DE530191C - Atmungshaube fuer Gebrauch unter Wasser - Google Patents
Atmungshaube fuer Gebrauch unter WasserInfo
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine den Kopf und die Brust bis zur Schulterhöhe
umhüllende Atmungshaube, die eine Unterwasseratmung gestattet, und durch welche z. B. die Besatzung eines schiffbrüchigen
Unterseebootes in der Lage ist, sich ohne besondere Schwierigkeiten zu retten.
Es sind bereits Einrichtungen bekannt an Unterseebooten, die es der Besatzung ermög-
xo liehen, aus dem havarierten Boot in die freie See durch ein Mehrkammersystem zu entweichen,
wobei die Mannschaften mit insbesondere den Oberkörper bedeckenden wasserdichten
Hüllen bekleidet werden, die das Atmen unter Wasser gestatten.
Bei diesen bekannten Anordnungen reicht die den Kopf bedeckende Hülle bis zu den
Knien oder wenigstens bis zu den Hüften. Dadurch entsteht ein starker Auftrieb, der
durch Ballast oder andere Mittel aufgewogen werden muß; die in der Hülle .eingesperrte
Luftmenge ist bedeutend, die in ihr enthaltene Kohlensäure löst sich nicht im Wasser, und
es bedarf eines großen Gasverbrauches, um die Luft in der Hülle zu erneuern.
Außerdem sind Atmungshauben und dergleichen Einrichtungen bekannt, bei denen
sich die Haube an das Gesicht anlegen kann, so daß schon eine ganz geringe Menge Luft
genügt, um den im Innern der Haube befindlichen Luftvorrat zu erneuern. Hierbei besteht jedoch der Nachteil, daß die eingeführte
Luft die darin befindliche alte nicht austreiben kann, da diese infolge der hochliegenden
Austrittsöffnung eher an dieser Stelle entweicht als z. B. am unteren Teil der Maske. Die CO2-haltige Luft wird sich daher
immer mehr verdichten, so daß bei der betreffenden Person die Erstickungsgefahr
besteht.
Bei dieser bekannten Haube ist der hydrostatische Auftrieb bereits nach Möglichkeit
gering gehalten. Es besteht jedoch noch weiter gerade unter Wasser der Nachteil, daß die
mit Sauerstoff angereicherte Frischluft nur durch die obere Austrittsöffhung entweicht,
ohne nutzbringend auf die Atmung verwendet worden zu sein.
Wieder andere Vorrichtungen lassen die
ausgeatmete Luft wohl entweichen, jedoch sind diese Einrichtungen unter Wasser wegen
des allzu großen Luftsackes von Nachteil, weil sich der Luftverbrauch mit der Tiefe
unter Wasser ändert und dieser druckproportional sein muß.
Von diesen bekannten Atmungshauben, die aus einer den Kopf umkleidenden schmiegsamen
Hülle bestehen, die mit dem Körper ' verbunden und vorzugsweise durch einen an
der höchsten Stelle des Haubeninnern miindenden Schlauch mit Luft versorgt wird, unterscheidet
sich die Erfindung dadurch, daß sich der untere Saum der Haube in Achselhöhe
befindet, wobei derselbe am Körper lose so anliegt, daß die überschüssige innere
Luft um denselben ins Wasser frei entweichen kann.
Außerdem kann die Atmungshaube in bekannter Weise mit einem in Schulterhöhe angeordneten,
den Auftrieb vermittelnden Luft-
sack versehen sein, der mittels eines Dreiwegehahnes
mit Luft .gefüllt oder von dieser entleert werden kann, wobei erfindungsgemäß
dieser Dreiw'egehalin die Fülluft für den Luftsack aus dem Innern der Haube überleitet,
wobei der Luftsack höher als der untere Saum der Haube liegt, so daß die im Innern
der Haube befindliche Luft durch den Differentialdruck des umgebenden Wassers selbst
ίο in den Sack befördert wird.
Der technische Fortschritt bei der Erfindung besteht darin, daß die wegen ihres
hohen spezifischen Gewichtes nach unten strebende Kohlensäure vom Wasser, welches
)5 sich in der Höhe des unteren Saumes der Haube befindet, aufgenommen wird, was um
so vollkommener geschieht, je größer der in der Haube herrschende Luftdruck ist. Dabei
drückt die an der höchsten Stelle des Haubeninnern eingeführte Frischluft die ausgeatmete
kohlensäurehaltige Luft nach unten, was die Lösung der Kohlensäure im Wasser noch wesentlich erleichtert.
