DE14769C - Verfahren der Schnellgerberei bei Anwendung von chromsauren Salzen und Chromoxydsalzen in Verbindung mit anderen mineralischen Substanzen und aufgelösten Fetten, sowie Kohlenwasserstoffen - Google Patents

Verfahren der Schnellgerberei bei Anwendung von chromsauren Salzen und Chromoxydsalzen in Verbindung mit anderen mineralischen Substanzen und aufgelösten Fetten, sowie Kohlenwasserstoffen

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DE14769C
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Dr. CH. HEINZERLING in Frankfurt a. M
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/04Mineral tanning

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 28: Gerberei.
Patentirt Jm Deutschen Reiche vom g. November 1880 ab. Längste Dauer: 2. November 1893.
Bei Ausführung des im Haupt - Patent beschriebenen Verfahrens der Schnellgerberei hat sich folgendes als zweckmäfsig herausgestellt.
Die enthaarten und geschwellten Häute werden in eine viertelprocentige Lösung von Chromsäure oder in eine halbprocentige Lösung von saurem, chromsaurem Kali, Natron oder Magnesia oder anderen sauren oder neutralen chromsauren Salzen oder in eine halbprocentige Lösung von Chromoxydsalzen, wie z. B. schwefelsaurem Chromoxyd, gebracht.
Dieser Lösung setzt man vortheilhaft 1 pCt. Alaun oder schwefelsaure Thonerde oder andere Aluminiumsalze, sowie 3 bis 4 pCt. Chlornatrium (Kochsalz) hinzu und läfst die Häute darin, je nach ihrer Stärke, kürzere oder längere Zeit, so Kalbfelle vier bis sechs Tage und schwere Rindshäute bis zu vierzehn Tagen, liegen.
Während dieser Zeit wird die Lösung allmälig concentrirt, bis sie bis zu 6'/? pCt. chromsaurer Salze etc. und bis zu 12 pCt. Alaun, sowie bis zu 10 pCt. Chlornatrium enthält. Diese letzte, concentrirteste Lösung kann zweckmäfsig zur Beförderung der Aufnahme der Gerbstoffe durch das Leder auf eine Temperatur bis zu 33° C. gebracht und auf dieser bis zur Herausnahme der Häute gehalten werden.
Derselbe Zweck wird auch erreicht, wenn man die Häute nach und nach mehrere Lösungen von immer stärkerem Concentrationsgrade, von welchen die letzte eine Temperatur von 33° C. erhalten kann, passiren läfst.
Der durch die gegerbten Häute entzogene Gerbstoff mufs den Gerbebrühen jedesmal ersetzt werden.
Verwendet man Aluminiumsalze, so kann zweckmäfsig nach längerem Gebrauch der Gerbebrühen ein Theil der Aluminiumsalze durch gefällte (amorphe) Thonerde ersetzt werden.
Statt diese amorphe Thonerde besonders hinzuzusetzen, kann man in der folgenden Weise verfahren: Man versetzt die zur Ausbesserung nöthigen Aluminiumsalze mit kohlensauren Alkalien und fällt so einen- Theil der Thonerde aus. Diese Mischung dient dann an Stelle der reinen Aluminiumsalze zur Ausbesserung.
Es kann der Gerbeprocefs auch ohne die Aluminiumverbindungen und auch ohne das Kochsalz durchgeführt werden. Man wendet aber doch vortheilhaft die Aluminiumverbindungen und das Kochsalz an, weil diese Stoffe ebenfalls gerbende Eigenschaften haben, mithin den mit den Chromverbindungen durchgeführten Gerbeprocefs befördern, gleichzeitig aber wegen ihres verhältnifsmäfsig niedrigen Preises das Verfahren billiger machen.
Will man Leder herstellen, welches nach dem Gerben geschwärzt werden soll, so setzt man der Lösung 2 bis 3 pCt. Ferrocyankalium oder Ferridcyankalium hinzu, welche Stoffe mit der später aufzutragenden Eisenschwärze eine tief dunkelblaue Verbindung eingehen.
Durch zwei- bis vierstündiges Einlegen der so gegerbten Häute in eine vier- bis achtprocentige

