DE1234901B - Verfahren zur Herstellung von Benzin und mittleren destillaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Benzin und mittleren destillaten

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DE1234901B
DE1234901B DEC31541A DEC0031541A DE1234901B DE 1234901 B DE1234901 B DE 1234901B DE C31541 A DEC31541 A DE C31541A DE C0031541 A DEC0031541 A DE C0031541A DE 1234901 B DE1234901 B DE 1234901B
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catalyst
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hydrocracking
zone
stream
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William Hammerich Claussen
George Douglas Gould
William Joseph Rossi
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California Research LLC
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California Research LLC
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    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G47/00Cracking of hydrocarbon oils, in the presence of hydrogen or hydrogen- generating compounds, to obtain lower boiling fractions

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Benzin und mittleren Destillaten Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Benzin und mittleren Destillaten aus einer aus Erdöldestillaten mit einem Siedebereich von 93 bis 593° C oder aus über 260° C siedenden Erdölrückständen bestehenden Kohlenwasserstoffbeschikkung durch katalytische Behandlung der genannten Beschickung und 17,82 bis 178,2 m3 Wasserstoff je Hektoliter der Beschickung bei Temperaturen zwischen 260 und 510° C, einem Druck über 35 kg/cm=2 und einer Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit von 0,1 bis 4,0 in einer ersten Umwandlungszone, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Beschickung in der ersten Umwandlung szone mit einem Katalysator in Berührung bringt, der mindestens ein Metall der Gruppe VI des Periodischen Systems oder einer Verbindung eines Metalls der Gruppe VI als Hydrierungskomponente, mindestens ein Metall der Gruppe VIII oder eine Verbindung eines Metalls der Gruppe VIII als Hydrierungskomponente und Kieselerde-Magnesia enthält, aus dem aus der ersten Umwandlungszone austretenden Strom ein mittleres Destillat und ein Leichtbenzin gewinnt, gegebenenfalls einen Teil des aus der ersten Umwandlungszone austretenden Stromes in die erste Umwandlungszone zurückführt, in einer zweiten Umwandlungszone mindestens einen wesentlichen Teil des aus der ersten Umwandlungszone austretenden Stromes in Gegenwart eines aktiven sauren Krackkatalysators krackt, aus dem aus der zweiten Umwandlungszone austretenden Strom ein Benzinprodukt gewinnt und gegebenenfalls einen Teil des aus der zweiten Umwandlungszone austretenden Stromes in die zweite Umwandlungszone zurückführt.
  • Es ist bekannt, daß Stickstoff in Kohlenwasserstoffbeschickungen auf bestimmte Hydrokrackkatalysatoren, insbesondere auf stark saure Katalyatoren, einen sehr schädlichen Einfluß hat. Es war deshalb bisher ' üblich, solche Hydrokrackverfahren in zwei Stufen durchzuführen, wobei in der ersten Stufe ein schwach saurer, gegen Stickstoff relativ unempfindlicher Katalysator verwendet wurde. Derartige schwach sauren Katalysatoren führen zur Bildung beträchtlicher Mengen an mittleren Destillaten, Schwerbenzin und sogar schweren Destillaten neben dem Leichtbenzin.
  • Hvdrokrackverfahren, die in zwei Stufen arbeiten, sind beispielsweise aus den französischen Patentschriften 1287 661 und 1 291079 sowie aus de-USA.-Patentschrift 3 04.7 490 bekannt.
  • Bei den Hydrokrackverfahren wird ein hohes Mengenverhältnis von Iso-C4 zu Normal-C4-Produkt angestrebt. Isobutan eignet sich z. B. als Ausgangsmaterial für Alkylierungsanlagen und bildet einen Bestandteil in Motorenbenzingemischen, wofür normales Butan weniger geeignet ist. Ein niedriges Mengenverhältnis des Iso-C4 Produktes zum normalen C4 Produkt war ein Nachteil von vielen bisher üblichen Verfahren.
  • Verschiedene bisher übliche Katalysatoren, insbesondere Katalysatoren mit außergewöhnlich niedriger Wirksamkeit, die für die Herstellung von mittleren Destillaten eingesetzt werden, und Katalysatoren mit außergewöhnlich hoher Wirksamkeit, die für die Herstellung von Benzin verwendet werden, ergeben eine nicht umgewandelte Rückstandsfraktion mit einem hohen Gehalt an normalen Paraffinen. Diese normalen Paraffine sind für das Hydrokrackverfahren schädlich, da sie gegen weiteres Hydrokracken außergewöhnlich beständig sind und daher bei Verfahren zur Herstellung von großen Mengen mittlerer Destillate im allgemeinen nicht im Kreislauf geführt werden können. Ein zweistufiges Verfahren zur Herstellung von mittleren De<_.tilaten, leichtem Benzin und Isobutan in beiden Stufen sowie zur Herstellung von mittleren Destillaten, leichtem Benzin und Isobutan in der ersten sowie leichtes Benzin und Isobutan in der zweiten Stufe ohne Bildung eines Rückstandsproduktes in der ersten Stufe, dessen Paraffingehalt zu hoch ist, um seine Kreislaufführung zu gestatten, wäre daher sehr erwünscht.
  • Viele der bisher üblichen Hydrokrackkatalysatoren verlieren einen großen Teil ihrer Wirksamkeit in frischem Zustand bei der Regenerierung. Es wäre daher von großem Vorteil, wenn sich die Katalysatoren regenerieren ließen.
  • Bisher kannte man das Hydrokracken von Schwerbenzinfraktionen in gasförmige Produkte einschließlich Isobutan. Ferner kannte man das Hydrokracken von schwereren Materialien, z. B. Vakuumgasöfen, in flüssige Produkte, z. B. Dieselgasöle mit niedrigem Gießpunkt. Die obengenannten Umwandlungen erforderten jedoch im allgemeinen getrennte Hydrokrackreaktionsgefäße, falls sie in Anwesenheit eines sauren Hydrokrackkatalysators, z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde-Tonerde, durchgeführt werden sollten. Es wäre von Vorteil, wenn ein Verfahren zur Herstellung von Benzin, mittleren Destillaten und Isobutan aus einem Erdöldestillat oder Erdölrückständen mit einem Siedebereich über etwa 343° C in einer ersten Hydrokrackstufe zur Verfügung stände, worin ein schwach saurer Katalysator zur Erzielung einer höchstmöglichen Produktion von mittleren Destillaten verwendet und sowohl das leichte Benzinmaterial als auch das in dieser ersten Stufe entstandene, über 343° C siedende Material in einer einzigen zusätzlichen Stufe unter Verwendung eines sauren Hydrokrackkatalysators hydrogekrackt wird, anstatt diese Materialien getrennt in zwei verschiedenen Reaktionsgefäßen zu behandeln, von denen jedes einen sauren Hydrokrackkatalysator enthält.
  • Die Erfindung betrifft ein zweistufiges Verfahren, bei dem ausgewählte Katalysatoren verwendet werden, die in der Lage sind, Kohlenwasserstoffbeschikkungen mit hohem Stickstoffgehalt sowie solche, die vom Stickstoff befreit wurden, in mittlere Destillate, Leichtbenzin und Isobutan in großen Mengen bei annehmbaren Ausgangs- und Arbeitstemperaturen umzuwandeln. Die nicht umgewandelte Rückstandsfraktion aus der ersten Stufe weist dabei einen genügend niedrigen Gehalt an normalen Paraffinen auf, um die Rückführung eines Teils dieser Fraktion in das Reaktionsgefäß der ersten Stufe zu erlauben, so daß sich ein kontinuierliches Kreislaufverfahren ergibt und die Gesamtausbeute an Benzin gesteigert wird. Die Katalysatoren jeder Stufe lassen sich so regenerieren, daß ihnen ein beträchtlicher Teil ihrer ursprünglichen Wirksamkeit wiedergegeben wird.
