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Schaltungsanordnung für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen
mit Zweieranschlüssen Zusatz zum Patent: 1. 223 4.26 Die Erfindung betrifft eine
Schaltungsanordnung für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen mit Zweieranschlüssen.
Sie bezieht sich insbesondere auf solche Schaltungen von Zweieranschlüssen, bei
denen die Sprechadernpaare der Teilnehmerzweigleitungen durch Kontakte sogenannter
Weichenrelais, die in einer Umschalteeinrichtung, dem sogenannten Gemeinschaftsumschalter,
an der Verzweigungsstelle zwischen der gemeinsamen Verbindungsleitung und den individuellen
Teilnehmerzweigleitungen angeordnet sind, galvanisch voneinander getrennt werden
können. Diese Weichenrelais sind üblicherweise als bistabile Relais ausgebildet,
damit sie ohne Stromzufuhr von außen in ihrem Arbeitszustand gehalten werden können.
Nach der Lehre des Hauptpatentes können derartige Anordnungen dadurch verbessert
werden, daß der durch Schleifenschluß an einer der beiden Teilnehmerstellen einzuschaltende
Anlaß-bzw. Identifizierstromkreis von einer alternierenden Spannung gespeist wird
und über die beiden hintereinandergeschalteten Adern der gemeinsamen Verbindungsleitung
sowie über Gleichrichter verläuft, deren Polung für die betreffende Teilnehmerstelle
kennzeichnend ist, und daß die Weichenrelais in einem ebenfalls über die beiden
hintereinandergeschalteten Adern der gemeinsamen Verbindungsleitung verlaufenden
Stromkreis wirksam zu beeinflussen sind. Der besondere Vorteil einer mit diesen
Merkmalen ausgestatteten Zweieranschlußschaltung besteht darin, daß die Verwendung
von Erdpotential an den Teilnehmerstellen oder an der Verzweigungsstelle der beiden
Teilnehmerzweigleitungen vermieden werden kann.
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Die Erfindung bezweckt, Anordnungen der beschriebenen Art weiter zu
verbessern. Sie erreicht dies dadurch, daß die im Anlaß- bzw. Identifizierstromkreis
in der Vermittlungsstelle angeordneten Kennzeichnungsschaltmittel, die je nach der
Polung des in die Teilnehmerzweigleitung eingefügten Gleichrichters alternativ wirksam
werden, ein Hilfsrelais einschalten, das seinerseits die genannten Kennzeichnungsschaltmittel
aus dem Anlaß- bzw. Identifizierstromkreis heraustrennt und statt dessen eine eigene
Haltewicklung in diesen Stromkreis einfügt, mit deren Hilfe nach der Einleitung
der Verbindungsauslösung das Abwerfen des jeweils erregten Weichenrelais bzw. das
Auftrennen der Teilnehmerschleifen überwacht wird. Durch diese Maßnahme wird mit
Sicherheit vermieden, daß nach der Einleitung der Verbindungsauslösung der Anlaß-
bzw. Identifizierstromkreis von neuem wirksam werden kann, bevor das an der Verzweigungsstelle
der Teilnehmerzweigleitungen angeordnete Weichenrelais in seinen Ruhezustand zurückgekehrt
ist. Insbesondere eröffnet die Erfindung die Möglichkeit, den Abwerfstromkreis dieses
Weichenrelais von derselben alternierenden Spannung zu speisen, mit der der Anlaß-bzw.
Identifizierstromkreis betrieben wird, Letzteres wäre ohne die Anwendung der Erfindung
nicht möglich, da in diesem Abwerfstromkreis die in der Vermittlungsstelle angeordneten
Kennzeichnungssehaltmittel von neuem .ansprechen und eine fehlerhafte Verbindung
einleiten würden.
