-
Impulsgeber mit mindestens einem Schutzrohrkontakt Bekanntlich bestehen
die sogenannten Schutzrohrkontakte aus einem Glasröhrchen mit zwei eingeschmolzenen
magnetisch leitenden Kontaktfedern. Die Kontaktfedern überdecken sich an der Kontaktstelle
und sind normalerweise in der Ruhelage so festgehalten, daß der Kontakt geöffnet
ist. Da die Kontaktflächen mit einem Edelmetallüberzug versehen sind und das Röhrchen
nllt einem Schutzgas gefüllt ist, können die Kontaktflächen nicht korrodieren. Man
erhält hierdurch auch nach 108- oder 109-Schaltungen noch eine einwandfreie Kontaktgabe.
Die Betätigung erfolgt dadurch, daß von außen her mit Hilfe von Spulen oder Dauermagneten
ein Magnetfeld angelegt wird, das sich über die Kontaktfedern schließt. Da der magnetische
Widerstand bei geschlossenem Kontakt ein Minium erreicht, werden die Kontaktfedern
bei Schließung mit ausreichendem Druck aufeinandergepreßt und neigen nicht zum Prellen.
-
Zur Betätigung derartiger Schutzrohrkontakte mit Permanentmagneten
ist eine Anordnung bekanntgeworden, die aus einem rotierenden Stabmagneten besteht,
dessen Kraftfluß über zwei mit dem Schutzrohrkontakt magnetisch leitend verbundener
Leitbleche zu den Kontaktfedern geführt wird. Diese Anordnung hat jedoch ein ziemlich
hohes Rückdrehmoment, das versucht, den Stabmagneten jeweils in eine der beiden
stabilen Lagen zu kippen. Wenn man derartige Impulsgeber bei empfindlichen Meßinstrumenten,
wie z. B. Wasserzählern, Gaszählern oder Elektrizitätszählern, anwenden will, ergibt
sich eine unzulässig große Rückwirkung auf das eigentliche Meßwerk.
-
Es ist ferner ein schrittweise schaltender Wähler mit Schutzrohrkontakten
bekanntgeworden, der von einem schrittweise an den Schutzrohrkontakten vorbeibewegten
Magnet erregt und betätigt wird. Der Magnet ist bei diesem Wähler so geführt, -daß
seine Nord-Süd-Achse zu der Längsachse der Schutzrohrkontakte parallel liegt. Das
zur Betätigung ausreichende magnetische Kraftfeld bildet sich dabei im Luftraum
zwischen Schutzrohrkontakt und Magnet aus. Bei dieser Art von Kontaktbetätigung
ergibt sich ebenso wie bei der oben beschriebenen Anordnung ein ziemlich starkes
Rückdrehmoment, das jedoch bei einem Schrittwähler wegen des zur Verfügung stehenden
großen Drehmomentes nicht stört.
-
Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, einen Impulsgeber
zu schaffen, der ein so kleines Rückdrehmoment aufweist, daß es auch bei besonders
empfindlichen integrierenden Meßgeräten anwendbar ist.
-
Die Erfindung betrifft einen Impulsgeber mit mindestens einem Schutzrohrkontakt,
der über rotierenden Permanentmagneten mit parallel zur Drehachse austretenden Kraftlinien
angeordnet ist. Die Erfindung besteht darin, daß auf einer mit einem Meßgerät verbundenen
rotierenden Welle eine Kreisscheibe aus magnetisch leitendem Material befestigt
ist, die auf ihrem Rand mehrere, vorzugsweise vier, symmetrisch angeordnete Dauermagnete
trägt, deren Kraftlinien vorwiegend parallel zur rotierenden Welle aus den Polen
austreten, und daß die Längsachse des Schutzrohrkontaktes so in einer zur Rotationsebene
der Magnete parallelen Ebene liegt, daß der senkrechte Abstand zwischen dem Schutzrohrkontakt
und der rotierenden Welle etwa ebenso groß ist wie der Abstand der Magnete von dieser
Welle.