Claims (3)

Auflösung von Chlorbaryum, Bleioxyd oder Seife wird eine partielle Fixirung der Gerbstoffe bewirkt, indem letztere mit den erstgenannten Stoffen unlösliche Salze oder Seifen bilden. Um die Fixirung zu verstärken, kann man die Häute (Sohlleder und Oberleder) vorher, sowie sie aus den Gerbbrühen kommen, 12 bis 18 Minuten in eine fünf- bis siebenprocentige Lösung von kohlensaurem Natron eintauchen und darauf in die vorerwähnte Chlorbaryiim- oder Seifenlösung bringen. Hierauf werden die Häute oberflächlich getrocknet und ausgereckt und dann, während sie sich noch etwas feucht anfühlen, in Lösungen von Stearin, Paraffin, Wachs, Harz, Colophon, Wallrath oder anderen Kohlenwasserstoffen oder Fetten, welche in Benzin oder ähnlichen Mitteln gelöst sind, gelegt, und in diesen bis zu 360 C. erwärmten Lösungen bis.zu 36 Stunden liegen gelassen. An Stelle des Stearin und der anderen oben erwähnten Stoffe kann man auch jene kautschukähnliche^ Masse anwenden, welche bei der Behandlung von Oelen (Leinöl, Rüböl etc.) mit 10 bis 15 pCt. Chlorschwefel erhalten wird. Ist Chromsäure angewendet worden, so hat die nachherige Behandlung der gegerbten Häute mit gelöstem oder geschmolzenem Paraffin, Stearin etc. die Wirkung, dafs diese letzteren auf die Faser niedergeschlagenen Stoffe von der Säure oxydirt werden. Hierbei wird die Chromsäure zu Chromoxyd reducirt, das Paraffin etc. dagegen zu säureartigen Verbindungen oxydirt, welche letztere mit dem Chromoxyd eine in Wasser nicht lösliche Verbindung eingehen, die dauernd ■ auf der Faser haften bleibt. Bei Anwendung von chromsauren Salzen wird schon während . des Gerbens Chromsäure gebildet, welche mit den erwähnten Kohlenwasserstoffen oder Fetten die oben beschriebene unlösliche Verbindung eingeht. Nachdem die Häute aus der Lösung herausgenommen sind, werden sie entweder, wie bei Oberleder, in bekannter Weise geschmiert, gewalkt und zugerichtet oder, wie bei Sohlleder, getrocknet und dann gehämmert oder gewalzt. Der eingangs erwähnten Lösung von Chromaten kann man auch Metallsalze, ζ. Β. schwefelsaures Kupfer zusetzen, theils wegen der gerbenden Wirkung dieser Salze, theils wegen ihrer Eigenschaft, gewisse Farbennüancen auf dem Leder zu erzielen. Die seither verwendeten, vegetabilischen Gerbstoffe können zur Nachgerbung und der Färbung halber zur Mitanwendung kommen. Patenτ-Ansprüche:
1. Die theilweise Verwendung von gefällter, amorpher Thonerde, oder aus Aluminiumsalzen mit kohlensauren Alkalien gefällten, basischen Thonerdesalzen an Stelle des Alauns und der schwefelsauren Thonerde.
2. a) Die Verwendung von chromsauren
Salzen ohne Aluminiumsalze und Kochsalz.
b) Die Verwendung chromsaurer Salze, sowie Chromoxydsalze in Verbindung mit Aluminiumsalzen ohne Kochsalz.
c) Die Verwendung chromsaurer Salze und Chromoxydsalze in Verbindung mit Kochsalz ohne Aluminiumsalze.
d) Die Verwendung von chromsauren Salzen unter Zusatz von Metallsalzen, wie z. B. Kupferoxydsalzen oder ähnlich wirkenden Salzen.
e)' Die Verwendung vegetabilischer Stoffe zum Nachgerben der mit chromsauren Salzen, sowie Chromoxydsalzen gegerbten Häute.
3. Die Behandlung der auf obige Weise gegerbten Häute mit den im Haupt-Patent, sowie im Zusatz-Patent erwähnten, gelösten und geschmolzenen Fetten urid Kohlenwasserstoffen.
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