DE1034883B - Geraet zur Messung von UEberdruecken, insbesondere zur Messung des Reifen-druckes bei Kraftfahrzeugen - Google Patents
Geraet zur Messung von UEberdruecken, insbesondere zur Messung des Reifen-druckes bei KraftfahrzeugenInfo
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Description
DEUTSCHES
Es ist bekannt, zur Messung von Überdrücken federelastische Manometer, wie Rohrfeder-, Plattenfeder-
und Kapselfedermanometer zu verwenden. Die bei diesen Geräten erreichbare Genauigkeit ist relativ
gering. Im Bereich bis zu 10 % des Skalenendwertes sind in der Regel die Messungen sehr unsicher und im
übrigen Bereich nur zu ±2% des Skalenendwertes genau. Demnach sind z. B. bei einem Reifenprüfgerät
für 10 atü die Skalenwerte bis zu 1 atü unsicher, und für die darüberliegenden Skalenwerte treten Abweichungen
von ± 0,2 atü gegenüber dem tatsächlichen Meßwert auf. Ein übliches Prüfgerät kann
daher einen wahren Reifendruck von 1,2 atü ebenso mit nur 1,0 atü wie mit 1,4 atü anzeigen. Besitzen,
wie das bei Tankstellen im Hinblick auf den weit höheren Reifendruck bei schweren Lastkraftwagen
häufig der Fall ist, die Reifendruckmesser erheblich höhere Skalenendwerte, so sind sie in den für Personenkraftwagen
in Frage kommenden Meßbereichen entweder völlig unzuverlässig oder mit noch erheb-Hch
höheren Abweichungen behaftet, so daß die Messungen völlig wertlos sind. Die Folge der dadurch
hervorgerufenen unrichtigen Reifendrücke sind zu starke Abnützung der Reifen. Herabsetzung ihrer
Lebensdauer und schwere Unfälle infolge unvorhersehbarer Zerstörung der Bereifungen.
Abgesehen von diesen bei den bekannten Manometerkonstruktionen unvermeidbaren Meßungenauigkeiten
werden Fehlmessungen noch durch Erschütterungen, insbesondere durch die vielfach üblichen stoßweisen
Messungen bewirkt, die Ermüdungserscheinungen und bleibende Deformierungen der druckempfindlichen
Glieder hervorrufen. Weiterhin verstopfen bei Überdruckmanometern mit eingebauter Druckbremse
häufig die mitgeführten Fremdkörper, wie Staub, Kondenswasser, öl u. dgl., die Bremsdüse, so daß die
Druckmessung völlig ungenau, wenn nicht sogar unmöglich wird.
Endlich werden in der Regel bei den bekannten Druckluftmessern die häufig sogar innerhalb kurzer
Zeit eintretenden Luftdruckänderungen nicht berücksichtigt, und die Meßergebnisse müssen falsch sein.
Die vorgenannten Schwierigkeiten treten bei bekannten Geräten weniger stark auf, bei denen eine
Anzeigeflüssigkeit, beispielsweise Quecksilber, öl u. dgl., durch den zu messenden Druck aus einem Vorratsraum
in ein Steigrohr gegen den dort herrschenden Druck verschoben wird.
Da mit steigendem Überdruck die im oberen abgeschlosssenen Raum des Steigrohres enthaltene Luft
immer stärker komprimiert wird, steigt der Flüssigkeitsspiegel nicht proportional zu dem zu messenden
Überdruck an, vielmehr vermindern sich die Verschiebewege der Anzeigeflüssigkeit mit steigendem
Gerät zur Messung von Überdrücken,
insbesondere zur Messung des Reifendruckes bei Kraftfahrzeugen
insbesondere zur Messung des Reifendruckes bei Kraftfahrzeugen
Anmelder:
Franz Saile, Schwenningen/Neckar,
David -Würth- Str. 56
David -Würth- Str. 56
Franz Saile, Schwenningen/Neckar,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Druck immer mehr. Um diese Unproportionalität zu beseitigen, ist es bereits bekanntgeworden, den Durchtrittsquerschnitt
für die Anzeigeflüssigkeit entsprechend dem Boyleschen Gesetz nach oben zu vermindern.
