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Automatische Waffe mit in einem Verschlußgehäuse hin- und hergehenden
Verschluß Die Erfindung bezieht sich auf eine automatische Waffe mit einem Verschluß,
der sich mit einer einfachen hin- und hergehenden Translationsbewegung in einem
Verschlußgehäuse verschieben kann, welches in seinem oberen Teil eine Einführungsöffnung
für Patronen aus einem Zubringer und in seinem unteren Teil eine Auswurföffnung
für abgeschossene Hülsen aufweist, wobei eine Vorholfeder zwischen dem Verschluß
und dem hinteren Ende des Verschlußgehäuses angeordnet ist.
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Gegenüber bekannten automatischen Waffen der vorerwähnten Art soll
erreicht werden, daß die wesentlichen Organe der Waffe gegen äußere Einflüsse, wie
Stöße, Verunreinigungen usw. geschützt werden, daß die Waffe im Gewicht verhältnismäßig
leicht ist und daß alle wesentlichen Teile durch einfache Bearbeitungsvorgänge hergestellt
werden können.
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Die Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß bei der eingangs
erwähnten automatischen Waffe das Verschlußgehäuse rohrförmig und koaxial zum Lauf
ausgebildet ist und an der Rohrinnenwand zwei gegenüberliegende U-förmige Gleitschienen
zum Abstützen und Führen des Verschlusses seitlich befestigt sind, wobei die Gesamtanordnung
so getroffen ist, daß zwischen dem Verschluß mit den beiden Gleitschienen und dem
Verschlußgehäuse in letzterem oben und unten gestreckte Räume verbleiben, in denen
oben der Mechanismus zur Übertragung der Verschlußbewegung auf den Zubringer und
unten eine Durchladeeinrichtung untergebracht sind, wobei diese Mechanismen mit
dem Verschluß wenigstens über den größeren Teil der Translationsbewegung desselben
in direktem Eingriff stehen.
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Durch die erfindungsgemäße Formgebung kann das Verschlußgehäuse in
einfacher Weise aus einem vorgefertigten Rohrstück hergestellt werden, und die Bearbeitung
des Gehäuses kann im wesentlichen durch Bohren und Drehen erfolgen, so daß dieHerstellungbesonders
einfach und billig ist, und weiter wird erreicht, daß die wesentlichen Teile der
Waffe gegen äußere Einflüsse geschützt untergebracht werden können.
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Die Erfindung wird nun an Hand der anliegenden Zeichnung als Ausführungsbeispiel
erläutert, und zwar zeigen F i g. 1 a und 1 b einen lotrechten Schnitt durch die
erfindungsgemäße Waffe, wobei der Teilschnitt 1 b sich rechts an den Teilschnitt
1 a anschließt, F i g. 2, 3 und 4 drei Querschnitte nach den Linien II-11, HI-III
und IV-IV der F i g. 1.
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Die Erfindung ist nachstehend in ihrer Anwendung z. B. auf ein schweres
Maschinengewehr mit einem Kaliber von 20 mm erläutert. Ein den Verschlußkasten bildendes
rohrförmiges Gehäuse 1 hat Kreisquerschnitt und einen praktisch konstanten Durchmesser
(Außendurchmesser in der Größenordnung von 110 bis 120 mm). Es besitzt oben eine
öf&iung 2 zur Aufnahme des Zubringers und unten einen Durchlaß 3 für den Auswurf
der abgeschossenen Hülsen. Der Beschlag der Waffe bildet auf diese Weise ein Rohr,
welches für ein gegebenes Metallgewicht die größtmögliche Starrheit aufweist.
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Das Gehäuse 1 kann aus einem vorgefertigten Rohrstück, z. B. aus gezogenem
und behandeltem Stahl, hergestellt werden. Es kann jedoch auch aus zwei Rohrhälften
hergestellt werden, welche z. B. längs Mantellinien zusammengeschweißt sind.
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Die Bearbeitung des Gehäuses 1 kann jedenfalls im wesentlichen durch
Bohren und Drehen erfolgen, so daß seine Herstellung besonders einfach und billig
ist.