  • Bei der ersten Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung von Benzin und mittleren Destillaten wird eine Beschickung aus Erdöldestillaten mit einem Siedebereich von 93 bis 593° C und über 260° C siedenden Erdölrückständen mit 17,82 bis 178,2 ms Wasserstoff je Hektoliter Beschickung in einer ersten Umwandlungszone bei 260 bis 510° C, einem Druck über 35 kg/cm2 und bei einer Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit von 0,1 bis 4,0 mit einem Katalysator in Kontakt gebracht, der mindestens ein Metall der Gruppe VI oder eine Verbindung dieses Metalls, mindestens ein Metall der Gruppe VIII oder eine Verbindung dieses Metalls und Kieselerde-Magnesia enthält, aus dem aus der ersten Umwandlungszone hervorkommenden Strom ein mittleres Destillatprodukt und ein leichtes Benzinprodukt und aus einem von etwa 82 bis 149° C siedenden Teil des Stromes aus der ersten Umwandlungszone in einer zweiten Umwandlungszone durch Hydrokracken in Anwesenheit eines aktiven sauren Hydrokrackkatalysators ein weiteres Benzinprodukt gewonnen.
  • Beispielsweise wird nach der ersten Ausführungsform eine schwere Gasölbeschickung in einer ersten Umwandlungszone in Anwesenheit eines Katalysators aus Nickel, Wolfram und Kieselerde-Magnesia bei 260 bis 510° C, über 35 kg(cm2, bei einer Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit von 0,4 bis 2,0 zu einem Gesamtprodukt umgewandelt, das über 60 Volumprozent eines bei 160 bis 343° C siedenden mittleren Destillats, bezogen auf die umgewandelte Beschikkung, enthält. Darauf wird das Gesamtprodukt in Fraktionen einschließlich einer mittleren Destillatfraktion und einer Benzinfraktion getrennt, die einzeln gewonnen werden können. Ein bei etwa 82 bis 149° C siedender Teil des aus der ersten Umwandlungszone hervorkommenden Stromes wird in Anwesenheit eines aktiven sauren Hydrokrackkatalysators in einer zweiten Umwandlungszone hydrogekrackt, ein Benzinprodukt aus der zweiten Umwandlungszone gewonnen und mindestens ein Teil des Stromes aus der ersten Umwandlungszone, der über etwa 349° C siedet, im Kreislauf in die erste Umwandlungszone zurückgeführt.
  • Schließlich kann nach der ersten Ausführungsform auch eine stickstoffhaltige Beschickung von Erdöldestillaten mit einem Siedebereich von 260 bis 593° C und Erdölrückständen mit einem Siedebereich über 260° C mit 17.82 bis 178,2 ms Wasserstoff je Hektoliter Beschickung und in Gegenwart eines Katalysators der vorstehend genannten Art unter denselben Bedingungen, d. h. also einer Temperatur von 260 bis 510° C, einem Druck über 35 kg/cm2 und einer Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit von 0,1 bis 4,0 gleichzeitig hydrofiniert und hydrogekrackt werden, worauf wenigstens ein Teil des Flüssigkeitsstromes aus der ersten Stufe in einer zweiten Stufe in Anwesenheit eines aktiven sauren Hydrokrackkatalysators zu einem Benzinprodukt hydrogekrackt und in die erste Stufe mindestens einen Teil des über etwa 349° C siedenden Stromes aus der ersten Stufe zurückgeführt wird.
  • Nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung werden von 343 bis 593° C siedende Erdöldestillate oder über 343° C siedende Rückstände ebenfalls mit 17,82 bis 178,2 kg/cm2 Wasserstoff je Hektoliter Beschickung in einer ersten Umwandlungszone bei 260 bis 510° C, über 35 kg/cm2 und bei einer Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit von 0,1 bis :1,0 mit einem Katalysator der genannten Art in Kontakt gebracht, aus dem aus der ersten Umwandlungszone austretenden Strom ein mittleres Destillatprodukt, ein schweres Benzinprodukt und ein leichtes Benzinprodukt gewonnen, der über etwa 343° C siedende Teil des Stromes aus der ersten Umwandlungszone in einer zweiten Umwandlungszone in Anwesenheit eines aktiven sauren Hydrokrackkatalysators hydrogekrackt und aus der zweiten Umwandlungszone ein mittleres Destillatprodukt, ein schweres Benzinprodukt und ein leichtes Benzinprodukt gewonnen.
  • Der Katalysator in der ersten Umwandlungszone besteht bei dieser zweiten Ausführungsform des Verfahrens wie bei der ersten Ausführungsform vorzugsweise aus Nickel, Wolfram und Kieselerde-Magnesia.
  • Auch bei der zweiten Ausführungsform des Verfahrens ist es möglich, stickstoffhaltige Erdöldestillate mit dem genannten Siedebereich gleichzeitig zu hydrofinieren und zu hydrokracken.
  • Eine dritte Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung weicht von der zweiten Ausführungsform insoweit ab, daß bei gleichem Beschickungsmaterial und gleichen Betriebsbedingungen wie in der zweiten Ausführungsform mit einem schwach sauren Hydrokrackkatalysator gearbeitet wird, aus dem aus der ersten Umwandlungszone austretenden Strom der gasförmige Anteil abgetrennt wird, der Isobutan, ein mittleres Destillationsprodukt, ein leichtes Benzinprodukt, eine schwere Benzinfraktion und eine über etwa 343° C siedende Fraktion enthält, in einer zweiten Umwandlungszone unter Hydrokrackbedingungen ein beträchtlicher Teil der schweren Benzinfraktion durch eine Schicht aus aktivem saurem Hydrokrackkatalysator und ein beträchtlicher Teil der über etwa 343° C siedenden Fraktion durch nur einen Teil der Schicht aus aktivem saurem Hydrokrackkatalysator geleitet und dabei hydrogekrackt wird, so daß aus der zweiten Umwandlungszone ebenfalls ein gasförmiger Strom, der aus Isobutan, einem mittleren Destillatprodukt, einem leichten Benzinprodukt und einer schweren Benzinfraktion besteht, gewonnen werden kann.
  • Der schwach saure Hydrokrackkatalysator kann von der gleichen Art wie der in der ersten und zweiten Ausführungsform verwendete Katalysator sein.
  • Bei allen drei Ausführungsformen der Erfindung werden in der ersten Umwandlungszone mindestens zwei Reaktionsgefäße verwendet, von denen jedes den Katalysator für die erste Umwandlungszone enthält, wobei die Reaktionsgefäße so angeordnet sind, daß sie sich parallel schalten lassen, wenn die höchstmögliche Produktion an mittleren Destillaten erwünscht ist, und sich auch in Reihe schalten lassen, wenn die größtmögliche Produktion an entweder Benzin oder mittleren Destillaten erreicht werden soll, wobei das Mengenverhältnis von mittleren Destillatprodukten zu Benzinprodukt verändert werden kann.
  • Geeignete Beschickungen, die in sämtlichen drei Ausführungsformen des Verfahrens der Erfindung verwendet werden können, sind Erdöldestillate, wie z. B. schwere Gasöle und katalytische Kreislauföle sowie übliche Beschickungen für katalytische Wirbelschichtverfahren und Teile davon sowie Erdölrückstände, wie z. B. Minas-Rohöl, und andere paraffinartige Rückstände.
  • Die drei Ausführungsformen der Erfindung eignen sich besonders zur Herstellung von mittleren Destillaten einschließlich Düsenkraftstoffen, die einen außergewöhnlich hohen Naphthengehalt bei niedrigem Gehalt an Aromaten (und daher hohe Rauchpunkte) und einen niedrigen Gehalt an normalen Paraffinen (und daher niedrige Gefrierpunkte) aufweisen. Die Beschickung für das erfindungsgemäße Verfahren mit einem Ausgangssiedepunkt von 260° C oder darüber wird direkt in ein Produkt umgewandelt, das unter dem Anfangssiedepunkt der Beschickung siedet und ein bevorzugter Düsentreibstoff oder ein mittleres Destillat mit hohem Naphthengehalt, niedrigem Gehalt an normalen Paraffinen und daher niedrigem Gefrierpunkt und niedrigem Gehalt an Aromaten und infolgedessen außergewöhnlich hohem Rauchpunkt ist. Es wurde gefunden, daß Beschikkungen mit niedrigeren Ausgangssiedepunkten, z. B. um 149 bis 204° C, zur Bildung übermäßiger Mengen nichtsynthetischer Produkte mit hohem Gehalt an Aromaten und daher niedrigen Rauchpunkten neigen.
