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Vorrichtung an Schleppflugzeugen zur Aufnahme und Halterung von Schleppzielen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung an Schleppflugzeugen zur Aufnahme
und Halterung von Schleppzielen, die mit langgestreckten sondenähnlichen Nasenteilen
ausgestattet sind, wobei zum Ein- und Ausfahren der Seilverbindung zwischen Schleppflugzeug
und Schleppzielen eine mit der Vorrichtung zusammenwirkende Seiltrommel vorgesehen
ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Aufstoßen des Schleppziels
beim Hineinziehen in die Haltevorrichtung abbremsen und trotzdem das Schleppziel
verankern zu können.
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Zum Lösen dieser Aufgabe ist nach der Erfindung ein innerhalb der
Haltevorrichtung in Einziehrichtung des Schleppziels gegen die Wirkung einer Kraft
be-
weglicher Aufnahmekörper für die Spitze der Nase sowie eine an dem Aufnahmekörper
vorgesehene, in dessen zurückgezogener Stellung selbsttätig wirksam werdende Verriegelung
für die Nasenspitze vorgesehen.
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Die Unteransprüche betreffen vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
In den Ansprüchen 6 und 7
ist dabei berücksichtigt, daß an dein Schleppziel
bei schräggestellten Schwanzflossen auch beim Transport ein Drehinoment um die Längsachse
wirkt. Wegen der relativen Beweglichkeit zwischen dem Aufnahmekörper für die Spitze
der Nase und die Unterstützung der Nasenwurzel ist Vorsorge getroffen, daß eine
Drehbewegung des Schleppziels während des Transports möglich, oder aber alternativ
blockiert ist.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung an mehreren
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 eine Seitenansicht
eines Flugzeugs mit Strahlantrieb für hohe Fluggeschwindigkeiten mit einer Schleppzielhalterung
und Schleppziel, F i g. 2 einen in größerem Maßstab gezeichneten Längsschnitt
der Halterung und des vorderen Endes des Schleppziels, F i g. 3 einen Querschnitt
längs der Linie 3-3 in F i g. 2, F i g. 4 einen Querschnitt
längs der Linie 4-4 in Fig.2, F i g. 5 eine teilweise als Längsschnitt gezeichnete
Seitenansicht, aus der die Konstruktion des Aufnahmekörpers hervorgeht, F i
g. 6 einen der Linie 6-6 in F i g. 5 folgenden Schnitt; F i
g. 7 zeigt, wie die Schleppzielhalterung gegenüber dem Flugzeug gekippt werden
kann, um das Schleppziel abzuwerfen bzw. einzuholen, F i g. 8 eine teilweise
als Längsschnitt gezeichnete Seitenansicht der Halterung, F i g. 9 eine perspektivische
Teildarstellung einer zweiten Ausbildungsform, bei der die Halterung das Schleppziel
so festhält, daß es sich nicht drehen kann,und F i & 10 einen Teilschnitt
längs der Linie 10-10 in F i g. 9.
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Das Schleppziel T (F i g. 7) hat eine schlanke, sich
verjüngende langgestreckte Nase 22, mit der das Schleppseil 24 verbunden ist; die
Festigkeit und Starrheit der Nase 22 reicht aus, um den stroinlinienförfnigen Körper
des Schleppziels zu tragen. Eine Haltevorrichtung L ist an der Unterseite der Tragfläche
26 des Flugzeugs mit Hilfe einer stromlinienförmigen Strebe 28 befestigt.
Wenn sich das Schleppziel in seiner Transportstellung befindet, ist die Nase 22
in die Haltevorrichtung L eingeschoben und wird von ihr so festgehalten, daß das
Schleppziel gemäß F i g. 1 frei tragend unterstützt wird.
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Das Schleppziel T trägt einen Satz von Schwanzflössen 30, die
vorzugsweise etwas schräggestellt sind, damit sich das Schleppziel um seine Längsachse
dreht, um seine Flugstabilität zu verbessern.
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Da sich das Schleppziel T um seine Längsachse dreht, ist das Schleppseil
24 mit der Nase 22 durch ein drehbares Gelenk verbunden.
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Die Haltevorrichtung L umfaßt ein Röhrstück 54, an dessen hinterem
Ende ein drehbarer Ring 55 gelagert ist, der gemäß F i g. 2 eine sich
erweiternde Öffnung aufweist, um das vorde ' re Ende des Schleppziels im
Bereich der Nase 22 aufnehmen zu können-,
Bei der gezeigten Konstruktion
ist der drehbare Auf-
nahmering 55 in eineinKugellager 56 innerhalb
eines Lagerhalterings 58 gelagert, wobei letzterer in den Körper 54 eingeschoben
ist und durch Bolzen 60 in seiner Lage gehalten wird.
