DE129495C - - Google Patents

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DE129495C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B49/00Sulfur dyes
    • C09B49/12Sulfur dyes from other compounds, e.g. other heterocyclic compounds

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es wurde gefunden, dafs, wenn man Azofarbstoffe mit Schwefelnatrium (Na2S), ohne Zusatz von Schwefel, auf sehr hohe Temperatur erhitzt, neue braune, schwefelhaltige Farbstoffe entstehen, die ungebeizte Baumwolle sehr echt färben. Die Reaction findet meist bei 3000 C. noch nicht statt, sondern es mufs bis gegen 3500 C. erhitzt werden.
In der französischen Patentschrift 287342 wurde bereits die Bildung brauner bis schwarzer Farbstoffe aus Oxyazobenzol und aus Anilinazokresol durch Erhitzen mit krysiallisirtem Schwefelnatrium unter anfänglichem Ersatz des verdampfenden Wassers bis auf 2800 C. beschrieben. Unter diesen Bedingungen ist jedoch die Bildung von Schwefelfarbstoffen keine allgemeine; namentlich liefern die Naphtolazofarbstoffe, die sich im Laufe der Untersuchung als die werthvollsten hierfür erwiesen haben, unter den Bedingungen der französischen Patentschrift keine Farbstoffe, sondern in Wasser fast unlösliche Schmelzen, die kaum färben.
Unter den oben angegebenen Bedingungen ist die Reaction jedoch einer allgemeinen Anwendbarkeit fähig; es lieferten sämmtliche Azofarbstoffe, die bis jetzt auf ihr diesbezügliches Verhalten geprüft wurden, braune Farbstoffe von graubrauner, röthlichbrauner bis gelbbrauner Nuance.
Die Verwendung von solchen Azofarbstoffen, welche als Componente eine flüchtige Base, z. B. Anilin, enthalten, ergab, dafs diese bei der Reaction abgespalten wird; es ist daher die Amidoverbindung der zweiten Componente, welche den Farbstoff liefert. Es zeigte sich jedoch, dafs, abgesehen von der umständlicheren und theureren Methode, diese Amidoverbindungen selbst weniger intensive Farbstoffe liefern als der entsprechende Azokörper; so z.B. erzeugt ι · 2-Amidonaphtol ein weit weniger farbkräftiges Product als Anilin-azö-ß-naphtol. Dadurch erklärt sich die empirisch gefundene Thatsache, dafs ein rasches Verdampfen des im Schwefelnatrium enthaltenen Wassers bezw. die Verwendung trockenen Schwefelnatrons auf die Farbstoff bildung günstig wirkt, weil dadurch eine verfrühte vollständige Reduction des Azofarbstoffe vermieden wird.
Es ergiebt sich ferner, dafs hauptsächlich solche Azofarbstoffe sich eignen werden, die durch Combination aus der Diazoverbindung einer relativ billigen Componente, wie Anilin oder Sulfanilsäure, erhältlich sind.
Als zweite Componente eignen sich besonders a-Naphtol, ß-Naphtol, sowie die Naphtolsulfosäuren.
Beispiel I.
40 kg trockenes wasserfreies Schwefelnatrium und 15 kg Anilin-azo-ß-naphtol werden gepulvert und innig gemischt; die Mischung wird hierauf in einem gufseisernen Rührkessel über freiem Feuer oder im Metallbad auf gegen 3500 C. erhitzt, wobei die Masse weich wird; sobald keine Zunahme der Farbstoffbildung mehr stattfindet, wird unterbrochen; dabei ist Luftzutritt, namentlich gegen Ende der Reaction, zu vermeiden, da die Masse sonst ins Glühen geräth. Die erkaltete Schmelze wird gepulvert; sie löst sich leicht in Wasser mit dunkelbrauner Farbe und färbt ungebeizte Baumwolle in graustichig gelbbraunen Tönen von hervor-

Claims (1)

  1. ragender Echtheit. In concentrirter Schwefelsäure ist der Farbstoff mit bräunlicher Farbe nur wenig löslich; durch Säuren werden aus der wässrigen Lösung dunkle Flocken gefällt, die bei der Reduction, ζ. B. mit Zinkstaub und Salzsäure, Schwefelwasserstoff entwickeln.
    Um eine durchaus innige Mischung des Farbstoffs mit dem Schwefelnatrium zu erzielen, kann auch so verfahren werden, dafs der Azofarbstoff zunächst in geschmolzenes wasserhaltiges Schwefelnatrium (am besten sogenanntes concentrirtes) eingetragen und mit diesem zusammen eingedampft und getrocknet wird, wobei aber, wie oben gesagt, eine möglichst rasche Entfernung des Wassers zu bewirken ist.
    Beispiel II.
    40 kg concentrirtes Schwefelnatrium (circa 60 proc.) werden geschmolzen; dazu giebt man bei circa 260° C. 10 kg Orange II (Sulfanilsäure-azo-ß-naphtol) und erhitzt unter Rühren möglichst rasch auf circa 3500 C, bei welcher Temperatur man die Masse hält, bis die Farbstoffbildung beendet ist. Der Farbstoff ist identisch mit demjenigen des vorigen Beispiels. Weiter wurden dargestellt die analogen Farbstoffe aus 2-Naphtol-6-sulfosäure, 2-Naphtol-7-sulfosäure, 2-Naphtol-6-8-disulfosäure, 2-Naphtol-3 · 6-disulfosäure, a-Naphtol, i-Naphtol-4-sulfosäure, combinjrt mit Anilin oder dessen Sulfosäuren. Diese sämmtlichen Farbstoffe sind demjenigen des: Beispiels II aufserordentli.ch ähnlich und zeigen dieselben Reactionen.
    Patent-A ν Spruch:
    Verfahren zur Darstellung von braunen, schwefelhaltigen Farbstoffen, darin bestehend, dafs Azofarbstoffe aus a. - und β - Naphtol, bezw. den Sulfosäuren der Naphtole mit Schwefelnatrium auf circa 3500 G. erhitzt werden.
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