-
Das einem solchen Impulsgeber eigentümliche, außerordentlich kleine
Rückdrehmoment ist darauf zurückzuführen, daß die einzelnen Betätigungsmagnete auf
einer Kreisbahn an dem tangential angeordneten Schutzrohrkontakt vorbeilaufen. Der
Vorteil des neuen Impulsgebers besteht in erster Linie darin, daß er wegen der geringen
Rückwirkung auf das Meßinstrument bei einer ganzen Reihe von integrierenden und
eichfähigen Meßinstrumenten angewendet werden kann.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand der Zeichnung erläutert.
-
Der mit 1 bezeichnete Schutzrohrkontakt besteht aus dem Glasgehäuse
2 und den magnetisch und elektrisch leitenden Kontakfedern 3 und 4. Auf der Welle
5 eines nicht dargestellten Meßwerkes sitzt eine Scheibe 6 aus magnetisch leitendem
Material. Diese Scheibe trägt vier symmetrisch angeordnete Dauermagnete 7, 8, 9
und 10, die so gepolt sind, daß
dem Schutzrohrkontakt abwechselnd
ein Nordpol und ein Südpol zugekehrt ist. Der Schutzrohrkontakt 1 ist in einer Ebene
angeordnet, die parallel über der Rotationsebene der Magnete liegt. Da der Schutzrohrkontakt
so weit seitlich versetzt ist, daß der senkrechte Abstand seiner Längsachse von
der Drehachse 5 etwa dem Abstand der Magnete von der Drehachse entspricht, wird
der Kraftlinienfiuß im Schutzrohrkontakt bei Drehung der Magnete nur ganz allmählich
verändert. Der Abstand zwischen der Scheibe 6 und dem Schutzrohrkontakt wird so
einjustiert, daß der Kontakt mit Sicherheit offen ist, wenn sich seine Kontaktstelle
- wie dargestellt -gerade über einem Magneten befindet. Die Schließung des Kontaktes
erfolgt dann, wenn sich die Kontaktstelle etwa in der Mitte zwischen zwei Magneten
befindet. Bei Verwendung von vier Magneten auf der Scheibe 6 erhält man vier Schaltungen
pro Umdrehung. Man kann natürlich auch sechs oder acht oder eine andere geradzahlige
Anzahl von Magneten benutzen. Da sich nach jeder Vierteldrehung die Flußrichtung
in dem Schutzrohrkontakt umkehrt, wird auch hier mit Sicherheit ein Kleben der Kontaktflächen
vermieden. Durch die seitlich versetzte Anbringung des Schutzrohrkontaktes konnte
eine starke Verringerung des Rückdrehmomentes erreicht werden. Die Verkleinerung
des Momentes ist damit zu erklären, daß infolge der Annäherung der Magnete an den
Schutzrohrkontakt auf einer Kreisbahn keine ausgeprägten Vorzugsstellungen vorhanden
sind. Wenn man nämlich die Welle 5 in Pfeilrichtung dreht, so wird der Magnet 9
weiter von den ferromagnetischen Teilen des Schutzrohkontaktes entfernt, während
sich der Magnet 10 diesen Teilen nähert. Dabei wirken die auf den einen Magneten
ausgeübten Anziehungskräfte in Drehrichtung, während die Kräfte auf den anderen
Magneten der Drehrichtung entgegengesetzt sind. Die störenden Momente heben sich
also teilweise auf. An Stelle der dargestellten zylindrischen Dauermagnete können
auch beliebige andere Magnetformen, wie z. B. quaderförmige Magnete, Stabmagnete
oder Hufeisenmagnete, benutzt werden. Sehr gut bewährt haben sich künstlich gealterte
Sintermagnete oder Magnete, deren pulverförmiger Ausgangsstoff z. B. mit Hilfe von
Kunstharzen gebunden ist.
-
Das Verhältnis zwischen den Kontaktöffnungs-und -schließungszeiten
kann in gewünschter Weise dadurch eingestellt werden, daß man Magnete unterschiedlicher
Feldstärke verwendet oder den Abstand zwischen der Rotationsebene der Magnete und
dem Schutzrohrkontakt ändert.