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Weitere Ausbildungen der Erfindung können dem in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiel entnommen werden. In der Schaltung ist die in der Vermittlungsstelle
angeordnete Gemeinschaftsübertragung GUe angedeutet, die über die beiden Teilnehmerstellen
gemeinsame Verbindungsleitung VL mit dem an der Verzweigungsstelle der Teilnehmerzweigleitungen
TI angeordneten Gemeinschaftsumschalter GUm in Verbindung steht. Der Gemeinschaftsumschalter
GUm enthält die beiden Weichenrelais UI und U2, die .als Haftrelais ausgebildet
sind und mit deren Kontakte 1 u 1 und 2 u 1 bzw. 1u2 und 2 u 2 die Sprechadern
a 2 und b 2 bzw. a 1 und b 1
der an einer Gesprächsverbindung
nicht beteiligten Teilnehmerstelle galvanisch von der gemeinsamen Verbindungsleitung
VL abgetrennt werden. In die Sprechadern a1 und a2 sind die beiden Gleichrichter
G11 und G21 eingefügt, die eine in bezug auf die gemeinsame Verbindungsleitung VL
zueinander entgegengesetzte Polung haben. Mit ihrer Hilfe findet die Identifizierung
einer rufenden Teilnehmerstelle
beim Aufbau einer abgehenden Verbindung
statt. Die Gemeinschaftsübertragung G Ue enthält unteranderem die beiden
Kennzeichnungsrelais R 1 und R2, die ebenfalls als Haftrelais ausgebildet sind und
deren Anker im Ruhezustand angezogen sein sollen. Diese Maßnahme bietet sich deshalb
an, weil die AbwerferregUng eines solchen Haftrelais im allgemeinen geringer ist
als seine Anwerferregung, wodurch die »Reichweite«, d. h. der Leitungswiderstand,
über den die Kennzeichnungsrelais noch wirksam werden können, vergrößert werden
kann. Die Gemeinschaftsübertragung GUe enthält ferner das Hilfsrelais
T, das einerseits mit seinen Kontakten 1 t und 2 t nach der Verbindungsauslösung
das Wiederanwerfen des abgefallenen Kennzeichnungsrelais und damit die Rückkehr
der Anordnung in ihren Ruhezustand vorbereitet. Mit seinen Kontakten 4 t
und 5 t trennt das Hilfsrelais T erfindungsgemäß die Wicklungen der Kennzeichnungsrelais
R 1 und R 2 aus dem Anlaß-bzw. Identifizierstromkreis heraus bzw. schließt sie kurz,
und verschafft sich selbst über die Arbeitsseite des Kontaktes 4 t einen über die
Verbindungsleitung VL verlaufenden Haltestromkreis, mit dessen Hilfe die Auslösevorgänge
in dem Gemeinschaftsumschalter GUm überwacht werden.
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Im folgenden werden die Vorgänge beim Aufbau und bei der Auslösung
einer Verbindung näher erläutert: Wird an der Teilnehmerstelle T1 der Handapparat
abgehoben so kommt über die (in Arbeitsstellung befindlichen) Kontakte der Kennzeichnungsrelais
R 1 und R 2 und die Teilnehmerschleife folgender Stromkreis zustande: (1) Uw, R
1(1), 4 t, 1 r 1, 1 r 2, a (VL), G 11, 1 u 2, a1(Tl), T1, b1(T4,
2u2, b(VL), 2r1, 2r2,
R 2 (I), Uw.
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Der in diesem Stromkreis wirksame Gleichrichter G11 richtet die speisende
Wechselspannung Uw gleich. Der entstehende Gleichstrom hat eine derartige Richtung,
daß das Kennzeichnungsrelais R 1 über seine Wicklung I eine Abfallerregung erhält.
Die an den Wicklungen der Kennzeichnungsrelais R 1 und R 2 angebrachten Pfeile mögen
die Stromrichtung kennzeichnen, die eine solche Abfallerregung verursachen. Da die
positive Richtung des in dem Stromkreis (1) fließenden Stromes der Richtung des
an der Relaiswicklung R 2I angebrachten Pfeiles entgegenläuft, ändert dieses Relais
seinen Zustand nicht. Wäre hingegen an der Teilnehmerstelle T2 der Handapparat abgehoben
worden, so hätte der durch den Gleichrichter gleichgerichtete Strom eine solche
Richtung, daß das Relais R 2 abgeworfen und das Relais R 1 in seinem Ruhezustand
verbleiben würde. Durch das Abwerfen des Kennzeichnungsrelais R 1 werden dessen
Kontakte 1 r 1 und 2 r 1 in die (gezeichnete) Ruhestellung gebracht und verbinden
die Adern a und b der gemeinsamen Verbindungsleitung mit der Teilnehmerschaltung
TS1. Diese Teilnehmerschaltung TS1 ist nur in ihren wichtigsten Einzelheiten angedeutet
und kann durch einen Vorwähler üblicher Bauart besetzt werden. über die Ruheseiten
der Kontakte 1r1 und 2r1 kommt folgender Stromkreis zustande: (2) Erde,
1 t 1, b l, 2r1, b, 4 u 1, G12,
V l, U l, a,
1r2, 1r1, 1t1, R(I), -.
