DE13607C - Verfahren zur Herstellung vollkommen geruch- und farbfreier Alkoholarten und gleichzeitiger Raffination und Regenerirung der dazu verwendeten Stoffe - Google Patents
Verfahren zur Herstellung vollkommen geruch- und farbfreier Alkoholarten und gleichzeitiger Raffination und Regenerirung der dazu verwendeten StoffeInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
- B01D3/00—Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
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- B01D3/003—Rectification of spirit
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
-KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein, Wein, Essig und Hefe.
SIMON RÖSSLER in TROPPAU.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. August 1880 ab.
Alkohole einerseits und andererseits feste Fettstoffe, Mineralfette (Kohlenwasserstoffe), gleichviel
ob Educt oder Product, ferner alle Gattungen Pflanzenwachs, wie Japanwachs, Myricawachs,
Caraauba- und endlich animalische Fette, vorzugsweise Rindfette, gleichviel ob roh oder
raffinirt, werden durch Wechselwirkung zwischen ihnen und den Alkoholen raffinirt und von
jenen Beimengungen befreit, welche ihnen unangenehmen Geruch und Farbe verleihen, und
zwar:
I. Wenn die Raffinirung aller Alkoholarten Hauptsache ist.
a. Bei Spiritus (Aethylalkohol).
Spiritus wird geruch- und farbfrei gemacht und gleichzeitig demselben alle jene Alkohole entzogen, welche sich während der Fabrikation bilden, und die man mit »Fuselöl« bezeichnet, indem man jenen Flüssigkeiten entweder schon während ihrer Fabrikation oder auch dem Rohspiritus irgend eines oder (in beliebiger Mischung) mehrere der eingangs erwähnten Fette zusetzt und jene dann über diesen Zusatz destillirt. Man schaltet zwischen Destillations- oder Raffinationsapparat und der Kühlung an das sogenannte Geistrohr einen Apparat ein, durch welchen die Alkoholdämpfe treten müssen, bevor dieselben in den Kühlapparat gelangen. In diesen duplicatorischen Einschaltapparat bringt man den oder (gemischt) die Fettstoffe bis zu 10 pCt. von der zu erhaltenden Alkoholquantität. Mittelst anfangs zugeführter Wärme erhält man den gefüllten Fettstoff auf seinen Schmelzpunkt und läfst dann erst die Alkoholdämpfe durchgehen, wodurch nur die bei niedriger Temperatur siedenden Aethylalkohole in den Kühlapparat gelangen, während die Fuselöle in dem Einschaltapparat bezw. in der Fettstofffüllung zurückgehalten werden. Die von Fuselöl gesättigte Füllung wird ausgenommen, durch eine neue ersetzt und erstere der Regeneration bezw. der Raffination, wenn rohe Fettstoffe angewendet wurden, unterzogen.
a. Bei Spiritus (Aethylalkohol).
Spiritus wird geruch- und farbfrei gemacht und gleichzeitig demselben alle jene Alkohole entzogen, welche sich während der Fabrikation bilden, und die man mit »Fuselöl« bezeichnet, indem man jenen Flüssigkeiten entweder schon während ihrer Fabrikation oder auch dem Rohspiritus irgend eines oder (in beliebiger Mischung) mehrere der eingangs erwähnten Fette zusetzt und jene dann über diesen Zusatz destillirt. Man schaltet zwischen Destillations- oder Raffinationsapparat und der Kühlung an das sogenannte Geistrohr einen Apparat ein, durch welchen die Alkoholdämpfe treten müssen, bevor dieselben in den Kühlapparat gelangen. In diesen duplicatorischen Einschaltapparat bringt man den oder (gemischt) die Fettstoffe bis zu 10 pCt. von der zu erhaltenden Alkoholquantität. Mittelst anfangs zugeführter Wärme erhält man den gefüllten Fettstoff auf seinen Schmelzpunkt und läfst dann erst die Alkoholdämpfe durchgehen, wodurch nur die bei niedriger Temperatur siedenden Aethylalkohole in den Kühlapparat gelangen, während die Fuselöle in dem Einschaltapparat bezw. in der Fettstofffüllung zurückgehalten werden. Die von Fuselöl gesättigte Füllung wird ausgenommen, durch eine neue ersetzt und erstere der Regeneration bezw. der Raffination, wenn rohe Fettstoffe angewendet wurden, unterzogen.
b. Bei »Fuselöl« (Propylalkohol, Butylalkohol, Amylalkohol).
