DE1229565B - Verstellbarer Schlagpanzer fuer Schachtoefen, insbesondere Hochoefen - Google Patents
Verstellbarer Schlagpanzer fuer Schachtoefen, insbesondere HochoefenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl:
C21b
Deutsche Kl.: 18 a - 7/08
Nummer: 1229 565
Aktenzeichen: K 49845 VI a/18 a
Anmeldetag: 28. Mai 1963
Auslegetag; 1. Dezember 1966
■Die Erfindung bezieht sich auf einen verstellbaren
Schlagpanzer für Schachtöfen, insbesondere Hochöfen, der aus mehreren einzelnen, mit Abstand von
dem Ofenmantel angeordneten Platten besteht, wobei an jede Platte eine mit der Decke des Schachtofens
gelenkig verbundene Stange angreift und auf der Rückseite der Platten eine Parallelführung vorgesehen
ist, die ihrerseits Ringe aufweist, welche durch in gleichmäßigen Abständen entlang dem Umfang
angeordnete Stangen und eine Betätigungsvorrichtung
heb- und senkbar sind.
Ein Schlagpanzer in Schachtöfen hat die Aufgabe, das Mauerwerk oder die Auskleidung des Schachtofens
beim Einbringen der Gattierungsstoffe vor Beschädigungen
zu schützen. Abhängig von der Fallhöhe, dem Schüttwinkel und dem jeweiligen Gewicht
der Gattierungsstoffe·.. prallen diese unter verschiedenen
Winkeln vom Schlagpanzer ab und gelangen damit in verschiedene Zonen des Ofenquerschnittes.
Bei Schachtöfen muß jedoch eine gleichmäßige und regelbare Verteilung über den Ofenquerschnitt erzielt
werden, um eine unregelmäßige Verteilung der Gattierung bzw. bei Hochöfen eine Entmischung des
Möllers zu vermeiden.
Bekannte Schlagpanzer bestehen entweder aus einer starren Schürze oder einem mit dem Mauerwerk
des Schachtofens verbundenen starren Mantel. Um die oben erläuterte gewünschte regelmäßige Verteilung
zu erreichen und eine Entmischung des Möllers zu vermeiden, wurde bereits bei einem Hochofen
ein Schlagpanzer vorgeschlagen, der aus mehreren einzelnen, zu einem Mantel angeordneten Platten
besteht, wobei die Platten in zwei Höhenlagen an ihren dem Ofenmantel zugekehrten Seiten mit
schräg zur Ofenmitte verlaufenden Anlageflächen versehen sind, die an gleichgerichteten Flächen anliegen,
die an einem den Schlagpanzer umgebenden Ring angeordnet sind. Zur Verstellung der vertikal
gerichteten Schlagpanzer in Richtung zur Ofenmitte um einen nur möglichen geringen Betrag wird dann
der Ring durch Zugstangen, die aus dem Ofen herausragen, angehoben. Der Aufwand für diese
Vorrichtung ist sehr groß und die ganze Anordnung ist schwer, so daß die Verstellung der Schlagpanzer
zur Verringerung oder Erweiterung des Durchmessers des durch die Platten gebildeten Schlagpanzermantels
erhebliche Kräfte beansprucht. Diese erforderlichen Kräfte sind nicht nur bedingt durch
die notwendige schwere Ausführung, sondern auch durch die Überwindung der Reibungskräfte der anliegenden,
durch Rinnenprofile geführten Flächen.
Es wird insbesondere hierzu bemerkt, daß für jede Verstellbarer Schlagpanzer für Schachtöfen,
insbesondere Hochöfen
insbesondere Hochöfen
Anmelder:
Kölsch-Fölzer-Werke Aktiengesellschaft, Siegen
Als Erfinder benannt:
Ernst Junker, Siegen;
Werner Schmallenbach, Netphen
Ernst Junker, Siegen;
Werner Schmallenbach, Netphen
einzelne Platte bei dieser bekannten Konstruktion vier Gleitflächen vorhanden sein müssen, nämlich
zwei Gleitflächen zwischen dem oberen Gleitring und keilförmigen Gleitstücken und weiterhin zwischen
dem unteren Gleitring und entsprechenden Gleitstücken
und schließlich weitere Gleitflächen zwischen Führungsstücken und der Schachtofenwandung. Abgesehen
davon, daß Gleitflächen in einem so rauhen Betrieb, wie in einem Schachtofenbetrieb starkem
Verschleiß unterworfen sind, können sich auch Ansätze oder andere Störungen bilden, die ein ungehindertes
Gleiten der betreffenden Teile aufeinander und
damit eine ordnungsgemäße Verstellung behindern. Es kommt hinzu, daß sämtliche Gleitflächen sehr
:· intensiv der Schlagwirkung ausgesetzt sind. Nachteilig ist ferner, daß die Gleitflächen nur eine verhältnismäßig
geringe Verstellung in bezug auf den Schlagpanzerumfang bzw. den -durchmesser erlauben und
. daß es keine Möglichkeit einer Einstellbarkeit gibt.