Außerdem besteht bei der Erfindung der Vorteil, daß der Luftverbrauch mit der neuen
Haube ein viel geringerer ist als bei den bekannten Einrichtungen. Bei diesen ist nämlich
der Luftverbrauch mit der Tiefe veränderlich, und zwar dem Drucke des äußeren Wassers proportional, Die Lungen verarbeiten
nämlich immer dasselbe Volumen Luft, sei es bei hohem, sei es bei niedrigem Druck';
doch entnehmen sie der Luft immer das gleiche Gewicht Sauerstoff. Es folgt daraus,
daß die ausgeatmete Luft eine um so größere Menge nützlichen Sauerstoffs enthält, je höher
der Luftdruck ist. Bei den gewöhnlichen Einrichtungen, bei welchen die Luft ohne
weiteres weggeführt wird, geht all dieser Sauerstoff verloren. Bei der Haube nach vorliegender
Erfindung dagegen wird die Kohlensäure in das Wasser geleitet und gelöst, wobei der Sauerstoff noch weiterverbraucht
werden kann. Um einige praktische Zahlen anzugeben, werden mit einer gewöhnlichen
Einrichtung bei 40 na Tiefe 30 bis 40 1 Luft in der Minute verbraucht, während mit der
Haube nach der Erfindung nur 10 bis 12 1 - verbraucht werden, und der Unterschied
wächst mit der Tiefe.
Durch die Atmungshaube gemäß vorliegen* der Erfindung kann die Besatzung die Wasseroberfläche
ohne Ersticken oder Ertrinken erreichen. Es ist aber ebenso möglich, von einem havarierten U-Boot aus in ein zweites,
zur Rettung· bordseits liegendes U-Boot überzusteigen, und außerdem ist man imstande,
eilige Unterwasserarbeiten ausführen zu lassen, wobei der betreffenden Person zwecks
Sicherung gegen den Auftrieb Belastungsgewichte angehängt werden.
Für die Brauchbarkeit eines Unterwasseratmungsgerätes sind folgende grundlegende
Bedingungen in befriedigender Weise zu erfüllen :
1. Gewicht und Umfang des Ausrüstungsgegenstandes sind so gering wie möglich zu
halten, damit die Besatzung ständig in der Lage ist, den Apparat am Leibe zu tragen
und bei einem Unfall die Rettungsvorrichtung schnell und sicher anzulegen.
2. Einfachste Handhabung, so daß jedermann in der Lage ist, ohne besondere Vorübung
die Einrichtung zu benutzen.
3. Ausschließliche Verwendung von komprimierter Luft für den Atmungsprozeß, da an
Bord von U-Booten z. B. stets Luftkompressoren vorhanden sind, die gegebenenfalls zur
Auffüllung der notwendigen Gasflaschen herangezogen werden können. Vermeidung aller
Mittel, die an Bord nicht zubereitet werden können, wie Sauerstofferzeugung, Kalipatronen
u. dgl.
Bei der vorliegenden Erfindung wird ausschließlich komprimierte Luft für den Atmungsprozeß
angewendet und in einer oder zwei kleinen Gasflaschen mit 'einem Druck
von etwa 150 bis 200 Atm. mitgeführt. -"■■ Auf der beiliegenden Zeichnung ist die Erfindung
in drei Ausführungsbeispielen dargestellt". ■ -:- . -■ ■
--' Es zeigen: - '. " .
Abb. ι eine Atmungsvorrichtung mit Regelung des Auftriebs durch Reffleinen, die
über dem Schutznetz der Haube angeordnet sind, in Vorderansicht,
. -Abb." 2 eine Ausführungsform mit Auftriebsregelung
mittels in der Höhe der Schultern angeordneten, den Hals umfassenden Luftsack, in Seitenansicht und teilweisem Schnitt,
Abb. 3 eine weitere Ausführungsform .mit
Auftriebsregelung durch Drosselorgane in teilweise geschnittener Seitenansicht.
Die Schutzhaube läßt sich auch in gleicher Weise für eine zwangsläufige Atmung einrichten,
entsprechend den drei vorgenannten Ausführungsformen, wobei jedoch durch bestimmte
Regelorgane der Austritt der ausgeatmeten Luft .bewerkstelligt wird. Diese
Regelorgane bestehen hauptsächlich in einem Schlauch, der mit einem passenden Mundstück
versehen ist und evtl. mit einem oder zwei Ventilen, so daß die Einatmung frei oder durch Ventil vom Innern der Haube
erfolgt, während das Ausatmen durch den Schlauch und das zugehörige Ventil oder den
hydraulischen Abschluß ins Wasser stattfindet.