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Der Gleichrichter G 12 ist in diesem Stromkreis durchlässig, ferner
ist die Zündspannung der Vier-Schichtdiode kleiner als die in der Teilnehmerschaltung
TS1 anliegende Spannung der Amtsbatterie, so daß die Vierschichtdiode V 1 zündet
und sowohl das Anwerfen des Weichenrelais U1 in dem Gemeinschaftsumschalter GUnz
als auch den Anzug des Belegungsrelais R in der Teilnehmerschaltung TS1 veranlaßt.
Die Durchschaltung der Teilnehmerschaltung TS1 zu einem ersten Gruppenwähler
über einen Anrufsucher erfolgt in der üblichen Weise und braucht nicht näher beschrieben
zu werden. Die aus dem ersten Gruppenwähler gelieferte Speisespannung hat in bezug
auf die Adern a und b der Verbindungsleitung VL dieselbe Polung wie
die in dem Stromkreis (2) wirksame Spannung. Der für diese Spannung in Sperrichtung
gepolte Gleichrichter G 11 in dem Gemeinschaftsumschalter GUm wird von dem
Kontakt 3 a! 1 überbrückt und kann somit die Speisung der Teilnehmerstelle T1 nicht
beeinträchtigen. Das in der Gemeinschaftsübertragung GUe vorgesehene Hilfsrelais
T wird beim Wirksamwerden eines der beiden Kennzeichnungsrelais über den Kontakt3r1
bzw. 3r2 eingeschaltet. Sein Anzug wird durch den Heiß= leiter HL jedoch
derart verzögert, daß er nicht vor dem Aufprüfen eines mit einem ersten Gruppenwähler
verbundenen Anrufsuchers erfolgt, damit die durch seine Kontakte 1 t und 2 t vorzubereitenden
Stromkreise für das Wiederanwerfen des jeweils abgeworfenen Kennzeichnungsrelais
nicht vorzeitig wirksam werden. Erfindungsgemäß schließt das Hilfsrelais T ferner
mit seinem Kontakt 5 t die Wicklung I des Kennzeichnungsrelais R 2 kurz, trennt
die Wicklung I des Kennzeichnungsrelais R 1 aus dem inzwischen durch die Kontakte
1r1 und 2r1 unterbrochenen Stromkreis (1) heraus und bereitet über die Arbeitsseite
des Kontaktes 4t einen eigenen Haltestromkreis vor, der ebenfalls über die beiden
hintereinandergeschalteten Ader na und b der Verbindungsleitung VL verläuft
und von der Wechselspannung Uw gespeist wird. Dieser Haltestromkreis wird eingeschaltet,
wenn nach der Einleitung der Verbindungsauslösung das an der Belegungsader der Teilnehmerschaltung
TS1 zu deren Sperrung während der Verbindungsdauer anliegende Erdpotential abgetrennt
wird. In dem Stromkreis (3) Erde, 1 t, R 1(1), c 1, R (11), T
1, -wird dann nämlich von neuem das Kennzeichnungsrelais R 1 angeworfen,
das seine Kontakte 1 r 1 und 2r1 umlegt. Dadurch entsteht der Stromkreis
(4) Uw, G, T (1I), 4 t, 1 r 1, 1 r2, a, U 1, G 13,
4 u 1,
b, 2 r 1, 2 r2, 5 t, Uw, in dem das Weichenrelais UI
Abwerferregung erhält, und in dem das Hilfsrelais T gehalten wird. Dieser Stromkreis
wird unterbrochen, wenn das Weichenrelais U 1 abfällt und sein Kontakt
4 u 1 in
die Ruhelage zurückkehrt.