DE103995C - - Google Patents

Info

Publication number
DE103995C
DE103995C DENDAT103995D DE103995DA DE103995C DE 103995 C DE103995 C DE 103995C DE NDAT103995 D DENDAT103995 D DE NDAT103995D DE 103995D A DE103995D A DE 103995DA DE 103995 C DE103995 C DE 103995C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
crystals
sorting
liquid
edges
corners
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT103995D
Other languages
English (en)
Publication of DE103995C publication Critical patent/DE103995C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B30/00Crystallisation; Crystallising apparatus; Separating crystals from mother liquors ; Evaporating or boiling sugar juice
    • C13B30/02Crystallisation; Crystallising apparatus

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Sampling And Sample Adjustment (AREA)
  • Separation Of Solids By Using Liquids Or Pneumatic Power (AREA)
  • Combined Means For Separation Of Solids (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 89
:^Zucker- und Stärkegewinnung.
Patenürt im Deutschen Reiche vom 6. April 1898 ab.
Die in der chemischen Industrie und in der Zuckerfabrikation erzeugten Krystalle erfordern oft ein Sortiren nach ihrer Gröfse, das in der Regel durch Anwendung von Siebeinrichtungen verschiedener Construction (Plan- oder Cylindersiebe) mit geeigneter Maschenweite vorgenommen wird.
Die Bewegung der die Krystalle enthaltenden Siebe mit der Hand oder durch Kraftbetrieb verursacht selbstverständlich eine Reibung der Krystalle gegen einander, gegen das Siebgeflecht, ein Durchfallen durch die Siebmaschen und schliefslich ein mehr oder weniger hohes Niederfallen in den Auffangbehälter.
Alle diese Bewegungen der Krystalle bei ihrer Sortirung haben eine Einwirkung bezüglich ihrer Gestalt und ihres Aussehens zur Folge.
Das Reiben der Krystalle an einander und an den Metallgeflechten bewirkt zwar die Ablösung der von den Krystallflächen und Kanten vorstehenden, mehr oder weniger fest anhaftenden festen. Körper, es bewirkt aber nicht eine vollständige Ablösung des; den Krystallflä'chen anhaftenden feinen Mehles oder Staubes, vielmehr ruft die Reibung der Flächen gegen die Flächen und Kanten der übrigen'Krystalle immer wieder die Erzeugung von feinem Mehl hervor und macht die Krystallflächen blind oder läfst sie blind; aufserdem ist eine Beschädigung der feinen Kanten und Ecken der Krystalle bei dieser trockenen Sortirung nicht zu vermeiden: mit einem Worte, das Aussehen der Krystalle wird durch diesen Sortirvorgang nicht, verbessert und der Zweck, möglichst durchsichtige, reine, scharfkantige und scharfeckige Krystalle zu erzielen, wird nicht erreicht.
Es sollen nun nach vorliegender Erfindung die erwähnten Uebelstände dadurch vermieden werden, dafs die Sortirung der Krystalle in einer Flüssigkeit vor sich geht.
Die Sortirvorrichtungen für die Krystalle werden zu diesem Zwecke so angeordnet, dafs sie ganz oder theilweise in eine geeignete Flüssigkeit eintauchen und so, dafs die Krystalle bei der zu ihrer Sortirung nöthigen Bewegung sich stets in der Flüssigkeit befinden. Dadurch wird erreicht, dafs das absolute Gewicht der einzelnen Krystalle sich vermindert, dafs zwischen den Punkten, Linien und Flächen der Berührung zweier Krystalle oder eines Krystalles mit dem Geflecht und den Wänden der Siebvorrichtung sich stets eine, die Einwirkung mildernde Flüssigkeitsschicht befindet und dafs der Fall der Krystalle nach dem Passiren der Siebmaschen ein langsamerer, als der freie Fall in der Luft ist. Ein Reiben der Flächen zweier Krystalle gegen einander wird mehr den Charakter des feinen Abschleifens unter Zuhülfenahme v.on Flüssigkeit annehmen, die auf diesen Flächen haftende Staubschicht wird entfernt und Neubildung einer solchen Staubschicht wird vermieden; ebenso wird die Berührung der in dem Krystallisationsvorgange gebildeten feinen Ecken und Kanten der Krystalle mit den anderen Krystallen, dem Siebe oder den Behälterwänden immer durch zwischenliegende Flüssigkeitsschicht gemildert,
während das Abstofsen der an den Flächen, Ecken und Kanten anhaftenden, die Krystallform störenden festen Körper bei der Sortirung in der Flüssigkeit nicht verhindert wird. Das Ergebnifs dieser Sortirung werden gleichmäfsig grofse, klare, durchsichtige Krystalle mit gut erhaltenen Kanten und Ecken sein.
An die Wahl einer bestimmten Flüssigkeit ist diese Art der Sortirung nicht gebunden.
Im Allgemeinen wird als Regel aufzustellen sein, dafs zur Verhinderung der Lösung der Krystalle als Flüssigkeit, in welcher die Sortirung vor sich geht, die Salzlösung oder die entsprechende Mutterlauge zur Verwendung gelangt; Zuckerkrystalle werden beispielsweise am besten in concentrirter Zuckerlösung sortirt werden, wobei es sich empfiehlt, wegen der bei dem Sortirvorgange eintretenden Verdunstung von Flüssigkeit und deren Temperaturverminderung nicht bis zur Verwendung völlig gesättigter Lösung zu gehen, da in diesem Fall störende Krystallneubildung oder Bildung von Krystallmehl eintreten wird.