  • Es wurde gefunden, daß der auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger befindliche Hydrokrackkatalysator in der ersten Umwandlungszone des erfindungsgemäßen Verfahrens im Vergleich zu den üblichen sauren Hydrokrackkatalysatoren, wie z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde-Tonerde, verhältnismäßig stickstoffunempfindlich ist. Infolgedessen kann der Stickstoffgehalt der beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Beschickung verhältnismäßig hoch sein, und es lassen sich dennoch ausgezeichnete Hydrokrackergebnisse bei annehmbaren Temperaturen erzielen, ohne daß es notwendig ist, zur Aufrechterhaltung der Umwandlung die Temperatur rasch zu steigern, wie dies. beim Hydrokracken einer Beschickung mit hohem Stickstoffgehalt über einem üblichen sauren Hydrokrackkatalysator, wie z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde-Tonerde, erforderlich ist. Obwohl bei dem erwähnten Hydrokrackkatalysator der ersten Umwandlungszone Beschickungen mit hohem Stickstoffgehalt zulässig sind, sei darauf hingewiesen, daß der genannte Katalysator auch ein ausgezeichneter Hydrodenitrierungskatalysator ist und das gleichzeitige Hydrofinieren und Hydrokracken der Beschickung bewirken kann. Dennoch läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren noch wirksamer gestalten, wenn eine Beschickung verwendet wird, die entweder einen niedrigen Stickstoffgehalt hat oder die vor dem erfindungsgemäßen Hydrokracken in der ersten Umwandlungszone durch übliche Hydrofinierverfahren vorbehandelt worden ist. Für bestimmte Zwecke ist es erwünscht, daß auf die erste Umwandlungszone eine übliche Hydrofinierzone folgt. Wie weiter unten noch erläutert wird, kann man die Beschickung in der ersten und zweiten Ausführungsform der Erfindung, worin sehr schwere Beschickungen, z. B. entasphaltierte Propanrückstände, verwendet werden, in drei Stufen behandeln. In der ersten Stufe kann man die Beschickung gleichzeitig hydrokracken und in großem Umfang über einem Katalysator auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger denitrieren und dann einen Teil des Stromes aus der ersten Stufe in einer zweiten Stufe weiter denitrieren, bevor man ihn über einem sauren Hydrokrackkatalysator in einer dritten Stufe hydrokrackt.
  • Im allgemeinen ist es möglich, die erste Umwandlungszone in allen drei Ausführungsformen der Erfindung bei etwas niedrigeren Temperaturen zu halten, wenn die Beschickung einen niedrigen Stickstoffgehalt hat, z. B. 0 bis 0,001% Gesamtstickstoff, als für die gleiche Umwandlung erforderlich sind, wenn die Beschickung einen hohen Stickstoffgehalt hat, z. B. 0,001 bis 0,1% Gesamtstickstoff. Jedoch sogar Beschickungen, die beträchtlich höhere Mengen Stickstoff als 0,1% enthalten, lassen sich im Gegensatz zu den bisher üblichen Verfahren, worin saure Hydrokrackkatalysatoren, wie z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde-Tonerde, Verwendung fanden, nach dem erfindungsgemäßen Verfahren befriedigend in wertvolle Produkte umwandeln. Bei diesen üblichen Verfahren ist es in der Praxis unmöglich, Beschickungen mit so hohem Stickstoffgehalt zu verwenden.
  • Der Katalysator in der ersten Umwandlungszone ist bei allen drei Ausführungsformen der Erfindung in der Lage, gleichzeitig sowohl die Denitrierung als auch das Hydrokracken zu bewirken. Das Hydrokracken erleichtert die gleichzeitige Denitrierung, da sich beim Brechen der Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen der Stickstoff leichter entfernen läßt. Bei höheren Krackumwandlungen können etwas höhere Drücke erwünscht sein, um der Katalysatorverschmutzung und der Entaktivierung entgegenzuwirken.
  • Die Stickstoffverbindungen neigen zur Konzentrierung in den schwereren Anteilen der Beschickung; infolgedessen lassen sich die schwereren Teile schwieriger denitrieren. Aus dem Vorstehenden geht hervor, daß sich diese schwereren Anteile auch leichter kracken lassen.
  • Die der ersten Umwandlungszone zufließende Wasserstoffmenge beträgt bei jeder der drei Ausführungsformen 17,82 bis 178,2 m3/hl der Beschickung, vorzugsweise 44,5 bis 142,56 m3;./h1 Beschickung. Die höheren Wasserstoffteildrücke, insbesondere bei nicht raffinierten Beschickungen, ergeben niedrigere Katalysatorverschmutzungsgeschwindigkeiten, und zur Erzielung einer längeren Katalysatorhaltbarkeit sollten daher vorzugsweise Drücke über 140 kg/cm2 verwendet werden. Im allgemeinen ist der Wasserstoffteildruck von einer Anzahl von Faktoren, einschließlich der Art des Beschickungsmaterials und dessen Stickstoffgehalt, dem erforderlichen Denitrierungsgrad usw. abhängig; im allgemeinen jedoch ist ein Wasserstoffteildruck von 70 bis 140 kg/cm2 vorteilhaft, falls er in dem gegebenen Fall anwendbar ist.
  • Es ist wesentlich, daß der Katalysator in der ersten Umwandlungszone bei der ersten und zweiten Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung (a) Kieselerde-Magnesia und (b) mindestens zwei Hydrierungsbestandteile enthält, von denen mindestens einer ein Metall der Gruppe V1 oder eine Verbindung dieses Metalls ist und mindestens einer ein Metall der Gruppe VIII oder eine Verbindung dieses Metalls ist. Es wurde gefunden, daß der Katalysator eine unannehmbar niedrige Wirksamkeit besitzt, wenn er nur ein Metall der Gruppe V1 oder eine Verbindung davon ohne ein Metall der Gruppe VIII oder eine Verbindung davon enthält. Es wurde ferner gefunden, daß der Katalysator eine außergewöhnlich hohe Verschmutzungsgeschwindigkeit hat, wenn er nur ein Metall der Gruppe VIII oder eine Verbindung davon ohne ein Metall der Gruppe VI oder eine Verbindung davon enthält. Besteht jedoch der Katalysator aus mindestens einem Metall der Gruppe VIII oder einer Verbindung davon und mindestens einem Metall der Gruppe VI oder einer Verbindung davon, so hat der Katalysator eine hohe Wirksamkeit und eine niedrige Verschmutzungsgeschwindigkeit. Zu den Metallen der Gruppe VI und deren Verbindungen, die hier verwendbar sind, zählen Chrom, Molybdän und Wolfram sowie Verbindungen davon. Zu den hier verwendbaren Metallen der Gruppe VIII und deren Verbindungen gehören Eisen, Kobalt, Nickel. Platin und Palladium sowie deren Verbindungen. Von den Katalysatoren werden am meisten Nickel und entweder Wolfram oder Molybdän auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger bevorzugt, wobei der Katalysator in jedem Fall vorzugsweise sulfidiert wird. Der bevorzugte Katalysator, der die besten Eigenschaften in allen drei Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigt, besteht aus Nickel und Wolfram auf Kieselerde-Magnesia und ist vorzugsweise sulfidiert. Das Metall der Gruppe VI oder dessen Verbindungen können im Katalysator in einer Menge von 1 bis 40 Gewichtsprozent, vorzugsweise 2 bis 25 Gewichtsprozent, bezogen auf den Gesamtkatalysator, anwesend sein; das Metall der Gruppe VIII oder dessen Verbindungen können in einer Menge von 1 bis 20 Gewichtsprozent, vorzugsweise 2 bis 12 Gewichtsprozent, bezogen auf den Gesamtkatalysator, anwesend sein. Der Magnesiagehalt des Kieselerde-Magnesia-Trägers kann zwischen 5 und 75 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 15 und 50 Gewichtsprozent, insbesondere zwischen 20 und 35 Gewichtsprozent, betragen.
  • Der Kieselerde-Magnesia-Träger des Katalysators läßt sich nach jedem üblichen Verfahren herstellen, und die Mehrzahl der HydrierungsbestandteiIe kann dem Katalysator nach bekannten Verfahren einverleitet werden. Für die Herstellung des Katalysators wird im Rahmen der Erfindung kein Schutz beansprucht. Ein besonders wirksames Verfahren zur Herstellung des Katalysators wird wie folgt beschrieben: Ein pulverförmiges Kieselerde-Magnesia-Material, das etwa 28 % Magnesia enthält, wurde zusammen mit etwa 5 Gewichtsprozent eines zur Katalysatorherstellung verwendeten üblichen leimartigen Bindematerials zu 0,476 - 0,476 cm großen Pellets gepreßt und 6 Stunden bei 510° C an der Luft calciniert.
