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Kohleeinfüllschacht für horizontale Verkokungsöfen In der Decke von
horizontalen Verkokungsöfen befinden sich Schächte, durch die die Verkokungsöfen
mit Einsatzkohle beschickt werden. Sie sind nach oben mit Deckeln verschlossen.
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Um Verstopfungen zu vermeiden und um gleichmäßiges Durchfallen der
Kohle zu gewährleisten, sind die Einfüllschächte nach unten zu, d. h. zu ihrer Mündung
im Ofengewölbe hin konisch erweitert ausgeführt, insbesondere in der Richtung der
Ofenlängsachse.
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Die Füllschächte reichen durch die Ofen- bzw. Batteriedecke hindurch
und können wegen der unterschiedlichen Dicke von Batteriedecken von recht unterschiedlicher
Tiefe sein. erblich sind zur Zeit 0,8 bis 1,5 m als Stärke des Mauerwerks oberhalb
des Ofengewölbes.
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In der Nähe des Ofengewölbes werden zumindestens die Mündungen der
Einfüllschächte praktisch den Temperaturen des Ofengewölbes ausgesetzt. In diesem
Bereich werden die Schächte deshalb z. B. aus hochtemperaturbeständigem Silikamaterial
ausgeführt. Darüber werden sie, wie auch die übrigen Teile der Batteriedecke, z.
B. aus Schamottematerial errichtet.
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Die Einfüllung der Einsatzkohle in die Verkokungskammern geschieht
bekanntlich mittels sogenannter Füllwagen. Diese sind auf der Batteriedecke z.
B. auf Schienen verfahrbar und mit Kohlebunkern und Vorrichtungen zum Abheben
der Einfüllschachtdeckel ausgerüstet. Nach dem Abheben der Deckel von den Einfüllschächten
werden die Auslaufstutzen der Kohlebunker auf die Mündungen der Einfüllschächte
abgesenkt, und nach Öffnen der Bunkerverschlüsse fällt die Einsatzkohle durch die
Einfüllschächte in die Verkorkungskammer.
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Dabei wird die Kohle, die im direkten senkrechten Fall auf die Sohle
der Kammer fällt, höher verdichtet, als der Kohleanteil, der vom senkrechten Fall
abgelenkt schräg auf die Ofensohle auftrifft oder mit dem abgelenkten Anteil der
benachbarten Füllschächte zusammentrifft und erst danach auf die Kammersohle bzw.
auf bereits in der Kammer lagernde Kohle fällt. Es ergibt sich im Ganzen über die
Kammerlänge eine unregelmäßige Verdichtung der Einsatzkohle, und es wird aus der
Kammer ein in bezug auf seine Dichte heterogener Koks erhalten, was aus bekannten
Gründen unerwünscht ist.
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Man hat bereits versucht, diesem Mißstand dadurch zu begegnen, daß
man in die Einfüllschächte, nahe ihrer Mündung in das Kammergewölbe, Teilungsstege
eingebaut hat, die in Richtung der Batterieachse verlaufen und den Auslaufquerschnitt
des Einfüllschachtes in zwei Hälften teilen. Diese Teilungsstege lenken den im Einfüllschacht
senkrecht stürzenden Kohlestrom seitlich ab und mindern dadurch die Wucht des senkrechten
direkten Falles.
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Im ganzen gesehen, werden auf diese Weise die Zentren großer Kohledichte
unmittelbar unter den Einfüllschächten vermieden und Gleichmäßigkeit der Dichte
des Kohlebesatzes in der Kammer erreicht und ein in bezug auf seine Dichte homogener
Koks produziert.
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Die Teilungsstege sind einerseits praktisch den hohen Temperaturen
des Kammergewölbes ausgesetzt, andererseits kann ihre Breite nur begrenzt sein,
weil sie nicht zu viel Fläche des Einfüllschachtquerschnittes einnehmen und den
Kohlestrom aufhalten dürfen.
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Außerdem sind diese Teilungsstege durch das öffnen der Einfüllschachtdeckel
starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Ihre Haltbarkeit ist deshalb gering.
In der Betriebspraxis sind die Teilungsstege bereits nach kurzer Zeit aus den Einfüllschächten
herausgebrochen, und eine Teilung des Kohlestromes im oben erläuterten Sinne tritt
nicht mehr ein. Ihr Wiedereinbau während des Betriebes ist nicht möglich; die Reparatur
kann frühestens nach Erkalten der Verkokungskammer vorgenommen werden.
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Es wird eine Ausgestaltung des Einfüllschachtes vorgeschlagen, die
das Wiedereinsetzen von ausgebrochenen Teilungsstegen während des Betriebes der
Kammer ermöglicht.
