DE10139C - Verfahren und Apparate zur Herstellung eines pelzähnlichen Stoffes aus Federn - Google Patents

Verfahren und Apparate zur Herstellung eines pelzähnlichen Stoffes aus Federn

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DE10139C
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L. L. LEWINSOHN in Berlin, Köpnickerstr. 75
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A41WEARING APPAREL
    • A41GARTIFICIAL FLOWERS; WIGS; MASKS; FEATHERS
    • A41G9/00Adornments of natural feathers; Working natural feathers

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

1879.
Klasse S.
L. L. LEWINSOHN in BERLIN. Verfahren und Apparate zur Herstellung eines pelzähnlichen Stoffes aus Federn.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. December 1879 ab.
Von pelzähnlichen, aus Federn hergestellten Stoffen werden bisher verschiedene Gattungen fabricirt, wie z.B. in der Weise, dafs der ganze Kiel der Feder oder ein Theil desselben auf eine gewebte Unterlage genäht wird, oder dafs die von dem Federkiel abgerissenen Hälmchen zu einer Chenille verarbeitet werden, welche demnächst als Einschlag verwebt wird. Zum Unterschiede von diesen bisherigen Arten ist der Stoff, dessen Herstellung Gegenstand dieses Patentes ist, in der Weise fabricirt, dafs die vom Federkiel losgelösten Hälmchen mit ihrer Spitze auf eine Unterlage aufgeklebt sind, so dafs dieselben in der That wie die Haare des Pelzes zu stehen kommen und ein dem Pelz ähnlicher Stoff gewonnen wird.
Die neue Methode besteht im wesentlichen aus folgenden drei Proceduren:
1. In eine kammartige Vorrichtung, welche so lang ist, als der herzustellende Stoff breit werden soll, werden die Federn neben einander dergestalt eingelegt, dafs die Kiele in fortlaufender Linie neben einander zu liegen kommen und im Innern des Kammes zurückgehalten werden, während sämmtliche Halme frangenartig an der äufseren Kante heraushängen.
2. Eine solche frangenartige Reihe von Halmen wird, von dem Kamm gehalten, zwischen zwei Platten (Pappe oder Blech) so eingeführt, dafs nur wenige Millimeter der Halmlänge über die obere Kante der Platte hinausragen, vermittelst eines Schnittes durch die überstehenden Halme wird der Kamm von den Halmen getrennt, welche letztere zwischen den Platten eingeklemmt zurückbleiben. In gleicher Weise wird mit einer zweiten, dritten und so vielen Halmreihen verfahren, bis der herzustellende Stoff die gewünschte Länge hat.
3. Nachdem in dieser Weise aus neben einander liegenden Platten, zwischen denen je eine Reihe von Federhalmen eingeklemmt ist, ein rechteckiger Block gebildet ist, werden die kurzen Halmenden, die seine Oberfläche bedecken, durch eine scharfe Bürste aufgebürstet und mit einer Kautschuklösung bestrichen; endlich wird ein ebenfalls mit Kautschuk getränkter Baumwollenstoff darüber gebreitet, angedrückt und mit einer Bürste stark angeklopft, so dafs in allen Punkten zwischen dem Baumwollenstoff und den Halmenden eine innige Verbindung gesichert ist. Sobald dann der Kautschuk getrocknet ist, sind nur noch die Platten zu entfernen, was weiter keine Schwierigkeit bietet, da die oberen Kanten derselben, von den Federhälmchen dicht bedeckt, von dem Kautschuk nicht getroffen werden.
Der von dem Erfinder zu diesem Zweck construirte Apparat ist in der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
Fig. 6 und 7 zeigen den Kamm A im Querschnitt und einen Theil der Vorderansicht desselben. Der Kamm besteht im wesentlichen aus einer Schiene A\ an deren einer Kante Nadeln kammartig befestigt sind. Auf der anderen Seite trägt die Schiene zwei Scharniere, um die sich die Klappe A2 dreht, welche die eingelegten Federn festhalten soll. Jene besteht aus einem Blech A3, dessen Vorderkante über die Spitzen der Nadeln, wenn die Klappe geschlossen ist, hinweggreift, und einem im Innern an dieses Blech befestigten Lederstreifen A'1, der bei geschlossenem Kamm die innere Seite der Nadeln streift. Vor dem Einlegen der Federn wird der Kamm nach Art der Fig. 6 offen aufgestellt und in denselben das Wendeblech D eingelegt, dessen untere Kante Schlitze O1D1 besitzt, die den Nadeln entsprechen, während von der oberen Kante eine lappenartige Fortsetzung D 2 ausgeht, mit welcher sich dieses Wendeblech auf die Klappe stützt. Die Federn werden, wie Fig. 6 zeigt, so eingelegt, dafs die eine Hälfte der Federfahne nebst dem Kiel auf dem Wendeblech jenseits, und die andere Hälfte der Fahne diesseits der Nadeln zu liegen kommt.