Erhöht wird der Erfolg der Aufrechterhaltung der Krystallform durch Flüssigkeit, welche annähernd dasselbe specifische Gewicht wie die zu sortirende Substanz-besitzt, weil dann beinahe ein Schwimmen der Körper eintritt, welches den Sortirvorgang nicht beeinträchtigt, wohl aber eine Milderung des Anstofsens gegen einander, gegen Geflecht und Wände herbeiführt.
Als Beispiele der zu behandelnden Krystalle seien aufser den in Zuckerlösung zu behandelnden Kandiskrystallen noch erwähnt die Krystalle des Alauns oder schwefelsauren Kalis, des Kupfervitriols, des Kaliumbichromats, des Ferrocyankaliums, des Chlorbaryums, der Weinsäure und der Citronensäure. Diese Krystalle können in einer mehr oder weniger concentrirten Lösung ihres Stoffes zur Behandlung kommen.
Ausgeschlossen ist nicht, dafs das völlige Eintauchen der Krystalle bei ihrer Sortirung in die Flüssigkeit durch ein beständiges oder zeitweises Berieseln der gesammten Krystalle mit einer solchen Flüssigkeit ersetzt wird oder dafs die Flüssigkeit im Strome durch die Sortirvorrichtung hindurchgeleitet wird, um eine Hinwegnahme der durch die Flüssigkeit abgelösten feinen Verunreinigungen durch den Flüssigkeitsstrom zu erzielen, wie dies im Patent Nr. 95183 zwecks Gewinnung grofser, gut ausgebildeter Krystalle aus Lösungen angegeben ist.
Wie sich aus dem Vorstehenden ergiebt, bezieht sich das Verfahren des Sortirens von Krystallen in Flüssigkeit lediglich auf solche Krystalle, welche auf fabrikativem Wege in der Industrie hergestellt werden, dagegen nicht auf die bekannte Sortirung von Mineralien in irgend welcher Form durch Wasser in dem Aufbereitungsverfahren der Hüttenwerke oder auf die in der Mineralogie übliche Sortirung von krystallisirten Mineralien bezw. Krystallen durch Flüssigkeiten, besonders specifisch schwere Salzlösungen.
Bei diesen bisher bereits bekannten Sortirungsvorgängen handelt es sich um Gewinnung und um Sortirung der Massen nach dem specifischen Gewicht, ohne dafs auf die Erhaltung oder Verfeinerung in der Gestaltung der krystallinischen Mineralien Rücksicht genommen zu werden braucht.
Mit dem vorliegenden Verfahren aber wird bezweckt, bei der Sortirung der auf fabrikativem Wege gewonnenen Krystalle nach ihrer Gröfse die Erhaltung der Krystallform in ihren fein ausgebildeten Ecken und Kanten zu erzielen und eine Verfeinerung der Flächen durch Wegnahme des auf den Krystallen sich bildenden Staubes und durch Verhinderung der Neubildung dieses Staubes bei der Sortirung herbeizuführen. Es erhalten dadurch die Krystalle gegenüber den in der trockenen Sortirung gewonnenen ein ganz erheblich schöneres Aussehen ; sie bieten sich als Krystalle mit staubfreien Flächen und mit gut erhaltenen Ecken und Kanten dar, wodurch sie eine Bevorzugung im Markte bezw. einen besseren Verkaufspreis vor den trocken sortirten Krystallen erlangen, welche mit Staub überzogene Flächen und theilweise abgestofsene Ecken und Kanten haben.
In Fig. ι und 2 sind beispielsweise Apparate zur Ausführung des Verfahrens dargestellt.
Fig. ι zeigt theilweise im Schnitt den mit getrennten Aufnahmeräumen ausgestatteten Behälter a, der bis zur Höhe x-x mit der dem Stoffe der zu sortirenden Krystalle entsprechenden Flüssigkeit gefüllt ist. In dem Behälter ruht die etwas schräg gestellte Trommel b, welche auf ihrem Umfange mit Durchbrechungen c c1 c2 von verschiedener Gröfse ausgestattet ist. Die Trommel ist von Hand oder durch. Elementarkraft in Drehung zu versetzen. Die zu sortirenden Krystalle gelangen durch Rinne d in die Trommel, welche so weit in die Flüssigkeit eintaucht, dafs die eingebrachten Krystalle während des Sortirvorganges sich immer unter dem Flüssigkeitsniveau befinden. In Fig. 2 sind statt einer Trommel drei concentrisch in einander steckende Trommeln efg schräg angeordnet, von denen die innerste mit den gröberen und die äufserste mit den feinsten Durchbrechungen ausgestattet ist, so dafs sich die Krystalle nach der Gröfse sortiren und in den Trichtern elfl g1 getrennt zur Abführung gelangen.
Auch sind die drei Trommeln zusammen drehbar in einem Behälter untergebracht, welcher mit entsprechender Flüssigkeit so weit gefüllt ist, dafs die unten in den Trommeln passiren-
den Krystalle stets in der Flüssigkeit sich bewegen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren der Sortirung von Krystallen, dadurch gekennzeichnet, dafs zur Erzielung reiner Flächen und zur Erhaltung scharfer Kanten und Ecken der Krystalle das Sortiren der Krystalle vor sich geht, während sie innerhalb einer Flüssigkeit, vorzugsweise einer Salzlösung oder einer entsprechenden Mutterlauge, sich befinden.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT103995D Active DE103995C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE103995C true DE103995C (de)