Weiterhin sind mehrere Konstruktionen für die Halterung und Verstellung der Platten vorgeschlagen
worden, wobei die einzelnen Platten jeweils an ihrem oberen Ende gelenkig aufgehängt sind. Auf der Rückseite
der Platten greifen im wesentlichen waagerecht geführte Stangen an, die durch außerhalb des Ofenmantels
angebrachte Betätigungsvorrichtungen so verschoben werden können, daß die Platten um ihre
oberen Gelenke verschwenkt werden. Nachteilig ist bei diesen Konstruktionen, daß die Platten nicht im
Sinne der nachfolgend beschriebenen Erfindung angehoben und abgesenkt werden können und gleichzeitig
keine Veränderung des Ofendurchmessers erzielt werden kann; die Verstellung bzw. der Schwenkbereich
kann im übrigen auch nur einen verhältnismäßig kleinen Winkelbereich umfassen, da andernfalls
die Kraftkomponenten der aus dem aufprallenden Material entstehenden Kräfte senkrecht zu der
jeweiligen Platte viel zu groß werden. Auch bei
609 729.281
kleineren Winkelbereichen der Schwenkbewegung wirken sich die durch Aufprall des Materials entstehenden
Kräfte auf die Betätigungsvorrichtungen aus.
Der Erfindung liegt, demgegenüber die Aufgabe zugrunde, die Nachteile der bekannten ^verstellbaren
Schlagpanzer in Schachtöfen m vermeiden und eine
Konstruktion zu schaffen, die einfach und vergleichsweise leicht ist, dennoch dem rauhen Ofenbetrieb
standhält, also sehr'robust ausgestaltet ist und auch die Veränderung des Ofendurchmessers im Bereich
des Schlagpanzers in einem bisher nicht für möglich angesehenen großen veränderlichen Maße zu verwirklichen.
Ausgehend von einem zu Anfang erläuterten verstellbaren Schlagpanzer wird die gestellte Aufgabe
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Parallelführung aus je zwei nebeneinander angeordneten
Parallelgestängen besteht, die an Gelenkpunkten einerseits auf der Rückseite der Platten und andererseits
an den Ringen angelenkt sind.
Auf diese Weise, ergeben sich für die Praxis erhebliche
Vorteile, nämlich im wesentlichen, daß ein großer Verstellweg bzw. eine große Verstellbarkeit
des Schlagpanzers in bezug auf den Umfang oder den Durchmesser erreicht werden kann, daß ferner eine
bessere Anpassungsfähigkeit an die möglichen Anforderungen des Hüttenbetriebes erreicht werden
kann und daß der Verstelhnechanismus der Panzerplatten einfach und solide in der Herstellung und auf
die Dauer sehr betriebssicher ist, da nur einfache Drehgelenke vorhanden sind.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung wird dadurch erreicht, daß die Parallelgestänge
aus von den Ringen schräg nach oben zu den Gelenkpunkten der Platten verlaufenden Lenkern bestehen.
Eine weitere Vergrößerung und Verbesserung des Verstellbereiches wird in weiterer Ausgestaltung der
Erfindung dadurch erreicht, daß die oberen Lenker jedes Parallelgestänges einer Platte eine den unteren
Lenkern der Platte gegenüber verschiedene regulierbare Länge besitzen.
> Die Erfindung ist in der Zeichnung an Hand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Sie beschränkt
sich nicht auf die dargestellte Ausführungsform, vielmehr sind weitere, im Rahmen des allgemeinen Erfindungsgedankens
liegende Abwandlungen möglich. Es zeigt
F i g. A einen vertikalen Schnitt durch einen Teil der Gicht eines Hochofens,
F i g. B einen Schnitt in horizontaler Ebene der Ausbildung und Anordnung nach F i g. A.