Nunmehr wird das Wendeblech um seine untere Kante mit der Hand so weit gedreht, dafs die beiden Hälften der Fahne einander berühren, sodann die Klappe geschlossen und das Wendeblech herausgezogen. Zwei an der Schiene befestigte Häkchen EE, Fig. 1 bis 4, welche über eine Nase der Klappe hinweggreifen, sichern die Lage der Federn in dieser geschlossenen Stellung des Kammes, so dafs diese Federreihe nunmehr eingeführt werden kann.
Die Platten F F, zwischen welchen die Federhalme eingeklemmt werden sollen, werden zwischen zwei auf einer Grundplatte parallel befestigten Leisten G hinter einander aufgestellt, auf welchen ein die Platten F umklammernder
.Schlitten H läuft. Der Schlitten besteht aus einer Schiene von dem Querschnitt -H~l (siehe Fig. 5), an deren unterer Seite sich an beiden Enden -Verstärkungen H* H- rechtwinklig ansetzen, mit welchen sie die Form einer Klammer j i bildet. Diese Verstärkungen tragen einerseits je einen Haken Ji"3, dessen Nase H* über die zuletzt eingelegte Platte hinweggreift, also den bis dahin fertigen Block zusammenhält und andererseits den Eisenbeschlag K, der mit seinem abgerundeten unteren Ende auf der Lauffläche der Leisten G ruht und so die parallele Bewegung des Schlittens sichert. Die Platten F haben an ihrer oberen Kante, da, wo die Verstärkung B2 mit dem Haken H3 über sie hinweggreift, einen rechtwinkligen Ausschnitt und einen gleichen Ausschnitt an der unteren Kante, damit beide Seiten der Platten FF gleichmäfsig gebraucht werden können. Das Stück K dient aufserdem als Stütze beim Einlegen des Kammes, der mit den an seinen beiden Enden befindlichen Zapfen Ab auf ihm ruht. Die Fläche K1 K'1 giebt dem Kamm eine constante Höhenlage, während der verstellbare Schieber K3 mittelst des über die Fläche K1 K2 hinweggreifenden Ansatzes K* demselben in der Längenrichtung der Arbeit die Lage anweist. Wenn nun der Kamm mit herabhängenden Federhalmen auf dieses Lager K3 K1 K- aufgelegt wird, so hat er die Stellung, die Fig. 2 zeigt: seine Halme liegen parallel der letzten Platte, während die Nadeln auf den Halmenden der zuletzt geschnittenen Federreihe zu liegen kommen. Damit nun diese von den Nadeln bei der Drehung des Kammes nicht erfafst und herausgezaust werden, hat die Klappe A2, wie oben beschrieben, die Gestalt, dafs sie über die Spitzen der Nadeln hinweggreift. Hinter die herabhängenden Federhalme wird demnächst eine neue Platte gelegt und der Kamm um die obere Kante derselben bis zu der Stellung, Fig. 3, herabgedreht; geschieht dieses unter Druck gegen die früheren Platten, so werden die Halme gespannt quer über die mit einer Furche versehene Stirnfläche der Schiene A1 zu liegen kommen, so dafs ein Messer, welches dieser Furche entlang geführt wird, die Halme leicht zerschneidet. Nunmehr wird der Kamm herausgenommen, der Schlitten mit den Haken H'' über die zuletzt eingelegte Platte hinfort gehakt und mit dem nächsten Kamm in gleicher Weise fortgefahren.
Es ist einleuchtend, dafs die Grundplatte mit den Leisten G G, auf der die Arbeit des Einlegens vor sich geht, nicht eine horizontale, sondern eine ansteigende Lage haben mufs.
Fig. 8 zeigt ein Gestell, auf welchem die Grundplatte in dieser Weise gelagert ist.
Um den Stoff in beliebiger Länge herzustellen, wird der Inhalt einer solchen Grundplatte auf einen langen Tisch, zwischen zwei auf demselben befindlichen Führungsleisten, entleert, die Grundplatte abermals gefüllt und als Fortsetzung der früheren Füllung entleert, bis die gewünschte Länge fertig ist. Zur Bedienung eines Systems gehört ein Arbeiter, welcher einlegt und schneidet, und etwa vier Kinder zur Füllung von vier Kämmen. I
Der in dieser Weise hergestellte Stoff eignet sich vorzüglich, um geschoren zu werden, und macht dann einen seidenartigen Plüscheindruck.
Obiges Verfahren kann auch angewendet werden, um wirkliche Pelzhaare auf eine gewebte Unterlage zu übertragen, indem man das Pelzwerk in schmale Streifen schneidet und diese Streifen wie Federn mit einseitiger Fahne behandelt.

Claims (2)

Patent-An sprüche:
1. Das Verfahren, die Federfahnen vor ihrer Verbindung mit dem Gewebe reihenweise zwischen Platten zu legen.
2. Die Construction des Einlegekammes (in seiner Totalität).
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
DENDAT10139D Verfahren und Apparate zur Herstellung eines pelzähnlichen Stoffes aus Federn Active DE10139C (de)

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