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Im Inneren des Rohrstücks 54 ist ein Aufnahmekörper 62 angeordhet,
der einen sich nach h#inten öffnenden Abschnitt-. 64, zum Aufnehmen der Nasenspitze
46 aufweist. Der Aufnahmekörper 62 ist in der Längsrichtung durch-
Rollen geführt, die in Längsnuten 66 des Aufnahmekörpers laufen. Bei der
gezeigten Konstruktion sind vier Führungsnuten vorgesehen, in die ein vorderer Satz
von vier Rollen 68
eingreift, die in einem vorderen Tragstück 70 gelagert
sind, sowie ein hinterer Satz von vier Rollen 72, die durch `ein -hinteres#Haltestück
74 drehbar unterstützt werden.
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Der Aufnahmekörper62 wird durch vier sich in der Längsrichtung -erstreckende
Schraubenfedern76 ständig in Richtung auf seine hintere ausgefahrene Stellung vorgespannt.
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,gs ei Bei dem AU-Sführ'#-m' b *spiel wird das Schleppseil
24 auf einer Trominel80 (Fig.1) außerhalb der HaltevorrichtungL aufgewickelt. Die
Trommel ist innerhalb der Strebe 28 angebracht. Das Seil 24 läuft über Umlenkrollch
38"1-, 82 und 83 (F i g. 8) und eine Kappvorrichtung 84i durch den
Aufnahmekörper 62
zur Nasenspitze 46 des Schleppziels.
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Das Schleppseil 24 kann unter Spannung gesetzt werden, um das Schleppziel
gemäß F i g. 2 in Eingriff mit der Haltevorrichtung zu halten, wobei der
Aufnahmekörper 62 seine -zurückgezogene Stellung einnimmt.
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Die Verriegelung für die Nasenspitze 46 wird durch eine Klinke
85 gebildet, die in einem Längsschlitz 86
des Aufnahmekörpers
62 angeordnet und durch einen Bolzen 88 gelagert ist. Die Klinke
85 greift in eine Ringnut 92 an der Nasenspitze 46 des Schleppziels
ein, sobald die Nasenspitze vollständig in die Öffnung 64 eingeführt und- der Aufnahmekörper
62 vollständig zurückgezogen ist, wobei die Klinke 85 gemäß F i
g. 2 durch die oberste Führungsrolle 72 niedergedrückt wird und die
Nasenspitze in der Öffnung 64 verriegelt.
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Die Verriegelung zum Festhalten des Aufnahmekörpers 62 in seiner
vollständig zurückgezogenen Stellung besteht aus einem Sperrstück 95, das
durch den Anker eines ferristeuerbaren Elektromagneten 96
gebildet wird. Das
Sperrstück 95 ist durch eine hier nicht gezeigte Feder - in Richtung
auf seine Sperrstellung (F i g. 2) vorgespannt und an seinem Ende bei
98 abgeschrägt. Wenn der Aufnahmekörper 62
durch das Schleppseil 24
zurückgezogen wird, nachdem die Nasenspitze 46 in die Öffnung 64 eingetreten ist,
schiebt der Flansch 78 des Aufnahmekörpers, der an dem abgeschrägten Ende
98 des Sperrstücks angreift, das Sperrstück zurück, woraufhin das Sperrstück
hinter dem Flansch wieder nach unten fällt, um den Flansch festzuhalten.
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Von einem Schleppzielflug wird das Schleppziel T durch die Seiltrommel
80 in die Haltevorrichtung L hineingezogen und der Aufnahmekörper
62 in seiner zurückgezogenen Stellung verriegelt. Schleppziel und Haltevorrichtung
L bilden dann zusammen einen stromlinienförmigen Körper, dessen Luftwiderstand
i genügend niedrig ist,- daß das Flugzeug den Schießplatz mit einer relativ hohen
Fluggeschwindigkeit erreichen kann. Über dem Schießplatz wird dann die Haltevorrichtung
gekippt und der Elektromagnet 96 durch Fernbetätigung vom Flugzeug 20 aus
eingeschaltet. Dadurch wird das Sperrstück 95 zurückgezogen, und die
'Trommel 80 läßt das Schleppseil 24 so weit nach, daß das Schleppziel
abgeworfen werden kann. Die vier Schraubenfedern 76 schleudern den Aufnahmekörper
62 nach hinten, bis er seine äußerste Stellung erreicht, bei der der radiale
Flansch 78 zur Anlage an dem Haltestück 70 für die Führungsrollen
kommt, so daß das Schleppziel nach hinten bewegt und vollständig in den Luftstrom
hinein abgeworfen wird. Sobald sich das Schleppziel vollständig aus der Haltevorrichtung
entfernt hat, nimmt es seinen normalen Anstellwinkel ein, und das Schleppseil 24
kann so weit abgespult werden, bis das Schleppziel den gewünschten Abstand von dem
Schleppflugzeug 20 erreicht hat. Da die Schwanzflossen 30 etwas schräggestellt
sind, dreht sich das Schleppziel um seine Längsachse, und die drehbare Nasenspitze
46 ermöglicht diese unabhängige Drehbewegung des Schleppziels gegenüber dem Schleppseil
24.