  • 1000 cm-3 des obengenannten calcinierten Materials wurden 4 Stunden mit 800 cms einer Lösung von Nickelnitrat, die 11,2% Nickel enthielt, imprägniert, und das imprägnierte Material wurde 24 Stunden bei 121° C getrocknet und dann 4 Stunden bei 482° C calciniert. Das entstandene Produkt war ein Katalysatorträger, der 9,43 % Nickel enthielt.
  • Der obengenannte Katalysatorträger wurde dreimal xmit je 800 cm3 einer Lösung von 960 g Wolframsäure (H..W04) in einem Gemisch von 1152 cm$ 30 %igen Ammoniaks (NH3) und 3460 cm3 Wasser imprägniert. Nach jeder der genannten Imprägnier rungsbehandlungen wurde das imprägnierte Material 20 Stunden bei 121° C getrocknet und 4 Stunden bei 482° C calciniert. Der so entstandene Katalysator enthielt 7,02 Gewichtsprozent Nickel und 19,3 Gewichtsprozent Wolfram und hatte eine Oberfläche (Stickstoff) von 316 m2/g.
  • Obwohl der Katalysator in der unsulfidierten Form verwendet werden kann, wird die sulfidierte Form bevorzugt. Bei Beschickungen, die beträchtliche Mengen an Schwefelverbindungen enthalten, zeigt der Katalysator automatisch die Neigung, sich unter den Arbeitsbedingungen des Verfahrens an der Oberfläche zu sulfidieren. Man zieht es vor, den Katalysator vor seiner Einführung in den Strom nach irgendeinem üblichen Verfahren zu sulfidieren.
  • Im Gegensatz zu den bisher üblichen Katalysatoren zeigt der Katalysator den bedeutenden Vorteil, daß er sich regenerieren läßt. Zwar läßt sich die Regenerierung nach jedem üblichen Verfahren durchführen, wobei sich die relative Wirksamkeit dieser Verfahren leicht vom Fachmann ermitteln läßt, doch ist das in der Tabelle IV aufgeführte Regenerierungsverfahren besonders wirksam.
  • Der Katalysator ist sowohl ein Denitrierungskatalysator als auch ein Hydrokrackkatalysator und übt beim erfindungsgemäßen Verfahren beide Funktionen unter den Verfahrensbedingungen aus. Der Katalysator hat eine ausgezeichnete Denitrierungswirksamkeit, ist jedoch gegenüber Stickstoff verhältnismäßig un- empfindlich und im Vergleich zu einem üblichen sauren Hydrokrackkatalysator, wie z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde-Tonerde, höchst unempfindlich gegenüber Stickstoff.
  • Für die Hydrokrackwirksamkeit des erfindungsgemäß verwendeten Katalysators sind nicht nur mehrere Hydrierungsbestandteile wesentlich, von denen mindestens einer ein Metall der Gruppe VI oder eine Verbindung davon und mindestens einer ein Metall der Gruppe VIII oder eine Verbindung davon sein muß, sondern die gleiche Anzahl verschiedener Hydrierungsbestandteile ist auch wichtig für die Denitrierungswirksamkeit des erfindungsgemäßen Katalysators. Wären z. B. nur Nickel oder nur Wolfram anwesend, so hätte der Katalysator keine gute Denitrierungswirksamkeit; einzelne Hydrierungsbestandteile, z. B. Molybdän oder Wolfram aus der Gruppe VI oder Nickel oder Kobalt aus der Gruppe VIII sind verhältnismäßig unwirksam für die Denitrierung, wenn sie nicht von einem Hydrierungsbestandteil aus der anderen der beiden Gruppen begleitet werden. Weitere Einzelheiten über die Denitrierungswirksamkeit des Katalysators sind in der weiter unten folgenden Tabelle V ersichtlich.
  • Der erfindungsgemäß verwendete Katalysator hat eine viel größere Selektivität für die Herstellung von mittleren Destillaten aus verschiedenen Kohlenwasserstoffbeschickungen als die üblichen sauren Hydrokrackkatalysatoren, wie z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde-Tonerde. Die hohen Ausbeuten an mittleren Destillaten, die sich aus der Selektivität des erfindungsgemäß verwendeten Katalysators für mittleres Destillatprodukt ergeben, sind unerwartet angesichts der Selektivität für die Benzinherstellung, die für viele bisher übliche Hydrokrackkatalysatoren, z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde-Tonerde, charakteristisch ist. Weitere Einzelheiten hinsichtlich der Selektivität des erfindungsgemäß verwendeten Katalysators für die Herstellung von mittleren Destillaten sind in der weiter unten folgenden Tabelle III ersichtlich.
  • F i g. 1 zeigt eine schematische Darstellung der ersten Ausführungsform des Verfahrens.
  • Eine Kohlenwasserstoffbeschickung wird durch die Leitung 1 in die Hydrokrackzone 2 geleitet und mit dem obengenannten Katalysator auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger und mit dem durch die Leitung 3 in die Zone 2 eintretenden Wasserstoff unter den obengenannten Hydrokrackbedingungen in Kontakt gebracht. Aus der Zone 2 wird ein Strom durch die Leitung 4 in die Trennzone 5 geleitet, von der Wasserstoff im Kreislauf durch die Leitung 6 geleitet wird. Ammoniak wird durch die Leitung 7 abgezogen, und das Restgemisch wird durch die Leitung 8 der Trennzone 9 zugeführt. Aus der Trennzone 9 wird ein aus C4 und leichteren Kohlenwasserstoffen bestehender Strom einschließlich Isobutan abgezogen, und das verbleibende Kohlenwasserstoffgemisch wird durch die Leitung 15 in die Trennzone 16 geleitet. Aus der Trennzone 16 wird ein leichtes Benzinprodukt durch die Leitung 17 abgezogen, ein schweres, bei etwa 82 bis 149° C siedendes Benzin wird durch die Leitung 18 in die Hydrokrackzone 19 geleitet, und über etwa 149° C siedende Kohlenwasserstoffe werden durch die Leitung 20 in die Trennzone 25 geleitet.
  • Aus der Trennzone 25 werden von etwa 149 bis 349° C siedende Kohlenwasserstoffe im Kreislauf durch die Leitung 27 in die Hydrokrackzone 2 geleitet. Gegebenenfalls kann ein kleinerer Anteil dieser Kohlenwasserstoffe in Leitung 27 durch Leitung 28 aus dem System abgezogen werden. Gegebenenfalls kann man die Kohlenwasserstoffbeschickung, die durch die Leitung 18 in die Hydrokrackzone 19 eintritt, durch zusätzliche, zwischen etwa 82 und 149° C siedende Kohlenwasserstoffe vergrößern, z. B. durch unbearbeitete Kohlenwasserstoffe, die durch die Leitung 29 eingeführt werden. Die Hydrokrackzone 19 kann einen üblichen sauren Hydrokrackkatalysator enthalten, z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde-Tonerde, Platin auf Kieselerde-Tonerde usw., und kann unter üblichen Hydrokrackbedingungen arbeiten, z. B. bei einem Druck von 35 bis 210 kg/cm= und bei einer Temperatur von 288 bis 454° C. Bekanntlich kann man diese Katalysatoren der Regenerierung mit einem sauerstoffhaltigen Gas unter üblichen Regenerierungsbedingungen unterziehen. Die Hydrokrackzone 19 wird durch die Leitung 35 mit Wasserstoff beliefert. Der Strom aus der Zone 19 wird durch die Leitung 36 in die Trennzone 37 geleitet. Aus der Trennzone 37 werden C4 und leichtere Kohlenwasserstoffgase einschließlich Isobutan, durch die Leitung 38 abgezogen, und ein leichtes Benzinprodukt mit mehr als 5 Kohlenstoffatomen wird durch die Leitung 39 abgezogen.
  • F i g. 2 zeigt eine schematische Darstellung der zweiten Ausführungsform des Verfahrens.