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Erfindungsgemäß erhält der Einfüllschacht in seinem unteren Bereich
zwei einander gegenüberliegende, in Längsrichtung der Verkokungskammer verlaufende
Einbuchtungen mit senkrechten Ausnehmungen in der Mitte und konsolenartiger Ausbildung
an ihrem unteren Ende und einen in die Ausnehmungen eingefügten, auf den Konsolen
lagernden Teilungssteg.
Die Einbuchtungen werden vorteilhaft als
Abmauerungen so ausgeführt, daß sie in der Draufsicht auf den Einfüllschacht am
Rande wenigstens teilweise sichtbar und die Ausnehmungen in den Einbuchtungen in
ihrem ganzen Querschnitt sichtbar sind.
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Zweckmäßig werden die Einbuchtungen als Abmauerungen so ausgeführt,
daß sie sich von oben und von unten im spitzen Winkel von den Wandungen des Einfüllschachtes
abheben und in ebene senkrechte Wände übergehen.
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Auf diese Weise wird das Einsetzen von Ersatzteilungsstegen von oben
z. B. mit Hilfe von langen Zangen oder am Ende umgebogenen Stäben, die z. B. in
Bohrungen in dem Teilungssteg eingreifen, erleichtert.
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Die Stege werden aus hochtemperaturfesten metallischen oder keramischen
Materialien und in Länge und Breite so ausgeführt, daß sie in die Ausneh= mangen
eingelassen und auf die Konsolen aufgesetzt werden können.
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Sie können einfache rechteckige Prismenform haben. Vorteilhaft werden
sie jedoch nur an den Enden, die in die Ausnehmungen der Einbuchtungen als Führung
eingreifen, prismenartig ausgebildet, während die nicht auf den Konsolen auflagernden
mittleren Teile z. B. messerartig mit nach oben stehender Schneide ausgebildet sind.
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Dieser mittlere Stegteil hat dann im Querschnitt etwa Tropfenform,
und ihm wird vorteilhaft eine größere Höhe als den Auflageteilen an den Enden gegeben.
Bei nur wenig abgesetzter oberer Kante ragt er dann unterhalb der Auflagekonsolen
z. B. bis in den aus Silikatmaterial ausgeführten unteren Teil des Einfüllschachtes
bzw. bis in die das Kammergewölbe bildenden feuerfesten Partien hinein.
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Dadurch werden lange schräge seitliche Flächen am Teilungssteg gebildet,
und die Ablenkung des stürzenden Kohlestromes wird verstärkt.
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Die Erfindung wird beispielsweise durch die F i g. 1 bis 4 erläutert.
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F i g. 1 ist die Draufsicht auf einen Einfüllschacht mit kreisrunder
oberer Mündung und eingesetztem Teilungssteg; F i g. 2 ist ein vertikaler Schnitt
durch den Einfüllschacht in Richtung der Kammerlängsachse nach der Schnittlinie
II-H von F i g. 1; F i g. 3 ist ein vertikaler Schnitt quer zur Längsachse der -Verkokungskammer
nach der Schnittlinie III-IH von F i g.1.
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F i g. 4 ist eine vergrößerte perspektivische Darstellung des Teilungssteges.
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1 stellt einen Ausschnitt aus der Ofendecke dar und 2 den in die Ofendecke-
eingelassenen Rahmenstein des Füllschachtes. 3 ist die im unteren Teil in Silikamaterial
und im oberen Teil in Schamotte ausgeführte Ofendecke. 4 ist die Wandung des Füllschachtes,
die ebenfalls teils aus Silikamaterial teils aus Schamotte besteht. 5 ist der Füllschacht,
der im Gewölbe der Verkokungskammer mündet. Die obere Kante der feuerfesten Steine,
welche den Scheitel des Kammergewölbes bilden, ist in der F i g. 3 durch die gestrichelte
Linie 6 angedeutet. Die flach abgemauerte Einbuchtung 7, die sich in Höhe der Linie
8 von der Schachtwand abhebt, trägt die senkrechten Ausnehmungen 9 mit der unteren
Konsole 10. In diese Ausnehmungen 9 wird der Teilungssteg 11 mit den
Endstücken 12 eingesetzt. Die Flächen 13 ruhen auf den Konsolen 10. Mit dem Unterteil
14 ragt der Teilungssteg bis in die Ofengewölbesteine unter der Linie 6 in F i g.
3 hinein. Die abgerundete Kante 15 teilt den Kohlestrom, der von oben in den Füllschacht
einströmt, und läßt ihn auf den Seitenflächen 16 aufprallen.