Diese Querschnittsverminderung wird beim Bekannten dadurch erzielt, daß der Querschnitt des
Steigrohres selbst entsprechend dimensioniert wird.
Eine der genannten Bedingung wirklich entsprechende Form des Steigrohres herzustellen begegnet jedoch erheblichen
Schwierigkeiten, insbesondere, da das Steigrohr wegen der Ablesbarkeit der Anzeigeflüssigkeit
mindestens zum Teil aus Glas oder einem anderen durchsichtigen Material bestehen muß. In jedem
Falle, ganz besonders natürlich bei Herstellung der Steigrohre aus Glas, ist es praktisch unmöglich, bei
Serienfertigung die gewünschte Bedingung genau einzuhalten.
Hinzu kommt, daß die in bekannter Weise gestalteten Gefäße für die Anzeigeflüssigkeit stets nur für
einen ganz bestimmten engen Druckbereich verwendbar sind.
So müssen in der Regel für die Bereiche 0 bis 3 atü, von 3 bis 4 atü oder von 4 bis 10 atü baulich voneinander
verschiedene Steigrohre angefertigt werden.
Diesen Schwierigkeiten zu begegnen, ist das Ziel der Erfindung. Sie besteht darin, daß das Steigrohr
einen über die ganze Länge im wesentlichen gleichen Querschnitt hat und einen den Durchtrittsquerschnitt
für die Flüssigkeit ändernden Abgleichstab enthält. Infolge der erfindungsgemäßen Maßnahme können für
alle möglichen Meßbereiche Steigrohre gleicher Form angefertigt und verwendet werden. Die den jeweiligen
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Bedingungen entsprechenden Querschnittsänderungen sind durch geeignete Dimensionierung der Abgleichstäbe
erzielbar. Außerdem können auch etwaige Ungenauigkeiten in der Fertigung der Steigrohre durch
nachträgliches Justieren der Abgleichstäbe ausgeglichen werden.
Da diese Abgleichstäbe aus leicht bearbeitbaren Werkstoffen wie Metall und Kunststoff bestehen können;
können sie sehr leicht den jeweiligen Bedingungen und Meßbereichen angepaßt werden.
Die Erfindung bietet weiterhin die Möglichkeit, den jeweils verwendeten Abgleichstab derart zu dimensionieren,
daß die von ihm bewirkte Änderung des Durchtrittsquerschnittes eine der Erhöhung der Ablesegenauigkeit
dienende größere Skalenteilung in den jeweils wichtigsten Ablesebereichen bewirkt.
Die Vielfalt der möglichen Anwendungen, z. B. zum Kontrollieren des Druckes in den Kraftfahrzeugreifen,
beim Farbspritzen, beim Aufbringen der Radiumbelegungen von Ziffernblättern, im graphischen
Gewerbe, ist desihalb besonders vorteilhaft, weil hier ganz extrem verschiedene Druckbereiche gefordert
werden und deshalb bisher baulich völlig voneinander verschiedene Manometer verwendet werden
mußten.
Um das Druckmeßgerät den verschiedenen Druckbereichen noch besser anpassen zu können, ist nach
einem weiteren Merkmal der Erfindung am oberen Ende des Steigrohres eine hinsichtlich ihres Rauminhaltes
änderbare, vorzugsweise auswechselbare Druckkammer angeordnet.
Eine besonders zweckentsprechende Bauart des Gerätes besteht darin, daß es ein durch eine unten durchbrochene
Scheidewand in zwei Kammern unterteiltes, bis zu einer bestimmten Höhe mit der Meßflüssigkeit
gefülltes Gehäuse hat, wobei die eine, oben abgeschlossene Kammer ein über den Flüssigkeitsspiegel
hinausragendes, in den zu messenden Druck anschließbares Rohr aufweist, während die andere Kammer
mit dem Steigrohr in Verbindung steht, das unmittelbar oder über eine Ventilkammer mit der Außenluft
verbunden werden kann.
