DE110254C - - Google Patents

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DE110254C
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-Ml 10254-
KLASSE 12: .^^hemische Verfahren und Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 31. Januar 1899 ab.
Zur Darstellung· von Salpetersäure wird allgemein derart verfahren, dafs Salpeter mit Schwefelsäure in Retorten erhitzt wird. Man ist gezwungen, mehr als ein Aequivalent Schwefelsäure zu nehmen, weil sonst der Retorteninhalt fest wird und die feste Masse als schlechter Wärmeleiter nicht mehr auf die zur vollkommenen Umsetzung nöthige Temperatur erhitzt werden kann. Das entstehende Natriumbisulfat bleibt in der Hitze flüssig, die Zersetzung ist vollkommen, und die Retorte kann leicht entleert werden. Diese Arbeitsmethode ist da vortheilhaft, wo sich für das entstehende Bisulfat Verwendung findet. Häufig ist dies aber nicht der Fall. Abgesehen davon, dafs alsdann die Fabrikation durch das werthlpse Nebenproduct vertbeuert wird, entsteht auch die Schwierigkeit, diesen lästigen Körper bei Seite zu schaffen. Ich habe deshalb ein Verfahren ausgearbeitet, nach welchem die genannten Nachtheile vermieden werden.
Läfst man ι Mol. Schwefelsäure auf 2 Mol. Salpeter unter ioo° einwirken, so bildet, sich Natriumbisulfat und Salpetersäure, wobei 1 Mol. Salpeter nicht angegriffen wird.
2 NaNO3 + H2SO,= NaHSO, + HNO3 + NaNO3.
Ist das eine Molecül Salpetersäure abdestillirt, so findet unter ioo° keine weitere Reaction statt. Erst bei Erhöhung der Temperatur auf 120 bis 1300 tritt Schmelzen des NaHSO, und damit Einwirkung auf das zweite Molecül Salpeter ein. Unter Aufschäumen der Masse destillirt abermals 1J2 Mol. Salpetersäure über, alsdann wird die Masse wieder fest und entläfst keine Spur Salpetersäure mehr. Erhitzt man nun weiter auf 2200 und darüber, so tritt die Zersetzung des letzten Restes Salpeter ein. Es zeigt sich hieraus, dafs sich verschiedene saure Sulfate von verschiedener Schmelztemperatur bilden, welche erst bei ihrer Schmelztemperatur auf Salpeter einwirken. Läfst man daher Schwefelsäure bei letzterer Temperatur auf Salpeter einwirken, so wird die Bildung der sauren Sulfate unmöglich, und man erhält neben Salpetersäure nur neutrales Natriumsulfat.
Mein Verfahren ist folgendes:
In einem heizbaren, mit Rührwerk versehenen eisernen Kessel wird Salpeter auf 120 bis 1500 erhitzt. Alsdann wird die äquivalente Menge Schwefelsäure in einem oder mehreren dünnen Strahlen .unter beständigem Umrühren und Erhitzen der Masse zufliefsen gelassen. Es ist vortheilhaft, die Schwefelsäure vorher auf 100 bis 1300 anzuwärmen. Wenn die berechnete Menge Schwefelsäure zugesetzt ist und die Bildung von Salpetersäuredämpfen aufgehört hat, erhöht man die Temperatur bis zur vollständigen Zersetzung des Salpeters. Man erleichtert letztere, indem man Wasser als Dampf oder in dünnem Strahle einleitet. Zum Schlufs bläst oder saugt man Luft durch den Apparat und kann alsdann das feste, pulverförmige neutrale Natriumsulfat ausschöpfen. Natürlich kann man auch so verfahren, dafs man von Anfang an den Salpeter auf ca. 2500 erhitzt. Bei Anwendung von Kalisalpeter ist das Verfahren dasselbe.
Das Neue meines Verfahrens liegt darin, dafs man nicht Salpeter und Schwefelsäure auf
einmal zusammengiebt, sondern letztere ganz allmählich zum Salpeter zufliefsen läfst, ferner darin, dafs man die Schwefelsäure von Anfang an auf so hoch erhitzten Salpeter wirken läfst, dafs sich kein Bisulfat bildet bezw. das sich bildende sofort mit Salpeter zu neutralem Sulfat umsetzt.
Die Vortheile ergeben sich von selbst.
Zunächst hat man bei allmählichem Einfliefsenlassen der Schwefelsäure den Gang der Operation vollkommen in. der Hand. Sie kann jeden Augenblick ohne Schaden unterbrochen werden. Bei dem alten Verfahren tritt öfter plötzliche Salpetersäuredampfentwickelung ein, die Masse schäumt manchmal heftig, wodurch sich Leitungen und Kühlgefäfse verstopfen und Materialverluste und Gefahren entstehen. Diese Zufälle sind bei meinem Verfahren ausgeschlossen.
Ferner kommt man mit weniger Schwefelsäure aus und erhält an Stelle von Bisulfat neutrales Sulfat.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von Salpetersäure unter Vermeidung der Bildung von Bisulfat, gekennzeichnet durch das allmähliche Zufiiefsenlassen der Schwefelsäure zu dem auf wenigstens 120° erhitzten Salpeter.
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