Der Schlagpanzer besteht aus den rechteckigen Platten 1 und la, die gekrümmt sind, wobei die
Krümmung einen Radius hat, der ihrer durchschnittlichen Stellung in einer Entfernung von der Mittelachse
des Schachtofens entspricht. Die Platten 1,1« bilden einen ringsumlaufenden Mantel, und an den
vertikal gerichteten Seiten überlappen die Platten 1 und la einander, so daß der Möller bei seinem Einbringen
durch den Gichtverschluß nicht in einem Bereich zwischen den Platten 1 bzw. la und dem
Ofenmantel gelangen kann. Die Platten la stehen den Platten 1 gegenüber vor, und der Spalt zwischen
den Platten la wird durch die dahinterliegende Platte 1 vollkommen abgedeckt. Die Platten 1 und la
haben in zwei verschiedenen Höhenlagen paarweise Lenker 3, die an der Rückseite der Platte und an umlaufenden
Ringen 4 angelenkt sind; Am oberen-Ende und in der Mitte einer jeden Platte 1 bzw. la ist
weiterhin eine gelenkige Aufhängung 2 vorhanden, die an der Decke des Schachtes ebenfalls gelenkig
angeordnet ist. „
. Die Ringe-4 sind5 in gleichmäßigem Abstand über
ihren Umfang verteilt, mit Distanzstücken 5 versehen, um den Abstand zwischen den Ringen zu sichern.
Am oberen Ring 4 greifen wiederum in gleichmäßigem
ίο Abstand über den Umfang verteilt Stangen 6 an, die
vertikal gerichtet aus dem Ofen herausragen und durch eine hydraulische, pneumatische oder mechanische
Betätigungsvorrichtung angehoben bzw. abgesenkt werden, ^o daß überdiese das Anheben oder
Absenken der Ringe 4 und 5 erfolgt. Die Distanzstücke 5 stellen vorzugsweise die Verlängerung der
Stangen 6 dar und sind mit diesen einstückig hergestellt.
- : . ■ ; .. . -.-■■-'-Um
eine Verdrehung der Ringe zu vermeiden,
ao wirken diese mit vertikal gerichteten Führungen 8 zusammen, die am inneren Ofenmantel 9 angebracht
sind. Der Ofenraum wird ini Bereich der Durchgangsstellen der Stangen 6 durch Stopfbüchsen 10 abgedichtet.
Durch Anheben der Stangen 6 um einen Betrag b
werden die Platten 1 und la aus der in voller Linie dargestellten Lage in einer Parallelverschiebung zur
Schachtofenmitte hin um den Betrag α in die in gestrichelter Linie dargestellte Stellung verschoben. Dadurch
kann der aus den Platten gebildete Mantel den großen Innendurchmesser D und den kleinen Innendurchmesser
d einnehmen. Dies sind jedoch nicht die erreichbaren Endstellungen, weil durch ein oft
weiteres Anheben der Stangen 6 der Durchmesser noch kleiner gestaltet werden kann. Auch wird durch
ein noch weiteres Absenken ein noch größerer Durchmesser ermöglicht. In der Praxis reicht aber der in
der Zeichnung dargestellte Bereich der Verstellung mit seinen Zwischenstellungen aus.
Durch eine Verkürzung der oberen Lenker 3 den unteren Lenkern 3 gegenüber läßt sich auch eine
Schrägstellung der Schlagplatten ermöglichen, so daß der aus den einzelnen Platten gebildete Mantel
trichterförmig verläuft und sich nach unten verjüngt.
Auch ist es möglich, die Länge der oberen Lenker 3 nach Art eines Spannschlosses zu verstellen.
Claims (3)
1. Verstellbarer Schlagpanzer für Schachtofen, insbesondere Hochöfen, der aus mehreren einzelnen,
mit Abstand von dem Ofenmantel angeordneten Platten besteht, wobei an jede Platte eine
mit der Decke des Schachtofens gelenkig verbundene Stange angreift und auf der Rückseite der
Platten eine Parallelführung vorgesehen ist, die ihrerseits Ringe aufweist, welche durch in gleichmäßigen
Abständen entlang dem Umfang angeordnete Stangen und eine Betätigungsvorrichtung
heb- und senkbar sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Parallelführung aus je zwei nebeneinander angeordneten Parallelgestängen (3)
besteht, die an Gelenkpunkten einerseits auf der Rückseite der Platten (1, la) und andererseits an
den Ringen (4) angelenkt sind.
2. Verstellbarer Schlagpanzer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Parallelgestänge
aus von den Ringen (4) schräg nach oben zu den
Gelenkpunkten der Platten (1,1α) verlaufenden Lenkern (3) bestehen.
3. Verstellbarer Schlagpanzer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die oberen
Lenker (3) jedes Parallelgestänges einer Platte (1, la) eine den unteren Lenkern der Platte gegenüber
verschiedenen regulierbare Länge besitzen.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 416 493; USA.-Patentschrift Nr. 3 009 691.
In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 1206454.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
609 729/281 11.66 © Bundesdruckerei Berlin
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