Bei dieser Gestaltung ist es von ausschlaggebender Bedeutung, daß bei Bedarf unmittelbar oder über eine
Ventilkammer eine Verbindung mit der Außenluft hergestellt werden kann. Ohne diese Möglichkeit beruht
die Messung stets auf dem jeweiligen Atmosphärendruck, kann also niemals absolut genau sein.
Außerdem können so Fehlanzeigen vermieden werden, die durch Erwärmung oder Abkühlung der in der
Druckkammer bzw. im Steigrohr befindlichen Luft hervorgerufen werden.
Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der Zeichnung beschrieben. Diese
zeigt ein erfindungsgemäßes Gerät in
Fig. 1 in Vorderansicht und in
Fig. 2 in Seitenansicht.
Das Gerät besitzt ein unteres rundes Gehäuse 1, das mittels einer Scheidewand 2 in zwei Kammern 3 und 4
unterteilt ist. Die beiden Kammern stehen durch eine untere öffnung 5 der Scheidewand 2 miteinander in
Verbindung, so daß eine beispielsweise aus öl bestehende Flüssigkeit 6 im Ruhezustand in beiden
Kammern auf gleicher Höhe steht, die an einem in der Außenwandung der rechten Kammer 4 befindlichen
Schauglas 7 erkennbar ist.
In die linke Kammer 3 ragt von unten ein über den Flüssigkeitsspiegel hinausreichendes Rohr 8 hinein,
das mit dem an den zu messenden Druck anschließbaren Stutzen 9 verbunden ist.
Auf dem Gehäuse 1 sitzt ein Steigrohr 10, das über eine Zuleitung 11 und eine Ventilkammer 12 mit der
rechten Kammer 4 des Gehäuses 1 in Verbindung steht. Die Ventilkammer 12 kann mittels eines Ventils
13 mit der Außenluft verbunden werden, um das Steigrohr 10 vor der Messung auf atmosphärischen
Druck bringen zu können.
Das in einem zur beiderseitigen Ablesung vorn und hinten offenen Metallgehäuse 14 untergebrachte Steigrohr
10 enthält einen Abgleichstab 15, der hier nur über einen Teil des Rohres 10 reicht und dessen sich
nach oben vergrößernder Querschnitt der gewünschten Skala entsprechend berechnet ist. Er besitzt oben
eine Bohrung 16, die zu einer Druckkammer 17 führt.
Vom Rauminhalt dieser Druckkammer, der beispielsweise durch Einbringen beliebiger Füllstücke oder
durch Auswechslung in weiten Grenzen geändert werden kann, und von dem im Steigrohr 10 vorhandenen,
durch Länge und Form des Abgleichstabes 15 beeinflußbaren Raum hängen der Meßbereich sowie die
Skaleneinteilung des Gerätes ab.
Infolgedessen ist das Gerät je nach Wahl der eben erwähnten Größen für die verschiedensten Druckbereiche
und Skaleneinteilungen verwendbar. Mit Hilfe des Ventils 13 kann stets eine Anpassung an den
jeweils vorhandenen Atmosphärendruck erreicht werden.
Das Gerät ist einfach herzustellen und zu bedienen. Seine Messungen zeichnen sich durch hohe Genauigkeit
ohne nennenswerte Abweichungen vom tatsächlichen Meßwert aus und werden von Erschütterungen
und Luftstößen nicht beeinflußt. Es kann baulich vielfach abgeändert werden z. B. hinsichtlich der
Gestaltung des Gehäuses 1 und des Steig- und Anzeigerohres 10. Dieses kann beispielsweise auch gekrümmt
sein und eine besonders große Länge erhalten, um jede für die Ablesung nur wünschenswerte Skaleneinteilung,
insbesondere große, von weitem gut erkennbare Skalen zu erzielen.
