld für die
durchfahrene Strecke markirt; schliefslich ist noch eine Vorrichtung vorhanden, welche die Zeit
der durchfahrenen Kilometer überhaupt, einerlei, ob der Wagen vermiethet ist oder nicht, sowie
die Geschwindigkeit des Wagens angiebt.
A ist das Federgehäuse einer gewöhnlichen Cylinderuhr, welches sich in 24 Stunden einmal
umdreht; auf dieses Gehäuse ist ein Ring A1 von Holz, Kork etc. aufgeschoben, welcher sich
mit A umdreht. An diesen Ring A1 wird ein Papierstreifen, auf welchem die Zahlen 1 bis 24
entsprechend den 24 Stunden des Tages aufgedruckt sind, aufgerollt. Dieser Streifen wird
an dem Ring A1 mit Stiften oder sonst in geeigneter Weise befestigt, so dafs er sich bei der
Umdrehung des Ringes auf denselben aufwickelt. Die Stunden auf dem Papierstreifen
sind in 8 Theile getheilt, weil nämlich 8 km pro Stunde die vorschriftsmäfsige Geschwindigkeit
für Miethskutschen ist. Demnach bedeutet also jeder Strich auf dem Papierstreifen auch
ein Kilometer. Neben den Stundenzahlen hat der Streifen, wie Fig. 1 zeigt, einen schwarzen
Theil, auf dem zwei Stifte weifse Linien ziehen können. Für gewöhnlich laufen jedoch jene
Stifte auf dem schmalen weifsen Rande rechts neben dem schwarzen Streifen.
An einem der Räder des Fuhrwerks ist nun ein gewöhnliches Zählwerk angebracht, welches
eine Vorrichtung hat, die nach jedem durchlaufenen Kilometer an 5 zieht. S kann eine
Schnur sein, besser ist es aber, einen Draht oder einen Blechstreifen zu nehmen. Durch das
Ziehen an 61 wird der Hebel H, Fig. 1 und 3,
bewegt, welcher sich um den Zapfen/ dreht; der Hebel setzt seinerseits die Klinke G in Bewegung,
durch welche nach jedem Kilometer das Sperrrad F um einen Zahn gedreht wird;
auf der gleichen Axe wie F sitzt das Kegelrad E1, von welchem weiter unten noch einmal
die Rede sein wird.
Der Hebel H trägt nun den Schwanz r, welcher bei jeder Abwärtsbewegung von H den Schieber
b1 in die Höhe schiebt, das obere schräge
Ende von b1 drängt dabei b zurück (nach links),
letzteres steht aber mit dem Arm a1
Verbindung, welcher einen der oben erwähnten Stifte trägt. Dieser markirt also bei jeder Bewegung
von H, d. h. nach jedem zurückgelegten KiIo-
meter, einerlei, ob der Wagen vermiethet ist oder nicht, auf dem schwarzen Theil des Papierstreifens
auf A1 einen weifsen Strich. Sobald H unter der Wirkung der Feder K in seine
ursprüngliche Lage zurückgeht, thun dies auch die Theile b1, b und a1 gleichfalls unter der
Wirkung von Federn, welche in der Figur weggelassen sind.
Um nun anzuzeigen, welche der durchfahrenen Kilometer der Wagen vermiethet und welche
er unvermiethet (leer) zurückgelegt hat, dient folgende Vorrichtung.
M ist ein Signal, welches das Wort »VERMIETHET« trägt und welches der Kutscher
sichtbar werden läfst, sobald ein Fahrgast die Kutsche besteigt. Das Signal dreht sich um
den Zapfen ζ und hat mehrere Schwänze, von denen einer, ganz in ähnlicher Weise wie oben
bei H bezw. r, das Zurückgehen bezw. Nachlinksgehen von α bewirkt. Dabei beschreibt
der an α befestigte Stift auf dem schwarzen Streifen einen querlaufenden weifsen Strich; der
Stift bleibt nun, so lange das Signal M sichtbar ist, auf dem schwarzen Streifen stehen und beschreibt
auf demselben, da sich der Streifen mit A1 dreht, einen der Länge nach laufenden Strich.