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Wenn es aus irgendeinem Grunde erwünscht ist, das Schleppziel während
des Nachschleppens vollständig abzuwerfen, kann man die Kappvorrichtung 84 durch
Fernbetätigung einschalten, um das Schleppseil zu kappen.
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Wenn das Schleppseil 24 aufgewickelt wird, um das Schleppziel wieder
einzuholen, wird der Motor 122 durch Femsteuerung eingeschaltet, um die Haltevorrichtung
L nach unten zu kippen, wie es in F i g. 7 mit strichpunktierten Linien angedeutet
ist, wobei der Neigungswinkel der Haltevorrichtung annähernd gleich dem Anstellwinkel
des Schleppziels ist. Wenn die Haltevorrichtung geneigt ist, fluchtet die Nase 22
annähernd mit der Haltevorrichtung, so daß sie leicht in diese eintreten kann, ohne
größeren Biegebeanspruchungen ausgesetzt zu werden.
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Hierbei tritt die Nasenspitze 46 in Berührung mit der sich nach hinten
erweiternden Mündung 65 des Aufnahmekörpers 62 und wird so in die
Öffnung 64 eingeführt, wobei der unter Federspannung stehende Aufnahmekörper als
Stoßdämpfer wirkt, um das Schleppziel abzubremsen. Wenn die Nasenspitze 46 vollständig
in die Öffnung 64 eingetreten ist, fällt die Klinke 85 hinter die Ringnut
92 der Nasenspitze. Beim weiteren Aufwickeln des Schleppseils 24 wird der
Aufnahmekörper 62 entgegen der Kraft der Fedem 76 weiter zurückgezogen,
bis der radiale Flansch 78 des Aufnahmekörpers automatisch von dem Sperrstück
95 erfaßt wird. Wenn der Aufnahmekörper 62
vollständig zurückgezogen
ist, wird die Klinke 85 in der schon erläuterten Weise durch die Führungsrolle
72 eingerastet.
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Das Schleppziel T dreht sich bei seiner Annäherung an die Haltevorrichtung
L um seine Längsachse und setzt diese Drehbewegung auch nach dem vollständigen Einführen
in die Haltevorrichtung fort. Normalerweise steht die Nasenspitze 46 in der öffnung
64 still (F i g. 2), wobei es die drehbare Lagerung der Nasenspitze dem Schleppziel
ermöglicht, seine Drehbewegung fortzusetzen. Der drehbare Heckabschnitt
55 greift mit enger Passung am vorderen Ende des Schleppziels im Bereich
der Basis der Nase 22 an, so daß die Nase an einer zweiten Stelle unterstützt wird,
ohne das Schleppziel daran zu hindem, sich um seine Längsachse zu drehen. Durch
die Verwendung eines drehbaren Verbindungsstücks
46 in Kombination
mit einem drehbaren Heckabschnitt 55 am hinteren Ende der Haltevorrichtung
wird die Gefahr ausgeschaltet, daß das Schleppziel durch zu starke Drehmomente beansprucht
wird, wenn es in Eingriff mit der Haltevorrichtung gebracht wird.
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Gegebenenfalls kann man den drehbaren Heckabschnitt 55 am hinteren
Ende der Haltevorrichtung L weglassen. Gemäß F i g. 9 und 10 kann
das hintere Ende der entsprechend abgeänderten Haltevorrichtung L' mit einem feststehenden
kreisrunden Heckabschnitt 134 versehen sein, der an dem Schleppziel im Bereich der
Basis der Nase 22 angreift, um es zu unterstützen. Drehbewegungen des Schleppziels
gegenüber der Haltevorrichtung werden dadurch verhindert, daß das Schleppziel T'
eine Raste 135 aufweist und der feststehende runde Heckabschnitt 134 mit
einer Aussparung 136 zum Aufnehmen der Raste 135 versehen ist. Wenn
das sich drehende Schleppziel 7' in die Haltevorrichtung L' hineingezogen
wird, dreht sich das Schleppziel weiter, bis es in Reibungsberührung mit dem Heckabschnitt
134 kommt und bis die Raste 135 in die Aussparung 136 hineingezogen
wird.