DE14109C - Neuerungen an Vorrichtungen oder Apparaten, um Körper im Wasser schwimmend zu erhalten - Google Patents
Neuerungen an Vorrichtungen oder Apparaten, um Körper im Wasser schwimmend zu erhaltenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 61: Rettungswesen.
Die vorliegende Erfindung betrifft die Anwendung von Gürteln, Säcken, Kissen, Kleidungsstücken
oder anderen hohlen Gegenständen, welche entweder im Wasser sich von selbst aufblähen oder aber zu jeder Zeit in anderer
Weise aufgebläht werden können, wie in folgendem beschrieben werden soll.
Der Gürtel, das Kleidungsstück oder der hohle Gegenstand steht mit einem Gefäfs, Sack
oder Behälter in Verbindung, in welchem gewisse chemische Agenden enthalten sind, welche
Gase entwickeln, wenn sie mit einander, mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit in Berührung
kommen, so dafs das Gas dann in den hohlen Gegenstand strömt und denselben aufbläht.
So kann man beispielsweise Natronbicarbonat und Weinsteinsäure in den Behälter bringen, der etwa durch eine Oeffnung oder
ein Rohr mit dem Innern eines hohlen, elastischen Rettungsgürtels verbunden ist, derart, dafs beim
Eintauchen desselben Wasser in den Behälter für die Chemikalien tritt, sofort eine Entwickelung
von Kohlensäure erfolgt, und der Gürtel hiervon aufgebläht wird. Der Behälter
kann innerhalb oder an irgend einer Stelle des Rettungsgürtels oder anderen mit Gas zu füllenden
Gegenstandes angebracht werden.
In manchen Fällen kann zwischen dem Chemikalienbehälter lind dem aufzublähenden oder
mit Gas zu füllenden Gegenstand auch ein Ventil etc. angeordnet werden.
Auf beiliegender Zeichnung sind verschiedene Ausführungsformen dieser Erfindung veranschaulicht.
Vorerst sollen diejenigen Gürtel, Säcke, Kissen, Kleidungsstücke, Schwimmkragen oder anderen hohlen Gegenstände behandelt
werden, welche sich automatisch aufzublähen vermögen.
Fig. ι zeigt in verticalem Querschnitt einen Behälter a1 zur Aufnahme gewisser Chemikalien,
welche Gas entwickeln können, wenn sie mit Flüssigkeiten in Berührung kommen. Dieses
Gas strömt in einen mit dem Behälter verbundenen Sack α α α, welcher theilweise aufgebläht
gezeichnet ist, da ein Querschnitt desselben im unaufgeblähten Zustande in der
Zeichnung nur als neben einander liegende Linien erscheinen und somit zum gröfsten Theil
undeutlich sein würde.
Fig. 2 ist ein Querschnitt nach Linie x-y der Fig. ι im theilweise aufgeblähten Zustande,
während Fig. 3 einen Querschnitt nach Linie x-y der Fig. 1 im unaufgeblähten Zustande darstellt.
Fig. 4 ist ein Querschnitt nach Linie y-z der Fig. i, wenn der Sack ganz aufgebläht ist;
Fig. 5 zeigt denselben Querschnitt im ganz unaufgeblähten Zustande.
Fig. 6 stellt den Sack theilweise aufgebläht in Ansicht von unten dar, in dieser Ansicht
sind die Falten sichtbar. Die Fig. 7 und 8 zeigen Ansichten einer Jacke, welche mit
Säcken oder Behältern der angedeuteten Art versehen ist.
In allen diesen Figuren sind gleiche Theile mit denselben Buchstaben bezeichnet.
Der Sack α ist vorzugsweise aus sehr leichtem, luftdichtem oder wasserdichtem, biegsamem Material,
als: luftdichtem Tuch oder mit Kautschuk etc. imprägnirtem, vulkanisirtem Batist
gefertigt, a1 bezeichnet einen Behälter, welcher
den Boden des Sackes bildet und der theilweise oder ganz aus etwas porösem Zeug besteht oder
mit einem oder mehreren feinen Löchern versehen ist. Die Chemikalien werden in diesen
Bodentheil oder Behälter a1 gebracht. Der
Sack α nebst seinem porösen Boden cc1 wird
beim Gebrauch so getragen, dafs der Boden a1
nicht von Regen getroffen oder durch den Schweifs des den Sack Tragenden genäfst, jedoch
sofort nafs wird, wenn das Ganze in Wasser getaucht wird, b ist ein ins Innere
des Sackes reichender Schlauch, mittelst dessen der Behälter a1 gefüllt wird. Zu diesem Zweck
wird der Schlauch mit der Hand ausgezogen, wie in punktirten Linien bei b1 angedeutet;
alsdann kann man leicht Chemikalien durch die Mündung des Schlauches in denselben
hineinbringen, und wenn der Schlauch wieder in die durch ausgezogene Linien angedeutete
Stellung in den Sack hineingeschoben ist, so wird der Sack durch ihn geschlossen. Man
kann jedoch der gröfseren Sicherheit halber den Schlauch, wie in punktirten Linien bei P
angedeutet, in dem Innern des Sackes α umkehren.
