DE122885C - - Google Patents

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DE122885C
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pile threads
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D27/00Woven pile fabrics
    • D03D27/02Woven pile fabrics wherein the pile is formed by warp or weft
    • D03D27/10Fabrics woven face-to-face, e.g. double velvet

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

PATENTAMT
KLASSE 86 d.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein neues Verfahren zur Herstellung von bunt gemusterten Jacquard-Doppelflorgeweben, welches sich namentlich dadurch charakterisirt, dais nur mit einfachem Har-. nisch und auch nur mit einfachem Fach gearbeitet wird, und dennoch beide Waaren gleichmäisig ausfallen, ferner, dais die Noppentheile nach erfolgtem Schnitt gleichmäfsig lang werden, also ein derart gleichmäfsiger Flor erzielt wird, dafs ein Nachscheeren desselben, wie dies bei den bis jetzt bekannt gewordenen Verfahren geschieht, nicht nothwendig ist.
Um das Wesen der vorliegenden Erfindung besser darzustellen, sollen hier die in Frage kommenden, bisher bekannt gewordenen Verfahren, wie folgt, kurz erwähnt werden.
Nach dem ältesten Verfahren arbeitete man mit einfachem Hochfach und ungetheiltem Harnisch. Bei diesem Verfahren fällt die Waare ungleichmäfsig aus, weil das todte Flormaterial nicht auf beide Waaren vertheilt wird, sondern nur in einer Waare zu liegen kommt.
Das durch das D. R. P. 85508 bekannt gewordene Verfahren unterscheidet sich von dem ältesten Verfahren nur. durch die Poldurchbindung. Bei dem durch das amerikanische Patent 411085 bekannt gewordenen Verfahren kommt ein getheilter Harnisch, also ein Doppelfach zur Verwendung, und es wird mit zwei Schützen gearbeitet. Die AVaare fällt bei diesem Verfahren wohl ziemlich gleichmäisig aus, doch ist die Einsteppung der florbildenden Fäden im oberen und unteren Gewebe verschieden; oben wird der florbildende Faden von einem Einzelnschufs eingesteppt, während derselbe unten von zwei auf einander folgenden Schüssen eingesteppt wird (oder umgekehrt). Durch die Einsteppung der zwei Schüsse wird unnöthigerweise mehr Material verbraucht und die Fabrikation vertheuert, zudem bekommt durch die ungleiche Vertheilung der Schüsse der Flor in der geschnittenen fertigen Waare einen ungleichen Schlui's, die Florfäden stehen unegal und es bilden sich verschieden breite Schufslinien. Ferner ist die Fabrikation durch die beständige Kreuzung der florbildenden Fäden wesentlich erschwert.
Bei den zuletzt bekannt gewordenen Verfahren, wie z. B. bei dem durch das D. R. P. 90420 geschützten, wird mit einfachem Fach, aber mit getheiltem Harnisch gearbeitet. Die Einsteppung des Florfadens ist dabei aber eine solche, dafs die Steppschüsse unmittelbar auf einander folgen und nicht durch Grundschüsse getrennt sind. Dadurch wird die' Länge des eingesteppten Fadens vom oberen zum unteren Gewebe kürzer als diejenige vom unteren zum oberen, wodurch die geschnittenen Noppen ungleich lang werden. Es entsteht dadurch eine ungleiche Florhöhe im Gewebe.
Aufserdem wird durch die vielen Kreuzungen des Materiales in den Webefächern die Verarbeitung sehr erschwert und eine Ungleichheit der Spannung der Florfäden erzeugt.
Das vorliegende neue Verfahren läist sich an Hand der Zeichnung wie folgt erklären:
Die Fig. ι bis 4 veranschaulichen die Fachbildung und die