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Das Gehäuse 1 enthält innen in seiner Achsrichtung das Hinterende
des Laufs 4 unter Zwischenschaltung eines Rückstoßdämpfers, den Verschluß 18 mit
seinen Verriegelungs- und Entriegelungsteilen sowie einerseits hinten insbesondere
die Vorrichtung zur Dämpfung und Beschleunigung des Verschlusses und andererseits
oben und unten in gestreckten Räumen die Einrichtungen zum Antrieb des Zubringers
und zur Wiederherstellung der Schußbereitschaft der Waffe.
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Ganz vorn ist in das Gehäuse 1 innen ein Gewinde zur Aufnahme einer
Mutter 5 eingeschnitten, welche eine Bohrung zur Führung des Hinterendes des Laufs
4 unter Zwischenschaltung einer Muffe 6 besitzt. Der Lauf kann natürlich lösbar
in dieser Muffe befestigt werden, z. B. durch einen Bajonettverschluß.
Die
Muffe 6 ist durch eine.ringförmige Wand 7 im Innern des Gehäuses 1 geführt, das
durch eine Verschraubung 5 abgeschlossen ist. Die Muffe 6 geht in einen allgemein
zylindrischen Abschnitt 8 über, welcher den Lauf 4 bis zur Hinterkante desselben
umgibt, und hierauf schließlich rechts und links in zwei eine Gabel bildende Arme
9 (F i g. 6), welche so ausgebildet sind, daß der Verschluß zwischen sie treten
und sich an ihnen verriegeln kann. Eine Rückstoßdämpferfeder 10 stützt sich vorn
an der ringförmigen Wand 7 und hinten an einem sich gegen eine Schulter 12 des Gehäuses
1 liegenden ringförmigen Anschlag 11 ab. Dieser Anschlag führt den hinteren
Teil der gabelförmigen Muffe 6 so, daß der an dieser Muffe befestigte Lauf 4 in
der Längsrichtung gegenüber dem Gehäuse 1 gleiten kann, ohne sich jedoch gegenüber
diesem drehen zu können, wenn er bei jedem Schuß entgegen der Wirkung der Feder
10 zurückläuft und hierauf wieder vom anschlägt. Dieser Ring 11 nimmt auch die Drehmomente
auf, welche dadurch entstehen, daß das Geschoß durch die üblichen Züge des Laufs
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in Umdrehung versetzt wird.
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Mit dem Gehäuse 1 starr verbunden sind zwei U-förmige Gleitschienen
36. Durch die beschriebene Ausführung wird die Gesamtanordnung so getroffen, daß
zwischen dem Verschluß 18 mit den beiden Gleitschienen 36 oben und unten in diesem
Verschlußgehäuse gestreckte Räume verbleiben, in dessen oberem Raum der Mechanismus
zur übertragung der Verschlußbewegung auf den Zubringer und in dessen unterem Raum
eine Durchladeeinrichtung untergebracht sind, wobei dieser Mechanismus mit dem Verschluß
wenigstens über den größeren Teil der Translationsbewegung desselben in direktem
Eingriff steht, wie sich im einzelnen aus den nachstehenden Ausführungen ergibt.
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Zur Herstellung der Schußbereitschaft der Waffe bei geschlossenem
und verriegeltem Verschluß muß zunächst der Verriegelungs- und Schlagbolzentei119
in bezug auf den Verschlußkörper 18 bis zur Vornahme der Entriegelung rückwärts
verschoben werden, worauf diese Rückwärtsbewegung des Verriegelungs- und Schlagbolzenteils
fortgesetzt wird, bis Fangklinken die Fangnasen erfassen.
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Hierfür ist in dem innerhalb des Gehäuses 1 unter dem Verschlußkörper
18 und seiner Speicherfeder 22
vorhandenen Raum eine Durchladeeinrichtung
vorgesehen, die im wesentlichen durch eine endlose Kette 52 gebildet wird. Diese
Kette 52 ist zwischen zwei Kettenrädern 53 und 54 gespannt, deren Achsen
innen an der Wand des Gehäuses 1 vor der Auswurföffnung 3 bzw. in der Nähe des Hinterendes
des Gehäuses 1 befestigt sind. Die Lage und der Durchmesser dieser Kettenräder sind
so gewählt, daß die Trümmer der durch einen Spanner unter Spannung gehaltenen Kette
längs der Längsränder der öffnung 3 verlaufen, wobei sie jedoch diese öffnung vollständig
freilassen, damit der Auswurf der abgeschossenen Patronenhülsen zwischen den beiden
Trümmern der Kette ohne Behinderung durch diese erfolgen kann. Die Vorrichtung zur
Wiederherstellung der Schußbereitschaft ist innerhalb des Gehäuses 1 an einem entfembaren
Gestell 127 angebracht, an welchem die Kettenräder 53 und 54 gelagert
sind.