Alle unter dem Namen »Fuselöl« bekannten Alkoholarten werden von dem eigenthümlich unangenehmen
Gerüche befreit, farblos gemacht und gleichzeitig concentrirt durch ein- oder mehrmalige
Destillation über eines oder mehrere jener eingangs erwähnten Fette in beliebiger
Mischung bei Freifeuer oder Dampf unter gewöhnlichem Atmosphärendruck oder höher gespanntem
Luftdruck bei geeigneter Temperatur. Der Fettstoff, bis zu 15 pCt. des zu raffmirenden
Fuselöls, wird entweder direct in den Destillationsapparat oder in einen über demselben befindlichen
Füllapparat gebracht, durch welchen die Dämpfe geführt werden, bevor dieselben in den
Kühlapparat gelangen. Sobald die Fettmasse von Fuselgeruch und Farbe gesättigt ist, wird
dieselbe regenerirt bezw. raffinirt.
II. Wenn die Raffinirung obiger Fette
die Hauptsache ist. a. Raffinirung der Fettstoffe. Einer der erwähnten Fettstoffe wird mit einem
Zusatz von rohem oder rafnnirtem Fuselöle auf
Freifeuer oder mittelst Dampfes in geschlossenen Gefäfsen bei gewöhnlichem oder höher gespanntem
Luftdruck erhitzt. Hierdurch erfolgt eine Amalgamirung derjenigen Stoffe, welche
beiden Hauptproducten zumeist die Farbe und den Geruch geben, die sich dann ablagern.
Nach Abzug dieses abgelagerten Satzes werden dem Fettstoffe die Fuselöle, die in doppelter
Gewichtsmenge zugegeben sind, theilweise entzogen und jene sodann entweder sofort mittelst
bekannter Bleichkohle vollständig raffinirt oder zuvor de'stillirt und dann erst mittelst jener
Kohle gebleicht und schliefslich filtrirt. Die Quantität der Bleichkohle wird bedingt von
deren Bleichkraft und der Qualität des zu raffinirenden Fettstoffes.
b. Regenerirung der zum Entfuseln verwendeten
Fettstoffe und der Filterkohle.
Der zur Entfuselung aller Arten von Alkoholen verwendete Fettstoff wird dem von demselben aufgenommenen oder zurückgehaltenen, schlecht riechenden Fuselöl durch ,Pressen oder Centrifugiren, am besten durch Destillation mit Wasserdampf, entzogen und etwa noch anhaftende Unreinigkeiten durch Auswaschen in heifsem Wasser, Abtrocknen und Abfiltern entzogen. Die Kohle, welche als Bleich- und Filtermittel verwendet wurde, enthält nach der Filtration noch aufgenommenen Fettstoff und Farbe. Diese . werden ihr durch Waschen mit Fuselöl entzogen, was so lange geschieht, bis der letzte Rest des Fettstoffes und der Farbe ausgetreten ist.
Der zur Entfuselung aller Arten von Alkoholen verwendete Fettstoff wird dem von demselben aufgenommenen oder zurückgehaltenen, schlecht riechenden Fuselöl durch ,Pressen oder Centrifugiren, am besten durch Destillation mit Wasserdampf, entzogen und etwa noch anhaftende Unreinigkeiten durch Auswaschen in heifsem Wasser, Abtrocknen und Abfiltern entzogen. Die Kohle, welche als Bleich- und Filtermittel verwendet wurde, enthält nach der Filtration noch aufgenommenen Fettstoff und Farbe. Diese . werden ihr durch Waschen mit Fuselöl entzogen, was so lange geschieht, bis der letzte Rest des Fettstoffes und der Farbe ausgetreten ist.
Claims (4)
1. Verfahren, alle Alkoholarten färb- und fuselgeruchfrei
herzustellen, indem man bei deren Erzeugung oder Raffination die Alkoholdämpfe durch feste mineralische, vegetabilische
oder animalische Fettstoffe führt.
2. Verfahren, rohe oder halbraffinirte, mineralische,
vegetabilische oder animalische feste Fettstoffe zu raffmiren durch Lösung derselben
in Fuselöl und nachherige Filtration über Bleichkohle.
3. Verfahren, die zur Entfuselung der Alkoholarten verwendeten Fettstoffe durch mechanische
Ausscheidung oder Dampfdestillation und Filtration zu regeneriren.
4. Verfahren, die bei der Filtration der Fettstoffe verwendeten Filtermittel durch Waschung
mit Fuselöl zu regeneriren.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE13607C true DE13607C (de) |
Family
ID=290750
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT13607D Active DE13607C (de) | Verfahren zur Herstellung vollkommen geruch- und farbfreier Alkoholarten und gleichzeitiger Raffination und Regenerirung der dazu verwendeten Stoffe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE13607C (de) |
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0
- DE DENDAT13607D patent/DE13607C/de active Active
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