Wird schliefslich am Ende der Tour, d. h. wenn der Fahrgast den Kutscher mit seinem Fuhrwerk
entläfst, das Signal M vom Kutscher wieder ab-, d. h. in die Höhe gestellt, so bewegt sich
auch α unter der Wirkung einer Feder von links nach rechts, und der an α β1 befestigte Stift
beschreibt auf dem schwarzen Streifen einen querlaufenden weifsen Strich.
Aus vorstehendem geht hervor, dafs ein Theil der von a1 gezogenen Kilometerstriche, und zwar
diejenigen, welche der Wagen vermiethet durchfährt, von den von α gezogenen Strichen eingefafst
wird.
Soweit hat die Controle Werth für den Wageneigenthümer, dieser kann auf dem schwarzen
Streifen, wenn der Kutscher heimkehrt, nicht nur ablesen, wie viel Kilometer sein Wagen vermiethet
und wie viel er leer zurückgelegt hat, sondern er kann durch Vergleich mit der nebenstehenden
Stundenreihe zugleich beurtheilen, mit welcher Geschwindigkeit der Kutscher gefahren
ist, ob er das Pferd zu viel oder zu wenig angestrengt hat.
Wir kommen nun zu demjenigen Theil, welcher den Fahrgast interessirt. Derselbe zeigt die vom
Fahrgast gefahrene Entfernung und zugleich das tarifmäfsige Fahrgeld hierfür an. Es ist dies
der Theil, den wir in Fig. ι links sehen. Auf der Trommel B ist mit Stiften ein Papierstreifen
befestigt, welcher links die Zahlen von Null an, entsprechend den Kilometern, und rechts daneben
die Ziffer der dieser Fahrzeit entsprechenden Geldsumme trägt, so dafs er sich auf B
aufwickelt, wenn sich dasselbe dreht und die entsprechenden Zahlen neben einander durch
zwei Fensterchen (s. Fig. 4) sichtbar werden.
Diese Trommel B kann durch eine Feder R und eine geeignet angebrachte Auslösevorrichtung
stets wieder auf Null zurückgestellt werden. B wird nun in zweierlei Weise in Drehung versetzt:
i. Durch den Hebel üT unter Vermittelung
des Rades F, welches auf der Welle von B sitzt, und 2. durch das Uhrwerk A unter Vermittelung
der Zahnräder CDE und E1, von welchen
letzteres ebenfalls auf der Welle von B sitzt.
Da nun das Uhrwerk permanent wirkt, hingegen der Hebel H ruckweise nur nach jedem
Kilometer, so mufs, um Collisionen zu vermeiden, wenn H wirkt, die Uebertragung von A auf B
momentan aufgehoben werden. Dies geschieht, indem E und E1 aufser Eingriff gebrächt werden;
dies kann auf zweierlei Weise geschehen: erstens automatisch bei jedem Niedergehen von H und
zweitens mit Hand beim Umstellen (Unsichtbarmachen) des Signals M.
Wir müssen daher zwei Zustände unterscheiden:
i. Der Wagen ist vermiethet und das
Signal ist sichtbar.
Das Zahnrad C auf der Axe von A greift in das kleine Zahnrad D ein, auf dessen Axe das
Zahnrad E sitzt, welches seinerseits wieder in E1
eingreift. E1 wissen wir, sitzt auf der Axe von B. Es folgt, dafs vermittelst dieser Uebersetzungen
die Trommel i? durch das Uhrwerk um 8 km in der Stunde gedreht wird. Aufserdem wirkt
H4 auf B ein und es mufs, wenn dies geschieht,
der Eingriff von E und EJ momentan aufgehoben
werden; dazu dient folgende Vorrichtung: An dem Hebel .ßT befindet sich ein Zapfen h, den
die Gabel der Stange / umfafst; letztere trägt an ihrem oberen Ende eine Nase I1, welche,
wenn / von H niedergezogen wird, auf den Kegel e, welcher mit dem Rad E verbunden ist,
einwirkt und dadurch E zurück- (bezw. nach rechts) drängt, so dafs der Zusammenhang von E
und E1, also auch von A und B, aufgehoben
ist. Wenn H wieder in die Höhe geht, kann E unter der Wirkung der neben e befindlichen
Feder vorrücken und wieder zum Eingriff mit E1 kommen. Es werden also nicht nur, wenn der
Wagen im Dienste des Fahrgastes fährt, auf B die durchfahrenen Kilometer markirt, sondern
auch, wenn der Wagen im Dienste des Fahrgastes wartet, durch das Uhrwerk 8 km pro
Stunde auf B markirt, denn der Gast mufs für das Warten ebenso viel zahlen, als wenn der
Wagen fahren würde.