  • Eine über etwa 343° C siedende Kohlenwasserstoffbeschickung wird durch die Leitung 41 in den Kontakt mit dem obengenannten Katalysator auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger und dem durch Leitung 43 in die Zone 42 eintretenden Wasserstoff unter den oben beschriebenen Hydrokrackbedingungen in der Hydrokrackzone gebracht. Aus der Zone 42 wird ein Strom durch die Leitung 44 in die Trennzone 45 geleitet, von der Wasserstoff durch die Leitung 46 im Kreislauf geführt, Ammoniak durch die Leitung 47 abgezogen und die übrigen Kohlenwasserstoffe durch die Leitung 48 in die Trennzone 49 geleitet werden. Aus der Trennzone 49 wird ein C4 und leichterer Strom einschließlich Isobutan durch die Leitung 50 abgezogen, und die übrigen Kohlenwasserstoffe werden durch die Leitung 55 in die Trennzone 56 geleitet. Aus der Trennzone 56 wird ein leichtes Benzinprodukt durch die Leitung 57 geleitet, ein schweres, von etwa 82 bis 149° C siedendes schweres Benzinprodukt wird durch die Leitung 58 abgezogen, und die über etwa 149° C siedenden Kohlenwasserstoffe werden durch die Leitung 60 in die Trennzone 65 geleitet.
  • Aus der Trennzone 65 werden von etwa 149 bis 343° C siedende mittlere Destillatprodukte durch die Leitung 66 abgezogen, und die über etwa 343° C siedenden Kohlenwasserstoffe werden im Kreislauf durch die Leitung 67 der Hydrokrackzone 42 zugeleitet. Gegebenenfalls kann ein kleinerer Teil der Kohlenwasserstoffe in der Leitung 67 durch die Leitung 68 aus dem System abgezogen werden. Ein Teil der Kohlenwasserstoffe in der Leitung 67 wird durch die Leitung 77 in die Hydrokrackzone 59 geleitet, wobei die genaue Menge von dem gewünschten Mengenverhältnis zwischen den Produkten aus der Hydrokrackzone 42 und den im allgemeinen leichteren Produkten aus der Zone 59 abhängig ist. Die Hydrokrackzone 59 kann einen üblichen sauren Hydrokrackkatalysator, z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde -Tonerde, Platin auf Kieselerde-Tonerde usw. enthalten und kann unter den üblichen Hydrokrackbedingungen arbeiten, z. B. unter einem Druck von 35 bis 210 kg/cm2 und bei einer Temperatur von 288 bis 454° C. Bekanntlich lassen sich diese Katalysatoren der Regenerierung mit einem sauerstoffhaltigen Gas unter üblichen Regenerierungsbedingungen unterziehen. Die Hydrokrackzone 59 wird durch die Leitung 75 mit Wasserstoff beliefert. Der Strom aus der Zone 59 kann durch die Leitung 76 in die Trennzone 56 geleitet werden.
  • F i g. 3 betrifft eine schematische Darstellung der dritten Ausführungsform des Verfahrens. Diese Beschreibung erfolgt mit Bezug auf eine bei 343 bis 577° C siedende Vakuumgasölbeschickung.
  • Die obengenannte, bei 343 bis 577° C siedende Vakuumgasölbeschickung wird durch die Leitung 81 in der Hydrokrackzone 82 unter den oben beschriebenen Hydrokrackbedingungen mit dem obengenannten Katalysator auf dem Kieselerde-Magnesia-Träger und mit dem durch die Leitung 83 in die Zone 82 eintretenden Wasserstoff in Kontakt gebracht. Aus der Zone 82 wird ein Strom durch die Leitung 84 in die Trennzone 85 geleitet, von der Wasserstoff durch die Leitung 86 im Kreislauf geführt, Ammoniak durch die Leitung 87 abgezogen wird und die übrigen Kohlenwasserstoffe durch die Leitung 88 in die Trennzone 89 geleitet werden.
  • Aus der Trennzone 89 wird ein C3 und C4 Strom, der Isobutan enthält, durch die Leitung 90 abgezogen, und die übrigen höhersiedenden Kohlenwasserstoffe werden durch die Leitung 95 in die Trennnzone 96 geleitet. Aus der Trennzone 96 wird eine bis 82° C siedende C5 Leichtbenzinfraktion durch die Leitung 97 abgezogen, eine von 82 bis 149° C schwere Benzinfraktion wird durch die Leitung 98 in die zweite Hydrokrackzone 99 geleitet, ein bei 149 bis 343° C mittleres Destillatprodukt wird durch die Leitung 100 abgezogen, und Kohlenwasserstoffe, die über etwa 343° C sieden, werden durch die Leitung 104 in eine zweite Hydrokrackzone 99 geleitet. Gegebenenfalls kann ein Teil der Kohlenwasserstoffe in Leitung 105, welche über etwa 343° C sieden, durch die Leitung 105 aus dem System abgezogen werden. Gegebenenfalls kann ein Teil dieser Kohlenwasserstoffe durch die Leitung 106 in die erste Hydrokrackzone 82 geleitet werden; es wurde gefunden, daß der normale Paraffingehalt dieser Kohlenwasserstoffe niedrig genug ist, um diesen Kreislauf zurück zu dem Hydrokrackzonenreaktor 82 der ersten Stufe zu ermöglichen.
  • Da die Reaktionskinetik des Hydrokrackvorganges in der Zone 99 für die von 82 bis 149° C siedenden Kohlenwasserstoffe, die durch die Leitung 98 in die Zone 99 eintreten, und für die über 343° C siedenden Kohlenwasserstoffe, die durch die Leitung 104 in die Zone 99 eintreten, verschieden ist, sollten - entsprechend der dritten Ausführungsform der Erfindung - die letztgenannten Kohlenwasserstoffe nur durch einen Teil von vorzugsweise 30 bis 50 Volumprozent der Katalysatorschicht in der Zone 99 geleitetet werden. Dies läßt sich am zweckmäßigsten dadurch erreichen, daß man ein Hydrokrackreaktionsgefäß 99 mit abwärts gerichteter Stromrichtung verwendet und die über 343° C siedenden Kohlenwasserstoffe durch die Leitung 104 in das Reaktionsgefäß 99 in 50 bis 70% des linearen Abstandes abwärts in die Katalysatorschicht leitet. Es wurde gefunden, daß sich genügend Mengen von Produkten mit der gewünschten Struktur, nämlich wertvolle Leichtgase, Leichtbenzin und mittlere Destillate dadurch erreichen lassen, daß man auf die oben beschriebene Weise vorgeht, wobei man einen Teil oder das gesamte in der Stufe erzielte, bei 82 bis 149° C siedende Produkt erneut in der zweiten Stufe hydrokrackt, um Leichtbenzine herzustellen und in denen das nichtsynthetische Material aus der ersten Stufe, d. h. die über dem Ausgangssiedepunkt der Beschickung der ersten Stufe siedenden Kohlenwasserstoffe, in der zweiten Stufe in niedrigersiedende Produkte umgewandelt wird.
  • Die zweite Hydrokrackzone 99 wird durch die Leitung 107 mit Wasserstoff beliefert und kann gegebenenfalls auch von einer fremden Quelle mit zusätzlichen Mengen der bei 82 bis 149° C siedenden Kohlenstoffe durch die Leitung 108 beliefert werden. Die Hydrokrackzone 99 kann einen üblichen sauren Hydrokrackkatalysator, z. B. Nickelsulfid auf Kieselerde-Tonerde, Platin auf Kieselerde--Tonerde, enthalten und kann unter üblichen Hydrokrackbedingungen arbeiten, z. B. bei einem Druck von 35 bis 210 kg/cm2 und bei einer Temperatur von 288 bis 454° C. Die Katalysatoren können der Regenerierung mit einem sauerstoffhaltigen Gas unter üblichen Regenerierungsbedingungen ausgesetzt werden.
  • Durch die Leitung 109 wird ein Strom aus der Hydrokrackzone 99 abgezogen, der die durch die Hydrokrackreaktion in der Zone 99 gebildeten Produkte enthält. Dieser Strom kann zur Gewinnung der jeweiligen Produkte üblichen Trennanlagen zugeführt werden. Am zweckmäßigstens leitet man diesen Strom - wie aus der F i g. 3 hervorgeht -durch die Leitung 109 in die Trennzone 89, so daß die Trennzonen 89 und 96 als Anlagen für die Trennung der sowohl in der Hydrokrackzone 82 als auch der Hydrokrackzone 99 hergestellten Produkte dienen können.