Fig. 5 und 6 die Lage und die Bewegung der Flor- und Grundkettenfäden, um zu zeigen, dafs sich dieselben entgegen den anderen Verfahren nicht kreuzen. Es ist dabei ein vierchöriges Gewebe zu Grunde gelegt, bei welchem die Florfäden 1 und 2 im oberen Gewebe, die Florfaden 3 und 4 hingegen im unteren Gewebe einbinden, wenn sie nicht Flor bilden sollen. Die Grundkette der Oberwaare ist mit 8 und 9 und die der Unterwaare mit 10 und 11 bezeichnet.
Die Fachbildung vollzieht sich hierbei in folgender Weise:
Bei Fig. 1 stehen zunächst alle vier Florfäden im Unterfach; es wird ein Grundschufs Go für die Oberwaare eingetragen.
Bei Fig. 2 werden die Florfäden 1 und 2 gehoben, während die Fäden 3 und 4 tief bleiben; es wird ein Steppschuis So für die Oberwaare geschossen, der den Florfaden 2 einsteppt.
Bei Fig. 3 werden noch die Florfäden 3 und 4 gehoben; es wird der Grundschuis Gu in die' Unterwaare eingetragen.
Angenommen, es soll nun an dieser Stelle der mit 1 bezeichnete Florfaden, also z. B. der blaue, im Flor erscheinen. Zu diesem Zweck gehen, wie bei Fig. 4 angegeben, die Florfaden 1,3 und 4 tief; es wird ein Steppschufs Su in die Unterwaare eingetragen und der Florfaden 1 festgesteppt. Ist dies geschehen, dann geht auch noch der Florfaden 2 tief und es wird der Grundschufs Go1 in die Oberwaare eingetragen. Sodann gehen die Florfäden 1 und. 2 hoch, und der Faden 1 wird durch den Steppschufs So1 festgesteppt. Ist dies geschehen, dann werden noch die Fäden 3 und 4 gehoben und der Grundschufs GiJ1 in die Unterwaare eingetragen..
Soll an dieser Stelle der Florfaden 2 im Flor erscheinen, dann gehen die Fäden 2, 3 und 4 tief; es wird ein Steppschufs Su1 in die Unterwaare eingetragen und durch denselben der Florfaden 2 festgesteppt.
Wie aus Fig. 5 zu ersehen ist, hat der in die Unterwaare eingesteppte Florkettenfaden von So bis Su und von da bis So1 den gleichen Weg zurückgelegt, so dafs er im Gewebe das in Fig. 6 gezeigte Bild abgiebt. Schneidet man den gebildeten Flor in der Linie A-B durch, dann findet man, dais die Noppentheile D und E gleich lang sind, also ein gleichmäfsiger Flor entsteht und ein Nachscheeren desselben, wie dies bei Anwendung der bis jetzt bekannten Verfahren geschehen mufste, nicht mehr nothwendig ist.
Wie aus Fig. 5 zu ersehen ist, sind die Bewegungen der Flor- und Grundkettenfäden stets parallel, wodurch die Kreuzungen vermieden werden und eine gleichmäisige Spannung der Florfaden erreicht wird, was ebenfalls zur Bildung eines gleichmäfsigen Flors beiträgt.
Die Grundbindung kann beliebig durch eine Füllkette vermehrt werden; dies hat auf das Verhältnifs der Florfaden keinen Einflufs.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Herstellung von bunt gemusterten Jacquard - Doppelflorgeweben, dadurch gekennzeichnet, dafs für den Steppschufs der Oberwaare die in der Oberwaare einbindenden Polfäden und von den in der Unterwaare einbindenden nur die florbildenden gehoben werden und dann für den folgenden Grundschufs der Unterwaare auch die übrigen Polfäden nachgehoben werden und darauf für den Steppschufs der Unterwaare die in der Unterwaare einbindenden Polfäden und von den in der Oberwaare einbindenden nur die florbildenden nach unten bewegt werden, denen für den Grundschufs der ■ Oberwaare auch noch alle übrigen Polfäden nach unten folgen, wobei alle Bewegungen der Polfäden aus einer Einschufsfachlage in die andere direct und ohne alle Zwischenbewegungen geschehen, zum Zwecke, die Florfädenbewegungen auf das Mindestmafs zu beschränken und alle gegenläufigen Bewegungen der Florfaden bei gleichzeitiger Bewegung derselben innerhalb der Rietblätter zu vermeiden.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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