In Fig. ι a ist ein aufblähbarer Sack α dargestellt
ohne inneren Schlauch b. In diesem Falle werden die Chemikalien in den Sack gebracht,
bevor derselbe geschlossen wird. Diese Säcke werden beispielsweise an dem Rockfutter
angenäht zwischen Tuch und Futter, und ein so ausgerüsteter Rock unterscheidet sich weder
im Aussehen noch im Gewicht (annähernd) von einem nicht mit derartigen Säckchen versehenen
Rock.
Ferner können diese Säckchen an Westen und anderen Oberkleidern befestigt werden;
eine derartig ausgestattete Jacke ist in den Fig. 7 und 8 dargestellt; auch können ein oder
mehrere Säckchen a a1 an einem wasserdichten Ueberzug befestigt werden, welcher den Koffer
oder andere Werthgegenstände umhüllt. In diesen Fällen kann man am besten Natron-,
bicarbonat und Weinsteinsäure anwenden, und die Menge der zu benutzenden Chemikalien
kann annähernd dadurch bestimmt werden, dafs man auf 20 ecm aufzublähendes Volumen 1 g
Bicarbonat nimmt.
Der Behälter oder Theil a1 des Säckchens
kann durch Zunähen, Zukleben, Zuknöpfen oder in anderer Weise geschlossen werden.
Es ist ersichtlich, dafs an dem unteren Theil des Behälters a1 Wasser in diesen treten kann,
und infolge dessen durch Berührung des Wassers mit den Chemikalien Gas erzeugt wird, welches
in den oberen Theil des Sackes α strömt, denselben aufbläht, so dafs derselbe nunmehr mit
einer Taucherglocke vergleichbar ist.
Aus den Fig. 3, 5 und 6 geht hervor, dafs eine Seite des Sackes mit Längsfalten versehen
ist, welche beim Aufblähen von dem Körper des den Sack Tragenden abstehen.
Nach einer zweiten Modification werden Gürtel, Säcke oder andere hohle Gegenstände
nach Belieben oder in jedem Augenblick aufgebläht. · ■ .·
Man kann die entsprechenden Vorrichtungen sowohl an Taucheranzügen als auch an gewöhnlichen
Kleidungsstücken, Röcken und Westen anbringen; werden Taucheranzüge mit denselben versehen, so wird eine solche Zugabe
dem Taucher mehr Zuversicht geben, da er weifs, dafs er nicht absolut von der Aufmerksamkeit
der Bedienungsmannschaft abhängig ist.
Der Taucheranzug wird zu diesem Zweck mit einem aufblähbaren Sack versehen. Derselbe
steht mit einer Metallflasche oder einem passend geformten Gefäfs in Verbindung, das
an dem Tauchergürtel befestigt wird. Dieser Behälter wird mit Natronbicarbonat und Weinsteinsäure
gefüllt. Mittelst eines Knopf- oder Niederschraubventils, wie solche bei aufblähbaren
Rettungsgürteln etc. angewendet werden, oder mittelst eines gewöhnlichen Zapfens wird in den
Behälter im Nothfall Wasser eingelassen, und der Taucher steigt so schnell oder so langsam,
als ihm beliebt, an die Oberfläche, indem er mehr oder weniger von der Schwimmfähigkeit
der benutzten aufblähbaren Säcke Gebrauch macht.
Mittelst einer passenden Vorrichtung kann der Taucher alles Gas oder einen Theil desselben
aus dem Sack entweichen lassen und dadurch sein Aufsteigen nach Belieben verzögern
oder anhalten oder wieder in die Tiefe steigen.