Die gasdichte Haupthülle 1 bildet den Überzug über Kopf und Brust mit einem
hydraulischen Abschluß über der Brust, am Rücken sowie unter den Achseln. Diese
Hülle ist mittels der Riemen 3 am Körper des Tauchers befestigt, so daß sie über die
Schultern hinweg nicht entweichen kann. Durch einen Leibriemen 5 wird eine Tasche 4
gehalten, in welcher die ganze Schutzhaube mit allem Zubehör in zusammengefaltetem
Zustande untergebracht ist, wenn der Matrose dieselbe nicht braucht und das Tauchboot
unter Wasser ist. Wenn das Tauchboot getaucht ist, sollte nämlich die Mannschaft ständig
die Schutzhaube in gefaltetem Zustande am Gürtel tragen, damit jedermann im Notfalle
imstande sei, die Haube schnell anzulegen. Im Augenblick der Gefahr ist dadurch der Mann in der Lage, sich sofort
mit der Haube zu versehen. Derselbe Gürtel trägt noch eine weitere Tasche, die zur Aufnahme
von einer oder zwei mit Druckluft gefüllten Gasflaschen 9 dient. An der Gasflasche
9 sitzt ein Regulierventil 1 o, das eine Handhabe trägt, um über einen Manometer
den Überdruck der Flasche zu kontrollieren, und evtl. ein Regulierventil mit Rückschlag,
um die Luft mit reduziertem Druck in die Schutzhaube einzuführen. Durch einen Gummischlauch
12 wird von der Gasflasche her die Luft in die Schutzhaube eingeführt, und zwar
endet der Schlauch oberhalb des Kopfes der Person und ist bei 16 an einer Netzhaube 15
befestigt. Durch einen zwischen den Beinen der Person hindurchgeführten Riemen 14 soll
ein vom Auftrieb hervorgebrachtes Abheben der Schutzhaube verhindert werden. Außerdem
hält dieser Riemen 14 durch die Naht 17 das Schutznetz 13, welches den Zweck hat,
eine allzu starke Ausdehnung der unter Druck stehenden gasdichten Schutzhaube zu verhindern
und den resultierenden Auftrieb zu vermindern. Mit 6 sind die Schaugläser am oberen Kopfteil der Schutzhaube bezeichnet.
In Abb. 2 wird eine Auftriebsregelung mittels Luftsack gezeigt, wobei die Nebenhülle 2,
aus absolut gasdichtem Stoff hergestellt, in Verbindung mit der Hülle 1 einen hohlen umlaufenden
Kragen, Luftsack genannt, bildet. Auf der Brustseite besitzt dieser Luftsack einen Dreiwegehahn 7, der dadurch zur Regelung
des Auftriebs dient, indem durch den Dreiwegehahn, entweder um das Steigevermögen
zu vermehren, frische Druckluft in den Sack eingeführt wird, oder um hinabzusinken,
genannter Sack durch den Schlauch 8, der an der oberen Außenseite der Haube mündet,
entleert wird.
Eine Auftriebsregulierung durch Drosselungsorgane (Reffleinen) 11 ist beispielsweise
in Abb. 1 gezeigt, wo der Rauminhalt der Haube durch Schnellnähte oder Reff leinen
vermindert wird und dadurch auch die Wasserverdrängung und der Auftrieb herabgesetzt
werden. Abweichend kann als Drosselungsorgan gemäß Abb.3 ein regelbares Halsband
dienen, das sich im voraus beliebig erweitern oder verengen läßt und während des
Gebrauches nur ausgelöst oder eingehakt werden kann, je nachdem der Mann einen größeren
Auftrieb zum Steigen haben will, oder einen kleineren, um schwerer zu werden und
auf dem Grund sicher arbeiten zu können. Es sei noch erwähnt, daß der Luftsack 2 im
aufgeblasenen Zustand auch als Rettungsgürtel dienen kann, nachdem der Körper die
Wasseroberfläche erreicht hat. In diesem Falle kann an der Schutzhaube noch eine
besondere bekannte Reißvorrichtung vorgesehen werden, wodurch der Kopf selbst von
der Hülle befreit werden kann.
Claims (2)
1. Atmungshaube für Gebrauch unter Wasser, bestehend aus einer den Kopf
umkleidenden schmiegsamen Hülle, die mit dem Körper verbunden ist und durch einen etwa an der höchsten Stelle des
Haubeninnern ausmündenden Schlauch mit Luft versorgt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß sich der untere Saum der Haube in Achselhöhe befindet, wobei derselbe derart am Körper anliegt, daß die
überschüssige innere Luft um denselben ins Wasser frei entweichen kann.
2. Atmungshaube nach Anspruch 1 mit einem in Schulterhöhe angeordneten und
den Auftrieb regelnden Luftsack, der mittels eines Dreiwegehahnes mit Luft angefüllt
und entleert werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Fülluft für den Luftsack aus dem Innern der Haube zu
entnehmen ist, wobei der Luftsack höher als der untere Saum der Haube liegt, so daß die im Innern der Haube befindliche
Luft durch den Differentialdruck des umgebenden Wassers selbst in den Sack
befördert wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungeti
Priority Applications (1)
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| DEB144702D DE530191C (de) | 1929-07-17 | 1929-07-17 | Atmungshaube fuer Gebrauch unter Wasser |
Publications (1)
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|---|---|
| DE530191C true DE530191C (de) | 1931-07-23 |
Family
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| DEB144702D Expired DE530191C (de) | 1929-07-17 | 1929-07-17 | Atmungshaube fuer Gebrauch unter Wasser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE530191C (de) |
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1929
- 1929-07-17 DE DEB144702D patent/DE530191C/de not_active Expired
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