2. Der Wagen ist unvermiethet. Sobald der Fahrgast den Kutscher entläfst, ist
es im Interesse des letzteren, das Signal M verschwinden zu lassen; beim Umstellen des Signals
drückt der Schwanz 0"' desselben die Stange / nieder, und die Auslösung erfolgt auf dieselbe
Weise, wie oben beschrieben, und zwar bleibt der Zusammenhang von A und B so lange aufgehoben,
als das Signal unsichtbar ist.
Am Ende jeder Tour stellt der Kutscher den Streifen auf Trommel B wieder auf Null zurück,
indem er die Feder R wirken läfst.
Zum Schlufs ist noch eine Neuerung zu erwähnen, welche sich auf den Draht »S1 bezieht,
welcher den Hebel H mit dem Zählwerk auf der Wagenaxe verbindet. Diese Verbindung ist
infolge der Elasticität der Wagenfedern bald länger, bald kürzer, und um dem zu begegnen,
ist folgende Vorrichtung, Fig. 5, angebracht.
An der Wagenaxe ist die starke Blattfeder X von beliebiger Form befestigt, an dieser ist eine
Reihe von Rollenpaaren angebracht, welche eine dünne Blattfeder χ zwischen sich fassen; diese
Feder χ tritt an Stelle des Drahtes S, so dafs die Veränderung des Abstandes des Kutscherbockes
(wo der Controlapparat angebracht wird) und der Wagenaxe keinen Einflufs auf χ hat.
Claims (1)
- P ATENT-Ansprüche:ι . An dem Droschken-Controlapparat die Verbindung des Hebels H mit einem Schwanz r und den Theilen b und b1, welche mit schrägen Flächen auf einander gleiten, wodurch der Arm α1 bewegt wird und der daran befestigte Stift nach jedem vom Wagen zurückgelegten Kilometer auf dem schwarzen Theile des Streifens auf A1 .einen weifsen Strich zieht. :Der Arm α, welcher in gleicher Weise beim Umstellen des Signales M auf dem schwarzen Streifen Striche zieht, derart, dafs die Striche der Kilometer (von a1 gezogen), welche der Wagen vermiethet durchfährt, durch die von α gezogenen Striche eingefafst sind.
Die doppelte Bewegung der Trommel B einerseits durch den Hebel H vermittelst der Klinke G und des Sperrrades F, andererseits durch das Uhrwerk A vermittelst der Uebersetzungen, Zahnräder CDE und JS1.
Die automatische Auskuppelung des Zahnrades E aus dem Eingriff mit E1 bei jeder Bewegung des Hebels H durch die Stange / vermittelst der Nase I1, welche auf den Kegel e des Rades E wirkt und dasselbe aufser Eingriff von E1 setzt.
Die Auskuppelung der Zahnräder E und E1 beim Abstellen des Signals M durch den Schwanz o'" des letzteren, welcher auf die Stange / wirkt.Die schmale Feder x, welche zwischen Röllchen an der starken Bandfeder X geführt wird und an Stelle des Drahtes S tritt, so dafs die Veränderlichkeit des Abstandes des Bockes von der Wagenaxe unschädlich wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE15110T | 1880-08-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE15110C true DE15110C (de) | 1881-09-19 |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE188015110D Expired DE15110C (de) | 1880-08-10 | 1880-08-10 | Neuerungen an einem Droschken-Kontrol-Apparat |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE15110C (de) |
-
1880
- 1880-08-10 DE DE188015110D patent/DE15110C/de not_active Expired
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