Die nothwendigen Chemikalien - Füllungen nehmen sehr wenig Raum ein, und ein Taucher
kann ohne irgend welche Unbequemlichkeit mehrere Füllungen mit sich nehmen und auf
diese Weise in den Stand gesetzt werden, so oft zu steigen und zu fallen, als ihm gefällt,
und dies innerhalb der Grenzen, welche ihm passend erscheinen.
Dieser Apparat ist für alle Arten von Taucheranzügen geeignet, insbesondere bildet er jedoch
eine sehr werthvolle Zugabe für eine kürzlich bekannt gewordene Vorrichtung, welche dem
Taucher ermöglicht, den für ihn nothwendigen Sauerstoff mit sich zu nehmen. Man braucht
sich jedoch nicht an die beschriebene Form des Behälters zu binden.
Die Form des Gasentwickelungsbehälters ist unwesentlich, doch sind einige der folgenden
Anordnungen passend, die Füllungen können in passenden Behältern in dem Tauchergürtel selbst
enthalten sein, was eine sehr passende Anordnung ist, wenn der Taucher mehrmals an
die Oberfläche zu steigen vermögen soll.
Die Form, das Material und die Anordnung der verschiedenen Theile des Chemikalienbehälters
sind von keiner Bedeutung, wenn nur derselbe seinen Zweck erfüllt, d. h. die
Chemikalien in unberührtem Zustande erhalten bleiben, bis sie gebraucht werden.
Es mag übrigens hervorgehoben werden, dafs, obschon gewisse Ingredienzien hier genannt
werden, der Erfinder sich jedoch durchaus nicht an deren alleinige Anwendung bindet.
Die für Schwimmkragen getroffene Anordnung mag ihrer Wichtigkeit halber besonders beschrieben
werden. Es ist klar, dafs kein wirklicher Schwimmer mit einem aufgeblähten Schwimmkragen schwimmen wird, er schwimmt
zur Uebung, zum Vergnügen und um seine Kräfte zu versuchen. Aber mancher tüchtige
Schwimmer würde sehr gern Hülfe zur Hand haben, wenn er einen Krampf bekommt oder
ohnmächtig wird. Der Erfinder hat nun einen Schwimmkragen construirt, der im unaufgeblähten
Zustande wie ein breites, flaches Band um den Nacken liegt und der unzählig oft gebraucht
werden kann, bis eine wirkliche Lebensgefahr eintritt und er nun sofort in einen
Rettungsgürtel umgewandelt wird.
Zu diesem Zweck stellt man den Kragen aus sehr leichtem, festem Gummi her oder aus
luftdichtem Tuch oder anderem luftdichten Material von solchem Fassungsvermögen, dafs er
im aufgeblähten Zustande 1500 bis 3000 ecm oder mehr je nach Umständen einnimmt.
Dieser Kragen kann auf verschiedene Weise aufgebläht werden,1 man kann aber mit Vortheil
folgende drei Methoden anwenden, welche auf der Zeichnung veranschaulicht werden sollen,
und von denen zwei darauf hinauskommen, ein Glasgefäfs zu zerbrechen, eine aber auf der Zuleitung
von Wasser basirt.
Die Fig. 9 bis 12 zeigen derartige Apparate,
und zwar ist in den Fig. 9 und 10 der Kragen, mit zwei der Vorrichtungen versehen, dargestellt,
während die Fig. 11 und 12 im Detail eine der Modificationen, welche Fig. 9 zeigt, veranschaulichen.
In Fig. 9 ist ein U- oder V-förmiges Glasrohr in einen herzförmigen Gummibeutel eingeschlossen,
wie in gröfserem Mafsstabe in Fig. 11 dargestellt, d ist der Gummibeutel, c das zerbrechliche
Glasrohr oder Gefäfs, welches verdünnte Schwefelsäure enthält, g ist das Natronbicarbonat,
h eine Filtervorrichtung, bestehend aus Baumwolle, Wolle oder anderem passenden
Material.
Mittelst Rohres i ist der Gummibeutel mit dem aufblähbaren Kragen a2 verbunden. Will
man den Kragen aufblähen, so genügt es, mit der Hand den Gummibeutel derart am oberen
Ende zu fassen, dafs das Glasrohr an seiner Biegung entzwei gebrochen wird, und die Säure
mit den Chemikalien in Berührung kommt.
