DE103302C - - Google Patents

Info

Publication number
DE103302C
DE103302C DENDAT103302D DE103302DA DE103302C DE 103302 C DE103302 C DE 103302C DE NDAT103302 D DENDAT103302 D DE NDAT103302D DE 103302D A DE103302D A DE 103302DA DE 103302 C DE103302 C DE 103302C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cellulose
sulfur
nitric acid
alkaline
black
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT103302D
Other languages
English (en)
Publication of DE103302C publication Critical patent/DE103302C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B49/00Sulfur dyes
    • C09B49/12Sulfur dyes from other compounds, e.g. other heterocyclic compounds

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 22: Farbstoffe, Firnisse, Lacke.
aus Salpetersäureestern der Cellulose.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. Juli 1898 ab.
In den Patentschriften Nr. 84632, 85330 und 98437 hat die Erfinderin erwiesen, dafs gewisse stickstoffhaltige Körper der aromatischen Reihe mit Schwefel und Schwefelnatrium werthvolle schwarze Baumwollfarbstoffe zu geben im Stande sind, während bis dahin, nach Bretonniere's Verfahren (französisches Patent Nr. 98915 vom 12. April 1873), nur sogenannte »Cachou's« dargestellt werden konnten.
Nunmehr gelang es der Erfinderin, auch aus stickstoffhaltigen Verbindungen der Fettreihe, unter Anwendung der unter Patent Nr. 85330 und 98437 geschützten Verfahren, wirkliche schwarze Farbstoffe von grofser Echtheit und bedeutendem Färbevermögen zu erzeugen.
Diese neuen Farbstoffe unterscheiden sich von den obengenannten »Cachou's« durch ihre gröfsere Färbekraft, dunklere Schattirung, sowie endlich durch ihr Verhalten gegenüber oxydirenden Mitteln. Bekanntlich müssen die »Cachou's« durch Oxydation oder Metallsalze auf der Faser fixirt werden, die neuen Farbstoffe dagegen färben die Pflanzenfaser ohne Weiteres in tief dunklen Tönen. Oxydirende Mittel bewirken vielmehr eine Schwächung der Färbungen dadurch, dafs dieselben heller und gelblicher werden.
Beispiel I.
In einem im Oelbade stehenden, mit Rührwerk versehenen eisernen Gefäfse erhitzt man 100 kg Pyroxylin, d- h. in Aether-Alkohol unlösliche Schiefsbaumwolle, 300 kg Schwefelnatrium, 70 kg Schwefel, 300 kg Wasser, und verfährt dabei so, dafs man zunächst das Schwefelnatrium in Wasser auflöst und dann die Schiefsbaumwolle portionsweise bei 100 bis .120° einträgt. Dieselbe löst sich auf; man steigert die Oelbadtemperatur bis zu 1500 und giebt, sobald die Schmelze anfängt zähe zu werden, den Schwefel zu. Nach Beendigung der ziemlich heftigen Reaction wird die Schmelze im Trockenofen bei 2800 getrocknet, wobei sich reichlich Ammoniak und Schwefelwasserstoff entwickeln. Nach 6- bis 8 stündigem Erhitzen ist das Product trocken und kann direct zum Färben verwendet werden.
Das Reactionsproduct stellt eine schwarze brüchige Masse vor, die in Wasser, Alkalien und Schwefelalkalien grünschwarz, in concentrirter Schwefelsäure bräunlich-roth löslich ist und aus ihren alkalischen Lösungen durch Säuren in braunen Flocken gefällt wird. Letztere lösen sich, frisch gefällt, in Alkalien wieder auf, nach längerem Stehen an der Luft werden sie dagegen unlöslich.
Das Product färbt die Pflanzenfaser in alkalischem oder schwefelalkalischem, kochsalzhaltigem Bade schwarz mit bräunlicher Schattirung.
Beispiel II.
Ersetzt man in vorstehendem Beispiel das Pyroxylin durch sogenanntes Colloxylin, d. h. in Aether-Alkohol lösliches Cellulosenitrat und hält dieselben Mengenverhältnisse und Versuchsbedingungen ein, so entsteht ein in Wasser,
Alkalien und Schwefelalkalien grünlich, in concentrirter Schwefelsäure röthlich lösliches Product, das aus seinen alkalischen Lösungen durch Säuren in hellbraunen Flocken gefällt wird. Letztere lösen sich, frisch gefällt, in Alkalien wieder auf.
Dieser neue Farbstoff färbt die Pflanzenfaser in alkalischem oder schwefelalkalischem Bade unter Zusatz von Kochsalz etwas röthlicher schwarz an, als das unter Beispiel I beschriebene Product.
Beispiel III.
Ebensowohl läfst sich rohes Cellulosenitrat, d. h. das aus Polynitraten bestehende Salpetersäureestergemenge, erhalten durch Einwirkung von kalter Salpetersäure oder von Salpetersäure und Schwefelsäure auf jedwede Cellulose, in schwarze Farbstoffe umwandeln, wenn man die in Beispiel I beschriebenen Mengenverhältnisse und Versuchsbedingungen einhält.
Der so erhaltene Farbstoff löst sich in Wasser, Alkalien und Schwefelalkalien bräunlich grün, in concentrirter Schwefelsäure schmutzig roth auf und ist in Säuren unlöslich. Er färbt die Pflanzenfaser in alkalischem oder schwefelalkalischem, kochsalzhaltigem Bade schwarz mit röthlicher Schattirung.
Die neuen Farbstoffe sind wegen der Einfachheit ihrer Anwendung in der Färberei und der Echtheit der damit erhaltenen Färbungen technisch sehr wichtig.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Darstellung neuer schwarzer Farbstoffe, dadurch gekennzeichnet, dafs Salpetersäureester der Cellulose mit Schwefel und Schwefelnatrium erhitzt werden.
  2. 2. Ausführungsform des in Anspruch ι gekennzeichneten Verfahrens unter Anwendung von:
    a) in Aether-Alkohol unlöslichem Cellulosenitrat,
    b) in Aether-Alkohol löslichem Cellulosenitrat,
    c) dem Gemenge von Cellulosepolynitraten, welches durch Einwirkung von kalter Salpetersäure oder Schwefelsäure und Salpetersäure auf jedwede Cellulose erhalten wird.
DENDAT103302D Active DE103302C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE103302C true DE103302C (de)