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Das hintere Kettenrad 54 kann durch einen äußeren Antrieb betätigt
werden, z. B. einen schwenkbaren Klinkenhebel, welcher den Antrieb der Kette in
einem gegebenen Sinn ermöglicht. An dem Kettentrumm, welches bei dem Antrieb der
Kette in diesem gegebenen Sinn zurückweicht, ist ein Mitnehmer 57 vorgesehen, welcher
mit der Rast 45 des Verschlußkörpers 18 in Eingriff kommen kann, wobei die Ausbildung
so getroffen ist, daß der Antrieb der Kette 52 mittels des Klinkenhebels diese Rast
stetig aus ihrer am weitesten vom liegenden Stellung in ihre am weitesten hinten
liegende Stellung bringt, in welcher der Verschlußkörper 18 an den Fangklinken verklinkt
ist. Bei dem ersten auf die Herstellung der Schußbereitschaft folgenden Abschuß
wird der Mitnehmer 57 durch die Rast 45 nach vorn zurückgeführt, nachdem der Klinkenhebel
von dem hinteren Kettenrad 54 auf beliebige geeignete Weise abgekuppelt wurde.
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Die Munitionszufuhr zu der Waffe erfolgt durch einen mit einem Gurt
versehenen Zubringer, dessen Gestell 58 an dem Gehäuse 1 über der in diesem vorgesehenen
oberen öffnung 2 befestigt ist.
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Dieser Zubringer ist so ausgebildet, daß er den Vorschub des Gurtes
um einen Schritt mittels der hin- und hergehenden Bewegung bewirkt, welche bei jedem
Arbeitsspiel des Verschlusses, d. h. beim Abschuß einer jeden Patrone, einem an
dem Hinterende des Gestells 58 des Zubringers angeordneten Antriebskopf 59 erteilt
wird.
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Zur Betätigung dieses Kopfes 59 ist in dem innerhalb des Gehäuses
1 über der Zone, in welcher sich der Verschlußkörper 18 bewegt, und hinter
der Hinterkante der öfnung 2 verfügbaren Raum ein schwenkbarer länglicher Nocken
60 angeordnet, der eine Schiene 63 trägt, die parallel zu der Achse des Laufs
4 (aber hinter diesem) liegt und an ihren beiden Enden in zwei Lagern 61 und 62
des Gehäuses 1 unmittelbar hinter der Hinterkante der Öffnung 2 bzw. an dessen hintersten
Abschnitt gelagert ist.
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Diese Schiene 63 besitzt eine schraubenförmige Nut, welche sich über
den größten Teil ihrer Länge erstreckt und mit einer Rolle 41 so zusammenwirkt,
daß, wenn der Verschluß gegenüber dem Gehäuse 1 zurückläuft, die in die Nut 63 eingreifende
Rolle 41 den Nocken 60 um einen gewissen Winkel verdreht. Die Rolle
41 ist an dem oberen Ende der mit dem Ansatz des Verschlußkörpers 18 fest
verbundenen Querachse 40 gelagert. Bei der Schließung des Verschlusses wird der
Zyklus in entgegengesetztem Sinn durchlaufen. Er bewirkt die Munitionszufuhr.
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Die Waffe besitzt außer einer offensichtlichen Einfachheit und Gedrängtheit
den Vorteil, daß sie sehr leicht vollständig gegen äußere Einwirkungen geschützt
ist.
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Ein weiterer offensichtlicher Vorteil ist ihre verhältnismäßige Leichtigkeit
sowie ihre billige Herstellung, da alle wesentlichen Teile durch einfache Bearbeitungsvorgänge
hergestellt werden können.