  • Jede der Hydrokrackzonen 2, 42 und 82 kann aus zwei Hydrokrackreaktoren bestehen, wobei beide den erfindungsgemäßen Katalysator enthalten und unter den obengenannten Verfahrensbedingungen arbeiten. Diese beiden Reaktionsgefäße in jeder der drei Zonen können auf bekannte Weise so angeordnet werden, daß sie abwechselnd parallel oder in Reihe geschaltet werden können. Eine Parallelschaltung der Reaktionsgefäße führt zur größtmöglichen Steigerung der mittleren Destillatproduktion, und die Reihenschaltung der Reaktionsgefäße führt zur größtmöglichen Steigerung der Benzin- oder mittleren Destillatproduktion. Bei der Reihenschaltung läßt sich die mittlere Destillatproduktion dadurch steigern, daß man mittleres Destillat als Produkt aus dem ersten Reaktionsgefäß in jeder Hydrokrackzone sowie aus dem zweiten, z. B. aus einer Zwischenreaktor-Fraktionierzone, abzieht. Bei der Reihenschaltung läßt sich die Benzinproduktion dadurch steigern, daß man das im ersten Reaktionsgefäß hergestellte mittlere Destillat der Beschickung für das zweite Reaktionsgefäß zusetzt. Bei jeder Reihenanordnung zieht man es vor, alles im ersten Reaktionsgefäß gebildete Ammoniak aus dem System abzuziehen, anstatt es dem zweiten Reaktionsgefäß zuzuführen. Diese Umschaltanordnungen ermöglichen eine Verlängerung des Mengenverhältnisses von mittlerem Destillat zu Benzinprodukt, was eine weitere Dehnbarkeit der Verfahrensanwendung ergibt. Bei der Reihenschaltung zur Herstellung von Benzin läßt sich das zweite Reaktionsgefäß nach der Entfernung des im ersten Reaktionsgefäß entstandenen Ammoniaks bei niedrigeren Temperaturen betreiben, da es mit einer Beschickung arbeitet, die im ersten Reaktionsgefäß denitriert wurde, und gewährleistet somit eine Verringerung der Strenge der Verfahrensbedingungen im zweiten Reaktionsgefäß, wodurch die Benzinproduktion gesteigert wird. Das über dem erfindungsgemäßen Katalysator hergestellte Benzin ist isoparaffinisch und von hoher Qualität im Gegensatz zu dem normalen paraffinischen Charakter des über Hydrokrackkatalysatoren mit schwachem Säurewert hergestellten Benzins.
  • Da der Katalysator in jeder der Hydrokrackzonen 2, 42 und 82 auch als wirksamer Hydrofinierkatalysator wirkt, haben die Kohlenwasserstofle in jeder der Leitungen 8, 48 und 88 einen niedrigen Stickstoffgehalt und eignen sich daher besonders für das weitere Hydrokracken in Gegenwart des sauren Katalysators in jeder der Zonen 19, 59 und 99.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders wirksam für die Umwandlung von schwerer Beschickung, wie z. B. Rückständen und deasphaltierten Propanölen, wenn zwischen der ersten Hydrokrackzone und einer zweiten Hydrokrackzone des Verfahrens eine übliche Denitrierungszone eingeschoben wird. Da sich diese Beschickungen im allgemeinen besonders schwierig denitieren lassen und da die Beschickung für jede der zweiten Umwandlungszonen 19, 59 und 99, die einen sauren Hydrokrackkatalysator enthält, einen Stickstoffmindestgehalt haben sollte, kann die Einschiebung einer üblichen Denitrierungszone zwischen den beiden Hydrokrackzonen bei der Erfindung von besonderem Wert sein.
  • Die übliche Denitrierungszone kann z. B. in jede der Leitungen 8, 48 und 88 oder in jede der Leitungen 15, 55 und 95 eingeschoben werden, und sie kann unter üblichen Denitrierungsbedingungen mit entweder dem Katalysator mit Tonerdeträger oder Kieselerde-Magnesia-Träger, der in jeder der Hydrokrackzonen 2, 42 und 82 verwendet wird, oder mit einem üblichen Denitrierungskatalysator betrieben werden. Ein derartiges dreistufiges Verfahren ermöglicht das Hydrokracken und die teilweise Denitrierung der schwereren Beschickungen in der ersten Stufe, so daß sowohl das Molekulargewicht als auch der Stickstoffgehalt der Beschickung gesenkt und die Geschwindigkeit der übrigen D.enitrierung so stark beschleunigt wird, daß sie in der zweiten oder üblichen Denitrierungszone zu Ende gebracht wird. Tabelle 1 Vergleich des bevorzugten erfindungsgemäßen Katalysators der ersten Stufe aus Nickel-Wolfram auf Kieselerde-Magnesia mit üblichen Katalysatoren hinsichtlich Ausgangstemperaturen und Verschmutzungsgeschwindigkeiten Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse eines einstufigen Hydrokrackverfahrens mit einem schweren arabischen Gasöl mit einem Gesamtstickstoffgehalt von 0,06 bis 0,07% bei der angegebenen durchschnittlichen Katalysatortemperatur, bei einer im wesentlichen konstanten 50- bis 55volumprozentigen Umwandlung pro Arbeitsgang in Produkte, die unter dem Anfangssiedepunkt der Beschickung sieden, bei einer Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit von 1,0, einem Druck von 140 kg/cm2 und einer Wasserstoffgeschwindigkeit, die ausreicht, um den Abzug von 80,19 m3 Wasserstoff je Hektoliter der Beschickung zu ermöglichen, über dem bevorzugten Nickel-Wolfram-Katalysator der ersten Stufe der Erfindung im Vergleich zum Hydrokracken der gleichen Beschickung unter den gleichen Bedingungen über den verschiedenen bisher üblichen Katalysatoren. Es wurden folgende Faktoren verglichen: (1) die durchschnittliche Katalysatortemperatur, die erforderlich ist, um die im wesentlichen konstante 50- bis 55%ige Umwandlung je Arbeitsgang zu liefern, wobei die im wesentlichen konstante Umwandlung durch das im wesentlichen konstante Produktgewicht angezeigt wird, und (2) die Katalysatorverschmutzungsgeschwindigkeit.
    Für gewünschte
    Umwandlung
    Kataly- Träger Hydrierungsbestandteil, % Fläche erforderliche Produkt- Verschmutzungs-
    sator durch-
    i schnittliche gewicht geschwindigkeit
    Si0 2 - A1203 Si0z - M90 Ni W I Mo Pt
    Katalysator-
    m2/g temperatur
    1 I 27 % M90 7,0 19,3 316 403 40,0 nicht
    feststellbar *
    2 127 % Mg0 4,9 I 22,8 254 401 40,3 nicht
    feststellbar
    3 27% Mg0 5,0 5,0 - 401,5 39,9 mäßig **
    4 270/0 MgO 5,0 , 1,8 - 407 39,5 mäßig**
    5 27%Mg0 8,5 437 421 39,5 hoch****
    6 27 0/0 Mg0 9,0 445 352 40,3 sehr hoch * * *
    7 270oMg0 0,5 - 452 38,5 sehrhoch****
    8 25% A1203 4,5 12,2 134 421 40,3 nicht
    j feststellbar
    9 28 % A120.; 3,9 ' 10,4 130 422 40,0 mäßig **
    10 47 % A1203 5,0 7,0 - 416 40,0 mäßig**
    11 47%A1203 4,4 9,4 92 421 39,8 mäßig**
    12 10% A12013 , 18,0 1 116 430 39,8 hoch ***
    * 0,028° C/Stunde. ** 0,28° C/Stunde.