Anstatt der in Fig. 11 dargestellten Vorrichtung
kann man auch ein gerades Glasrohr c benutzen, Fig. 12, eine Seite des Gummibeutels d
mufs dann steifer sein, indem dieselbe aus Holz, Metall oder anderem passenden Material
gefertigt und in dem .Boden ein Loch angebracht ist, durch welches das Glasrohr c eingeführt
wird, worauf man das Loch durch einen Schraubenpfropfen dx schliefst.
Es ist aus den Fig. 11 und 12 ersichtlich,
dafs ein Druck in der Richtung der Pfeile das Glasrohr am Boden abbrechen wird, worauf die
Chemikalien mit der Säure in Berührung kommen. Die in Fig. 12 dargestellte Anordnung gestattet
ein Wiederfüllen des Apparates. In Fig. 11 mufs der Gummibeutel um das Rohr c angefertigt'werden,
und läfst sich der Apparat nur einmal benutzen.
In jedem Falle ist die Füllung sorgfältig gegen jede Beschädigung geschützt durch ein
passendes Gehäuse, welches entfernt wird, wenn der Kragen benutzt werden soll. Diese Gummibeutel
d, welche die Chemikalienfüllung aufnehmen, können entweder einen Theil des
Kragens bilden oder aber von demselben getrennt und mittelst einer passenden Schraubenoder
Universalkupplung mit dem Kragen lösbar verbunden sein.
Nach einem anderen Verfahren kann man die Gasentwickelung nach dem Princip hervorbringen,
dafs man Wasser mit den trockenen Chemikalien zusammenkommen läfst, wenn es nöthig ist. Eine kleine Büchse aus Ebenholz,
beispielsweise mit Schraubenverschlufs, kann die Füllung aufnehmen und ist durch einen
Schlauch mit dem Kragen verbunden, während letzterer auf der Brust liegt.
Der Schraubenverschlufs ist in jedem Fall so angeordnet, dafs beim theilweisen Umdrehen
desselben sofort Wasser in die Büchse tritt. Auch kann das Wasser durch ein gewöhnliches
Knopf- oder Niederschraubventil in den Behälter gelassen werden.
Eine sehr einfache Methode besteht darin, dafs man die Füllung in einem Leinenbeutelchen
in den Kragen auf der Vorderseite desselben bringt, Fig. 10.
Das Wasser kann die Füllung durch einen passenden Schlitz oder eine Oeffnung erreichen,
welche zu diesem Zweck angebracht ist. Diese Oeffnung wird jedoch durch ein gummirtes
Zeugstück k, welches fest verklebt ist, wasserdicht verschlossen. Dieses Zeugstück ist mit
einem Anhängsel k1 versehen, das frei hängt.
Soll der Kragen aufgebläht werden, so wird das Zeugstück k mittelst des Anhängsels kl
abgerissen, und die Gasbildung und infolge dessen das Aufblähen des Kragens tritt sofort
ein.
In gleicher Weise wie der Schwimmkragen kann auch jede andere Art Weste, Kleidungsstück,
Badeanzug etc. mit einem solchen aufblähbaren Beutel von irgend welcher passenden
Gestalt versehen sein. . . . .
Die mit Rücksicht auf die Fig. 9 bis 13 zu
beschreibende Vorrichtung kann für alle aufblähbaren Rettungsgegenstände benutzt werden.
Unter diesen mögen beispielsweise genannt werden:
Aufblähbare Boote, Flöfse, Matratzen, Kissen, Säcke, welche Koffer oder andere werthvolle
Gegenstände enthalten, Bojen, Gürtel, Röcke, Westen, Kragen etc. Zu dieser Kategorie gehören
auch bereits bekannte und schon früher angefertigte Artikel, welche durch Einblasen
seitens der sie benutzen wollenden Person aufgebläht werden mufsten, die jedoch im Augenblick der Gefahr keine hinreichende Controle
über die Beendigung des Aufblähens auszuüben im Stande sein dürften, während andere wieder
mittelst eines Blasebalges aufgeblasen werden müssen, was jedoch Zeit erfordert, selbst wenn
der Blasebalg sofort bei der Hand ist.
