DE140236C - - Google Patents

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DE140236C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D05SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
    • D05BSEWING
    • D05B93/00Stitches; Stitch seams

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Sewing Machines And Sewing (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die neue Überwendlichnaht, welche vorzugsweise für Knopflochkanten bestimmt ist, besteht nur aus zwei Fäden α und b, welche in besonderer Weise zum Stoff angeordnet und miteinander verschlungen sind. Der eine Faden α wird neben der Stoffkante durch den Stoff gezogen und bildet auf beiden Seiten des Stoffes Schleifen oder Schlingen; er wird im nachstehender) als Stichfaden bezeichnet. Der
ίο andere Faden b verläuft entlang der Stoffkante und wird im nachstehenden als Schiingenfaden oder Kantenfaden bezeichnet.
Es sind zwar ähnlich aussehende Überwendlichnä'hte bereits bekannt geworden; dieselben sind aber keine Zweifaden-, sondern Dreifadennähte und unterscheiden sich von der neuen Zweifadennaht im wesentlichen dadurch, daß bei der letzteren der eine durch den Stoff neben dessen Kante gezogene Stichfaden α auf der oberen und unteren Stoffseite über die äußere Stoffkante reichende Schlingen bildet, während bei der bekannten Dreifadennaht nur auf der oberen Stoffseite Schlingen gebildet werden, welche über die äußere Stoffkante reichen, wogegen die unteren Schlingen des Stichfadens gegen die Stoffkante zurückliegen. Wegen dieser Lage der unteren Schlingen genügt zur Verkettung der Stichfadenschiingen nicht ein zweiter Faden, welcher bei der neuen Naht hinreicht, um die Stoff kante überquerend mit den oberen und unteren Schlingen des Stichfadens sich zu einer Kettennaht und einer Perlnaht zu verschlingen, sondern es müssen die Schlingen des Schiingenfadens durch die vorstehenden Schlingen des Stichfadens geführt und die vorstehenden Schlingen des Schlingenfadens mit den zurückstehenden Schlingen des Stichfadens durch einen besonderen dritten Unterfaden verbunden werden.
Das neue Zweifadennahtgebilde braucht ganz erheblich weniger Fadenmaterial als das ältere Dreifadennahtgebilde und erfüllt trotzdem ebenso seinen Zweck wie letzteres. Außerdem kann die Zweifadennaht mit einer Zweinadelnähmaschine mit getrennten und voneinander unabhängigen Nadelstangen hergestellt werden, während zur Herstellung der Dreifadennaht eine Nähmaschine benutzt werden muß, deren beide Nadeln zusammen an einer Stange sitzen und mit einem besonderen, einen Unterfaden enthaltenden Greifer zusammen arbeiten.
Die beiden Nadeln, durch welche die Fäden der neuen Naht geführt werden, sind so angeordnet, daß sie während jeder Umdrehung der Maschinenantriebwelle sich einmal auf- und niederbewegen, daß aber die Nadel für den Schiingenfaden b ihren Auf- und Niedergang etwa um eine Viertelumdrehung der Maschinenantriebswelle früher als die andere Nadel für den Schiingenfaden α ausführt.
Die neue Überwendlichnaht ist auf der beiliegenden Zeichnung dargestellt, und zwar stellt
Fig. ι einen Schnitt durch den Stoff A mit der sich bildenden Überwendlichnaht dar.
Fig. 2 zeigt eine Oberansicht des Stoffes mit der Naht und Fig. 3 eine Unteransicht des Stoffes mit der Naht. Fig. 4 ist eine bildliche Darstellung der Fadenverschlingungen mit dem von unten gesehenen Stoff.
Zur Ausführung der neuen Überwendlichnaht wird eine Schlinge 2 des Stichfadens a auf der unteren Stoffseite im Stoff A zur Stoffkante gezogen und neben der Kante durch eine Schlinge 3 des Schiingenfadens b geführt. Eine zweite Schlinge 4 des Fadens a, welche von der letzten Nadelstichstelle bis zur Nadel reicht, die zu dieser Zeit über dem Stoff sich befindet, wird jetzt auf der Stoffoberseite gegen die Stoff kante gezogen und eine dritte Schlinge 5 des Stichfadens α wird dann durch die Nadel durch den Stoff geführt und von einem Schlingenfänger gefangen. Eine Schlinge 6 des Schlingenfadens b wird durch die Schlingen 4 und 2 geführt und unter dem Stoff durch einen Fänger oder Schlingenerweiterer so gehalten, daß hierauf die Schlinge 5 in sie hinein und durch sie hindurch geführt werden kann, wenn die Schlinge 5, wie vorher die Schlinge 2, gegen die Stoffkante gezogen wird.
In dieser Weise sind die beiden Fäden der neuen Überwendlichnaht miteinander an der unteren Stoffseite entlang der Stoffkante zu einer Kettenstichverschlingung verbunden (Fig. 3) und bilden an der oberen Stoffseite entlang der Stoffkante eine Perlnaht (Fig. 2).

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Eine Zweifaden-Überwendlichnaht, dadurch gekennzeichnet, daß Schlingen, welche von dem einen durch den Stoff neben dessen Kante gezogenen Stichfaden (a) auf der oberen und unteren Stoffseite gebildet und über die Stoffkante gezogen sind, mit den die Stoffkante überquerenden Schlingen eines zweiten Schiingenfadens (b) entlang der äußeren Stoffkante auf der einen Stoffseite zu einer Kettennaht und auf der anderen Stoffseite zu einer Perlnaht verschlungen werden.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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