Family

ID=374433

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT103995D Active DE103995C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE103995C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69022691T2 (de) Verfahren zum Abtrennen und Rückgewinnen von Blei, Gummi und Kupferdrähten aus Kabelabfällen.
DE103995C (de)
DE2550130A1 (de) Verfahren zur vermahlung von stoffteilchen und kugelmahlwerk zur durchfuehrung des verfahrens
DE138523C (de)
DE3309296C2 (de)
DE2832071A1 (de) Verfahren zum aufbereiten von fliessfaehigen stoffen o.dgl. sowie vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens
DE1817584A1 (de) Vorrichtung zur Korngroessen-Analyse
Spaemann Ähnlichkeit
DE1611113A1 (de) Filtriervorrichtung
DE425503C (de) Verfahren und Vorrichtung zur ununterbrochenen Reinigung von mit loeslichen, unloeslichen oder beiderlei fremden Bestandteilen behafteten Salzen
DE828381C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Klassieren von koernigem Gut, insbesondere Mineralien
AT211758B (de) Verfahren zum Trennen von in einem z. B. durch Reiben von Samen, Knollen oder Früchten gewonnenen Brei vorhandenen Stärkekörnern und Faserteilen und Vorrichtung zum Durchführen dieses Verfahrens
DE65095C (de) Vorrichtung zur magnetischen Erzaufbereitung
DE975328C (de) Vorrichtung zum Freihalten der Siebflaeche von Schwingsieben fuer schmierendes Gut
DE525758C (de) Vorrichtung zum Seihen von Farben
EP0062804B1 (de) Verfahren zur Entfernung von Molybdän aus wässrigen Salzlösungen
DE559368C (de) Vorrichtung zum Trennen der glatten von den rauhen Koernern eines Samengemenges
DE1044036B (de) Vorrichtung fuer die Dekantierung von schwebende Bestandteile enthaltenden Trueben und Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung
DE531254C (de) Schlaemm- und Siebvorrichtung mit untereinanderliegenden Schraegsieben
DE392193C (de) Verfahren zur Ausfaellung mehrerer Stoffe aus einer Loesung
DE707195C (de) Ruettelsieb
DE736974C (de) Umlaufendes Trommelsaugfilter
DE11415C (de) Verfahren zur Gewinnung von edlen Metallen mittelst Amalgamation auf mechanischem und elektrochemischem Wege nebst Apparaten dafür
DE87787C (de)
DE433500C (de) Sichtverfahren, insbesondere fuer Plansichter