Nach dem vorliegenden Verfahren kann jedoch die Füllung der Gegenstände mit Gas, beispielsweise
Kohlensäure, augenblicklich erfolgen. Um dies zu bewirken, wird eine bestimmte Menge Natronbicarbonat, Fig. 13, und eine entsprechende
Menge Schwefelsäure, welche in ein verschlossenes Gefäfs c gebracht war, in
einen passenden Behälter d aus festem Gummi gethan, welcher mit den durch Gas aufzublähenden
Gegenständen in Verbindung steht. Wird durch einen Schlag auf die Gummiumhüllung das Glasgefäfs c zerschlagen, so
kommt die Säure mit dem Natronbicarbonat in Berührung und es wird eine bestimmte Menge
Gas entwickelt, welches in der Richtung des Pfeils, Fig. 13, in den hohlen Gegenstand fliefst.
Die Chemikalien bleiben lange Zeit hindurch brauchbar und gut.
Die Füllung wird proportional dem mit Gas zu füllenden Raum gewählt. Der Behälter d
aus Gummi, welcher das zerbrechliche Gefäfs c enthält, wird gegen unbeabsichtigte Verletzung
durch ein Metallgehäuse e geschützt.
Der Schraubenverschlufs in Fig. 13 ist kein
wesentlicher Theil des Apparats, jedoch bildet er eine passende Zugabe, insofern er gestattet,
den aufzublähenden Gegenstand abzusperren, wenn der Apparat mit einer frischen Füllung
versehen werden soll.
Die Füllungen können in Form von Patronen, wie folgt, vorher vorbereitet werden. Ein
Glasgefäfs von Raumverhältnissen, welche der Benutzungsart entsprechen, wird mit concentrirter
Schwefelsäure und Wasser angefüllt und verschlossen, versiegelt und mit Leinwand oder
anderem porösen Zeug umwickelt; das so umwickelte Gefäfs wird mit einer Lage Natronbicarbonat
umgeben und mit Leinwand, Papier oder anderem Material umwickelt und in Form eines compacten Packets befestigt. Das Ganze
bildet dann eine »Gaspatrone«, welche im Stande ist, ein bestimmtes Volumen' Gas zu
liefern.
Es braucht nun die Patrone nur innerhalb eines passenden Gefäfses zerbrochen zu werden,
um ein bestimmtes Volumen Gas zu entwickeln. Die Leinwand wird zu dem Zweck umgewickelt,
die Entwickelung des Gases zu verzögern, welche in der Regel sehr schnell erfolgt, wenn
die Säure sofort nach dem Natronbicarbonat gelangt.
Nach den beschriebenen Methoden erreicht man somit folgendes:
1. Gewöhnliche Kleidungsstücke werden in Rettungsgegenstände umgewandelt, Säcke, welche
Koffer oder andere Werthgegenstände enthalten, werden schwimmend gemacht.
2. Taucher werden in den Stand gesetzt, nach Belieben an die Oberfläche und wieder in
die Tiefe zu steigen.
3. Alle Arten aufblähbarer Rettungsgegenstände, als Matratzen etc., wie solche an Bord
von Schiffen mitgenommen werden, können im Nothfall sofort aufgebläht werden.
4. Schwimmerkragen oder andere Kleidungsstücke werden derart eingerichtet, dafs sie nur
im Nothfall aufgebläht werden.
5. Die Kammern, mit denen Yachten und Boote ausgestattet sind, kann man sofort mit
Gas füllen, ' wenn dies nöthig erscheint; so ausgerüstete Schiffe können demnach nicht versinken.
In allen Fällen wird das Gas dadurch entwickelt, dafs gewisse chemische Ingredienzien
mit einander, mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten in Berührung kommen und Gas entwickeln.
Zur Aufbewahrung dieser Ingredienzien benutzt man solche Gefäfse, Beutel oder Behälter,
wie sie in jedem einzelnen Falle zweckmäfsig sind.
Hauptsächlich werden folgende Verbindungen passend sein, obschon man sich nicht an deren
Anwendung stricte zu binden braucht:
1. Natronbicarbonat und Weinsteinsäure in
Gegenwart von Wasser.
2. Natronbicarbonat und verdünnte Schwefelsäure, welche in einem zerbrechlichen Glasgefäfs
aufzubewahren ist.
Wird Natronbicarbonat und Weinsteinsäure benutzt, so kann man von beiden gleiche Gewichtsverhältnisse
nehmen, obschon 1 Theil Natronbicarbonat und 1,7s Weinsteinsäure ein
ebenso gutes Verhältnifs ist.
Benutzt man verdünnte Schwefelsäure und Natronbicarbonat, so ist auf 1 g Natronbicarbonat
ι g einer Mischung von 1 Theil concentrirter Schwefelsäure mit 2 Theilen Wasser zu nehmen,
welche Mengen ungefähr 216 ecm Gas zu entwickeln
vermögen.