Family

ID=373801

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT103302D Active DE103302C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE103302C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2552683A (en) * 1948-03-03 1951-05-15 Eldon E Mankins Portable camp stove

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2552683A (en) * 1948-03-03 1951-05-15 Eldon E Mankins Portable camp stove

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE103302C (de)
DE556544C (de) Verfahren zur Herstellung von chromhaltigen Azofarbstoffen
DE886139C (de) Verfahren zur Herstellung echter Faerbungen
DE171871C (de)
DE120833C (de)
DE111385C (de)
DE134707C (de)
DE370155C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen
DE553001C (de) Verfahren zur Darstellung von sauren Wollfarbstoffen
DE588607C (de) Verfahren zur Herstellung von Azofarbstoffen
DE402643C (de) Verfahren zur Herstellung von beizenziehenden Farbstoffen
DE548820C (de) Verfahren zur Darstellung von Nitrogruppen enthaltenden Leukoverbindungen von Kuepenfarbstoffen und deren Estern
DE143494C (de)
DE952657C (de) Verfahren zur Herstellung von Schwefelfarbstoffen der Phthalocyaninreihe
DE125582C (de)
DE586180C (de) Verfahren zur Herstellung von Chromverbindungen von Farbstoffen
DE116337C (de)
CH340284A (de) Verfahren zur Herstellung metallisierbarer Monoazofarbstoffe
DE1153839B (de) Verfahren zur Herstellung methylolgruppenhaltiger Farbstoffe
DE50998C (de) Verfahren zur Darstellung eines blauen Farbstoffes aus salzsaurem Nitrosodimethylanilin und dem krystallisirten Condensationsproduct aus Tannin und Anilin
DE414084C (de) Verfahren zur Darstellung von Farbstoffen der Thioindigoreihe
DE252175C (de)
DE131999C (de)
DE929962C (de) Verfahren zur Erzeugung von echten Faerbungen auf Faeden, Fasern, Geweben u. dgl. aus Celluloseestern und -aethern
DE293970C (de)