    ** 0,056 bis 0,084° C/Stunde. **** 0,56° C/Stunde.
    Aus der vorstehenden Tabelle geht hervor, daß nur die Katalysatoren 1 und 4 sowohl zu (1) der gewünschten Umwandlungsgeschwindigkeit bei einer annehmbar niedrigen durchschnittlichen Katalysatortemperatur, in jedem Fall 408° C oder niedriger und (2) zu einer annehmbar niedrigen Verschmutzungsgeschwindigkeit des Katalysators führen, die in jedem Fall mäßig - wie angegeben - oder niedriger ist. Es sei darauf hingewiesen, daß die Katalysatoren 5 bis 7, von denen jeder nur einen Hydrierungsbestandteil auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger hatte, zu einer übermäßigen Katalysatorverschmutzungsgeschwindigkeit führen, d. h. nach der Definition in der Tabelle zu einer hohen oder höheren Geschwindigkeit. Ferner sei darauf hingewiesen, daß die Katalysatoren 8 bis 12, von denen jeder einen Kieselerde-Tonerde-Träger an Stelle des Kieselerde-Magnesia-Trägers des erfindungsgemäßen Katalysators der ersten Stufe hatte, nur bei einer unbefriedigend hohen durchschnittlichen Katalysatortemperatur, in jedem Fall 4l6° C oder darüber, zu der gewünschten Umwandlung führen. Tabelle Il Vergleich des bevorzugten Nickel-Wolfram-Katalysators auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger mit üblichen Katalysatoren hinsichtlich des Säurewertes, der Ausgangstemperatur, des Mengenverhältnisses des Isoproduktes zum normalen C4 Produkt, des Mengenverhältnisse des mittleren Destillats zum Benzinprodukt und des normalen Paraffingehalts der nicht umgewandelten Rückstände
    Ausgangs- o Rückstand
    Kataly- Katalysator i-C4 204 bis 3431 C H2 Gießpunkt
    sator Vergleich temperatur n-C4 C5 - 204° C Änderung
    ° C mg/hl ° C
    A 6% Ni + 22% Mo auf A1203 850 0,2 1,4 23,1 -F-7,2
    B NiMo auf Si02-Al203, 30% SiO2 765 0,6 1,4 30,29 -21,1
    C NiW auf Si02-Mg0, 27% MgO 720 1,1 1,4 35,64 -13,9
    D NiMo auf Si02 - A1203, 90 % SiO.' 790 0,6 0,9 32,5 -8,3
    E 601o Ni auf Si02-A1203, 90% Si02 740 1,1 0,4 64,33 +10
    Die vorstehende Tabelle zeigt die Ergebnisse der einstufigen Hydrokrackbehandlung einer arabischen unbearbeiteten Ölbeschickung bei einer Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit von 0,5, einem Druck von 140 kg',cm2, 6001o Umwandlung je Arbeitsgang in Produkte, welche unter dem Ausgangssiedepunkt der Beschickung sieden und bei Durchführung eines Extinktionskreislaufs über dem bevorzugten erfindungsgemäßen Nickel-Wolfram-Katalysator auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger der ersten Stufe im Vergleich mit der Hydrokrackbehandlung der gleichen Beschickung unter den gleichen Bedingungen über verschiedenen bisher üblichen Katalysatoren. Es werden folgende Faktoren verglichen: (1) die zur Erzielung der 600,'oigen Umwandlung je Arbeitsgang erforderliche Ausgangstemperatur, (2) das Mengenverhältnis von i-C4 zu n-C4 im Produkt, (3) das Mengenverhältnis des von 20-1 bis 343° C siedenden Produktes zu dem bis 20=1J C siedenden C.-Produkt, d. h. das Verhältnis der mittleren Destillatproduktion zur Benzinproduktion, (*) der Wasserstoffverbrauch in Kubikmeter je Hektoliter Beschickung und (5) die jeweilige Änderung des Gießpunktes der gleichen Rückstandsfraktion gegenüber dem Gießpunkt der Beschickung als Anzeichen für die jeweilige Wirkung der Reaktion auf normale Paraffine in dem System.
  • Die Katalysatoren in der obigen Tabelle sind in der Reihenfolge ihrer steigenden Säurewerte aufgeführt, wobei der Katalysator A den niedrigsten Säurewert und der Katalysator E den höchsten Säurewert hat. Katalysator C ist ein Beispiel für den erfindungsgemäßen Katalysator der ersten Stufe, während die anderen angegebenen Katalysatoren Beispiele für verschiedene bisher übliche Katalysatoren sind.
  • Aus der obigen Tabelle geht hervor, daß (1) bei steigendem Säurewert das Mengenverhältnis des Isoproduktes zum normalen Produkt glatt zunimmt, außer im Fall des bevorzugten erfindungsgemäßen Katalysators der ersten Stufe, mit dem ein höheres Verhältnis erzielt wird als man bei einer Untersuchung der bisher üblichen Katalysatoren allein erwarten könnte, (2) bei steigendem Säurewert das Mengenverhältnis des mittleren Destillats zum Benzin abnimmt, jedoch bei dem erfindungsgemäß verwendeten Katalysator der ersten Stufe so hoch wie bei Katlysatoren mit schwächerem Säurewert bleibt, was vollkommen unerwartet ist (bisher hatte man angenommen, daß ein Katalysator mit höherem Säurewert weniger mittleres Destillat je Einheit der Benzinproduktion liefern würde als ein Katalysator mit geringerem Säurewert); (3) bei steigendem Säurewert der Wasserstoffverbrauch glatt zunimmt, außer im Fall des erfindungsgemäß verwendeten Katalysators der ersten Stufe, mit dem ein höherer Wasserstoffverbrauch und eine verbesserte Produktqualität erzielt wird; (4) bei steigendem Säurewert der normale Paraffingehalt des nicht umgewandelten Rückstands, wie die Abweichung des Gießpunktes der Rückstände vom Gießmund der Beschickung anzeigt, abnimmt und dann zunimmt, wobei der Rückstand bei den Katalysatoren A und E einen größeren Gehalt an normalem Paraffin als die Beschickung hat. Bei den Katalysatoren B, C und D sind die nicht umgewandelten Rückstände weniger paraffinisch als die Beschickung, was von außergewöhnlichem Vorteil ist, da die normalen Paraffine hitzebeständig gegenüber dem Hydrokracken sind und sich daher während des Kreislaufverfahrens in Kreislaufrückständen ansammein. Eine Ansammlung der hitzebeständigen normalen Paraffine kann die Kreislaufführung beim Hydrokracken zur Herstellung mittlerer Destillate praktisch verhindern, da zum Kracken dieser hitzebeständigen Verbindungen unzulässige Temperatur- und Drucksteigerungen erforderlich sein würden. (5) Bei Verwendung der Katalysatoren B, C und 1? werden die unerwünscht hitzebeständigen normalen Paraffine selektiv gekrackt und/oder zu wertvollen Isoparaffinen isomerisiert, so dall ein befriedigendes Kreislaufverfahren in angemessenem Umfang ermöglicht wird. Tabelle IH Vergleich des erfindungsgemäß verwendeten Nickel-Wolfram-Katalysators auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger der ersten Stufe mit einem Katalysator mit einem Kieselerde-Tonerde-Träger hinsichtlich der Herstellung von mittleren Destillaten Die folgende Tabelle zeigt die Besonderheit des bevorzugten erfindungsgemäß verwendeten Katalysators der ersten Stufe auf Kieselerde-Magnesia zur Herstellung von mittleren Destillaten aus verschiedenen Kohlenwasserstoffbeschickungen, im Vergleich mit einem Katalysator mit einem Kieselerde-Tonerde-Träger. In diesem Fall verwendet man als Beschickung ein hydrofiniertes, bei 343 bis 438° C siedendes Midway-Gasöl, das 0,00036% Gesamtstickstoff enthält. .Es wird bei einer Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit von 0,77, einem Druck von 105 kg/cm2 und einer Wasserstoffgeschwindigkeit von 89,1 m3/hl der Beschickung über jedem der beiden Katalysatoren hydrogekrackt, wobei die folgenden Ergebnisse erzielt werden:
    Temperatur Gesamtumwandlung °/o Produkt im
    Katalysator in Produkte, die Siedebereich
    o C unter 343° C sieden von 204 bis 343° C
    NiW auf Si02 - A1203 ............................... 343 53,2 41
    NiW auf Si02 - Mg0 ................................ 343 53,4 49
    Tabelle IV Regenerierbarkeit des erfindungsgemäß verwendeten Nickel-Wolfram-Katalysators auf Kieselerde-Magnesia der ersten Stufe und Wirksamkeit des regenerierten Katalysators Die folgende Tabelle erläutert die Regenerierbarkeit des erfindungsgemäß verwendeten Katalysators aus Nickel-Wolfram auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger. Ein Katalysator aus 7,0% Nickel und 19,3% Wolfram auf einem Kieselerde-Magnesia-Träger, welcher 27,7% Magnesia enthielt und eine Fläche von 316 m=/g hatte, wurde in einen Hydrokrackreaktor eingeführt und 120 Stunden bei 140 kg/cm2, bei einer Flüssigkeitsraumgeschwindib keit von 1,0, einer durchschnittlichen Katalysatortemperatur von 404°C und einer Wasserstoffgeschwindigkeit von 98 m3/hl Beschickung mit einer Kohlenwasserstoffbeschickung mit einem Siedebereich von 343 bis 528° C in Kontakt gebracht, wobei die genannte Beschickung ein spezifisches Gewicht von 0,9180, einen Anilinpunkt von 81° C, einen Gießpunkt von -h90 ASTM und einen Gesamtstickstoffgehalt von 0,0665% hatte. Unter diesen Bedingungen wandelte der Katalysator 54 Gewichtsprozent der Beschickung in Produkte mit einem Siedepunkt unter 343° C (dem Anfangssiedepunkt der Beschickung) um, und das spezifische Gewicht der insgesamt erzielten Produkte betrug 0,8236.