Es wird bemerkt, dafs der Erfinder nicht im allgemeinen die Anwendung von Chemikalien
für sich allein oder zu dem Zweck beansprucht,
Gas zu erzeugen, welches Säcke oder andere Behälter aufbläht oder füllt, um solche schwimmend
zu machen, auch wird nicht im allgemeinen das Hineinbringen von trockenen Chemikalien
in die aufzitblähenden oder zu füllenden Gefäfse selbst beansprucht, welche Chemikalien durch
die Einwirkung einer Säure auf dieselben Gas erzeugen sollen, indem die genannten Säuren
dadurch mit den Chemikalien vermengt werden, dafs man den Behälter, in welchem sie (die
Säuren) enthalten waren, zerbricht.
Ferner beansprucht der Erfinder nicht die Anwendung eines ganz luft- und wasserdichten
Sackes, in welchen chemische Substanzen gebracht sind zum Zweck, Gas zu erzeugen, um
den Sack aufzublähen, indem genannter Sack in allen diesen Fällen, soweit sich feststellen
liefs, mit einem Ventil oder mehreren irgend welcher Construction versehen war zum Zweck,
Wasser einzulassen, während der Erfinder die Benutzung solcher Ventile absolut vermeidet
und nicht den ganzen Sack oder anderen hohlen Gegenstand wasserdicht macht.
Claims (1)
- P ATENT-Ansprüche:i. Die Construction und Anwendung der in den Fig. ι bis 8 dargestellten hohlen Gegen-, stände, welche schwimmend gemacht werden können oder Körper im Wasser zu tragen vermögen und Chemikalien in einem besonderen Behälter enthalten, der innerhalb der Gegenstände angebracht ist oder einen Theil derselben bildet, welcher Behälter theilweise oder ganz porös oder mit einem oder mehreren Löchern versehen ist und weder ein Ventil noch einen Hahn irgend welcher Art zum Einlassen von Wasser besitzt, um genannte Chemikalien derart auf einander einwirken zu lassen, dafs sie Gas entwickeln und den genannten festen Gegenstand aufblähen, was vielmehr automatisch dadurch bewerkstelligt wird, dafs die Gegenstände einfach in Wasser gebracht werden, und das letztere dann in den Chemikalienbehälter dringen kann.
Die Combination von Apparaten, welche Chemikalien zum Zweck der automatischen Gaserzeugung enthalten, mit einem ventillosen Apparat, der aufgebläht oder mit Gas gefüllt werden soll, und zwar dadurch, dafs man mit Absicht einen im Innern des Apparates enthaltenen Säurebehälter entzwei bricht oder die Apparate mit einem Behälter verbindet, welcher eine Säure oder andere Gas entwickelnde Körper oder Füllung oder Patrone enthält, wie dies mit Bezug auf die in den Fig. 9 bis 12 dargestellten Einrichtungen beschrieben wurde.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE14109C true DE14109C (de) |
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ID=291221
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DENDAT14109D Active DE14109C (de) | Neuerungen an Vorrichtungen oder Apparaten, um Körper im Wasser schwimmend zu erhalten |
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| Country | Link |
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| DE (1) | DE14109C (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4011102A (en) * | 1976-03-22 | 1977-03-08 | Maillefer S.A. | Water-level regulating device |
| US4054148A (en) * | 1975-10-06 | 1977-10-18 | Rolf Gurr | Cooling device for liquid cooling of thermoplastic extrusions and a calibrating device for thermoplastics extrusions incorporating such a cooling device |
| US4300839A (en) * | 1977-11-19 | 1981-11-17 | Sekisui Kagaku Kogyo Kabushiki Kaisha | Self-cleaning type extruder |
| WO1985000571A1 (en) * | 1983-07-27 | 1985-02-14 | Finlay Mackenzie Graham | Buoyant garment |
| WO2009143537A3 (en) * | 2008-05-19 | 2010-09-16 | Johannes Gerhardus Bartelink | Safety device |
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- DE DENDAT14109D patent/DE14109C/de active Active
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4054148A (en) * | 1975-10-06 | 1977-10-18 | Rolf Gurr | Cooling device for liquid cooling of thermoplastic extrusions and a calibrating device for thermoplastics extrusions incorporating such a cooling device |
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