Endlich können beliebige flüssige, gefärbte oder farblose Medien und gegebenenfalls sogar noch oben
luftdicht abgeschlossene gasförmige Medien Verwendung finden.
Claims (4)
1. Gerät zum Messen von Überdrücken, insbesondere
des Reifendruckes bei Kraftfahrzeugen, bei dem eine Anzeigeflüssigkeit durch den zu
messenden Druck aus einem Vorratsraum in ein Steigrohr mit entsprechend dem Boyleschen Gesetz
nach oben abnehmendem Durchtrittsquerschnitt für die Flüssigkeit gegen den dort herrschenden
Druck verschoben wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Steigrohr (10) einen über die ganze
Länge im wesentlichen gleichen Querschnitt hat und einen den Durchtrittsquerschnitt für die
Flüssigkeit ändernden Abgleichstab (15) enthält.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abgleichstab derart dimensioniert
ist, daß die von ihm bewirkte Änderung des Durchtrittsquersohnittes eine der Erhöhung
der Ablesegenauigkeit dienende größere Skalenteilung in den jeweils wichtigen Ablesebereichen
bewirkt.
3. Gerät nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß am oberen Ende des Steigrohres
(10) eine hinsichtlich ihres Rauminhaltes änderbare, vorzugsweise auswechselbare Druckkammer
(17) angeordnet ist.
4. Gerät nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es ein durch eine unten durchbrochene
Scheidewand (2) in zwei Kammern (3, 4) unterteiltes, bis zu einer bestimmten Höhe
mit der Meßflüssigkeit gefülltes Gehäuse (1) hat, dessen eine, oben abgeschlossene Kammer (3) ein
über den Flüssigkeitsspiegel hinausragendes, an den zu messenden Druck anschließbares Rohr (8)
aufweist, während die andere Kammer (4) mit dem Steigrohr (10) in Verbindung steht, das unmittelbar
oder über eine Ventilkammer (12) mit der Außenluft verbunden werden kann.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 58 337, 112 740, 221;
Deutsche Patentschriften Nr. 58 337, 112 740, 221;
schweizerische Patentschrift Nr. 7 817.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES41340A DE1034883B (de) | 1954-10-25 | 1954-10-25 | Geraet zur Messung von UEberdruecken, insbesondere zur Messung des Reifen-druckes bei Kraftfahrzeugen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES41340A DE1034883B (de) | 1954-10-25 | 1954-10-25 | Geraet zur Messung von UEberdruecken, insbesondere zur Messung des Reifen-druckes bei Kraftfahrzeugen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1034883B true DE1034883B (de) | 1958-07-24 |
Family
ID=7483947
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES41340A Pending DE1034883B (de) | 1954-10-25 | 1954-10-25 | Geraet zur Messung von UEberdruecken, insbesondere zur Messung des Reifen-druckes bei Kraftfahrzeugen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1034883B (de) |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE58337C (de) * | F. LUX in Ludwigshafen a. Rh | Gefäfsmanometer | ||
| DE112740C (de) * | ||||
| CH7817A (de) * | 1893-11-30 | 1894-06-30 | Heinrich Rauser | Flüssigkeitsmanometer mit Minimalskala |
| DE747221C (de) * | 1942-03-18 | 1944-09-15 | Paul Jablonowski | Fluessigkeitsdruckmesser |
-
1954
- 1954-10-25 DE DES41340A patent/DE1034883B/de active Pending
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE58337C (de) * | F. LUX in Ludwigshafen a. Rh | Gefäfsmanometer | ||
| DE112740C (de) * | ||||
| CH7817A (de) * | 1893-11-30 | 1894-06-30 | Heinrich Rauser | Flüssigkeitsmanometer mit Minimalskala |
| DE747221C (de) * | 1942-03-18 | 1944-09-15 | Paul Jablonowski | Fluessigkeitsdruckmesser |
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