  • Nach der genannten Betriebsdauer wurde der Katalysator in einem Stickstoff-Sauerstoff-Strom regeneriert, bei einem Reaktordruck von 42 kg/cm2 und einer Gasgeschwindigkeit von 0,566 m3/Stunde während einer Gesamtzeit von 20 Stunden. Während dieser Zeit wurde die Temperatur langsam von 260 auf 482° C und der Sauerstoffgehalt des Gases von 0,1 auf 4,0 Volumprozent gesteigert.
  • Der regenerierte Katalysator mit einer Fläche von 237 m2/g wurde dann zum Hydrokracken der gleichen Beschickung verwendet, für die er vor der Regenerierung unter den gleichen Bedingungen zum Hydrokracken verwendet worden war. Die Wirksamkeit des regenerierten Katalysators entsprach im wesentlichen jener im ursprünglichen frischen Zustand, wie die Umwandlung von 48 Gewichtsprozent der Beschickung bei einer durchschnittlichen Katalysatortemperatur von 399° C in Produkte mit einem Siedebereich unter dem Anfangssiedepunkt der Beschikkung zeigt, wobei die gesamten hergestellten Produkte ein spezifisches Gewicht von 0,8308 zeigen.
  • Es folgt eine Zusammenfassung der vorstehenden Ergebnisse:
    Durchschnittliche Gewicht Gewichtsprozentuale
    Fläche Katalysator- des Gesamt- Umwandlung
    temperatur Produktes in Produkte, die
    m2/9 o C unter 3430 C sieden
    Frischer Katalysator .......................... 316 403 40,3 54
    Regenerierter Katalysator ..................... 237 399 38,8 48
    Tabelle V Vergleich des erfindungsgemäß verwendeten Nickel-Wolfram-Katalysators der ersten Stufe auf Kieselerde-Magnesia mit üblichen Katalyslatoren hinsichtlich der Denitrierungsfähigkeit, der Stickstoffempfindlichkeit und Fähigkeit, stickstoffhaltige Beschickungen zu mittleren Destillaten umzuwandeln Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse, die sich mit dem erfindungsgemäß verwendeten Katalyslator der ersten Stufe und einem bisher üblichen Kataly- j sator mit niedrigem Säurewert bzw. einem üblichen Katalysator mit hohem Säurewert erzielen lassen, wenn sie zum Hydrokracken einer bei 343 bis 538° C siedenden Kohlenwasserstoffbeschickung bei den angegebenen Temperaturen bei einer Flüssigkeitsraunigeschwindigkeit von 1,0, 140 kg/cm2 und einei Wasserstoffgeschwindigkeit von 115,8 m3/hl, mit einem Extionskreislauf der nicht umgewandelten Produkte verwendet werden. Die angegebenen niedrigen Stickstoffbeschickungen beziehen sich auf Beschickungen, die über 0,001% Stickstoff enthalten, z. B.0,001 bis O,lfl/o Stickstoff.
    W 0
    auf Si02 Mg0 6°/o Ni -I- 22% Mo auf S Özo NÄIQO$
    27 oa Mg0 auf AL203 90 e/0 Si0E
    Temperatur in ° C für die 50°/oige Umwandlung bei
    Beschickung mit niedrigem Stickstoffgehalt . . . ... 343 454 288
    Temperatur in ° C für die 50o/oige Umwandlung bei
    Beschickung mit hohem N-Gehalt .............. 393 454 404
    Maximale Ausbeute des von 160 bis 343° C sieden-
    den mittleren Destillats, bei Beschickung mit hohem
    N-Gehalt, o/o ................................. 75 bis 85 75 bis 85 55 bis 65
    i-C4/n-C4 Produktverhältnis ...................... hoch niedrig hoch
    Gießpunkt des synthetischen mittleren Destillatpro-
    0
    Relative Denitrierungswirksamkeit ................ 1,3 1,0 0,1
    Empfindlichkeit gegenüber S ..................... Null Null Null
    Empfindlichkeit gegenüber N ..................... niedrig Null hoch

Claims (3)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Benzin und mittleren Destillaten aus einer aus Erdöldestillaten mit einem Siedebereich von 93 bis 593° C oder aus über 260° C siedenden Erdölrückständen bestehenden Kohlenwasserstoffbeschickung durch katalytische Behandlung der genannten Beschickung und 17,82 bis 178,2 m3 Wasserstoff je Hektoliter der Beschickung bei Temperaturen zwischen 260 und 510° C, einem Druck über 35 kg/cm2 und einer Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit von 0,1 bis 4,0 in einer ersten Umwandlungszone, dadurch gekennzeichnet,daß man die Beschickung in der ersten Umwandlungszone mit einem Katalysator in Berührung bringt, der mindestens ein Metall der Gruppe VI des Periodischen Systems oder einer Verbindung eines Metalls der Gruppe VI als Hydrierungskomponente, mindestens ein Metall der Gruppe VIII oder eine Verbindung eines Metalls der Gruppe VIII als Hydrierungskomponente und Kieselerde-Magnesia enthält, aus dem aus der ersten Umwandlungszone austretenden Strom ein mittleres Destillat und ein Leichtbenzin gewinnt, gegebenenfalls einen Teil des aus der ersten Umwandlungszone austretenden Stromes in die erste Umwandlungszone zurückführt, in einer zweiten Umwandlungszone mindestens einen wesentlichen Teil des aus der ersten Umwandlungszone austretenden Stromes in Gegenwart eines aktiven sauren Krackkatalysators krackt, aus dem aus der zweiten Umwandlungszone . austretenden Strom ein Benzinprodukt gewinnt und gegebenenfalls einen Teil des aus der zweiten Umwandlungszone austretenden Stromes in die zweite Umwandlungszone zurückführt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in der ersten Umwandlungzone einen Katalysator verwendet, der als Hydrierungskomponente wenigstens Nickel, eine Nickelverbindung, Wolfram oder eine Wolframverbindung enthält.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen wesentlichen Teil des aus der ersten Umwandlungszone austretenden Stromes, der zwischen 82 und 149° C siedet, in die zweite Umwandlungszone leitet und daß man einen Teil des aus der ersten Umwandlungs= zone austretenden Stromes, der über 343° C siedet, in die erste Umwandlungszone zurückleitet, 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge= kennzeichnet, daß man sowohl einen wesentlichen Teil des zwischen 82 und I49° C siedenden Stromes als auch einen wesentlichen Teil des übet 343° C siedenden Stromes in der zweiten Um= wandlungszone hydrokrackt, indem man den letzteren nur durch einen Teil der Katalysator= masse leitet. In Betracht gezogene Druckschriften: Französische Patentschriften Nr. 1313 068, 1327 395, 1287 661, 1291079; britische Patentschriften Nr. 934 382, 902 437; belgische Patentschrift Nr. 629 041; USA.-Patentschrift Nr. 3 047 490. Bei der Bekanntmachung der Anmeldung sind drei Prioritätsbelege ausgelegt worden.
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Citations (8)

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